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96er
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--- GESPERRT ---
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und wenn dann mal ein bulle auf die fresse bekommt waren es die böööööösen fussballfans

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96er
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Sicher.....
Zitat
Original von Jigga
Ist wie die in Köln, nur in blau.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Günter« (23.08.2004, 23:53)
Zitat
Original von roter hildesheimer
Am 14.08.2004 ging es mit dem Wochenendticket von Bremen aus nach
Rostock, um dem ersten Auswärtsspiel des SV Werder beim FC Hansa
beizuwohnen. Die Züge waren voll, die Atmosphäre locker und friedlich.
Am Rostocker Hauptbahnhof angekommen, sah man schon die ersten düsteren
Gestalten der Ostseemetropole, aber ohne Probleme ging es mit dem Bus
Richtung Stadion. Insgesamt gesehen eine reichlich unspektakuläre
Hinfahrt.
Im Gästeblock fanden sich nach und nach gute 600 Bremer ein, für einen
amtierenden Meister und der relativ kurzen Wegstrecke zwar enttäuschend,
aber vorhersehbar. Wir Aktiven (die 'Supporter'), ca. 120 an der Zahl,
positionierten uns mittig im unteren Teil des Auswärtsblocks vor der
Plexiglastrennwand (ca.2,50 m hoch). Ein Fangnetz erstreckte sich
unmittelbar vom Ende dieses Zaunes bis hoch zum Stadiondach, wobei am
unteren Teil des Netzes bereits zwei große Löcher klafften.
Trotz der geringen Anzahl an mitgereisten Werderanern war die Stimmung
prächtig. Torben, der mit Megafon ausgerüstete Einpeitscher auf dem
Zaun, motivierte die Seinen ohne Unterlass und unsere Gesänge wurden
lautstark Richtung Rasen getragen.
Der große Enthusiasmus auf unserer Seite war jedoch das ganze Spiel über
verbaler Natur (zwei Pogos (ausschließlich in unserem Bereich) sind
unwesentliche Ausnahmen), es gab zudem nicht einen einzigen Schmähgesang
auf den unterlegenen Gastgeber, was ansonsten relativ selten vorkommt.
Nach dem Treffer zum 1:0 gab es kein Halten mehr, unsere Mühen wurden
belohnt und der ganze Block lag sich in den Armen. Dabei wurde von
vielen jubelnden Mitgereisten auch die Plexiglaswand erklommen, welche
sich zur Absicherung größtenteils am Fangnetz festhielten. Dieses
'Besteigen' des Zaunes ist in Fankreisen völlig normal und wird in der
Regel als Zeichen des Jubels, aber auch als Zeichen des Protestes im
Falle einer augenscheinlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters oder
eines groben Fouls verwendet. Letzteres kam in Rostock vielleicht ein
oder zwei Mal zum Tragen und wird hier nur der Vollständigkeit halber
erwähnt. Allerdings muss auch angemerkt werden, dass diese Art Ritual
von Ordnungskräften weniger gerne gesehen, in den meisten Fällen aber
toleriert wird.
Die Atmosphäre im Block war auch nach den weiteren Toren völlig
friedlich und gelassen, wir Werder-Fans feierten. Dabei ließen wir uns
auch nicht von den 5, ausschließlich auf den Bereich von uns Aktiven
ausgerichteten Kameras der Polizei abschrecken, von denen eine gar in
unmittelbarer Nähe (Entfernung ca. 10 m, an einem der beiden Ausgänge)
die ganzen 90 Minuten nach etwaigen Regelverstößen der Fans suchte.
Kurz vor dem 4:0 positionierten sich aus heiterem Himmel ca. 20
Polizisten (unter denen sich auffallend viele bullige Glatzköpfe
befanden) in schwarzer Kampfausrüstung (inkl. Schusswaffe) an diesem
Ausgang und sorgten für große Verwunderung unter uns Fans. Ohne langes
Zögern marschierte diese Einheit direkt in unseren Bereich und legte ein
äußerst aggressives Verhalten an den Tag: Fans wurden grob weggeschubst,
einem Fan wurde gar mit gespreizten Fingern bewusst in die Augen
gegriffen. Wir, die ob dem Ziel des Einsatzes immer noch ahnungslosen
Fans ("Was wollen die denn überhaupt?!Wir haben doch nichts getan!"),
empörten uns zunächst verbal und drängten die Polizisten dann ein paar
Meter zurück, ohne die selbe Grobheit an den Tag zu legen. Dennoch
nahmen die schwarzen Einsatzkräfte einen Werder-Fan mit aus dem Block
und ließen den Rest ohne Erklärung im Block stehen.
Nach dem Spiel verließen wir dann den Block, sahen aber an den beiden
für einen Ausgang unumgänglichen Treppen hinter dem Block je zehn der
bekannten schwarzgekleideten Polizisten wieder. Als Folge dessen
sammelten wir uns, um gemeinsam das Stadion zu verlassen, da man Böses
ahnte. Als nach einiger Zeit alle versammelt waren, hieß es "Abmarsch".
Aber daraus wurde nichts. Die Polizisten drängten uns zurück und
umstellten uns. Als sie wiederum in unsere Mitte eindringen wollten und
wir Fans sie abermals zurückdrängten, wurden ca. 20
Ordnungskräfte des Sicherheitsdienstes hinzugezogen (wieder fiel häufig
die spärliche Kopfbehaarung und der enorme Körperbau auf) und der
Vorgang wiederholt, wobei weitere drei Personen in Gewahrsam genommen
wurden. Insgesamt wurde die Atmosphäre hitziger, da immer noch niemand
über den Einsatz informiert wurde und keiner diese Willkür über sich
ergehen lassen wollte. Auch die 3 vorhandenen szenekundigen Beamten
bremischer Herkunft konnten wenig sagen, noch konnten sie die
Ordnungskräfte an ihrem Einsatz hindern. Während des Einsatzes wurden
weitere Personen angegangen, zu Boden und auch gegen eine metallende
Treppe geschubst, ohne das eine Rechtfertigung erfolgte. Als dann noch
ca. 15 behelmte und mit vollständiger Kampfmontur ausgerüstete
BGS-Beamte sich in der Nähe der Fans positionierten und sämtliche
Einsatzkräfte auf Nachfrage nichts sagen wollten, wuchs das
Unverständnis der Bremer ins Unermessliche. Trotzdem hielten alle ihre
Wut mehr oder weniger im Zaun, es gab keine vorsetzlichen
Handgreiflichkeiten, der Zorn entlud sich wenn dann im Ausruf
"Fußballfans sind keine Verbrecher". Das gesamte Auftreten der am
Einsatz Beteiligten lässt sich als äußerst aggressiv und rücksichtslos
beschreiben.
Nach einiger Zeit kamen dann zwei der Festgenommenen zurück in die
Gruppe und klärten uns das erste Mal über ihr angebliches Vergehen und
den Grund des Einsatzes auf: Sie sollen das Fangnetz beschädigt haben
(O-Ton: "zerschnitten" - fraglich, wie das hätte bewerkstelligt werden
sollen). Unter Angabe von Filmdokumenten als Beweismittel (die jedoch
nicht eingesehen werden durften) wurden ihre Personalien aufgenommen und
in einem Gespräch wurde beiden klargemacht, dass mit einem Stadionverbot
und Schadensersatz zu rechnen ist. Die anderen beiden festgehaltenen
Fans wurden jedoch mit aufs Polizeirevier genommen. Wir verließen das
Stadion und komischerweise war von den ganzen Einsatzkräften niemand
mehr an unserer Seite, und dass, obwohl ein junger, weiblicher Fan
gerade zuvor von steinewerfenden Rostockern eine Platzwunde zugefügt
bekam und ins Krankenhaus eingeliefert wurden musste. Geht es darum uns
zu schikanieren, sind sie mit 60 Mann dabei. Sollen aber
Auseinandersetzungen mit Rostockern verhindert werden, kriegen sie kaum
4 Beamte zusammen. Nach einiger Zeit kam dann der erste Anruf eines
völlig aufgelösten Betroffenen, welcher bald danach mit dem anderen
Festgenommenen wieder zu uns stieß. Was wir dann hörten, war
unglaublich. Beiden hatten ein bundesweites Stadionverbot erhalten, 3
Jahre lang und ab sofort gültig, dazu wurde einem der beiden mitgeteilt,
dass er auf Grund der Beschädigung des Fangnetzes mit einer Strafe von
1000 Euro zu rechnen habe (dieser Schadensersatz gilt nur für diesen
einen "Täter"). Beiden wurde auch hier keine Beweise vorgelegt. Das
Löcher im Fangnetz des Auswärtsblock zu erkennen sind, ist keine Frage.
Vielleicht ist es beim Festhalten ohne Absicht auch unwesentlich weiter
eingerissen. Aber die Löcher waren bereits vor unserem Spiel vorhanden
und an deren Größe hat sich nicht viel gerändert. Trotzdem ließe sich
auch beim Einreißen ohne Absicht darüber reden, ob es zu einem
Schadensersatz kommt. Aber nicht in dieser Art und Weise, nicht mit
einem solchen Gewalteinsatz, nicht mit einem solchen Strafausmaß. Das
Auftreten von uns Fans war bis zum Einsatz der Polizei äußerst friedlich
und wir haben keine wissentlichen Regelverstöße getätigt.
Trotzdem wurden wir und vor allem die Festgenommenen wie
Schwerverbrecher behandelt und dazu in einer unglaublichen Art und Weise
bestraft. An diesem Samstag hätte es jeden treffen können, die Willkür
und Schikane der Polizei war mehr als offensichtlich. Ein sofort
ausgesprochenes, dreijähriges und bundesweites Stadionverbot und 1000
Euro Strafe "für nichts" sind der Gipfel des gesamten Einsatzes.
Die Einsatzleiter mögen mit der Ausbeute zufrieden sein - aber wir
lassen uns solch ein grobes Unrecht nicht gefallen.
=======================================================================
Nachtrag: Einem weiteren Werderaner ist heute ein 5jähriges
Stadionverbot aus Rostock ins Haus geflattert. Vorwurf:
Gefangenenbefreiung und Körperverletzung.
Eastside Bremen, 18.08.2004
Alfeld 05 - danke für den Vorgeschmack auf die WM
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »BSler« (24.08.2004, 11:30)
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