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Altin

96er

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Mittwoch, 10. November 2004, 22:42

HAZ: Mit Geduld bis nach Berlin

Mit Geduld bis nach Berlin

Locker und unaufgeregt: So ist Hannover 96 in das Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Art und Weise, wie Borussia Dortmund bezwungen wurde, lässt die Fans vom Endspiel träumen.

Hannover. „Das war ein Spiel für die Phantasie unserer Fans“, sagte 96-Manager Ilja Kaenzig, „je nach Auslosung können wir jetzt vom UEFA-Cup träumen.“ Ganz so weit ist es zwar noch nicht, doch ein Kringel im Terminkalender um den 28. Mai kann sicherlich nicht schaden. An diesem Tag findet das Pokalfinale in Berlin statt, und es wird ja auch mal wieder Zeit, dass sich Hannover 96 dort blicken lässt. Zwei Runden müssen die „Roten“ noch bis zum Endspiel überstehen, bei dem wahrscheinlich schon die Teilnahme zur Qualifikation für den UEFA-Cup ausreichen wird.

Dass bei 96 nach mehr als zwölf Jahren mal wieder vom großen Pokalerfolg geträumt werden darf, liegt daran, dass die „Roten“ ihre Serie von beeindruckenden Vorstellungen in der Fußball-Bundesliga auch im Achtelfinalspiel des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund fortsetzten. „Wir wussten, dass wir Geduld haben müssen, und sind schließlich auch für unsere Leistung belohnt worden“, sagte Silvio Schröter, der mit seinem Treffer den verdienten 1:0-Sieg und damit den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte. Es ist bemerkenswert, wie unaufgeregt, fast schon sachlich Schröter die zum Ende hin dramatische Begegnung kurz nach dem Abpfiff analysierte. Bemerkenswert deshalb, weil diese Art der Spielweise auch immer mehr zum Markenzeichen von 96 wird: Im Wissen um die eigenen Stärken kontrollierte die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen den Gegner. Das war in der Bundesliga gegen Mönchengladbach, Kaiserslautern und Bochum so, und auch gegen Dortmund war 96 klar der Chef auf dem Platz.

Schnell wurde am Dienstagabend deutlich, dass auch das bittere 0:3 beim FC Bayern die Mannschaft nicht aus der Bahn geworfen hat. „Wir wussten, dass wir in München nicht schlecht gespielt haben, aber leider nicht sehr effektiv“, sagte Kapitän Altin Lala. Das änderte sich gegen die Borussia, weil den 96-Spielern diesmal in vielen Szenen etwas Besonderes einfiel – und sei es auch nur ein schnell ausgeführter Einwurf, der das 1:0 einleitete. „Würde jemand die Tore abbauen und es nur nach Ballsicherheit gehen, wären wir sicher unter den ersten drei in der Bundesliga. Aber irgendwann müssen wir auch etwas Überraschendes machen, irgendeine besondere Geschichte. Das ist uns gegen Dortmund ein paar Mal gelungen“, sagte Lienen.

Daneben ging an diesem Abend nur der Versuch von Thomas Christiansen, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Dem „eigentlich immer eiskalten“ (Lala) Elfmeterschützen versagten in der 81. Minute die Nerven, sein Schuss landete auf der Tribüne statt zum 2:0 im Tor des BVB. Vorwürfe gab es keine, denn der Fehlschuss blieb ohne Folgen, weil auch Ewerthon wenig später vom Elfmeterpunkt versagte (84.). Außerdem hat der Stürmer seinem Team in anderen Situationen, wie zuletzt beim Pokalspiel in Cottbus, als er zweimal traf, schon oft genug weitergeholfen. Christiansen sei der Elfmeterschütze Nummer eins, sagte Lienen, auch wenn seine Leistung im Spiel nicht allzu gut sei. „Ich kann doch nicht sagen: ,Thomas, so überragend hast du nicht gespielt, gib den Ball mal lieber dem Krupi‘“, sagte Lienen. „Wenn allerdings Julian de Guzman sich den Ball genommen hätte, hätte ich vielleicht mit einer Wasserflasche geworfen.“

Hätte er wahrscheinlich nicht, aber das ist auch egal. Wichtig ist, dass sich die Lockerheit, mit der Lienen – bei aller Professionalität – seiner Arbeit nachgeht, auch auf die Mannschaft überträgt. Vielleicht ist es genau dieser Schuss Lockerheit, der einer selbstbewussten Mannschaft hilft, in den entscheidenden Situationen etwas Überraschendes, etwas Besonderes zu machen. Und damit es Christiansen beim nächsten Elfmeter besser macht, bekommt er auch die Unterstützung des Trainers. Wie er sich verhalten werde, wenn sich der Torjäger am Sonnabend im Heimspiel gegen Mainz wieder den Ball zum Strafstoß zurechtlegt, wurde Lienen gefragt. Seine Antwort: „Dann werde ich heimlich ein kleines Gebet zum Himmel schicken.“

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