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Freitag, 5. November 2004, 17:51

Sport1.de: "Bayern wird es verkraften, wenn wir drei Punkte holen"

"Bayern wird es verkraften, wenn wir drei Punkte holen"

München - Hannover 96 ist die Mannschaft der Stunde. Nach schwachem Saisonstart gewann die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen zuletzt fünf Spiele in Folge, kletterte auf Platz vier der Tabelle und steht zudem im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Am Samstag gastieren die Niedersachsen beim krisengeschüttelten FC Bayern im Münchner Olympiastadion (ab 15 Uhr LIVE oder als SMS).

"Realistisch müssen wir mit einer Niederlage rechnen", sagt 96-Präsident Martin Kind im Sport1-Interview trotz des Höhenflugs von Hannover. Aber "wir eine gute Chance haben, in München zu gewinnen."

Im Sport1-Interview spricht Kind außerdem über die Gründe für Hannovers Höhenflug, die Arbeit von Ewald Lienen und Torhüter Robert Enke.


Sport1: Martin Kind, Hannover 96 gewann im Oktober fünf Spiele in Folge und steht auf Platz vier der Tabelle. Sind Sie enttäuscht, dass der Oktober vorbei ist?

Martin Kind: Nein. Wir können es nicht ändern, dass die Zeit voran geht. Der Monat war natürlich sportlich erfolgreich. Es ist aber trotzdem nur eine Momentaufnahme. Wir werden trotz des Höhenflugs nicht von unserer Zielsetzung abweichen. Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt sicherstellen und da sind wir auf einem guten Weg.

Sport1: Sie haben den Höhenflug angesprochen. Nach dem schwachen Saisonstart läuft es einfach. Wie ist das zu erklären?

Kind: Das ist das Ergebnis gezielter, professioneller und erfolgreicher Arbeit. Unsere Entwicklung war zu erwarten, wenn auch vielleicht nicht in dieser Serie. Ewald Lienen hat gezielt gearbeitet und die Mannschaft taktisch erstklassig ausgerichtet. Im Defensivbereich stehen wir außerordentlich stabil und im Offensivbereich spielen wir attraktiven Fußball. Es hat Zeit gedauert, um das in der Mannschaft umzusetzen.

Sport1: Es muss aber doch noch andere Gründe geben, warum Hannover momentan so erfolgreich spielt. Die Mannschaft ist seit der 0:1-Heimniederlage gegen Bielefeld nicht wiederzuerkennen, als die Fans nach dem Spiel auf die Barrikaden gingen.

Kind: Das sehe ich etwas anders. Ich denke die ersten Spiele waren noch nicht so gut, sie waren aber auch nicht wirklich schlecht. Der Entwicklungsprozess war auch schon gegen Bielefeld zu sehen. Die Niederlage war verdient aber unglücklich. Das hat zu verständlichen Reaktionen der Fans geführt. Aber wir haben uns daran nie beteiligt, weil wir überzeugt waren, dass dies ein weiterer Schritt in unserem Prozess ist, den wir natürlich nicht erhofft hatten. Aber man muss auch lernen zu verlieren, damit man Erfoge erringen kann.

Sport1: Im Gegensatz zu anderen Vereinen in der Bundesliga sind Sie nach dem mageren Start nicht nervös geworden, sondern haben Ewald Lienen mit der Mannschaft ruhig weiter arbeiten lassen.

Kind: Ich war von Anfang an von Ewald Lienen überzeugt. Er hat seine Ziele klar definiert und eine eindeutige Analyse vorgenommen. Klar ist aber, dass Erfolg nicht von schönen Worten kommt. Man muss dafür hart arbeiten. Dies erfordert Zeit, die wir Ewald Lienen gegeben haben.

Sport1: Hannover stellt mit elf Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga. Einen großen Anteil daran hat Torhüter Robert Enke, der nach dem Tritt gegen Rostocks di Salvo keine einfache Zeit durchgemacht hat. Was macht Enke so stark?

KInd: Er ist einfach ein Super-Torhüter und hat einen tollen Charakter. Robert Enke hat zu unserer Entwicklung wesentlich beigetragen. Man darf aber auch die Arbeit der Viererkette nicht vergessen, die mittlwerweile sehr stabil steht. Auch das starke defensive Mittelfeld leistet seinen Beitrag.

Sport1: In Hannover herrscht eine riesige Euphorie. Die Fans träumen schon vom Uefa-Cup...

Kind: Fans dürfen träumen, aber auch nur die Fans. Die Mannschaft sollte das Träumen vergessen. Entscheidend ist, dass wir nicht überheblich werden. Die Spannung muss ebenso aufrecht erhalten werden wie Efolgsorientierung und Leistungsbereitschaft.

Sport1: Am Samstag gastiert 96 in München bei den Bayern. Angesichts der letzten Ergebnisse und des Tabellenstandes ist Hannover zum ersten Mal gegen den FC Bayern nicht Außenseiter.

Kind: Doch. Wir können ganz gelassen nach München fahren. Die Tabellenplatzierung sollte man nicht überbewerten. Wir sind dankbar, dass es so ist, aber das war es dann auch. Realistisch müssen wir in München mit einer Niederlage rechnen. Alles andere wäre für uns ein Gewinn. Eine Niederlage würde uns nicht zurückwerfen und auch zu keinen Diskussionen führen.

Sport1: Sie machen sehr auf Understatement. Aber die Verunsicherung ist bei den Bayern nach der unglücklichen Niederlage gegen Juventus Turin sehr groß. Das sollte Hannover doch ausnützen.

Kind: Ja natürlich. Wir fahren nicht hin, um zu verlieren. Um das deutlich zu machen: Wir fahren hin, um zu gewinnen, sonst könnten wir gleich zuhause bleiben. Nur wenn wir verlieren, geht die Welt auch nicht unter. Wir fahren überall hin, um zu gewinnen. Ich persönlich glaube, dass wir eine gute Chance haben, in München zu gewinnen.

Sport1: 96 hat seit dem Wiederaufstieg 2002 gegen den FC Bayern nur ein Spiel verloren.

KInd: Irgendwie lieben uns die Bayern und wir lieben die Bayern. Sie werden es verkraften, wenn wir jetzt mal drei Punkte holen.

Sport1: In den letzten vier Spielen hat Hannover acht Tore gegen die Bayern geschossen. Wie sieht die Taktik diesmal aus. Angriff ist die beste Verteidigung?

Kind: Wie werden so spielen wie in den Wochen zuvor. Die Mannschaft ist taktisch äußerst diszipliniert. Wenn es geht, wollen wir ein Tor mehr schießen als der Gegner.

Das Gespräch führte Thomas Gaber

Quelle
Quo Vadis 96?

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