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Freitag, 11. November 2005, 12:53

Interview: Per Mertesacker

11.11.2005 "Wörns ist ein Gewinn für uns"


Per Mertesacker, werden Sie seit dem Südafrika-Länderspiel von Ihren Freunden öfter mal als Marcell Jansen begrüßt?

Per Mertesacker: Es gibt schon Frotzeleien. Ich selber fand es nicht so lustig.

Sie haben aber gut und freundlich reagiert, als der ARD-Reporter Sie mit falschem Namen ansprach - eine Szene, die es bis in Stefan Raabs Ulk-Show "TV total" geschafft hat.

Mertesacker: War wohl okay, wie ich es gemacht habe. Obwohl ich im Nachhinein denke, ich hätte auch anders kontern können, mit einem falschen Namen für ihn etwa. Es war halt ein Missgeschick. Marcell war dem Reporter angekündigt, hatte aber was anderes zu tun. Und plötzlich stand ich da.

Zum Frankreich-Spiel. Da stoßen Sie als Verteidiger auf die Koryphäen Henry und Trezeguet. Das Beste, was der Weltfußball als Sturmbesetzung derzeit zu bieten hat?

Mertesacker: Würde ich so bestätigen. Man spielt nicht oft gegen sie und darum gerne. Aber ohne Angst. Wir haben bewiesen, dass wir gegen Sturmspitzen bestehen können, die ähnlich stark sind, und mit dem Selbstbewusstsein sollten wir reingehen.

Wie stoppt man sie?

Mertesacker: Man muss seine Zweikämpfe gewinnen, den Mann beherrschen. Aber der Verbund ist das Wichtigste.

Der Verbund. Er sollte in Paris anders aussehen. Christoph Metzelder, Ihr Innenverteidigungspartner, ist verletzt. Wieder eine Chance weniger, sich einzuspielen. Ärgerlich?

Mertesacker: Dieses Einspielen steht hoch im Kurs, alle möchten jetzt eine Formation sehen. Doch es ist schon ein ganzes Jahr so, dass wir einen Wechsel haben, und für mich ist das Einspielen nicht so wichtig, es wird schon funktionieren.

Sie gelten als der einzige gesetzte Abwehrspieler.

Mertesacker: Das hört man natürlich gerne, aber darf sich nicht darauf verlassen.

Ein großes Thema ist Christian Wörns, der für das Frankreich-Spiel nicht berücksichtigt wurde. Wünschen Sie sich einen Routinier von seinem Schlag als Nebenmann?

Mertesacker: Beim Confed-Cup mussten wir auch damit fertig werden, dass kein Routinier dabei war. Christian Wörns ist jedoch ein Gewinn für unsere Mannschaft, für die jungen Spieler - vom Menschlichen und auch Sportlichen her. Das war mein erster Eindruck, als ich in Japan neben ihm mein erstes Länderspiel gemacht habe - und dabei bleibe ich.

Können Sie sich momentan ausschließlich auf die Nationalelf konzentrieren - oder kommen die aktuellen Ereignisse bei ihrem Heimatverein Hannover 96 dazwischen?

Mertesacker: Klar kommt das dazwischen. Es wurde der Trainer gefeuert, der mich mehrere Schritte vorangebracht, mich anderthalb Jahre begleitet und aufgebaut, meine Karriere sehr unterstützt hat. Ich hätte gerne mit ihm weitergearbeitet. Das einzig Gute ist, dass ich nicht da war, der Abschied wäre sehr emotional geworden. Ich habe Ewald Lienen auf die Mailbox gesprochen, ich denke, dass er momentan nicht gestört werden will - und ich hoffe, dass man sich wiedersieht. Die Zeit mit ihm war sportlich gesehen die schönste und menschlich einwandfrei.

Jetzt kommt Peter Neururer.

Mertesacker: Ich kenne ihn noch nicht, andere schon, und sie haben gute Erfahrungen mit ihm gemacht. Ich muss nach vorne blicken. Es gibt Steigerungsmöglichkeiten für die Mannschaft und auch für mich. Die Topleistung wurde diese Saison noch nicht abgerufen.

Ihr Vertrag läuft bis 2008 - aber soll eine Ausstiegsklausel haben. Und Werder Bremen ist interessiert.

Mertesacker: Über Verträge darf ich nicht sprechen. Von Inter Mailand habe ich auch was gelesen, doch da kommt wenig an mich ran, weil mein Berater mich gut schützt, indem er mir nicht alles auftischt.

Sie gelten als jemand, der nicht so oberflächlich ist wie andere Fußball-Profis. Berührt Sie die politische Lage in Frankreich?

Mertesacker: Ich war mit 14 für ein paar Tage Austauschschüler in Paris, von daher habe ich eine Beziehung zu Frankreich. Man wünscht sich, dass das Spiel ohne Krawalle abläuft und die französischen Sicherheitskräfte alles im Griff haben. Der Sport sollte schlichten können, die Nation einen - das wäre die wichtigste Botschaft dieses Länderspiels. Die Jugendlichen in Frankreich sind sehr auf Fußball fixiert.

Haben Sie sich beim Schüleraustausch mit den Franzosen im Fußball gemessen?

Mertesacker: Im Handball. Durch die Bewegung und Dynamik aus dem Fußball hat man Vorteile in jeder Sportart.

Wundert Sie das Ausmaß der Fitness-Diskussion rund ums Nationalteam?

Mertesacker: Beim Confed-Cup hat man gemerkt, wie wichtig Fitness ist, ich war müde und kaputt, besonders zum letzten Spiel hin. Fitness ist aber eine Selbstverständlichkeit.

Ihre Schulzeit liegt noch nicht so weit zurück. Waren Sie als Fußballer der Fitteste in der Klasse - oder hatten Ihnen Mitschüler was voraus?

Mertesacker: In der Ausdauer war ich nie der Stärkste, da waren einige in der Klasse besser, obwohl sie keinen Fußball spielten. Aber als Fußballer hat man Beweglichkeits-Vorteile. Ich hatte Sport als Leistungskurs und hatte im Abitur 12 Punkte.

Nur 12 - also eine Zwei plus?

Mertesacker: Praktisch 15, in der Theorie 9. Macht im Schnitt 12. Ansonsten stand die Eins.

Quelle: www.per-mertesacker.de

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