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Verein: Ist die Frage ernstgemeint?

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Sonntag, 20. Februar 2005, 21:50

haz: Vorne fallen zu wenig Tore - hinten zu viele

Vorne fallen zu wenig Tore - hinten zu viele

Die nächste Heimpleite: Hannover 96 ist beim 1:4 gegen Werder Bremen chancenlos. Dariusz Zuraws Kopfballtor war erst der dritte 96-Treffer überhaupt im Jahr 2005.


Zumindest die Bestandsaufnahme ist einfach. Dem Fußball-Bundesligisten Hannover 96 geht es da wie dem Patienten, der mit einem Armbruch ins Krankenhaus kommt und bei dem die Ärzte sich ein Röntgenbild im Grunde sparen können, weil jeder sofort sieht, was mit dem Arm passiert ist.

Auch bei 96 sieht jeder, was mit der in der Hinrunde erfolgreichen Mannschaft passiert ist, man muss ja nur auf die Ergebnisse der vergangenen drei Heimspiele schauen: 0:3 gegen Bayer Leverkusen, 1:3 gegen Borussia Dortmund und jetzt 1:4 gegen Werder Bremen. Wie gesagt, die Bestandsaufnahme ist kein Problem: Hannover 96 schießt vorne zu wenig Tore und kassiert hinten zu viele. Schwieriger wird es erst, wenn es um die Frage geht, warum das so ist.

Ewald Lienen versuchte es nach der Niederlage im Nordderby mit folgender Erklärung: „Die Bremer spielen in einer anderen Liga“, sagte der 96-Trainer. Das ist natürlich erst einmal Unsinn, weil Hannoveraner und Bremer seit dem August 2002 gemeinsam in der 1. Liga spielen. Doch das wollte Lienen gar nicht in Abrede stellen, auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dass der 96-Trainer die Bundesliga in zwei Abteilungen aufteilt: in der einen - kleineren - Abteilung Mannschaften, die mit 96 auf Augenhöhe sind; in der anderen Teams wie Bremen, zu denen die „Roten“ respektvoll aufschauen müssen und die „wir nur gefährden können, wenn alles passt“.

Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden, denn dass der SV Werder in allen Bereichen reifer, weiter und besser ist, darf man beim aktuellen deutschen Meister und Champions-League-Achtelfinalisten stillschweigend voraussetzen, und das war beim 4:1-Sieg in der AWD-Arena nicht zu übersehen. Bei den Bremern trafen Verteidiger (Ludovic Magnin, 1:0), Mittelfeldspieler (Tim Borowski, 2:0; Fabian Ernst 3:1) und Stürmer Mohamed Zidan (4:1). Bei 96 kann man derzeit schon froh sein, wenn überhaupt jemand trifft: Dariusz Zuraws Kopfballtor zum 1:2 war erst der dritte 96-Treffer überhaupt im Jahr 2005. Dass sich Zuraw später nicht darüber freuen konnte, hatte mit seiner persönlichen Bilanz zu tun, denn dem einen erzielten Tor standen drei Treffer gegenüber, bei denen der indisponierte Pole den Bremern Hilfestellung leistete.

Werder besaß in dem Nordderby, was 96 gerne hätte: torgefährliche Mittelfeldspieler (Borowski, Ernst), Antreiber (Valerien Ismael), bewegliche Stürmer (Aaron Hunt und Nelson Valdez) und Einwechselspieler, die eine Elf verstärken (Zidan). Bei den Hannoveranern erkannte man die Not gegen Bremen bereits daran, dass Jiri Stajner, der ungekrönte Meister des leichtfertigen Ballverlustes und misslungenen Dribblings, der erste Spieler war, der eingewechselt wurde.

Das alles wäre nicht weiter ärgerlich, wenn man wüsste: diese 96-Mannschaft kann es nicht besser. Aber natürlich kann sie spielerisch mehr, und viel leidenschaftlicher war sie auch schon einmal.

Es ist gerade einmal drei Spieltage her, da waren Hannoveraner und Bremer in der Tabelle punktgleich mit jeweils 31 Zählern, sie haben also - wenn man Lienens Argumentation aufnimmt - vor nicht allzu langer Zeit noch in derselben Liga gespielt. Jetzt haben die Hanseaten 40 Punkte, die „Roten“ 32. „Die Mannschaft eifert ihren Zielen nach“, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf, „sie geht ihren Weg und lässt sich dabei nicht ablenken.“

Hannover 96 hat dagegen nach 22 Spieltagen den Erfolgsweg verlassen. Und die Ziele? Vielleicht ist auch das ein Problem. Eines, das nicht so offensichtlich ist wie die Anfälligkeit in der Abwehr und die Harmlosigkeit im Sturm: 96 spielt derzeit wie eine Mannschaft, die keine Ziele hat.
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