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Montag, 26. September 2005, 23:01

Haz: Das Rostock-Gefühl

Es wird Oktober und damit Zeit, dass Hannover 96 nicht nur an die Tabelle denkt, sondern auch an die Fans

Von Heiko Rehberg
Hannover. Irgendwie landet man bei Franz Beckenbauer, wenn man über Hannover 96 nachdenkt und das wichtige Fußball-Bundesligaspiel am Sonnabend gegen den MSV Duisburg.

Beckenbauer sollte einmal als Fernsehkommentator die Spielweise von Schweden und den Niederlanden vergleichen und sagte den schönen Satz: „Die Schweden sind halt keine Holländer.“

Die Duisburger – und damit ist der Bogen zu den „Roten“ geschlagen – sind bekanntlich keine Rostocker, aber genau das müssen sie am Sonnabend in der AWD-Arena in gewisser Weise sein. Was 96 nämlich braucht, ist das Rostock-Gefühl. Am 2. Oktober 2004 fuhr Hannover 96 als Tabellenschlusslicht zu Hansa Rostock, in der Stadt hatte es die Tage zuvor hitzige Diskussionen gegeben. Das Wort vom „Angsthasenfußball“ machte die Runde, es galt als sicher, dass eine Niederlage an der Ostsee Trainer Ewald Lienen den Job kosten würde. Doch an diesem 2. Oktober vor einem Jahr spielte 96 mutig, entschlossen und offensiv wie bis dahin die ganze Saison nicht, es gab einen 3:1-Sieg – und die „Roten“ siegten sich anschließend serienreif bis in die Nähe der Champions-League-Plätze.

Sonnabend gegen Duisburg ist der 1. Oktober. Es ist wieder Zeit für die Wende, und gemeint ist das nach drei Niederlagen in Folge nicht ausschließlich als Ergebniswende. Die Fans in der Stadt wollen wieder Fußball sehen, leidenschaftlichen Fußball, Angriffsfußball, zumindest das Bemühen, beides hinzukriegen.

Ein Jahr ist seit dem 3:1-Sieg in Rostock vergangen, und es ist, als habe sich Hannover 96 einmal im Kreis gedreht. Beim 0:2 am Sonnabend gegen Schalke 04 spielte die Mannschaft, als habe man teamintern beschlossen, den gegnerischen Schlussmann mit Torschüssen nicht unnötig belästigen zu wollen. Die „Bild“-Zeitung montierte gestern Lienen und den Profis Hasenohren auf die Köpfe und titelte: „Die roten Angsthasen“.

Angsthasenfußball. Das Modewort von 2004 ist wieder aktuell.

Ewald Lienen weiß, dass seine Elf gegen den MSV Duisburg gewinnen muss. Klubchef Götz von Fromberg und Manager Ilja Kaenzig haben in den vergangenen Tagen jeden kritischen Satz vermieden, der als Trainer-Debatte interpretiert werden könnte. Aber diese Hürde haben sie Lienen hingestellt: Sieg gegen Duisburg.

Der Trainer kennt die Diskussionen in Hannover, er weiß, dass 96 den Aufsteiger nicht nur schlagen muss. Er ahnt, dass seine Mannschaft dem Publikum gegen Duisburg auch mal wieder „etwas anbieten muss“, wie das sein Bremer Kollege Thomas Schaaf immer formuliert. Die Menschen im Stadion wollen sich notfalls die Haare raufen über vergebene Torchancen, sie wollen notfalls schimpfen über Pech oder Unvermögen, wenn der Ball aus fünf Metern an die Latte fliegt. Aber dafür muss es überhaupt wieder Torchancen geben. Das wäre ein Anfang.

Lienen hat sich gestern gegen den Vorwurf gewehrt, er habe nach dem Schalke-Spiel, als er viel über die Klasse des Gegners redete und wenig über den fehlenden Willen seiner Elf, Schönrederei betrieben. „Ich rede sehr wohl Klartext“, sagt er, „aber intern.“ Die Botschaft scheint angekommen zu sein. „Wir müssen besser Fußball spielen“, sagt Mittelfeldakteur Christoph Dabrowski.

Welche Trümpfe hat Lienen gegen Duisburg im Ärmel?

Ein perfekter Start mit dem 1:0, ein perfekt herausgespielter Konter zum 2:0, dadurch wurde es ein perfektes Auswärtsspiel“, sagte Ewald Lienen.

Das war am 2. Oktober 2004 nach dem 3:1-Sieg in Rostock. Dreimal perfekt ergab am Ende drei Tore und drei Punkte, Lienen sagte anschließend das, was man in Hannover auch jetzt wieder gerne hören würde: „Wir haben die Balance zwischen einer gut organisierten Abwehr und attraktivem Fußball gefunden.“ Darum geht es auch Sonnabend gegen den MSV Duisburg.

Vor einem Jahr zauberte Lienen in Rostock mit Nebojsa Krupnikovic einen Trumpf aus dem Ärmel. Dass der 96-Trainer die Mannschaft gegenüber dem 0:2 bei Schalke 04 umstellen wird, ist unstrittig. Vor allem von Michael Delura, in Gelsenkirchen 22 Minuten im Kurz-Einsatz, erhofft sich Lienen mehr Schwung im Offensivspiel. Delura wird gegen Duisburg mit großer Sicherheit in der Anfangsformation stehen – und spielen, bis ihn die Kräfte verlassen. Auch Vahid Hashemian und Chavdar Yankov dürfen sich Hoffnungen machen, ins Team zurückzukehren; bei Jiri Stajner, zuletzt oft die Garantie für einen Ballverlust, bietet sich eine schöpferische Pause an. Ob es für Ricardo Sousa und Mohamadou Idrissou wenigstens für einen Platz im Kader reicht, wird von den Trainingseindrücken in dieser Woche abhängen. Idrissou, der wegen Knieproblemen lange pausieren musste, gilt bei vielen 96-Fans, die ihn bei seinen letzten Einsätzen ausgepfiffen haben, mittlerweile als Hoffnungsträger.

Der Kameruner wäre wegen seiner Kopfballstärke auch in der Defensive wertvoll: Gegen Schalke kassierte Hannover 96 beide Gegentore durch Kopfbälle. hr
VollKontaCt :bier: 8)

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