Das Viertelfinale ging für mich am Donnerstag los. Eine LED-Viedeowand im Millertorstadion für Freitag bauen und am Samstag auf dem Trainigsgelände des hsv in Norderstedt nocheinmal.
Die selbe Wand.
Der Auffbau bei St. Pauli verzögerte sich um 6 Stunden, da die bemitleideswerten Kollegen mit dem Truss zur aufhängung der Wand in einer Vollsperrung festhingen.
In der Abenddämmerung konntenn wir anfangen, AdapterKlose beobachtet das Geschehen.
Um zwei Uhr nachts war alles betriebsbereit und meine Verwunderung gilt dem Typen, welcher um halb elf in Bermudashorts schnurztraks fast bis auf den Mittelkreis geht, um Fotos von seiner Freundin an der Eckfahne zu machen. Das ist insofern erstaunlich, da der Greenkeeper uns gegenüber in deutlichen Worte die Konsquenzen einer Grashalmberührung geschildert hat.
AdapterKlose hingegen hat sich vorbildlich am Spielfeldrand für Samstag warmgeschwitzt.
Das ganze war für den
Bauer Agency Cup 2010 und als "Come together" deklariert. 2500 teils stark angetrunkene Werbefußballer sorgten kurzfristig fast für einen Abbruch, da der Stadionmannager wohl schon viel erlebt hat, aber noch nicht sowas (in dem VIPbereich urinieren, überall alles zurücklassen, Rauchen an unerwünschten Stellen etc).
Ein drittel unzerstörbarer sahen sich dann noch das viel zu lange Uruguay - Ghana an.
Egal, ich durfte schlafen und war um acht Uhr am Samstag auf dem Trainigsgelände des hsv in Nordersted, um vor einer mechanisch fertig montierter Wand zu stehen, welche partout kein Bild zeigen wollte.
Um zehn war klar, das der Prozessor mit dem schönen Namen Navigator defekt war und der Ersatz, welchen ich in meiner grenzelosen Weisheit mitgenommen hatte, auch. Der Scaler, welcher für die Dimension und die Position des Bildes auf der Wand sorgen soll, gab kein DVI-Signal mehr heraus und war auch kaputt. Ein zweites vor ort organisertes Gerät war nach Kontakt mit den beiden Prozessoren auch hinüber.
Da so ein Prozessor so teuer wie ein guter Kleinwagen ist und nicht bei SaturnHansa gekauft werden kann, wurde einer mit DHL per Luftfracht von Mannheim nach Hamburg auf die Reise geschikt, Ankunft 14:40 am Flughafen. Und da ich und keiner genau wusste, warum soetwas bei einem am Vorabend noch funktionierenden System passiert.
Fast vier Stunden machtlos warten, vor einer 32 Quadratmeter Wand und alle fragen wann und dann später ob überhaupt DAS Spiel gezeigt wird. Um zwanzig nach drei war alles da, Stoßgebete, um 15:45 waren bewegte Bilder auf der Wand, der Applaus war mir sicher.
Kurz zur Technik:
So eine LED-Videowand besteht in der Regel aus einzelnen Modulen, welche untereinander verbunden werden können. Ein Prozessor, die zentrale Steureeinheit, verarbeitet das Eingangssignal und sagt dann jedem Modul, welche Lämpchen angeschmisssen werden sollen. Jedes Modul wird also von einem Co-Prozessor mit Information gefüttert. Jedes Modul verfügt je nach Bauart über bis zu neun einzelne Panel, auf denen sich die LEDs befinden.
Zwei Minuten nach Anpfiff war auf einmal die halbe Wand ausgefallen, mein Adrenalienspiegel hat mich wahrscheinlich vor Panik geschütz. Ein Co-prozessor war ausgefallen, konnte aber mit "strom ab - strom dran" an dieser "Scanbox" widererweckt werden, was zu dankbaren Applaus und anschwellend in einem Torschrei endete, da Müller pünktlich für alle ausser mir sichtbar ins Tor traf.
Halbzeit:
AdapterKlose bewachte die erste Halbzeit den Prozessor, Umsetztungsmaßnahme zur zweiten Halbzeit war effektiv.

Rückansicht.
Vier Minuten vor dem zwei zu null das selbe Spiel, ich hinter der Wand und alle ausser mir konnten das Tor sehen. Einen weiteren Ausfall nach dem drei - null war strombedingt und hat Spuren in der Wand hinterlassen.
Nach dem Spiel bekamm ich viel mehr Schulterklopfen als wenn alles glatt gegangen wäre. Dieses Foto ist auf Wunsch eines PublicViewers von ihm selbst für mich gemacht worden:
Mein längster Text in diesem Forum und dank an alle, welche sich das durchgelesen haben.
Für mich unvergesslich!
Und für Euch hoffentlich ein kleiner Blick hinter die Kulissen.