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Montag, 4. Oktober 2004, 09:59

NP: 96-Demo für den Trainer

96-Demo für den Trainer

So rettet Lienen seinen Job Krupnikovic aus dem Stand der Chef. Personalwechsel Volltreffer.

Die 96-Mannschaft rettete durch die überzeugende Leistung beim 3:1 in Rostock den Job von Trainer Ewald Lienen.

VON ANDREAS WILLEKE

ROSTOCK. Nichts konnte ihn aufhalten. Leandro rannte los, als wäre Hella von Sinnen hinter ihm her. Er schüttelte die Mitspieler ab, zeigte auf den 96-Trainer, hüpfte endlich in die Arme von Ewald Lienen. „Das war eine Demo“, meinte Lienen später, „ich glaube, dass Leo sich bedanken wollte.“

Nun war keiner von den 96-Aktivisten auf so vielen Demos wie der ehemalige Friedenskämpfer Lienen. Leandros Geste hat dem Coach gefallen, war es doch eine klare Symphatie-Kundgebung für den Trainer. Lienen wäre bei einer Niederlage in Rostock entlassen worden. Das wusste Leandro, wie ihm auch klar war, dass das frühe 1:0 (14.) ein wichtiger Baustein zur Arbeitsplatzsicherung war.

Der Coach hatte Leandro für Jiri Stajner gebracht. Die anderen Personalwechsel erwiesen sich ebenfalls als Volltreffer. Tranquillo Barnetta machte nicht nur das 2:0 (23.) „mit einem Traumtor nach einem perfekten Konter“, wie Lienen lobte – sondern auch ein starkes Spiel. Die beiden Neuen Leandro und Barnetta harmonierten mit Nebojsa Krupnikovic. Der vom Trainer aussortierte Spielmacher bekam erstmals einen Platz in der Startelf. Er nutzte dies zu einer Demonstration seines Könnens – obwohl ihm die Spielpraxis fehlte.

Sogar Lienen wunderte sich, dass „Krupi aus dem Stand so eine Leistung bringt, er hat ein überragendes Spiel gemacht“. Es schien, als hätten die Kollegen die Rückkehr des Chefs herbeigesehnt. Unter seiner Anleitung kehrte die Spielfreude zurück. 96 arbeitete die vielen Chancen heraus, die Lienen in den vorigen Partien nur behauptet hatte.

Rostock agierte bis auf eine kurze Druckphase anfangs der zweiten Hälfte harmlos – und wie ein Absteiger. Eng hätte es für 96 jedoch werden können, wenn Robert Enke Rot gesehen hätte nach der Rambo-Attacke auf Antonio die Salvo (65.). So erzielte Daniel Stendel noch das 3:0 (85.), Razundara Tjikuzu (89.) verkürzte auf 3:1.

Beim Schlusspfiff umarmte Lienen alles und jeden. Nur mit den Fans tat er sich schwer. Als die 96-Sieger sich bei den 400 Mitgereisten bedankten, schritt der Lienen erstmal in die Kurve mit den Hansa-Fans. Dann ging der 50-Jährige etwas zögerlich Richtung 96-Kurve, die ja beim Bielefeld-Spiel lautstark gegen ihn demonstriert hatten mit „Lienen raus“-Rufen. An diesem Nachmittag hatten sie zwar Enke, Krupi und sogar Ex-Trainer Rangnick gefeiert, Lienen aber ignoriert.

Nun aber applaudierte der Trainer den 96-Fans – es wurde nicht begeistert, aber höflich zurückgeklatscht. Keine Demo wie die von Leandro pro Lienen, aber auch keine gegen den Trainer. Eine zarte Annäherung, die auch der 96-Manager ankündigte. „Die Diskussion um den Trainer ist damit erst einmal beendet“, meinte Ilja Kaenzig. Dieses Friedensangebot scheint jedoch durchaus noch ausbaufähig.
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