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261

Montag, 26. Oktober 2015, 23:17

Oh, gegen Preußen Münster also. Wird sicher nen guter Kick. Darf leider zur gleichen Zeit selber spielen, naja. Man kann nicht alles haben. :D
ich weiß nicht wohin die reise geht. ich weiß auch nicht wie das weitergeht.

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262

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 12:46

Oh, gegen Preußen Münster also. Wird sicher nen guter Kick. Darf leider zur gleichen Zeit selber spielen, naja. Man kann nicht alles haben. :D


Kunstrasen? Ansonsten fällt das doch eh aus. :lookaround:
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263

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 22:51

Jupp, auf Kunstrasen. Ist auch gleich beim Stadion um die Ecke unser Platz.
ich weiß nicht wohin die reise geht. ich weiß auch nicht wie das weitergeht.

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264

Donnerstag, 5. November 2015, 20:52

01.11.2015
Hibernian F.C. - Rangers F.C. 2:1
Scottish Championship
Easter Road (Att: 14.412)

Nachdem ich gegen Frankfurt und in Darmstadt binnen kurzer Zeit zwei 96-Spiele live im Stadion verfolgte, brauchte ich dringend wieder ein schönes Stadionerlebnis. Wie gut, dass der Schottland-Urlaub schon kurz nach der Wiederkehr aus Darmstadt vor der Tür stand. Ich überlegte bereits am Sonnabend, den 31.10. ein Spiel der 2.Liga in Livingston zu sehen, aber Livingston ist ein uninteressantes Städtchen und das Spiel des Livingston FC gegen die Raith Rovers (übrigens FC Bayern Gegner in der Saison, in der der FCB zuletzt den UEFA-Pokal gewann) lockte mich nicht wirklich vorm Ofen vor. Ein Spaziergang durch das malerische Edinburgh war wesentlich attraktiver, gerade auch weil nachmittags der Regen verschwand und die Wolkendecke aufbrach.

Schottlands Hauptstadt besuche ich gerne, aber viel zu selten. Seit meinem letzten Besuch hatte sich wenig verändert (außer dass es jetzt eine Straßenbahn vom Flughafen ins Stadtzentrum gibt), was eben auch das große Pfund ist mit dem die Stadt wuchern kann. Dort hat sich halt über Jahrhunderte nur wenig verändert. Es gibt das Castle und die Altstadt als mittelalterliche Konstante und dann nochmal wesentliche städtische Erweiterungen aus gregorianischer Zeit, die New Town. Auch die Stadtteile drumherum um Old und New Town (z.B. das West End) haben schöne alte Bausubstanz, so dass das Stadtbild Edinburghs, ergänzt durch die Lage am Meer und an und auf diversen Hügeln, zu den schönsten zählt, die ich kenne.

Am mittlerweile sonnigen letzten Oktobertag überzeugte mal wieder die New Town mein Touri-Herz und dort wurde als Kompensation für das Spiel in Livingston das Premier League Duell The Special One gegen The Normal One in einem Pub geschaut. Der Pub namens "The Standing Order" gehört zur Wetherspoon-Kette, die in Edinburgh nur spärlich präsent ist. Ich bin zwar ein Freund von unabhängigen urigen Pubs, aber für den Geldbeutel war es dort ganz gut und der riesige Pub ist in einem schönen alten Bankgebäude untergebracht. Es gab dank Real Ale Festival heute eine noch größere Auswahl am Hahn und bei 2,60£ für jedes der Festival-Ales, sparte man rund ein Drittel zum üblichen Edinburgher Pintpreis von annähernd 4£.

Nach dem 3:1 Triumph von The Normal One leerte sich der über mehrere Hundert Sitzplätze verfügende Pub kurzzeitig etwas, aber die Rugby-Fans füllten binnen einer Stunde restlos wieder alle Sitzplätze auf. Ebenso die Stehplätze, so dass Bier holen langsam zu dauern begann. Zum Glück standen wir den Einheimischen im sicheren Biertransport durch Menschenmassen in nichts nach, wodurch kein Tropfen verschüttet wurde auf dem Weg von der Theke zum Tisch. Dort hatten wir mittlerweile auch einem Junggesellinnenabschied Stehplätze gewährt und die Stimmung war ausgelassen.

Nach Neuseelands Triumph über Australien im Rugby-WM-Finale war im Pub weiterhin kein Ende der Fahnenstange in Sicht, schließlich war heute Halloween, was in Edinburgh natürlich groß gefeiert wird. Wir hatten nun wirklich genug Zeit dort zugebracht und brauchten auch erstmal was zu Essen. Zum Glück hat es die Munchie Box mittlerweile von Glasgow bis nach Edinburgh geschafft, so dass ein Potpourri der schönsten Fast Food Spezialitäten serviert werden konnte. In einem großen Pizzakarton gab es Pommes, Chicken Wings, Chicken Pakoras, Kebabfleisch, Onion Rings, in Bierteig frittierte Burger und Pizzastücke. Kostete als Family Size 19,90£ und enthielt Kilokalorien für zwei oder drei Familien. Ach ja, es gab noch einen kleinen gemischten Salat dazu. Den besorgten schottischen Politikern und Gesundheitsorganisationen sei Dank!

Aufgedunsen wie wir nun von dem fettigen Fraß waren, brauchten wir auch kein besonderes Kostüm mehr für die Halloween-Party in der Captain's Bar. Dort nahmen wir mit Freude am Pumpkin Contest teil. Unser liebevoll geschnitzter Angela Merkel Kürbiskopf sah zwar zum Fürchten aus, aber für einen Platz auf dem Treppchen reichte es leider bei großer und qualitativ hochwertiger Konkurrenz nicht. Dennoch ein schöner Abend in sehr geselliger Atmosphäre. Leider war der Versuch anschließend noch einen coolen Club zu finden, weniger erfolgreich. Das Playfair entpuppte sich als langweilige Bar und als wir dann noch eine geile Kellerparty gefunden hatten, war der deutsche Mob bereits konditionell am Ende. Und das schlimmste am vielen Alkohol war, dass man tatsächlich nochmal was Essen ging. Dieser KFC-Besuch war definitiv die überflüssigste Investition des Urlaubs.

Am nächsten Morgen wurde man von warmen Sonnenstrahlen geweckt. Schottland im November und draußen ist T-Shirt-Wetter, irre! Das Thermometer kletterte auf 16 Grad und in der Sonne war es wirklich zu warm für Jacke oder Pullover. 3 von 4 Reisenden schafften es noch kurz vor Toreschluss zum Frühstück des Hotels, wo das inkludierte Continental Breakfast wirklich ganz okay war. Ein paar Buttertoast und Cereals reichten mir zusammen Kaffee und O-Saft sowieso vollkommen, um wieder halbwegs fit zu werden. War ja alles verhältnismäßig harmlos am Vorabend am Glas.

Aus dem Hotelfenster (hatten übrigens eine nette Unterkunft in Southside, mit Kronleuchtern und Stuck an den Decken. Nicht modernster Standard, aber gutes Preis-Leistungsverhältnis mit knapp 30€ pro Nacht und Nase) hatte man bereits einen freien Blick auf Arthur's Seat, den Hausberg Edinburghs. Wie praktisch, dass das Easter Road Stadium quasi auf der anderen Seite des Berges lag. So drängte sich eine morgendliche Wanderung förmlich auf. Die Felswand Salisbury Crags und der Berg Arthur's Seat sind ein sehr schönes Naherholungsgebiet, welches in seiner Gesamtheit Holyrood Park heißt. Zu allen Seiten ist das Gelände von Stadt umgeben (was entfernt an Kapstadt erinnerte), aber klettert man dort erstmal rum, denkt man, man ist mitten in der Natur.

Klettern ist ein gutes Stichwort, denn ich wollte anstatt den Wanderweg zu nehmen, tatsächlich von Süden her auf schnellstem Weg die Felswand hochklettern. Das klappte auch ca. 50 Meter ganz gut, aber dann wurde es zu steil für ohne Ausrüstung und mit Restalkohol. Schweren Herzens ging es zurück auf die Touri-Pfade und von dort den herrlichen Ausblick auf Edinburgh und den Firth of Forth (der Meeresarm, an dem Edinburgh liegt) genießen.

Am anderen des großen Parks lag dann am Fuße des Berges noch das St. Margaret's Loch, ein kleiner See mit Kirchenruine am Hang. Stand man davor mit dem Rücken zur Stadt, wirkte es wirklich wie irgendwo im Hochland. Sehr nett!
Links, also westlich, hätte man nun zum Palace of Holyrood House oder Calton Hill spazieren können. Aber uns zog es jetzt nordöstlich nach Leith, wo bereits um 12:30 Ortszeit Anstoß bei Hibernian war. Leith ist übrigens besonders dadurch bekannt, dass Trainspotting dort spielte (sowie andere Werke von Irvine Welsh). Außerdem kommt die weltberühmte Band "The Proclaimers" von dort, deren Frontmänner, die eineiigen Zwillinge Charlie und Craig Reid, bekennende Fans vom Fussballclub Hibernian sind, der wiederum die dritte Berühmtheit von Leith sein dürfte.

Sie bezeichnen sich selbst als erster Weltmeister, da sie 1887 als schottischer Cupsieger den englischen Cupsieger Preston North End im sogenannten "Association Football Championship of the World" schlugen. Ebenso waren sie 1955 der erste britische Europapokal-Teilnehmer. Im Landesmeisterwettbewerb setzten sie sich mit 4:0 (in Essen) und 1:1 (in Edinburgh) gegen Rot-Weiß Essen mit "Boss" Helmut Rahn durch. Mit vier nationalen Meisterschaften (1903, 1948, 1951 und 1952), zwei Pokalsiegen (1887 und 1902) und drei Ligacups (1973, 1991 und 2007) gehört man zu den erfolgreichsten schottischen Clubs (im langen Schatten der Old Firm aus Glasgow). 2014 allerdings stieg man aus der Scottish Premier League ab und verpasste den direkten Wiederaufstieg knapp, so dass man nun das zweite Jahr in Folge zweitklassig ist und erneut das Saisonziel Aufstieg ausgerufen hat.

Ihr Stadion, das Easter Road Stadium, war bereits vom Berg gut sichtbar gewesen, aber jetzt im Häusermeer wieder verschwunden. Nach ein paar Hundert Metern liefen wir dann förmlich in die Arme der Nachwuchs-Firm der Hibs. Die interessierten sich zum Glück nach kritischer Musterung nicht für uns und wir verschwanden erstmal zum Erfrischungen kaufen in einen Shop. Als wir rauskamen, gingen wir weiter Richtung Stadion und trafen an der nächsten Straßenecke die 30 Nachwuchshooligans von eben wieder, die jetzt von der Polizei gekesselt waren und videographiert wurden. In Schottland soll die Polizei ja auch sehr auf Zack sein. Das war ein Indiz dafür. Hibernians Firm, der Capital City Service, gilt auch als wirklich gute Gruppe ihrer Disziplin, die es mit den Großen aus Glasgow aufnehmen kann. Und da heute einer dieser Glasgower Clubs zu Gast war, war die Polizei mehr als präsent rund ums Stadion.

Jenes Stadion tauchte alsbald wieder zwischen den Backsteinhäusern des Viertels auf. Es lag landestypisch mitten im Wohngebiet und im Ticket Office bekamen wir für 28£ (40€) die günstigsten Karten. Happig, denn auch wenn Hibernian vs. Rangers nicht nach einem Zweitligaspiel klingt, so war es doch nunmal mittlerweile eins. Die großen Rangers mussten 2012 Insolvenz anmelden und in der 4.Liga einen Neustart wagen. Nach zwei souveränen Aufstiegen in Folge (mit zahlreichen nationalen und internationalen Rekorden in der 4. und 3.Liga), wurde der Rangers-Lift nach oben letzte Saison erstmal gestoppt. Nachdem man in der Aufstiegsrelegation zunächst den heutigen Gegner Hibernian ausschalten konnte, scheiterte man in den entscheidenden Spielen an Motherwell. Genau wie die Hibs will man nur noch die aktuelle Saison nachsitzen und kommenden Sommer wieder erstklassig sein. Und dort gehören sowohl die Hibs, als auch die Rangers natürlich auch hin.
C'est l'histoire d'une société qui tombe et qui, au fur et à mesure de sa chute se répète pour se rassurer: "Jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien." Mais ce qui compte c'est pas la chute. C'est l'atterrissage.


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265

Donnerstag, 5. November 2015, 20:55

Heute wurden die Rangers von ca. 4.000 Fans begleitet, die das zweirängige Away End voll machten. Die gegenüberliegende Hintertortribüne des vollüberdachten All-Seaters fasste ebenfalls 4.000 Plätze, war aber nicht ganz so gut gefüllt. Denn die Singing Area der Hibs befand sich auf dem gut gefüllten East Stand, der Gegengerade, die mit 6.400 Sitzen bestuhlt ist. Diese einrängige, verdammt steile Tribüne ist der neueste Teil des Stadion und auch wir nahmen hier Platz. Doch während der harte Kern der Hibees auf der linken Seite der Tribüne stand, saßen wir ganz rechts oben zusammen mit anderen Stadiontouristen und Gelegenheitsbesuchern. Da die Zugänge zur Tribüne auf Höhe der Grasnarbe lagen und wir ganz oben saßen, war das heute Bergsteigen Teil 2 bis hoch in Reihe 34.

Komplettiert wurde das Stadion von der heute halb vollen Haupttribüne, wo auch nochmal 6.000 Menschen Platz finden (Gesamtkapazität: 20.421). Aus ihrem Bauch liefen um 12:28 Uhr die beiden Teams auf den Platz und es wurde verdammt laut. Die 4.000 Rangers-Fans sangen brachial laut und die Hibees waren auch alles andere als leise. Das war stark und gute 10 Minuten dominierten die Rangers mit konstanten geschlossenen Gesängen das Stadion, obwohl der Gegner auf den Rängen auch alles andere als schwieg.

Als in der 11.Minute Jason Cummings sein 11.Saisontor für die Hibees schoss, verstummten die mitgereisten Gäste allerdings erstmal. Dieser fantastische Treffer aus 25 Metern in den Winkel ließ dagegen die Heimseite ausrasten. In diesem engen Stadion war heute wirklich Rabatz. Ein Hauch von den alten Zeiten wehte durch's Stadion. Machte echt Spaß den Fangruppen zu lauschen, die auch hin und wieder religiös motivierte Beleidigungen austauschten. Der Hibernian F.C. ist ähnlich wie der Rangers-Erzrivale Celtic F.C. ein Verein mit irisch-katholischer Tradition, während der Rangers F.C. loyalistisch und protestantisch ist. Dementsprechend war auch überall auf der Gästetribüne der Union Jack zu sehen, als Zeichen der britisch-loyalistischen Identität der Fanszene. Das Ganze war heute für die Rangers so ein bisschen Old Firm Methadon und für die Hibs ebenfalls Ersatz für das zur Zeit fehlende Edinburgh Derby gegen die höherklassigen Heart of Midlothian.

Auch auf dem Rasen war es ein packendes Duell. Zugegeben, es lebte auch davon, dass die Spieler, insbesondere die Verteidiger, auf beiden Seiten eben nicht Spitzenklasse waren. Das führte halt zu vielen Torraumszenen und tat der spielbezogenen Stimmung im Stadion gut. Bis zur Pause dominierten die Hibees seit ihrer Führung auf den Rängen und sie hatten auch auf dem Rasen Möglichkeiten ihren Vorsprung auszubauen. Aber die Rangers hatten nach und nach mehr Spielanteile und das Spiel verlagerte sich überwiegend in die Hälfte der Hausherren. Die wiederum kamen durch schnelle Konter zu ihren Chancen. Gerade weil die Zuordnung in der Rangers-Abwehr teilweise richtig katastrophal war, wurde es oft brenzlig. Wenn nur die Abschlüsse nicht so mangelhaft gewesen wären. Da wo man besser nochmal quer gespielt hätte, wurde der Abschluss gesucht und wenn ein Torschuss angebracht gewesen wäre, wurde nochmal quer gelegt oder der Ball im Dribbling verloren.

Mit 1:0 ging es dann in die Pause und dort machten mehrheitlich bierbäuchige Fans beider Teams ein Shoot-Out gegeneinander. 10 Sekunden hatte jeder um von der Mittellinie zum Tor bzw. zum Abschluss zu kommen. Und so mancher der Akteure, die sich in ein viel zu kleines XXL-Trikot pressen mussten, hatte seine liebe Mühe binnen 10 Sekunden in eine aussichtsreiche Schussposition zu kommen. Und dann waren da auch noch gute Torhüter. Ebenfalls ältere Herren und Teil ihrer Teams, aber offensichtlich sportlich vorbelastet. Endstand jedenfalls 3:1 für die Hibees.

Ich bin sicher die Profis von Hibernian wollten es ihren Fans unbedingt nachtun, aber die Gers kamen besser aus der Kabine und starteten gleich ihre ersten Angriffe auf das Tor der Hibs. In der 48.Minute wurde eine flache Hereingabe vom Glasgower Lee Wallace durch Hibs-Verteidiger Darren McGregor unglücklich ins eigene Tor abgefälscht. Jetzt wurde es wieder verdammt laut auf der Gästetribüne. Und auf dem Rasen ging es ebenso munter weiter. Die Rangers starteten FC Bayern like mit 11 Siegen in die Saison und wollten auf keinen Fall, dass diese Serie reißt. Und die Hibs (auch stolze 25 Punkte in den ersten 11 Spielen) wollten den Rivalen natürlich nicht noch weiter davon ziehen lassen.

Gegen die auf die Führung drängenden Rangers musste zweimal das Aluminium retten. Nachdem den Gästen bereits in der Anfangsphase ein Strafstoß fälschlicherweise verwehrt wurde, häufte sich das Pech langsam eklatant. Und wie das dann oft so ist, zappelt der Ball auf einmal wieder im eigenen Netz. Ein fein getretener Eckstoß wurde von Hibernians Innenverteidiger Paul Hanlon in der 72.Minute mustergültig ins Tor geköpft. Die Hauptstädter lagen wieder in Front und rüsteten nun zur Abwehrschlacht gegen den schottischen Rekordmeister (54 Titel). Eine Schlacht, die bis zum Abpfiff erfolgreich geschlagen werden konnte. Den Rangers fehlte gegen die kollektiv verteidigenden grün-weißen meist die zündende Idee. Der Ball war zwar dauerhaft in der Hibs-Hälfte, aber aufs Tor kam er nur noch zwei-, dreimal.

Im Eifer des Gefechts kam es in der 90.Minute noch zur großen Massenschubserei beider Teams, aber der Referee löste das Ganze unspektakulär mit drei gelben Karten und wenig später pfiff er ab. Heimsieg für die Hibees! Und während sich der Gästebereich recht schnell leerte, gaben die stolzen Edinburgher den Glasgowern noch einen lautstarken Gesang mit auf den Weg. Alle ca. 10.000 grün-weißen Schals gingen in die Höhe beim Song "The Sunshine on Leith" von den Proclaimers und jeder sang lautstark mit. Stimmungsmässig war das heute von beiden Fangruppen eine tolle Nummer, genau wie es auch auf dem Platz ein hochspannendes Spiel war. Der sonstige Ligaalltag dürfte bei beiden Teams recht trist ablaufen, aber das heute war dafür weit über Inseldurchschnitt.

Wir zogen dann mit der grün-weißen Masse Richtung Innenstadt (Öffi-Anbindung hatte das Stadion nur in bescheidenem Maße per Bus) und erklommen auf dem Weg dorthin noch den Calton Hill. Ein Edinburgh-Muss. Dieser von klassizistischen Bauwerken gesäumte Hügel bietet auch einen fantastischen Rundum-Blick über die Stadt. Gerade heute, an diesem sonnigen Tag.
Von dort ging es über die Princes Street, vorbei am berühmten Balmoral Hotel, wieder in die New Town, um 96 im Pub zu verfolgen (allerdings nur per Live-Ticker). Das Bier schmeckte schon wieder, genau wie der Sunday Roast. Nachdem wir alle nicht aus dem Staunen über 96s Auswärtssieg heraus kamen, starteten wir noch einen Pub Crawl in der Old Town, wo die Pubdichte enorm ist. Die Preise haben zwar Dublin- und Londonniveau, aber die Atmosphäre ist in vielen Läden super.

Nach einem späten Ende des sonntäglichen Pubcrawls, klang der Urlaub fußballlos und alkoholarm, und daher unspektakulär, bei Nebel, Regen und Sonne in Schottlands Hauptstadt aus. Auf ein baldiges Wiedersehen, Edinburgh!
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schneppe« (5. November 2015, 21:01)


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266

Donnerstag, 5. November 2015, 21:18

Klasse Bericht, der ein paar schöne Erinnerungen an meinen letzten Ausflug nach Edinburgh wachgerufen hat!

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267

Montag, 9. November 2015, 14:21

Am Samstag (7.11.) klingelte der Wecker viel zu früh in der niedersächsichen Landeshauptstadt.
Zuvor endete der Abend mit recht viel Bier nach einem müdem Freitagsabendkick im Niedersachenstadion.
Die Anreise nach Hannover selbst, legte ich zum Teil mit Auto von Brüssel nach Köln, dann weiter mit dem ICE nach Hannover und einer 12er Palette belg. Dosenbier und meiner Begleitung zurück.
Um 8.30 Uhr schnell unter die Dusche, ab in den Bus und sich noch ein ausgewogenes Frühstück in der backfactory besorgt, ehe es im IC nach Magdeburg ging.
Bis auf Wasser und Cola bekam die vierköpfige Reisegruppe allerdings keine Hopfenkaltschale runter. Festzuhalten bleibt, dass Schaffnerinnen mit Bart und fiesem Körpergeruch nicht kundenfreundlich sind. Wirklich nicht. Auf die zugestiegenen Fahrgäste in Peine-Ost wirkte sie jedoch gleichermaßen attraktiv wie die amtierende Miss BS. Vielleicht war sie es auch.
Auch das Freitagspiel wurde nochmal resümiert. "Neben den Bayern sind wir ja der einzige Verein, der Spieler eins zu eins ersetzen kann. Fällt Klaus aus, spielt Prib. Fällt Albonorz aus, spielt Sorg." Und so weiter. Ich finde, da ist was Wahres dran.

In Magdeburg angekommen, wurde noch schnell ein freies Schließfach aufgetrieben und sich im City Carré mit Mettbrötchen und Knackwurst auf die Hand versorgt.
Leider wies die Reiseplanung an dieser Stelle Lücken auf, da man nicht die passende Straßenbahnlinie fand. Immerhin wurde schon einmal eine Skybar für den Rückweg gesichtet. Nach 15 minütiger Wartezeit fuhren wir dann auch sage und schreibe zwei Minuten weiter, um an der nächsten Station, die Bahn Richtung "Arenen" zu nehmen.
Auch in Magdburg war es unwesentlich kälter als im Rest der Republik. Was den Fahrer aber scheinbar nicht davon abhielt, die Heizung auf der ewig erscheinenden Fahrt aufs Maximum zu drehen. Endlich erreichte man die Haltestelle und begab sich mit allen Mandys und Ronnys zur MDCC-Arena. Eine gleichermaßen herzlose Schüßel wie Aachen, Gladbach, Augsburg etc. Baukastensystem halt.
Zuvor musste man aber noch eine rote Ampel überquert werden, was Mutter-Sandy aber nicht davon abhielt, ihr Kinder über die Straße zu jagen. Man hätte auch Vorbild sein können und warten können und sein Kind ggf. an die Handnehmen können, das geht jedoch schlecht, wenn man rechts Sektpulle und in der linken Hand eine Kippe halten muss.
Vorbild hingegen war ein stabilgebauter Mann hinter uns, der seine Kinder brav an seinen volltätowierten Händen führte. Dies wirkte jedoch recht konträt zu seinem Shirt "Oldfirm Magdeburg".
Allgemein war die Kleidung recht gewöhnungsbedürftigt.
Der Jogger war das dominierende Kleidungsstück. Ein Must-Have in MD sozusagen. Lasst euch das einen guten Rat sein. Mit Jeans ist man hier wirklich overdressed. Auch die Frauen sollte ihre Haare tagsuvor, entweder einseitig abrasieren, pink/rot färben oder wasserstoffblond und rosa bi-colorieren.
Bomberjacke und Springerstiefel gehen aber vereinzelt auch durch.
Wirklich ansprechend ist dieses Stadion von außen wirklich nicht. Dafür gab es im Innenbereich mindestens 20 Bierbuden und einen Weihnachtsmarkt. Das Wernesgrüner scmeckte dann doch gekühlt recht anständig und auch hier wurde einiges fürs Auge geboten, denn scheinbar sind T-Shirts mit der Aufschrift "Pro Violence" herzlich willkommen im weiten Rund.
Auch Wendeschals oder ganze in blaugelb-gekleidete Menschen (wirklich nicht schön) wurden gesichtet. Die Anzahl der Kanten, die hier rumlaufen, ist aber wirklich verrückt und ich glaube, dass man sich nicht so schnell mit denen hier anlegen sollte...

Im Stadion wurden dann erstmal freie Plätze in Höhe der Mittellinie hinter der Bank von MD eingeommen. Grausig war das Reportoire an Liedern, die der FCM durch die Stadionbeschallung jagte. Scheiße, das war schlimmer als 10x Lotto King Karl oder das Badenlied. Klicken auf eigene Gefahr.

Das Stadion war mit 16.616 Leuten sehr gut besucht für ein Drittligaspiel. Auch die Preußen aus Münster brachten rund 1.000 Leute mit. Diese nahmen aber nicht im eigentlichen Stehblock platz, sondern zogen links hinter das Tor auf den Sitzplatzblock. Ob aus Sicherheitsmaßnahmen oder Eigeninteresse konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Das Spiel begann dann leicht verzögert, da auch der WDR live übertrug.
Münster hatte bereits nach fünf Minuten, zwei fette Chancen zur Führung liegen lassen.
Bereits von Beginn an gab Torchancen und Konter für beide Seiten. In der 6. Minute dann eine knifflige Situation als sich ein Magedburger den Ball am Keeper der Preußen vorbeilegte und gefoult wurde. Der Schiedsrichter entschied aber richtig auf Freistoß außerhalb und nur gelb, was für erste Aufregung im Stadion sorgte.
In der 10. Minute dann die Führung für die Hausherren durch Beck. Ein gewisser Lars Fuchs erhöhte dann in der 45. auf 2:0.
Es war definitiv kein einseitiges Spiel, aber die Gäste verballerten einfach beste Chancen und die Hausherren überzeugten nicht nur auf dem Platz, auch der Support war überragend. Man muss neidlos anerkennen, dass das reiner Wahnsinn war. Da hüpfen beide Seiten im Wechselgesang mit dem Supportesblock von rechts nach links und das in der dritten Liga. Krass.
In der zweiten Halbzeit hatte Münster dann deutlich mehr Ballbesitz, aber Chancen gab es kaum noch. So setzte Magdeburg in der Schlussphase den Deckel drauf und gewann mit 3:0.
Was hängen bleibt, sind vor allem Szenen neben dem Platz. Da ist zum einen der sportliche Leiter Marko Kallnik, der bei jedem Tor auf die Knie geht und dermaßen mit Herzblut dabei ist, dass man sich fragt, wer bei uns grade im Amt ist. Christian Beck lehnte nach seiner Auswechslung minutenlang auf der Bank und schaute mit strahlenden Augen in die Menge.
Nach Abpfiff bedankte sich der Stadionsprecher persönlich beim Capo und das ganze Stadion applaudierte.

Natürlich muss man MD nicht mögen, aber stimmungsmäßig war das eine Offenbarung in Sachen Zusammenhalt und Support. Natürlich schwer vergleichbar, da kleineres Stadion und nur ein Rang, aber auch hier ist es nicht selbstverständlich, dass sich beide Tribünen erheben und mitgehen.



Auf der Rückfahrt wurde dann noch das ein oder andere Bierchen getrunken und es ging mit dem IC/ICE zurück nach Köln.

Alles in allem hat mich der Samstag fast mehr berührt, als dieses beschämende Gekicke am Freitag...


Gesucht wird noch ein anständiger Ground für den 5.12. 8)
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268

Montag, 9. November 2015, 17:31

Danke für den Bericht!

Kurze Nachfrage: Sind Dir besondere Eckenvarianten aufgefallen?

5.12.:

Freiburg - Union?
Halle - Rostock?
"Allez, hier kommt die BSG"
CSE

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269

Montag, 9. November 2015, 17:38

Danke für den Bericht!

Kurze Nachfrage: Sind Dir besondere Eckenvarianten aufgefallen?

5.12.:

Freiburg - Union?
Halle - Rostock?


Fällt beides raus. Sollte ab Köln machbar sein und ich muss abends noch auf eine Weihnachtsfeier.


Eckenvarianten klappen ja bei allen anderen Vereinen. Nur nicht bei uns. Haben noch niiiieeee (!einself!!!) geklappt. :D
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270

Montag, 9. November 2015, 17:43

Halle wäre sicher was für Deinen Jogginghosenfetisch!

Münster gegen Aue? Ist das zu weit?
Fortuna spielt am Freitag.

Ecken? :lookaround:
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271

Montag, 9. November 2015, 17:47

BVB II - RWE I wäre, so denn im Stadion Rote Erde, eine feine Sache.
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272

Montag, 9. November 2015, 17:57

BVB II - RWE I wäre, so denn im Stadion Rote Erde, eine feine Sache.


War ich schon.
Ggf. Saarbrücken oder Homburg. Mal sehen...
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273

Montag, 9. November 2015, 20:17

Definitiv Saarbrücken. Ist das letzte Spiel im Ludwispark. Absolut geiles Stadion und Saarbrücken wird sicher ne Show abziehen...

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274

Montag, 9. November 2015, 23:21

Abschließend noch kurz mit Baba geschnackt und ein Foto mit ihm gemacht.
Immernoch ein guter Typ. Schreibt auch die ganze Zeit mit. Zettel-Baba.
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275

Dienstag, 10. November 2015, 00:32

Definitiv Saarbrücken. Ist das letzte Spiel im Ludwispark. Absolut geiles Stadion und Saarbrücken wird sicher ne Show abziehen...

Machen die sich jetzt an den Umbau? Da hätte ich Bock drauf. Habe da selbst mal gespielt, war aber nie als Zuschauer da.
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Dienstag, 10. November 2015, 06:08

Ja. Die spielen danach dann übergangsweise in Elversberg.
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277

Mittwoch, 11. November 2015, 21:32

Hier gibt es doch mit Sicherheit jemanden der sich in Richtung Niederlande auskennt oder nicht??

Feyenoord Rotterdam - SC Heracles Almelo


Hab mich auf der Rotterdam Seite angemeldet und nach meinen Übersetzungskünsten aus dem Niederländischen will der mir sagen, dass es im gesamten Stadion vielleicht noch knapp 40 Tickets gibt, zusammen hängend natürlich keine.
Bin ich zu naiv gewesen und 3,5 Wochen vorher zu spät dran und selbst gegen so einen Gegner ist das Stadion schon voll :grübel:

Über die englische Seite kommt man ja direkt zu vianogo wo die Auswahl ein wenig größer ist, aber darauf verzichte ich gerne.

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278

Freitag, 13. November 2015, 01:38

Bei Feyenoord ist die Butze in letzter Zeit fast immer voll.
Sowohl die Tabelle als auch das etwas komplizierte Ticketing in den Niederlanden sorgen dann dafür, dass auch gegen Hemelo das Spiel "ausverkauft" ist.
Vor Ort wird´s aber sicherlich noch das ein oder andere Ticket geben.
"Da brauchen Sie nicht allzu viele Befürchtungen zu haben. Detlev Meyer ist eine sehr integere Persönlichkeit, Martin Kind ist über jeden Zweifel erhaben und ich selbst weiß auch mit Verantwortung umzugehen." :lookaround:

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279

Freitag, 13. November 2015, 07:36

Bei Feyenoord sollte man sich die Tickets schon mindestens 6 Wochen im Voraus sichern, unabhängig vom Gegner, denn die Spiele sind fast immer ausverkauft und wenn noch Tickets vorhanden sind, dann sind es meist die teuren. Hinzu kommt auch noch das beschissene Modell mit der Fancard in den Niederlanden, die das Ticketing um einiges erschweren.

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280

Freitag, 13. November 2015, 12:38

Grundsätzlich ist es hier in den Niederlanden nicht schwierig an Tickets ranzukommen mit Ausnahme der 3 Top clubs (ajax, psv, rot). Da du nun zu spät dran bist offensichtlich würde ich dir raten, mal bei marktplaats.nl zu schauen. Das ist das holländische ebay kleinanzeigen. Falls du noch Hilfe (Übersetzung, Organisation von iwas) brauchst, sag einfach Bescheid!