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Sonntag, 26. September 2004, 20:57

Hannover 96: Die erste kritische Situation ist gemeistert

Geschafft! 1:0, im fünften Spiel der erste Sieg, nicht mehr Letzter. Jetzt kann die Bundesligasaison auch für Hannover 96 richtig losgehen.

Hannover. Wenn Ewald Lienen Unheil für seine Mannschaft wittert, dann tippelt der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 am Spielfeldrand mit den Füßen auf der Stelle. Er sieht dann immer aus wie ein Sprinter, der gerne loslaufen würde, aber von einer unsichtbaren Hand zurückgehalten wird.

In den Schlussminuten gegen Schalke 04 tippelte Lienen wieder auffällig oft. Es stand 1:0 für die „Roten“, die kurz vorher durch Clint Mathis in Führung gegangen waren. Der erste Saisonsieg war zum Greifen nahe, aber Mohamadou Idrissou brachte den Trainer draußen vor der Bank noch einmal in Bewegung. Statt den Ball nach vorne zu schlagen, schoss er ihn hoch in den Himmel, eine „Kerze“ nennen das die Fußballer. Bei dem Versuch, den Schaden im Strafraum schnell wieder zu reparieren, vergrößerte der Stürmer ihn noch: Erst behinderte er Vinicius beim Kopfball, anschließend drängelte er dessen Abwehrkollegen Per Mertesacker so übereifrig zur Seite, dass plötzlich der Schalker Christian Poulsen freie Schussbahn hatte. Nicht schon wieder einen Vorsprung verspielen, dachten die 96-Fans unter den 34.011 Zuschauern. Ein kurzes Aufstöhnen, Luft anhalten, tief ausatmen: Torwart Robert Enke hatte den Ball in seinen Händen. Geschafft! 1:0, im fünften Spiel der erste Sieg, nicht mehr Letzter. Jetzt kann die Bundesligasaison auch für Hannover 96 richtig losgehen.

Als „ganz, ganz wichtig“ stufte Lienen den Erfolg gegen den UEFA-Cup-Teilnehmer ein, als „extrem wichtig“ bezeichnete ihn Manager Ilja Kaenzig: „Es ist nur menschlich, wenn wir jetzt ein wenig Genugtuung verspüren. Schließlich musste man befürchten, dass eine Krise regelrecht herbeigeredet wird.“ Aber war es nicht Kaenzig selbst, der nach dem glücklichen Pokalerfolg in Cottbus Schwächen in allen drei Mannschaftsteilen angesprochen und auch die Spielweise („Nicht schön anzusehen“) bemängelt hatte?

Tatsache ist, dass Hannover 96 keine Krise, aber die erste kritische Situation der Saison überstanden hat; mit Glück, aber das spielt letztlich keine Rolle. Gegen Cottbus prallte in der letzten Minute ein Kopfball gegen den Pfosten des 96-Tores – es wäre das Aus im Pokalwettbewerb gewesen. Gegen Schalke rettete der starke Thomas Christiansen einmal mit Hilfe von Pfosten und Latte, einmal landete ein Kopfball von Gäste-Stürmer Gerald Asamoah auf der Latte. „Wir haben in der 2. Halbzeit Glück gehabt, dass wir kein Gegentor kassiert haben“, meinte Lienen.

Letztlich war auch das Spiel gegen die enttäuschenden Schalker das Spiegelbild der anderen vier Partien. Es sind nach wie vor Konstanz und Ausgeglichenheit, die der Mannschaft fehlen. Nach einem guten und auch beherzten Beginn verfielen die 96-Profis nach der Pause wieder in eine gefährliche Lethargie; mit Ausnahme des Tores erspielte sich die Mannschaft nur noch eine einzige Torchance durch Christiansen.

Andererseits war das Leistungsgefälle im Team groß. Da war Stürmer Christiansen, der hinten aushalf, im Mittelfeld das Spiel ankurbelte und vorne um jeden Ball kämpfte, dazu ein souveräner Verteidiger Vinicius, wie Christiansen von Lienen lange ignoriert. Doch so gut diese beiden waren, so schwach spielten Ricardo Sousa und Jiri Stajner. Diesmal klappte es, dass sich gut und schlecht ausglichen, auch weil alle 96-Spieler einen starken Willen zeigten. Doch als Fundament für die ganze Saison trägt das noch nicht.

„Gute-Laune-Eddy hat heute keine gute Laune“, sagte Schalkes Interimstrainer Eddy Achterberg, als er um ein Fazit gebeten wurde. Und in Hannover? Morgen ein Sieg gegen Arminia Bielefeld, Sonnabend einer bei Hansa Rostock, und aus Lienen wird der Gute-Laune-Ewald …

http://www.haz.de/sport/249310.html

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