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Registrierungsdatum: 4. April 2006

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1 241

Montag, 22. Oktober 2018, 16:33

Unabhängig vom Inhalt gefällt mir die Art und Weise des Interviews, weil nicht der Interviewer im Mittelpunkt steht, sondern der Interviewte und er den Raum bekommt, seine Antworten auszuführen. Liest man nur noch selten.

Zum Inhalt:

Zitat

Auf jeden Fall wird es nicht dahin führen, dass die »Kunden«, wie sie von den »Verkäufern« in den Vereinen zynisch genannt werden, sich abwenden. Man darf ja den Realismus nicht ganz verlieren. Und der Realismus sagt mir, dass diese Entwicklung der überwiegenden Zahl der Leute am Arsch vorbeigeht. Die sind zwar manchmal ein bisschen sauer, wenn zum Beispiel am Montagabend auch noch ein Spiel sein soll, aber nur punktuell und es dann schnell wieder vergessend. Es ist eine kleine intellektuelle Elite, die einen kritischen Zugang zu dem Thema hat. Aber dieses kritische Potential ist weit davon entfernt, die Meinungsführerschaft zu haben. Die Meinungsführerschaft liegt bei Sky, Sport 1 und der Bild. Ich überlege gerade, was passieren müsste, damit wirklich eine Talfahrt beginnt.

(...)

Stell dir mal vor, wir würden plötzlich einen Dopingsumpf im Fußball entdecken. Dann würden fünf Leute umkippen. Die würden auspacken. Dann wären das plötzlich hundert Fälle oder zweihundert oder fünfhundert. Dann wird es mal eine Delle geben, und nach zwei, drei Jahren wäre das wieder vorbei. Dann würde man den Leuten erzählen: Wir haben jetzt alles im Griff. Es ginge munter weiter.


Genau das! Ich denke, dass der Profifußball im Allgemeinen und die Bundesliga im Speziellen mittlerweile "too big to fail" sind. Seitdem ich mich für Fußball und Fan-Themen interessiere wird die zunehmende Kommerzialisierung angeprangert, immer wieder heißt es "Wenn dies, das und jenes passiert, dann sind die Fans weg." Und dann passiert dies, das und jenes und trotzdem geht es weiter bergauf. Klar, es gibt Leute oder auch ganze Fangruppen, die konsequent sind und dem Zirkus fernbleiben. Dann gibt es Leute, denen vieles nicht passt, laut werden, Kritik üben, aber trotzdem munter weiter konsumieren. Dem Großteil der Leute geht es aber tatsächlich schlicht am Arsch vorbei.

Wettskandale, Doping, Kollektivstrafen, Korruption, Rassismus - hat es alles schon gegeben. Hat nach kurzer Zeit keinen mehr (oder kaum noch einen) interessiert. In München kannst du sogar im großen Stil Steuern hinterziehen und in den Bau gehen und wirst anschließend zum Präsidenten des größten Sportvereins der Welt gewählt. Hauptsache der Ball rollt und man ist irgendwie dabei, panem et circenes.
"Wer bin ich, und wenn ja: Wann öffnet Kasse 2?"

1 242

Dienstag, 23. Oktober 2018, 07:59

"Kleine intellektuelle Elite".....wer könnte wohl damit gemeint sein? :grübel:
Gott hat einen Torwart gebraucht - er hat den Besten bekommen. (Andy)

1 243

Dienstag, 23. Oktober 2018, 10:52

Dem Großteil der Leute geht es aber tatsächlich schlicht am Arsch vorbei.


Kann man so sehen. Oder anders ausrücken: Die wenigsten wenden sich ab.

Da gibt es natürlich Gründe für: zu einen wird tatsächlich etwas gegen Auswüchse gemacht, siehe den Umgang mit dem "Bundesligaskandal" von 1971, Konsequenzen aus dem Wettskandal und auch diese dauernden Dopingkontrollen als Beispiel. Wenn danach gesagt wird "Wir verurteilen dies, sind dagegen vorgegangen und haben nun alles wieder im Griff" erscheint das oft für die meisten glaubwürdig. Zum anderen ist es eine Sache der persönlichen Prioritäten. Der Fußballsport genießt in Deutschland seit vielen Jahrzehnten eine überaus hohe Popularität, die auch die gesellschaftlichen und politischen Wandlungen seit 1945 nicht nur unbeschadet überstanden hat, sondern sogar nach meinem Empfinden noch gestiegen ist. Es wird allgemein als Fortschritt empfunden, dass man heute alle Spiele im TV live verfolgen kann ( anstatt 3 Zusammenfassungen in der Sportschau), dass man im Stadion trockener, windgeschützter und bequemer sitzen/stehen kann und dass man über "seinen Verein" täglich so viel lesen oder hören kann, wenn man will ( früher gab es Montags, Freitags und Samstags was zu 96 - mehr nicht).

Natürlich geht den meisten so eine Sache wie der Bundesligaskandal nicht am Arsch vorbei. Es ist für die meisten kein Widerspruch, sich über den Bundesligaskandal aufzuregen und trotzdem weiterhin zum Fußball zu gehen. Rein subjektiv und zwischen den Zeilen lese ich, dass das in irgendeiner Weise als verwerflich ( inkonsequent, doppelzüngig) verurteilt wird. Da schwingt so eine Moral-Attitüde mit. Völlig wertfrei und unabhängig davon, ob das tatsächlich stimmt, meine ich, dass man dieses Phänomen im Rahmen einer toleranten und freien Gesellschaft respektieren und anerkennen sollte. Jeder kann doch für sich seine eigenen Entscheidungen (Konsequenzen) treffen, ohne dass er gleich von der einen oder anderen Seite in die Ecke gestellt wird.

Stephan535

Moderator

Registrierungsdatum: 28. Juni 2001

Wohnort: Drochtersen

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1 244

Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:19

Für die meisten ist "Fußballgucken" und "Fansein" auch einfach nur eine Freizeitgestaltung. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Und das finde ich auch legitim.
OpSR: 99,5
Uncool since 1970


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Registrierungsdatum: 2. August 2004

Verein: HANNOVER 96

Wohnort: Hannover

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1 245

Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:49

Aber es wenden sich doch Leute ab. Die Zuschauerzahlen in den Stadien sinken (Mainz, Wolfsburg, Hoffenheim, 96), die DFB Spiele sind nicht mehr ausverkauft usw.

1 246

Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:55

Naja, in Summe hatten wir in der vergangenen Saison den zweithöchsten Zuschauerschnitt aller Zeiten in der 1.BL. Da sehe ich in der Gesamtheit wirklich kaum eine Gefahr für die Ware Fußball. Individuell mag das hier und da anders aussehen, aber das interessiert doch kaum.
Und jetzt wird gekackt !

1 247

Dienstag, 23. Oktober 2018, 12:14

Richtig. Trotz Sky (Premiere, DAZN, Arena etc) und trotz diverser Skandale und "Krisen im deutschen Fußball" stiegen die Zuschauerzahlen seit Bestehen der Bundesliga stetig an. Es gab "Dellen" ( wie Breukmann sagt), z.B. 1972 bis 1973, die wurde aber regelmäßig innerhalb weniger Jahre aufgeholt.

Insgesamt haben sich die Zuschauerzahlen seit 1968 verdoppelt. Trotz oder wegen der Kommerzialisierung ?

Quelle: kicker: Bundesliga - Zuschauer

Edit: Interessant ist auch ein Blick auf die "ausverkauften Spiele pro Saison". Seit 2006 immer mehr als 100 Spiele pro Saison. In den ersten 26 Jahren der BL (vor der Kommerzialisierung) gab es nur 7 Saisons, wo mehr als 10 Spiele pro Saison ausverkauft waren.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kai« (23. Oktober 2018, 12:21)


Registrierungsdatum: 1. Januar 2018

Verein: 96

Wohnort: Hannover

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1 248

Dienstag, 23. Oktober 2018, 14:06

Ich glaube, die Zuschauerzahlen sind nicht wegen der Kommerzialisierung direkt angestiegen sondern weil durch diese Fußball in der Gesellschaft anders angesehen wurde und es jetzt "cool" ist, ins Stadion zu gehen. Als es regelmäßig Schlägereien gab oder rechte Kurven keine Ausnahme waren wurden einige Gesellschaftsschichten sicher abgeschreckt.
Kind muss weg!

Registrierungsdatum: 17. April 2003

Wohnort: Einbeck

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1 249

Dienstag, 23. Oktober 2018, 16:22

Und vergesst nicht die Dächer über den Tribünen :besserwisser:

In den alten Stadien gab es genug Spiele, die aufgrund des Wetters nur spärlich besucht waren ...
Vereinsführung ist kein Kinderspiel!

Registrierungsdatum: 11. Juni 2008

Verein: Fangfrage !?

Wohnort: zu nah am Wolf

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1 250

Dienstag, 23. Oktober 2018, 17:08

Ich glaube, die Zuschauerzahlen sind nicht wegen der Kommerzialisierung direkt angestiegen sondern weil durch diese Fußball in der Gesellschaft anders angesehen wurde und es jetzt "cool" ist, ins Stadion zu gehen.

Da sehe ich auch den entscheidenden Grund, denn das Image des Proletensports hat der Hochglanzfußball erfolgreich abgelegt und ist, wie es immer so schön heißt, in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Die hier so gerne durch den Kakao gezogenen Tanja & Ingo sind erst im Stadion oder beim Public Viewing, seitdem sie dafür nicht mehr schräg angeschaut werden. Die WM 2006 hat das Ansehen gleich noch um einige Ebenen nach oben verlegt, aber der Start der Entwicklung liegt natürlich davor.

Dass die Stadien ('Arenen') mittlerweile nicht mehr so zugig und verregnet sind, macht's dann auch gleich noch etwas bequemer...
»Always code as if the guy who ends up maintaining your code will be a violent psychopath who knows where you live«
kalsarikännit!
Augen wie Kekse
Jede Theke träumt von einem Bier, warum, Du Nutte, träumst Du nicht von mir?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »prickelpit96« (23. Oktober 2018, 17:09)


1 251

Dienstag, 23. Oktober 2018, 19:44

Sind es ausgerechnet Mainz, Hoffenheim, Wolfsburg und 96, wo die Kommerzialisierung einen Zuschauerrückgang auslöst? Oder sind das vielleicht andere Faktoren? Mainz hat seine Hütte ja ganz schön vergrößert im Vergleich zum Bruchweg. Zu groß, das Ding? Zu selbstverständlich geworden, die erste Liga? Ich weiß es nicht. Hoffenheim mag in der Metropolregion liegen, ist und bleibt aber ein Dorf. Da wächst die Tradition Oppa-Papa-Sohnemann erst seit zehn Jahren. Wolfsburg war nie ein großer Bundesligastandort.

Wären RW Essen, St. Pauli und Kölle stattdessen in der ersten Liga, also die würden hyperven ausverkauft sein.

Und Hannover war immer schon ein bißchen träge. Geht immer fleißig zu einem Finale hin, Relegationsspiel, Pokal und Bayern, und würde für solche Highlights jedes Stadion doppelt vollkriegen. Kuckt aber Spiele gegen Leverkusen und andere unwürdige (aus dem Süden, Südwesten, Osten und alle ohne Tradition, Rivalität oder Auswärtsmob unter 12.000) mitm Aasch nicht an. Quelle: Mein Eindruck bei der Auswertung der Zuschauerzahlen seit 1964. Wobei ein bißchen Hype durchaus aufgekommen ist 2011. Beim Halten des Hypes muß dann irgendwie Pech dabei gewesen sein... vielleicht sportlich, vielleicht im Fanumgang... man weiß es nicht!
"Wenn dieser Prozeß nicht abgeschlossen wird, wird 96 in fünf Jahren in der fünften Liga spielen."
unverständlich und offensichtlich rechtsirrig

Registrierungsdatum: 13. Oktober 2013

Verein: Hannover 96

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1 252

Samstag, 27. Oktober 2018, 04:06

Ein Gespräch mit Manni Breuckmann in der Zeitung "junge Welt":
https://www.jungewelt.de/artikel/342034.…tlosigkeit.html


So. Jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen mir das Interview durchzulesen. Richtig sympathisch. Und viele seiner Ansichten kann ich dort 1:1 unterschreiben.
Mit Manni verbinde ich immer, wie ich in meiner Kindheit in meinem Kinderzimmer saß und mir die Konferenz auf WDR2 angehört habe. Tolle Stimme, guter Typ, gute Sprüche.
"Das ist ein Witz! Nicht mehr akzeptabel der ganze Scheiß!" - Horst Heldt.

Lorko

96er

Registrierungsdatum: 5. April 2007

Wohnort: Hi, jetzt FFM

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1 253

Freitag, 2. November 2018, 19:12

Nur konsequent, wenn man auf Gewinnmaximierung setzt: Will der FC Bayern die Bundesliga verlassen? FAZ-Link Gibt es dann in der BuLi-Saison weniger Absteiger? Dann aber nichts wie raus, FCB.
Ich möchte nie mehr arbeiten, sondern nur noch am Tresen stehen und saufen. (Erwin Kostedde)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lorko« (2. November 2018, 19:13)


Registrierungsdatum: 26. Januar 2003

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1 254

Freitag, 2. November 2018, 19:23

Ein Traum. In diese Megaliga kann man dann auch gern alle Perversitäten einbauen, die Vermarktungsstrategen dem modernden Fußball seit langem angedeihen lassen wollen.
Try

bjk

96er

Registrierungsdatum: 29. Juni 2001

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1 255

Freitag, 2. November 2018, 19:35

Weiter, immer weiter. Endlich Planungssicherheit. Außerdem hätten sich dann diese lästigen Derbys Dortmund - Schalke erledigt. Ein Traum. Vor allem für die über ganz Deutschland verteilten Bayern-Fans, die gerne Bundesligaspiele in ihrer Nähe mitgenommen haben. Die fliegen dann sicherlich stattdessen zu den ganzen Auswärtsspielen.

1 256

Freitag, 2. November 2018, 19:39

Die Idee ist 25 Jahre alt und galt damals als potentielle Revolution. In der Zwischenzeit wurde die Dosis immer weiter erhöht mit Einführung der CL, der Setzliste, der Ausweitung der CL auf Zweit-, Dritt-, Viertplatzierte, Zersplitterung der TV-Rechte usw. Das jetzt ist ein Testballon, um zu erkunden, wie die Dosis angeschlagen hat. Ob aus Revolution Evolution werden könnte.
"Wenn dieser Prozeß nicht abgeschlossen wird, wird 96 in fünf Jahren in der fünften Liga spielen."
unverständlich und offensichtlich rechtsirrig

Registrierungsdatum: 26. Januar 2003

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1 257

Freitag, 2. November 2018, 19:49

Das ist schon klar. Die Pläne sind aber offenbar schon recht konkret:

Das Spiel ist aus

Ich bin unbedingt dafür. Einfach mal die Masken fallen lassen.
Try

Registrierungsdatum: 10. Januar 2007

Wohnort: H-Town/South-Ciddy

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1 258

Samstag, 3. November 2018, 17:38

wünsche mir mittlerweile schon fast, dass die ganze Kacke ordentlich vor die Wand fährt. Die Verantwortlichen merken sonst gar nichts mehr!
96-DER PRÄSIDENT! :doh:

Registrierungsdatum: 29. Juni 2001

Verein: Hannoverscher Sportverein v. 1896 e.V.

Wohnort: Im Exil beim blau-weißen Zebra

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1 259

Samstag, 3. November 2018, 22:19

Das Schlimme ist: Wenn die besagten Clubs für dieses Konstrukt tatsächlich ihre nationalen Ligen verlassen würden, gäbe es in den Ligen plötzlich wieder "überraschende" Meister, nein sogar einen sportlichen, nicht vorhersehbaren Wettbewerb.

Sollen die nur mal machen! Ich guck da kein einziges Spiel von dieser künstlichen Glitzerwelt. Und fühl mich trotzdem bestimmt nicht schlecht, dass ich da was verpassen würde. Geht mir jetzt schon mit dee CL und den Konstrukten in der EL so.
SCHAUMBURG FÜR DEN HSV!!!

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2005

Verein: BSG Heiliger St Martin

Wohnort: Bothfeld

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1 260

Samstag, 3. November 2018, 23:40

Liest und hört man die Enthüllungen durch die neuen Football Leaks, dann könnte man fast auf die Idee kommen, dass die Fußballkaputtmacher gar nicht nicht die pickeligen Ultrabengels sind.
Ich bin so dankbar für diese wackeren Journalisten, die da weiter bohren und nicht nur auf die Schnittchen am VIP-Büffet hoffen.
(Und wieder: Dafür zahle ich gerne Rundfunkbeitrag!)
"Allez, hier kommt die BSG"
CSE

"... Und:... Torwarttor zählt doppelt!"