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Mittwoch, 9. August 2006, 12:32

SpOn: Projekt Alltag

Zitat



[...]

"Die Bundesliga ist seit Jahren nicht erstklassig. Ich wundere mich immer, dass sich alle so wundern, wenn deutsche Teams sich in der Champions League so früh verabschieden", sagt er, aber dann sagt er auch, dass viele Fußballer der WM-Mannschaft noch sehr jung seien: "Es besteht also Hoffnung."

Und einer jener, die den deutschen Fußball der Zukunft prägen sollen, ist ein Mann namens Robert Enke, einer, der nicht als Spieler bei der WM war, nur als Fan, obwohl ihn seine Kollegen zweimal zum besten Torwart der Liga gewählt haben. Enkes Ära könnte demnächst als Nummer zwei und 2008 dann als Nachfolger Jens Lehmanns beginnen. Dieser Enke, 28, sitzt nun auf einer Terrasse am Maschsee von Hannover, trinkt Cranberry-Schorle, er trägt ein ockerfarbenes T-Shirt und Kinnbärtchen, er hat gewaltige Oberarme.

Robert Enke sagt, dass die WM "nicht viel Neues, wenige Überraschungen" geboten habe, "kein Gegentor zu bekommen,
das war das oberste Ziel. Italien stand mit neun Mann hinter dem Ball".

Und viele Spieler seien ausgelaugt gewesen, die Brasilianer vor allem.

Und viele Fernschusstore habe es gegeben, was am schnellen und stets flatternden neuen Ball liege, der für die Stürmer gefertigt wurde und gegen die Torhüter.

Und Jürgen Klinsmann habe unrecht gehabt mit seiner Ausgangsthese, dass moderner Fußball schnell und immer nach vorn gespielt werde; "die meisten Nationalmannschaften haben gar nicht so gespielt, aber so spielen natürlich die besten Vereinsmannschaften, Arsenal und Barcelona. Es geht immer darum, dass eine Mannschaft Zeit hat und sich einspielt und Automatismen lernt", sagt Robert Enke.

Und darum werde auch in der Bundesliga der Trend zur Spezialisierung weitergehen, zum Training in Kleingruppen. Enke sagt: "Es hat Gründe, warum bestimmte Vereine international immer wieder etwas reißen, und es hat Gründe, warum Portugal, Frankreich, Italien und Deutschland im Halbfinale waren."

Wesentlich sei, und das sei natürlich ein Vorbild für die Bundesliga, "dass man das Spiel und den Wettbewerb in seinen ganzen Facetten annimmt, sich durch nichts vom eigenen Weg abbringen lässt. Da braucht man Vertrauen unter allen Beteiligten, da braucht man tatsächlich ...", sagt er und macht eine Pause und kichert und sagt dann: "Eier, um jetzt mal mit Olli Kahn zu sprechen."

Robert Enke wuchs in Jena in Ostdeutschland auf. Die erste WM, an die er sich erinnern kann, war die von 1990, und während des Endspiels, kurz vor Andreas Brehmes Elfmeter, drehte Vater Enke den Ton ab - Vater Enke ist Psychotherapeut und wollte seine Familie beim Torjubel analysieren.

Etwas verbissen, die Enkes.

Robert Enke ist auch deshalb einer der interessanteren Bundesliga-Spieler, weil er eine Biografie hat. Er war ein Jungstar, aber ungeduldig, damals in Mönchengladbach, und darum ging er nach Lissabon, "nie wusste ich zu schätzen, was ich hatte", sagt er. Weil ihm Benfica nicht professionell genug war, ging er nach Barcelona, aber dort kam er unter die Räder, als der Holländer Frank de Boer ihn öffentlich kritisierte, und sehr schnell wurde er aussortiert. "In so einer Stadt, bei so einem Verein bekommst du dann dermaßen viel auf den Deckel, dass dir Hören und Sehen vergeht", sagt er. Enke zog weiter zu Fenerbahçe Istanbul, wo ihn die eigenen Fans nach dem ersten Fehler mit Telefonen und Flaschen bewarfen, und darum tat er etwas, was Profifußballer selten tun: Er kündigte und wurde arbeitslos.

Es dauerte, bis er in Teneriffa wieder einen Job bekam, zweite spanische Liga, dann kam Hannover 96, und als Enkes Tochter Lara mit einem ziemlich komplizierten Herzfehler geboren wurde, hatte der Torwart längst verstanden, dass das Leben Wendungen parat hat. Enke sagt, heute schätze er sehr, was er habe. Er könne Fehler besser hinter sich lassen als früher und einfach weiterspielen. Und die, die ihn regelmäßig weiterspielen sehen, so ruhig und so klar, sagen, es gebe keinen Besseren: Der Kerl werde 2010 für Deutschland im Tor stehen.

Und nun muss er gehen, Torwarttrainer Jörg Sievers wartet auf ihn.

Ziemlich vieles von dem, was Klinsmanns Leute forderten, gibt es längst im deutschen Fußball. Überall. In den Bundesliga-Städten kommen zwar die Fitnesstrainer nicht aus Arizona, sondern bloß aus Hannover-Zentrum oder Mainz-Mombach; aber das Team Klinsmann hatte ja auch Geld nach Belieben zur Verfügung, weil der Rausch der WM jede Maßnahme rechtfertigte, und darum wurde Deutschlands Nationalmannschaft unter Klinsmann in wenigen Wochen globalisiert. Die Schleifer kamen aus Amerika, die E-Mails aus dem Internet und die Motivationstechniken aus der Welt der Manager, und der Scout war ein Schweizer.

Mainz 05 dagegen kalkuliert mit 27,5 Millionen Euro für eine Saison, aber das macht die vor allem von Oliver Bierhoff verbreitete These von den altmodischen Trainern, die unfähig seien, Macht zu teilen und Neues zu wagen, nicht wahrer.

[...]


http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,430809,00.html
Mikael Forssell@twitter:"Im so white my black teammate @damarcusbeasley hates when he loses me in da snow at training..."

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