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Montag, 4. Oktober 2004, 10:00

HAZ: Krupnikovic wird zum Kreuzbuben

Krupnikovic wird zum Kreuzbuben

Der Spielgestalter ist wieder da: Starkes Comeback in Rostock.

Von Norbert Fettback

Rostock. Wenn man es als gewieften taktischen Schachzug sehen will, sich an Nebojsa Krupnikovic zu erinnern, dann hat Ewald Lienen alles richtig gemacht.

Die andere Sichtweise ist diese: Der Trainer von Hannover 96 hat gepokert und gewonnen. Und der Kreuzbube war ausgerechnet einer, mit dem er lange über Kreuz gestanden hat. Wer am Sonnabend genau hingesehen und hingehört hat, der weiß, dass zumindest der eine dem anderen immer noch nicht grün ist. Trotz des Sieges, der bei 96 mancher Wunde gut tat.
Als Krupnikovic kurz vor Spielende ausgewechselt wurde, hatte er es eilig, zur Spielerbank zu kommen. Am Trainer, der ihm seine Anerkennung zeigen wollte, ging es schnellen Schrittes vorbei. Eine halbe Stunde später konnte sich der 31-Jährige auch diese und jene spitze Bemerkung nicht verkneifen. Nach der langen Pause habe er so schlecht nicht gespielt, sagte er. Und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wir haben mehr Tore geschossen und mehr Chancen herausgespielt als sonst. Vielleicht lag das auch an mir.“

Krupnikovic als Hauptakteur der Rostocker Erfolgsgeschichte: Die Sache an sich ist schon kurios. Ein halbes Jahr wusste Lienen mit dem manchmal launischen Serben nichts anzufangen, ganze zwei Mal durfte er als Einwechselspieler in der Bundesliga dabei sein. Seine Stunde schlug erst, nachdem Ricardo Sousa und Clint Mathis wiederholt als Spielmacher versagt hatten und guter Rat teuer war. Dank erstklassiger Mithilfe des lange Verschmähten gelang nun der erste Auswärtssieg der Saison, der Lienen und den Klubverantwortlichen manche schlaflose Nacht erspart haben dürfte.

Der 96-Trainer versagte Krupnikovic nicht seinen Respekt. „So eine Leistung aus dem Stand ist erstaunlich“, sagte Lienen. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht.“ Für Manager Ilja Kaenzig war der Routinier der „Chef“ auf dem Platz. „Er hat gezeigt, mit welcher Einstellung man zu Werke gehen muss.“

So viel Lob wird einem gut getan haben, der so lange in der Versenkung verschwunden war. Als er auftauchte, war mit einem Schlag auch jener lange vermisste Spielwitz wieder da, der die besseren 96-Tage geprägt hat. Sehenswert war Krupnikovic’ langer Pass in die Spitze auf Leandro (65. Minute). Alle Freistöße, wie auch der vor dem 1:0, und die Eckbälle waren am Sonnabend „Chefsache“. Nicht alles gelang, auch weil die Mitspieler mitunter überrascht wirkten, wenn der auch kämpferisch starke Krupnikovic einen seiner Einfälle hatte.

Er war aber mehr als der Spielgestalter, bei dem mitunter manches etwas behäbig wirkt und der davon profitierte, für die Defensive eine Art Freibrief erhalten zu haben. „Schlitzohr“ Krupnikovic weiß, wann das Tempo aus dem Spiel genommen werden muss – und wie wichtig ein theatralischer Hinfaller nach einer gegnerischen Attacke sein kann. Dass er beim nächsten Spiel vielleicht wieder draußen sein dürfte, wie er anmerkte, ist schwer vorstellbar. Nicht nur, weil es zurzeit an Alternativen fehlt.
96 alte Liebe - Rot steht dir sehr viel besser als Gelb-Blau !

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