Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Hannover 96 Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2002

Verein: Hannover 96

Wohnort: BeRliN

  • Private Nachricht senden

201

Montag, 10. März 2008, 20:19

Hehehe. Wie gesagt, erst am letzten Sonnabend spielten die Eisernen ja gegen *§$%&@€$!"§, und mehrere Gespräche drehten sich -sofern ich das zwischen den ganzen "weeßte", "alter" und "wa" heraushören konnte, darum, dass ein echter Unioner niemals in "das BFC-Stadion" umziehen würde. Darauf eine Goldkrone. Prost!
The train is coming, so get on board!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mazurek« (11. März 2008, 20:18)


Registrierungsdatum: 2. Dezember 2005

Verein: BSG Heiliger St Martin

Wohnort: Bothfeld

  • Private Nachricht senden

202

Dienstag, 11. März 2008, 16:55

Naja, vielleicht stand ich ja im falschen Block, aber die Unionfans, mit denen ich das Spiel verfolgt habe, konnten in Dreiwortsätzen reden. :-)
Die Argumente waren da schon etwas differenzierter. In die alte Försterei ist eben einiges an Herzblut/eigene Arbeit geflossen.
"Allez, hier kommt die BSG"
CSE

"... Und:... Torwarttor zählt doppelt!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Reh von Nah« (11. März 2008, 16:56)


  • »Silesiosaurus« wurde gesperrt

Registrierungsdatum: 3. Mai 2005

Verein: Niederschlesischer FV Gelb-Weiß 09 Görlitz, FC Silesia Görlitz, SV Arminia Hannover, Hannover 96, WKS Slask Breslau, Hertha BSC Berlin, Viktoria 89 Berlin, Slezsky FC Troppau

Wohnort: Görlitz

  • Private Nachricht senden

203

Sonntag, 16. März 2008, 12:24

Ganz netter Podcast vom 28.02.2008: "28. Februar 1973: Der DFB genehmigt Trikotwerbung"

http://podcast.wdr.de/radio/zeitzeichen_wdr3.xml
„Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen [...] Aber wer um die Zukunft unseres Volkes besorgt ist, der sollte sich mehr um dieses Thema kümmern, als um die sogenannte Energiewende.“
(Joachim Kardinal Meisner)

Er wird uns fehlen sage ich als Gegner aller Offenbarungsreligionen und Pan- oder Kosmotheist.

204

Sonntag, 16. März 2008, 12:46

Wer nicht den ganzen Feed abonnieren möchte, klickt hier.
Keine einfache Lösung haben, ist keine Schwäche. Die komplexe Welt anerkennen, keine Schwäche.
Und einfach mal die Fresse halten, ist keine Schwäche, nicht zu allem eine Meinung haben, auch keine Schwäche.


Diese Werbung wird nur unregistrierten Usern angezeigt. Um Dich im Forum zu registrieren, klicke hier.

205

Montag, 17. März 2008, 19:46

Hier mal als Anschauungsunterricht das Ultramanifest :D

Ultramanifest:




Dieses Manifest wurde übernommen von der Homepage der Ultras des AS Roma. Es wurde nur unwesentlich verändert bzw. an die Verhältnisse in Deutschland angepasst. Die Originalfassung des Manifestes kann unter "http://members.xoom.it/_XOOM/asromaultras" eingesehen werden.

Zukunftsvisionen:

Es wird Zeit, dass alle Fussballfans verstehen, was die UEFA, die FIFA und die Fernsehanstalten unter tatkräftiger Mithilfe der nationalen Verbände mit unserem Fussballsport veranstalten. Die Bestrebungen der Spitzenclubs gehen dahin, eine Europaliga einzurichten, die im Endeffekt nur für die finanzstarken Vereine der einzelnen Verbände gedacht ist. Dies würde diesen Vereinen auf Grund der Vermarktung der TV-Rechte enorme Einnahmen sichern, die kleineren Vereine würden aber ausgeschlossen und auf lange Sicht in den Ruin getrieben.

Die Anzahl der Fernsehzuschauer würde sicherlich steigen, während der Stadionfussball in seiner ursprünglichen Form nach und nach verschwinden wird. In ein paar Jahren wird selbst der Rasen in den Stadien mit Sponsorenwerbung verunstaltet werden und Choreographien werden verboten, weil sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer am Bildschirm von den Werbetafeln abziehen. Es werden hunderte Ordner in den Blöcken stehen, die Fans werden im ganzen Stadionbereich von Videokameras aufgenommen, um zu verhindern, dass grosse Fahnen, Transparente oder Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen können. Und in ein paar Jahren werden selbst die Leibchen unserer Spieler aussehen, wie die Anzüge von Formel-1 Piloten, jeder Fleck von Werbung besetzt. In den Köpfen der Funktionäre nimmt die Zukunft bereits Gestalt an: Es wird der gezähmte Fan erwünscht, der moderate Stimmung verbreitet, aber nur soviel, wie als Hintergrundeinspielung für die Fernsehübertragung notwendig ist, der brav applaudiert, wenn man es verlangt und ansonsten still auf seinem Platz sitzt. Es wird keinen Platz mehr für Ultras geben.

Es gibt eine UEFA-Richtlinie, die besagt, dass die Fans sitzen müssen, man will keine Fans, die aktiv am Spiel teilhaben, man will die Art von Zuschauer, die man in einem Kino oder einem Theater antrifft. Diese Menschen verstehen nicht, dass Fussball unser Leben ist, dass wir für unseren Verein leben, dass wir unsere Schals und unsere Kleidung tragen, die unsere Stadt oder Region representiert.

All die "Kurven" dieser Welt sollten in diesem Fall zusammenhalten und eine mächtige Einheit gegen die Fussball-Fabrik bilden.




--------------------------------------------------------------------------------




Echte Fans wollen daher diese Fussballregeln:

1. Spielertransfers sollten in den Saisonpausen abgewickelt werden, nicht während der Saison

2. Die Freiheit für die Spieler, ihre Freude nach einem Tor auszudrücken. Es ist möglich, diese Zeit nachspielen zu lassen.

3. Förderung heimischer Nachwuchsspieler durch eine Regel der Verbände

4. Eine Sperre von einem Jahr von Spielern, die ihren Vertrag nicht erfüllt haben, weil ein anderer Verein mehr Geld geboten hat.

5. Die Beschränkung, dass Funktionäre eines Vereines nicht in einem zweiten Verein tätig sein dürfen, um "Farm Teams" zu verhindern

6. Die Wiederherstellung des alten Landesmeisterpokales mit einem automatisch qualifizierten Meister aus jedem Verband, anstelle einer Liga, in der der Ligavierte eines Landes "Champions-League-Sieger" werden kann.

7. Das Verbot, dass Clubs oder Verbände Karten für Auswärtsspiele exklusiv an Reiseveranstalter weitergeben dürfen.


Ultras sollten:

1. Jeden unnötigen Kontakt oder Hilfe durch die Vereine oder die Polizei verweigern.

2. Untereinander besser zusammenarbeiten.

3. In Eigenorganisation zu Auswärtspielen reisen.

4. Mit den Ultras anderer Vereine zusammenarbeiten, und die "Ware TV-Fussball" unattraktiver zu machen.

5. Sich nicht von den Autoritäten unterdrücken lassen und bei Spielen unbedingt Präsenz zeigen.


Unterstützt die Ultrá-Bewegung und baut ein Manifest auf Eurer Homepage ein oder kopiert dieses Manifest auf eure Homepage!!!
Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech, wild und wunderbar!

Registrierungsdatum: 29. Januar 2005

Wohnort: Wien

  • Private Nachricht senden

206

Montag, 17. März 2008, 20:49

An sich gar nich schlecht !
ich weiß nicht wohin die reise geht. ich weiß auch nicht wie das weitergeht.

  • »Silesiosaurus« wurde gesperrt

Registrierungsdatum: 3. Mai 2005

Verein: Niederschlesischer FV Gelb-Weiß 09 Görlitz, FC Silesia Görlitz, SV Arminia Hannover, Hannover 96, WKS Slask Breslau, Hertha BSC Berlin, Viktoria 89 Berlin, Slezsky FC Troppau

Wohnort: Görlitz

  • Private Nachricht senden

207

Montag, 17. März 2008, 20:52

Ich wünsche mir zudem ein Draftingsystem. Schlechtplatzierte Mannschaften sollten Erstzugriffsrechte bei Neuverpflichtungen haben, damit die Schere nicht immer weiter klafft.
„Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen [...] Aber wer um die Zukunft unseres Volkes besorgt ist, der sollte sich mehr um dieses Thema kümmern, als um die sogenannte Energiewende.“
(Joachim Kardinal Meisner)

Er wird uns fehlen sage ich als Gegner aller Offenbarungsreligionen und Pan- oder Kosmotheist.

Registrierungsdatum: 1. November 2004

Wohnort: Luzern

  • Private Nachricht senden

208

Montag, 17. März 2008, 23:15

Tihi.
Der ganze alte Schrott muss raus/
und neuer Schrott muss rein.

  • »Silesiosaurus« wurde gesperrt

Registrierungsdatum: 3. Mai 2005

Verein: Niederschlesischer FV Gelb-Weiß 09 Görlitz, FC Silesia Görlitz, SV Arminia Hannover, Hannover 96, WKS Slask Breslau, Hertha BSC Berlin, Viktoria 89 Berlin, Slezsky FC Troppau

Wohnort: Görlitz

  • Private Nachricht senden

209

Dienstag, 18. März 2008, 21:33

Wenn ich jetzt nur wüsste was tihi heißt :ahnungslos:
„Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen [...] Aber wer um die Zukunft unseres Volkes besorgt ist, der sollte sich mehr um dieses Thema kümmern, als um die sogenannte Energiewende.“
(Joachim Kardinal Meisner)

Er wird uns fehlen sage ich als Gegner aller Offenbarungsreligionen und Pan- oder Kosmotheist.

210

Dienstag, 18. März 2008, 21:36

Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech, wild und wunderbar!

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2002

Verein: Hannover 96

Wohnort: BeRliN

  • Private Nachricht senden

211

Dienstag, 18. März 2008, 22:55

Lass Dich nicht ärgern, "tihi" ist neudeutsch für "hihi".
The train is coming, so get on board!

212

Dienstag, 18. März 2008, 22:59

Sowas wie "ciz"?
Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech, wild und wunderbar!

Registrierungsdatum: 1. November 2004

Wohnort: Luzern

  • Private Nachricht senden

213

Dienstag, 18. März 2008, 22:59

Das weiß er doch schon längst, und zweitens sollte ihn das in keinster Weise ärgern. Danke natürlich fürs Bevormunden.
Der ganze alte Schrott muss raus/
und neuer Schrott muss rein.

Registrierungsdatum: 7. Juli 2001

  • Private Nachricht senden

214

Mittwoch, 19. März 2008, 16:31

hoffenheim und sap - achse der ungerechten?

In den letzten Monaten erfreut sich Dietmar Hopp und „seine“ TSG Hoffenheim immer größeren Interesses: Nicht nur, dass über ihn und seine Verwicklungen in den Profifussball in allen möglichen Zeitungen auch Artikel finden ließen, er muss sich auch mit etlichen Kritikern herumschlagen. Man wirft ihm vor, nach dem Vorbild Abramovitch einen Club „nur mit Geld“ an die Spitze führen zu wollen. Besonders scharf werden die Töne in der letzten Zeit bei Ultras: Bei Spielen anderer Mannschaften gegen Hoffenheim werden Transparente mit Aussagen wie „Der Mob hasst Hopp“ entrollt, die Lautrer Fans schrieben ihm gar einen offenen Brief, in dem sie darlegen wollten, warum sie sein Engagement im Profifussball als falsch und verachtenswert empfinden.
Wo die Sprüche schärfer werden, werden meistens allerdings auch die Aussagen immer inhaltsloser – schließlich gibt es in einer Diskussion, wenn einem die treffenden Argumente ausgegangen sind, sowieso nur noch zwei Wege: Entweder, man gibt offen zu, dass die andere Seite vielleicht Recht haben könnte, oder man wird schlicht und ergreifend polemisch.

Zweiteres scheint mir in den Argumenten und Aussagen vieler Ultras und ihrer Sympathisanten immer häufiger aufzuscheinen, wenn es um die Thematik „moderner Fussball“ und all seine Auswirkungen geht. Eins der beliebtesten Argumente derjenigen, die sich „gegen den modernen Fussball“ aussprechen – und so steht es auf tausenden Aufklebern, Buttons und Doppelhaltern, die man in ganz Deutschland und halb Europa sehen kann – ist das von den Traditionsclubs, die das Zeitliche segnen beziehungsweise in der Bedeutungslosigkeit verschwinden und durch vermeintliche „Plastikmannschaften“, hinter denen angeblich das große Geld stehen soll, ersetzt werden. Wie vermutlich jeder habe auch ich schon mit den verschiedensten Leuten über dieses Thema diskutiert und bin dabei mittlerweile zu einer recht stark von dem, was man vielleicht den Konsens unter den meisten Ultras nennen könnte, abgewichen.
Interessant finde ich nämlich die Frage, was eigentlich ein Traditionsclub ist, wie man zu einem solchen wird und wodurch sich ein solcher Club eigentlich genau von einem Verein wie Hoffenheim unterscheidet. Hier scheint es verschiedene Argumente zu geben, die man zumindest mal diskutieren sollte, bevor man sie ungefragt übernimmt und auch nur denen nachplappert, die eine bestimmte Meinung vertreten. Gerade eine Kultur wie Ultra’, die sich auch das kritische Denken auf die Federn geschrieben hat, sollte hier einmal über ihre eigenen Standpunkte nachdenken und sich fragen, ob nicht vielleicht doch mit einem sehr vereinfachenden Weltbild an die Sache herangegangen wird.

Zunächst sollte man sich vom Mythos trennen, dass in Vereinen wie Hoffenheim, Chelsea oder dem VfL Wolfsburg ganz andere Mechanismen greifen würden als beim Bundesliga-Dino HSV, beim Stadtrivalen Sankt Pauli oder auch beim SSV Ulm von 1846. Alle diese Vereine sind in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Realität, in der wir uns nun mal befinden (ob wir das schlecht finden oder nicht, lassen wir hier mal dahingestellt..), vor allem mit einem beschäftigt, nämlich mit Geld verdienen. Und da tun sich dann auch Bayern München und ein Bezirksligist nicht sonderlich viel, denn letztlich haben ja eigentlich alle dasselbe Ziel: Erfolgreich sein, dadurch die Einnahmen erhöhen um neue Ausgaben zu tätigen und irgendwann die Nummer eins zu sein. Aber aus irgendeinem Grund scheint es zwar okay zu sein, wenn Club A von Firma X mit zig Millionen gesponsort wird – das macht die Firma nämlich natürlich nur deshalb, weil sie sich davon letzten Endes Profite oder ein besseres Image erwartet – nicht aber, wenn Dietmar Hopp oder irgendein anderer Privatmensch Geld in einen Verein investiert, um diesen an die Spitze zu führen. Doch wo genau liegt hier eigentlich der Unterschied? Bislang konnte man mir das noch nicht schlüssig erklären. Irgendwann scheinen die Argumente immer darauf hinaus zu laufen, dass das Engagement von Hopp nicht „echt“ sei, nicht authentisch, und ihm werden Mäzene wie Jean Löring von Fortuna Köln oder Claus Steilmann von Wattenscheid entgegen gestellt, die echte Anhänger des Vereins waren und bei denen der Fussball „Ehrensache“ war. Was aber die wenigsten zu wissen scheinen: Jean Löring änderte bereits in den 70er Jahren die Vereinsfarben seines Clubs zu rot-weiss (übrigens ja auch die Farben des Lokalrivalen..), weil man damit mehr Fanartikel verkaufen konnte.. als in Österreich neulich ein ähnlicher Vorfall geschah, schaute die ganze Fussballwelt entsetzt nach Salzburg und äußerte vielfältigen und lautstarken Protest. Und es war ja auch nicht Hoffenheim oder Wehen, die als erste Trikotwerbung durch die Gegend spazieren trugen, sondern der deutsche Meister von 1966, Eintracht Braunschweig. Auch mein Verein, ein heute ziemlich erfolgloser Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet, stieg in den ersten Jahren vor allem deshalb aus der sportlichen Bedeutungslosigkeit auf, weil ein gewisser Georg Melches einiges aus seiner Privatschatulle dazu tat, wenn es mal wieder einen neuen Spieler zu kaufen gab oder das Stadion ausgebaut werden sollte. In den 90ern tauchte auch mal ein Herr Kölmel mit seiner Kinowelt auf und lieh zahlreichen Vereinen Unsummen von Geld, um sie mehr schlecht als recht über Wasser zu halten. Bei all diesen Dingen hört man unverständlicherweise keine Proteste, aber wenn Herr Hopp das Gleiche bei seinem Verein macht, ist der Aufschrei gross.

Gegen den Verein TSG Hoffenheim als solchen sind die Einwände mindestens ebenso heftig: Der Verein sei künstlich, sagen die Kritiker, habe keine „Tradition“, auf die man zurückblicken könnte. Und dann auch noch diese Geschichte mit der angedachten Fusion mehrerer Vereine aus der Region.. dabei reicht doch schon ein Blick in die allseits beliebte Wikipedia, um herauszufinden, das fast jeder Verein, der seit Jahren in der Bundesliga kickt, irgendwann einmal mit anderen fusioniert hat, um den Erfolg zu erhöhen – der Hamburger SV ist da eben so ein Beispiel wie Rot-Weiss Essen und viele andere. Auch hier scheint also nicht der Vorgang an sich, sondern einzig und allein der Zeitpunkt entscheidend zu sein. An sich ist nämlich gegen eine solche Praxis nichts einzuwenden, es kommt nur darauf an, wer es tut und wann er es tut. Und da sind die Fronten eben klar verteilt, wobei auch hier wieder Probleme auftauchen, denn wie wird man eigentlich zum Traditionsverein? Bayer Leverkusen feierte vor 4 Jahren sein hundertjaehriges Bestehen und trotzdem wird der Verein allgemein als „Pillenclub“ belaechelt, dessen Fanspektrum sich hauptsächlich aus Familien rekrutiert. Auf der anderen Rheinseite hingegen spielt der erste Fussball Club Köln, ein Traditionsverein reinsten Wassers, den es allerdings erst seit 1949 gibt. Der hat aber dafür mehr Fans und wurde irgendwann einmal deutscher Meister, also ist die Lage hier scheinbar anders. Comprende? Ich nicht so wirklich, muss ich gestehen..
Wie verhält sich das, wenn man dieser Denkweise doch noch ein bisschen folgt, eigentlich mit den Vereinen, die vor zig Jahren mal erfolgreich waren und heute gar nicht mehr existent sind oder vor 300 Zuschauern spielen? Der VfR Mannheim wurde zum Beispiel 1949 Deutscher Meister und heute kräht kein Hahn mehr nach ihnen, gleiches gilt für unzählige andere, hunderte an Vereinen, die in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind, weil in der Nachbarschaft ein anderer Verein von der Politik begünstigt wurde, einfach nur Glück hatte oder die besseren Investoren ans Land zog.

Ist es also vielleicht eher der Neid, den sich Dietmar Hopp einhandelt, als ehrliche Kritik? Wollen wir nicht alle einmal mit unserem Verein um Champions League oder DFB-Pokal spielen, Siege sehen und spannende Spiele? Wer träumt nicht davon, dass sein Verein irgendwann einmal das große Los zieht? Also gönnt man es den anderen auch nicht, muss es verdiente und unverdiente Meister geben, solche, die nur durch ihr Geld gewinnen wie der FC Bayern (so jedenfalls die weitverbreitete Meinung unter Fans..) und solche, die in den Herzen aller eigentlich den Titel verdient hätten. Das dabei irgendwann manche das Zeitliche segnen und sich für immer aus dem Titelkampf entscheiden und andere nachrücken, ist in jedem Bereich des Lebens normal und nichts Außergewöhnliches. Mit Niederlagen muss man lernen, umzugehen, und, machen wir uns mal nichts vor: Weder RWE noch Ulm wird jemals wieder in der Bundesliga spielen, auch nicht, wenn die Meister dort nicht mehr aus München und Bremen, sondern aus Wehen/Wiesbaden und Hoffenheim kommen. The times, they are a changing sang schon vor zig Jahren Bob Dylan, und so ganz unrecht hatte er damit nicht. Take it or leave it, but dont blame somebody else.

Quelle: http://ultrassindia.blogsport.de/texte/hoffenheim-und-sap/
->Die Verdrängung einer spezifischen Fankultur ist eine notwendige Voraussetzung, um die Integration aller ökonomisch bedeutsamen Publikumsschichten in den Sport zu ermöglichen.<-

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joschi« (19. März 2008, 16:31)


  • »Silesiosaurus« wurde gesperrt

Registrierungsdatum: 3. Mai 2005

Verein: Niederschlesischer FV Gelb-Weiß 09 Görlitz, FC Silesia Görlitz, SV Arminia Hannover, Hannover 96, WKS Slask Breslau, Hertha BSC Berlin, Viktoria 89 Berlin, Slezsky FC Troppau

Wohnort: Görlitz

  • Private Nachricht senden

215

Mittwoch, 19. März 2008, 17:28

Zitat

Original von Sandino
Das weiß er doch schon längst, und zweitens sollte ihn das in keinster Weise ärgern. Danke natürlich fürs Bevormunden.


Moment mal - ich bin wirklich so doof. Auch wenn das manch einer nicht glaubt :kichern:
„Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen [...] Aber wer um die Zukunft unseres Volkes besorgt ist, der sollte sich mehr um dieses Thema kümmern, als um die sogenannte Energiewende.“
(Joachim Kardinal Meisner)

Er wird uns fehlen sage ich als Gegner aller Offenbarungsreligionen und Pan- oder Kosmotheist.

  • »Silesiosaurus« wurde gesperrt

Registrierungsdatum: 3. Mai 2005

Verein: Niederschlesischer FV Gelb-Weiß 09 Görlitz, FC Silesia Görlitz, SV Arminia Hannover, Hannover 96, WKS Slask Breslau, Hertha BSC Berlin, Viktoria 89 Berlin, Slezsky FC Troppau

Wohnort: Görlitz

  • Private Nachricht senden

216

Mittwoch, 19. März 2008, 17:37

@ Joschi:

Mein Reden :daumen:
Die Liste lässt sich ja endlis fortschreiben. Da gilt in Leipzig Sachsen als Traditionsverein, obwohl ein Automatenhersteller den Vorläufer TuRA künstlich aus dem Boden gestampft hatte und Letzsch damit in den 30ern eine feste Größe wurde, da gibt es einen VfL Wolfsburg, der fast seit Stadtgründung von Wolfsburg dominiert und als langjhähriger Oberligist durchaus mit Traditon behaftet ist etc.
Hingegen kräht keiner deutschen Meistern wie VfR Mannheim, Viktoria 89 Berlin, Freiburger FC oder dem Karlsruher FV nach. Im Zuge der "Mareknbildung" scheint es heute nur noch einen Indikator zu geben. Wie lange hat ein Verein in der 1. Bundesliga gespielt. Spielt scheinbar keine Rolle wer wan wie knapp gescheitert ist (was wäre z.B. wenn der Freiburger FC 1969 in der Aufsteigsrunde ein Tor mehr geschossen hätte und damals aufgestiegen wäre? Ein SC Freiburg hätte nie mehr was gerissen). Also ich bekenne: Ich mag Wolfsbrug und Hoffenheim und hasse arrogante Traditionsklubs bzw. deren Anhänger die keinen historischen Blick haben oder sich was zusammenlügen.
„Die acht Millionen in den letzten Jahrzehnten im Mutterleib getöteten Kinder lasten auf unserem kollektiven Gewissen [...] Aber wer um die Zukunft unseres Volkes besorgt ist, der sollte sich mehr um dieses Thema kümmern, als um die sogenannte Energiewende.“
(Joachim Kardinal Meisner)

Er wird uns fehlen sage ich als Gegner aller Offenbarungsreligionen und Pan- oder Kosmotheist.

Stephan535

Moderator

Registrierungsdatum: 28. Juni 2001

Wohnort: Drochtersen

  • Private Nachricht senden

217

Donnerstag, 20. März 2008, 00:39

Könntet Ihr es verstehen, wenn ich sagte, dass ich Joschi absolut zustimme, und Vereine wie Wolfsburg und Hoffenheim dennoch nicht mag/ab kann? :verwirrt:
Tja, ich versteh´s ja selbst nicht - is aber so!
Joschi hat absolut recht.
Aber Wolfsburg oder Hoffenheim fehlt Tragik! Wo sind die bitteren Abstiege? Wo ist das zurück kämpfen? Jaja: der kleine HSV hat das auch nicht; trotzdem! :ahnungslos:
OpSR: 99,5
Uncool since 1970

Registrierungsdatum: 1. November 2004

Wohnort: Luzern

  • Private Nachricht senden

218

Donnerstag, 20. März 2008, 08:43

Das versteh ich nicht. Du kannst doch nicht erwarten, dass jemand deine Motive nachvollziehen kann, wenn du das nicht mal selber kannst.
Der ganze alte Schrott muss raus/
und neuer Schrott muss rein.

Prado

ehemals exilberliner

Registrierungsdatum: 3. November 2004

Wohnort: Hannover/Berlin

  • Private Nachricht senden

219

Sonntag, 23. März 2008, 15:46

TAZ.de

Bonzenfußball oder soziales Experiment

Wer hat Angst vor Hoffenheim?

Dorfverein Hoffenheim strebt in die 1. Liga. Handelt es sich um das aufregendste Fußballexperiment seit 100 Jahren? Oder muss man als Fußballanhänger das Milliardärsmodell ablehnen? VON ULRICH FUCHS

http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/full/hoffenheim.jpg Freuen sich genauso, wie andere Spieler: Hoffenheimer Team nach dem entscheidenden 1:0 gegen Erzgebirge Aue am vergangenen Sonntag. Foto: dpa

Um was geht es hier eigentlich? Um Fußball? Einerseits. Andererseits ganz offensichtlich um mehr. Immer wenn die TSG 1899 Hoffenheim ins Spiel kommt, ist Fußball jedenfalls nicht mehr einfach nur Fußball.

Schon gar nicht am Ostersonntag. Da wird die TSG 1899 Hoffenheimer in Mainz antreten. Rein sportlich betrachtet, ein Spitzenspiel der Zweiten Liga. Der Tabellendritte Mainz will unbedingt aufsteigen, Hoffenheim hat als Zweiter ebenfalls beste Aussichten, das zu schaffen

Zusätzlichen Zündstoff erhält die Partie aber aus ganz anderen Gründen. Vor dem Hinspiel hatte der Manager des FSV Mainz, Christian Heidel, einen im Untergrund der Fußballszene schwelenden Diskurs über die TSG Hoffenheim in einem Interview mit der FAS öffentlich gemacht. "Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt", sagte Heidel. Eine Ansicht, die vermutlich noch einmal beträchtlich an Popularität gewinnen wird, wenn den Hoffenheimern tatsächlich der Sprung in die Bundesliga gelingt.

Nur: Was steckt eigentlich hinter der abfälligen Formulierung "so eine Mannschaft"? Heidels Antipathie, die er inzwischen aus Gründen fußballpolitischer Opportunität öffentlich revidierte, lässt sich schnell zusammenfassen: Hoffenheim, sagte er, habe einen "Mäzen im Rücken", was bedeutet: einen Vorteil "gegenüber einem Club, der über Jahre versucht, mit seinem eigenen erwirtschafteten Geld nach oben zu kommen".

Das kann man so sehen. Beides. Die entscheidende Frage bleibt trotzdem: Ist auch der Schluss zulässig, den Heidel daraus gezogen hat? Anders gesagt: Muss man als politisch korrekter Fußballfan die TSG Hoffenheim eigentlich verachten, oder darf man das zumindest? Und wenn ja, warum?

Womit wir wieder beim Anfang sind: Um was geht es hier eigentlich?

Rein faktisch ist die Geschichte die: Seit 1990 unterstützt Dietmar Hopp die TSG. Hopp hat es als einer der Gründer des Softwareunternehmens SAP zum vielfachen Milliardär gebracht, die TSG 1899 aus dem 3500-Einwohner-Ort Hoffenheim in der Nähe von Heidelberg ist ein Dorfverein, in dem Hopp einst selber gekickt hat. Mit seiner Unterstützung geht es steil bergauf.

Vorläufiger Höhepunkt: Gecoacht vom renommierten Ralf Rangnick, der davor Schalke 04 in die Champions League führte, steigt Hoffenheim im vergangenen Sommer erstmals in die Zweite Bundesliga auf. Dabei lassen Hopp und seine Mitstreiter keinen Zweifel daran, dass nicht die 2., sondern die 1. Bundesliga künftig der dauerhafte sportliche Standort des Clubs sein soll.

Als es zu Beginn der Spielzeit nicht läuft wie gewünscht, werden für 20 Millionen Euro drei junge Spieler aus Brasilien, Senegal und Nigeria verpflichtet. Das bringt die sportliche Wende. Vor dem Rückspiel in Mainz kletterte Hoffenheim am vergangenen Wochenende auf Rang zwei der Zweiten Liga und damit erstmals auf einen Aufstiegsplatz.

Der 20-Millionen-Coup war aber auch die Initialzündung für die Diskussionen über die TSG: Hat sich "Hoppenheim", wie gegnerische Fans gern höhnen, nun endgültig als unsympathischer Geldsackverein geoutet, der den Erfolg kaufen will, koste es, was es wolle?

Sagen wir so: Wer ein bisschen genauer hinschaut, muss zumindest zugeben, dass die Sache nicht ganz so einfach ist. Hoffenheim tut nichts, was nicht erlaubt ist. Und auch der Mainzer Manager Heidel würde - da darf man sich sicher sein - nicht die Tore verriegeln lassen, hätte ein Milliardär seinen Besuch angekündigt, um anzufragen, wie er dem Club behilflich sein kann.

Trotzdem ist die Frage erlaubt, die als eigentlicher Vorwurf hinter der Antipathie gegen die TSG und ihren Macher steckt: Ist das Hoffenheimer Modell moralisch verwerflich? Heidel hat als Vertreter einer augenscheinlich relevanten Gruppe von Klägern gesprochen, als er mit Ja argumentierte und zur Begründung einen Verstoß gegen die Chancengleichheit und damit eine Art von Wettbewerbsverzerrung angeführt hat. Das zentrale Argument der Beweisführung: Die anderen hätten sich ihr Geld selbst erwirtschaftet, Hoffenheim nicht.

Das klingt auch nach dem Verrat an redlicher Arbeit durch einen an neuen, dubiosen Märkten erworbenen schnellen Reichtum, und es bedient damit Projektionen, die angesichts der sozialen Verwerfungen im Zuge der fortschreitenden Globalisierung prima funktionieren. Faktisch betrachtet, ist es zumindest heikel. Auch der Profifußball ist kapitalistisch organisiert, und der Job seiner Betreiber ist es, sich möglichst viele möglichst lukrative Geldquellen zu erschließen. Ungerechtigkeiten sind dieser Systematik immanent.

Ein Beispiel von vielen: der Bau von Stadien, die zu den wichtigsten Einnahmequellen moderner Proficlubs zählen - nicht nur wegen der Erlöse aus dem Ticketing, eine zentrale Rolle spielen auch die Vermarktungsmöglichkeiten durch VIP-Lounges, Werbebanden und Videowände für Werbespots. Auch wenn Profifußballvereine wie Wirtschaftsunternehmen organisiert sind und agieren: Viele dieser modernen Arenen sind von Kommunen und Ländern mitfinanziert. Oder werden das noch.

Auch in Mainz. Am geplanten Stadionneubau beteiligt sich das Land Rheinland-Pfalz mit 12,5 Millionen Euro, die Stadt Mainz nimmt einen zinsgünstigen Kommunalkredit von 40 Millionen Euro auf, der FSV selber steuert 7,5 Millionen Euro bei und wird später als Erstligist 3,3 Millionen Euro Pacht bezahlen, als Zweitligist 2,3 Millionen.

Ein Verstoß gegen die Chancengleichheit? Eine Ungerechtigkeit gegenüber denen, die solche Unterstützungen nicht oder in wesentlich geringerem Umfang erhalten? Sind die Fernsehgelder im deutschen Fußball gerecht verteilt, auch wenn sie die Absteiger aus der Bundesliga wie den FSV Mainz 05 gegenüber seinen Zweitligakonkurrenten deutlich bevorteilen? Und was bedeutet es für den Wettbewerb, dass Vereine wie der VfB Stuttgart und Bayern München in prosperierenden Wirtschaftsregionen angesiedelt sind, während Hansa Rostock und Energie Cottbus objektiv wesentlich weniger Möglichkeiten haben, Einnahmen aus dem regionalen Sponsoring zu generieren?

Keine Frage: Wer im bezahlten Fußball mit dem Prinzip der Chancengleichheit argumentiert, lügt sich in die Tasche - oder er bedient Populismen. Jenseits der Tatsache, dass es beim Anpfiff 0:0 steht, gibt es im Fußball keine Chancengleichheit, auch nicht als Idee. Selbst die Regeln, die sich die Branche gibt, um die Kluft zwischen unten und oben nicht zu weit aufreißen zu lassen, dienen nur einem Ziel: Der sportliche Wettbewerb soll halbwegs attraktiv bleiben, um ihn optimal vermarkten zu können.

Diese kommerzielle Zurichtung des Spiels ist in den letzten zwanzig Jahren kontinuierlich beschleunigt worden. Das Modell Hoffenheim ist ein Feldversuch, der im Kontext dieser Entwicklung eine neue Dimension eröffnet.

Dass ein Dorfclub mit einem steinreich gewordenen Exkicker als Mäzen nach oben kommt, bedroht nicht den Fortbestand der traditionellen Fußballwelt. Im Zuge ihrer längst laufenden Umstrukturierung markiert es aber einen neuen Höhepunkt, dass Hopp seinem ehemaligen Dorfverein mit unternehmerischem Kalkül die angestammte Identität genommen hat und dabei ist, ihn in einen Fußballkonzern umzuwandeln.

Was an vielen traditionellen Standorten Stück für Stück vorangetrieben wurde, wird nun auf dem flachen Land aus der Retorte entwickelt. Dietmar Hopp selbst sieht sich ja, was die TSG angeht, auch nicht als Mäzen, sondern als Investor. Was an Kapital in den Club fließt, soll irgendwann als Return on Investment Renditen erwirtschaften. Anders als bei Chelsea, wo der russische Ölmilliardär Roman Abramowitsch zur persönlichen Belustigung mit vielfachem Millioneneinsatz sein Hobby finanziert, läuft in der deutschen Kurpfalz ein durchaus ernst gemeintes Experiment.

Ende Teil I

Prado

ehemals exilberliner

Registrierungsdatum: 3. November 2004

Wohnort: Hannover/Berlin

  • Private Nachricht senden

220

Sonntag, 23. März 2008, 15:49

TAZ.de Teil II

Teil II

Was bei dieser Versuchsanordnung besonders offenbar wird: Fans in einem herkömmlichen Sinn sind im modernen Fußballgeschäft allenfalls noch von marginaler Bedeutung. Obwohl der Dorfclub naturgemäß keine nennenswerte Zahl von Anhängern vorweisen kann, wird im nahe gelegenen Sinsheim derzeit eine 30.000 Menschen fassende Arena errichtet. Gefüllt werden soll sie mit Kunden, die das angebotene Produkt als attraktiv empfinden und deshalb über die Autobahn anreisen. Andernorts ist das jenseits der billigen Plätze in den Fankurven längst auch nicht mehr anders.

Profi-Fußball ist gewinnorientierte Dienstleistung. Aber ist das schlimm?

Im strukturschwachen Kraichgau könnte man sich freuen, wenn das Modell Hoffenheim funktioniert. Steuereinnahmen und positive Einflüsse auf die region
Was bei dieser Versuchsanordnung besonders offenbar wird: Fans in einem herkömmlichen Sinn sind im modernen Fußballgeschäft allenfalls noch von marginaler Bedeutung. Obwohl der Dorfclub naturgemäß keine nennenswerte Zahl von Anhängern vorweisen kann, wird im nahe gelegenen Sinsheim derzeit eine 30.000 Menschen fassende Arena errichtet. Gefüllt werden soll sie mit Kunden, die das angebotene Produkt als attraktiv empfinden und deshalb über die Autobahn anreisen
ale Ökonomie wären die materiellen Vorteile; zu den ideellen würde die Strahlkraft zählen, die ein florierender Erstligist bis hinein in die zahlreichen kleinen Vereine der Region und deren Jugendabteilungen hätte, wo sozialpolitische Basisarbeit geleistet wird.

Auch rein sportlich gesehen ist das Modell Hoffenheim zumindest spannend. Sein Leiter Ralf Rangnick ist einer der Protagonisten eines zeitgemäßen Konzeptfußballs in Deutschland. In Hoffenheim will er mit innovativen Ansätzen und dem Schwerpunkt Ausbildungsarbeit neue Maßstäbe setzen. Auch wenn die Konkurrenz verbittert reagierte - selbst die 20-Millionen-Euro- Zukäufe zu Saisonbeginn vertritt man mit nachvollziehbaren Argumenten als konzepttreue Maßnahme: Keiner der jungen Männer ist älter als 22, alle haben damit noch den Status von Talenten und sollen bei späteren Wechseln mehr einspielen, als sie gekostet haben.

Bleibt die Frage: Wie viel Gewinnmaximierungsdenken und -handeln verträgt der Fußball, bevor er mit der Identität auch seine Faszination verliert? Die Frage stellt sich nicht nur in Hoffenheim, und wer ehrlich ist, weiß: Gültige Antworten gibt es noch keine. Eher viele Fragen. Weshalb man manchmal ganz froh ist, wenn das Spiel angepfiffen wird, und es nur noch um Fußball geht.

ULRICH FUCHS ist mit Christoph Biermann Autor des Fußball-Standardwerks "Der Ball ist rund, damit das Spiel die Richtung ändern kann" (KiWi).


Das ist Hoffenheim
Hoffenheim liegt in Baden-Württemberg, hat 3.700 Einwohner und ist ein Stadtteil von Sinsheim, Rhein-Neckar-Kreis. Nächste Großstadt ist Heidelberg.
1899 Hoffenheim stand Anfang der 90er vor dem Abstieg in die Kreisliga, als der SAP-Gründer Dietmar Hopp sich seines Heimatclubs annahm. Ein steiler Aufstieg begann, der 2007 mit Champions-League-Trainer Ralf Rangnick den Aufstieg in die Zweite Liga brachte.
Das Dietmar-Hopp-Stadion wurde 1999 erbaut und fasst 6.350 Zuschauern. Zu wenige für die Bundesliga. Derzeit wird an der A 6 bei Sinsheim das neue Hopp-Stadion (30.000 Zuschauer) gebaut. Es soll 2009 fertig sein.
Zweite Liga - die Aufstiegssituation vor dem 25. Spieltag (Ostern):
1. Mgladbach Punkte 47
2. 1899 Hoffenheim 43
3. FSV Mainz 41
4. Greuther Fürth 40
5. 1. FC Köln 39
6. SC Freiburg 39
Am Sonntag (14 Uhr) u. a.: Mainz 05 - 1899 Hoffenheim

Quelle: http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/wer-…Hash=d2b4dea46d