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Montag, 14. November 2005, 20:35

HAZ: Kind macht den Weg frei

Kind macht den Weg frei
Der Machtkampf bei Hannover 96 ist entschieden. Der ehemalige Klubchef zieht sich zurück und übt seine Gesellschafterfunktion nicht mehr aus.



Am Montag um 14.34 Uhr schickte Martin Kind von seinem Hörgeräteunternehmen in Burgwedel ein Fax in die Zeitungsredaktionen. Es waren drei schlichte Zeilen unter der Überschrift „Pressemitteilung“. Doch es waren drei Zeilen, die es in sich hatten: „Die Zukunft von Hannover 96 ist zu gestalten und weiterzuentwickeln. Ich habe mich entschieden, meine Gesellschafterfunktion persönlich nicht weiter auszuüben. Herr Rechtsanwalt Andreas Brinkmann wird ab sofort meine Vertretung übernehmen.“

Wie Anfang August, als Kind seinen Rückzug von allen Posten bei Hannover 96 bekanntgegeben hatte, war die Nachricht eine Überraschung. Seit damals war der 61-Jährige nur noch einer von zwei Hauptgesellschaftern – der andere ist AWD-Chef Carsten Maschmeyer – in der wichtigen 96-Vermarktungsfirma „Sales & Service“. Der jetzige Verzicht auf das Ausüben seiner Gesellschafterfunktion ist im Prinzip gleichzusetzen mit Kinds komplettem Rückzug von Hannover 96.

„Es geht ausschließlich darum, Ruhe in die Kiste zu kriegen“, sagte Kind, der seinen Entschluss als „Entscheidung der Vernunft“ und „sachlich notwendig“ beschrieb. Kind zog damit die Konsequenz aus einem Machtkampf, der seit einigen Wochen hinter den Kulissen der „Roten“ tobt – wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe.

In den vergangenen Wochen war es vor allem zwischen Kind und Götz von Fromberg, seinem Nachfolger als Klubchef, wiederholt zu Spannungen gekommen. Auch zwischen den einflussreichen Gesellschaftern Kind und Maschmeyer soll es schon lange eine „Eiszeit“ geben, wie es ein 96-Aufsichtsratsmitglied formulierte. Es passt ins Bild, dass Kind nach eigenen Angaben Maschmeyer von seinem gestrigen Entschluss vorher nicht unterrichtete.

Das größte Problem stellte zuletzt aber das Verhältnis zwischen Kind und von Fromberg dar. Kind hielt dem Rechtsanwalt wiederholt vor, bei der Nachfolgeregelung unprofessionell gehandelt zu haben. Von Fromberg, der eigentlich auch Geschäftsführer der Sales & Service GmbH hätte werden sollen, war vom Oberlandesgericht Celle ausgebremst worden, wegen einer Notartätigkeit darf er selbst das Amt als 96-Vorstandsvorsitzender nur mit Auflagen ausüben. Von Fromberg wiederum hat Kind mehrfach vorgeworfen, sich trotz seines Rückzugs bei 96 einzumischen, in der vergangenen Woche hatte er seinen Vorgänger ungewöhnlich scharf attackiert: „Ich bin es leid. Es ist unerträglich und unerhört. Warum lässt er uns nicht in Ruhe arbeiten?“. Die Antwort gab es gestern.

Kind machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Entwicklung der vergangenen Wochen bei Hannover 96. „Ich habe gedacht, dass wir insgesamt weiter sind. Aber das ist eine Fehleinschätzung der Situation.“ Nun sei es an der Zeit, dass die neue Führung die Verantwortung annehme, ohne den Eindruck haben zu müssen, dass „da ein Schatten ist“. Künftig könne man sich, so Kind, nicht mehr hinter seinem Rücken verstecken, und „Alibiveranstaltungen gibt es auch nicht mehr. 96 muss sich jetzt frei entwickeln.“

Spekulationen, Kind würde seinen Gesellschafteranteil von 2,6 Millionen Euro veräußern, wies Kind von sich, und zwar aus einem einfachen Grund: Es ist kein Käufer in Sicht. Auch Maschmeyer signalisierte gestern kein Interesse.

Kind sollte nach Informationen der HAZ eigentlich Aufsichtsratsvorsitzender 96-Profifirma KGaA werden. Seit Montag ist dieser Plan hinfällig. Theoretisch kann er seine Gesellschafterfunktion zwar jeden Tag wieder aufnehmen, doch daran denkt Kind nicht: „Wenn die nächste Gesellschafterversammlung ist, geht Herr Brinkmann dort hin.“
10 Punkte, 10 Punkte für die alte Messestadt

Tobias

Redakteur / Moderator

Registrierungsdatum: 16. Januar 2002

Wohnort: Hannover

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2

Montag, 14. November 2005, 21:49

Andreas Brinkmann …

… arbeitet als Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. von Hartmann + Partner in Hannover und ist Fachanwalt für Arbeitsrecht. Vor genau einem Jahr übernahm der 42-jährige das Vorstandsamt des Hannoverschen Rennvereins (HRV) und verhinderte die Insolvenz. Gemeinsam mit Martin Kind, der Brinkmann gestern damit beauftragte, die Vertretung seiner Gesellschafterfunktion bei Hannover 96 zu übernehmen, gehört Brinkmann mittlerweile dem Aufsichtsrat des HRV an. Die beiden sind übrigens nicht die einzigen, die sich in diesem Gremium für 96 interessieren. Neben Brinkmann sitzt dort ein weiterer Rechtsanwalt, der zudem großer 96-Fan ist: Götz von Fromberg. Pur
Hat sich einer der verrückten Motzeratoren nun dazu entschlossen, das Thema zu schließen, löscht er meist noch dazu, ganz in seinem Element, ein paar Benutzer.

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