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Dienstag, 11. Juli 2006, 21:47

HAZ: Willig, aber nicht billig

Willig, aber nicht billig

Anlauf nehmen für den Abschied – Geduld ist Trumpf beim Poker um Per Mertesacker.

Hannover (cok/fe/wie). Diese verrückte Karriere von Per Mertesacker. So rasant, dass der Pattenser manchmal mit sich selbst nicht Schritt halten kann: Auf seiner Internetseite steht noch immer, der 21-Jährige würde gern in der Zeitung die folgende Schlagzeile lesen: „Per Mertesacker ist bei der WM 2006 dabei.“ Dabei ist der Wunsch doch längst erfüllt, und die Wirklichkeit ein gutes Stück weiter. Mertesacker ist bereits ein Weltmeister der Herzen, wohl bald ein Bremer – aber jetzt vor allem erst mal müde.
Gestern Morgen klingelten Reporter bei den Mertesackers in Pattensen, um Sohn Per und die Bronzemedaille zu fotografieren. Aber da stellte sich Vater Stefan Mertesacker in den Weg: „Ich zeig’ euch das Nationaltrikot. Aber die Medaille hat er in seinem Zimmer, und da gehen wir nicht rein“, ordnete der 96-Jugendtrainer an. „Per schläft nämlich.“ Der 21-Jährige kann jede Minute Erholung gut brauchen. Denn Nationalmannschaft und Verletzungen bringen ihn zum dritten Mal in Folge um den Urlaub. Statt Tauchen in der Karibik erwartet ihn Wassertreten in Laatzen. Und immer, wenn er aus dem Becken steigt, gibt es zu seinem Transfer aktuelle Wasserstandsmeldungen vom Maschsee (96) und von der Weser (Werder).
Im Prinzip ist trotz aller verhandlungstaktischen Verschleierungen alles klar. Mertesacker ist willig, aber nicht billig. Es wäre eine Überraschung, wenn Bremen im ersten Schritt mehr als 3,5 Millionen Euro bietet. Und es wäre ebenso überraschend, wenn sich Hannover darauf einließe. Und das Publikum stimmt derweil den Bundesliga-Blues an: Mertesacker ist eben ebenso unersetzlich wie unhaltbar.
Soweit das Prinzip. Und jetzt der Poker. „Es ist noch nichts passiert“, sagte 96-Sportmanager Carsten Linke gestern. Keine Überraschung, denn nicht nur Allofs, auch Kaenzig favorisiert oft die abwartende Verhandlungsführung, zumindest bei Spielerverpflichtungen.
Allerdings geht es diesmal um einen Verkauf, und auf dem Gebiet hat Kaenzig bei Hannover 96 wenig praktische Erfahrungen sammeln können. Der letzte spektakuläre Spielerverkauf der „Roten“ war 2002 der Transfer von Jan Simak für 6,5 Millionen Euro – da saß Kaenzig noch als Käufer mit Reiner Calmund auf der Leverkusener Seite des Tisches.
Wie die Sache ausgeht? Im engsten Umkreis Per Mertesackers wäre man sehr überrascht, wenn der Transfer scheitert. Und Vater Stefan Mertesacker hat mit Pers Brüdern schon über das frei werdende Zimmer beraten: „Der Jüngste hätte gern Pers Zimmer. Wir könnten auch alle Wände wegnehmen und dann abends da oben noch ein bisschen eins gegen eins trainieren.“
So läuft also scheinbar alles auf den Abschied von Pattensens berühmtestem Sohn zu. Zugleich deutet sich für Vater Stefan Mertesacker bei den „Roten“ eine wichtigere Rolle an: Er ist als Nachfolger des zurückgetretenen Klubchefs Götz von Fromberg ins Gespräch gebracht worden, lehnt den Posten aber ab. Vorstellen kann sich Stefan Mertesacker aber einen Sitz im Vorstand, wenn Uwe Krause neuer Chef würde.
So ist der Name Mertesacker doppelt Thema, wenn Würdenträger der Stadt Pattensen und jede Menge Fans am Freitag um 15 Uhr vor dem Rathaus ihren WM-Helden willkommen heißen – und wohl auch gleich verabschieden.
True Warriors are Humble Men

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