Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Hannover 96 Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

Registrierungsdatum: 30. Oktober 2003

Verein: Hannoversche Sportverein (HSV) von 1896

Wohnort: Hannover-Linden

  • Private Nachricht senden

1

Sonntag, 22. Oktober 2006, 13:47

Die Welt: Schalke zaubert und zittert

Nach zwei herrlichen Treffern retten die Gelsenkirchener einen knappen Sieg über die Zeit. Trainer Mirko Slomka fügt seinem Freund Dieter Hecking die erste Niederlage zu - und hat in der Tabelle nur noch die punktgleichen Bremer vor sich.

Von Oliver Müller

Gelsenkirchen - Arm in Arm standen die Schalker Spieler vor ihren Fans und sangen inbrünstig ihre Vereinslieder. Wenn Schalke 04 zu Hause gewinnt, hat das immer etwas von Gottesdienst. Und sie haben gewonnen, wenngleich es nach diesem 2:1 (2:0) über Hannover 96 Grund genug gab, in der Stadionkapelle noch eine Kerze zu stiften. Erst zauberten sie, dann aber mussten sie lange zittern, ehe der Sieg und damit der zweite Platz in der Tabelle gesichert waren.

Trainer Mirko Slomka, der nun 52 Prozent seiner Spiele (13 von 25) gewonnen hat, machte der Fehlstart in die zweite Halbzeit später einigen Kummer: „Das ist eine große Schwäche von uns, wir kommen einfach nicht richtig aus der Kabine – obwohl wir jedes Mal etwas anderes probieren.“ Welcher Psychotrick diesmal misslang, das verschwieg er lächelnd.

Vor dem Spiel hatten die Fans gerechnet: Heimsieg Schalke, Unentschieden im Gipfeltreffen Werder-Bayern, schon wäre man Spitzenreiter. Doch die Träume von der ersten Tabellenführung seit dem 18. März 2005, damals durch ein 1:0 über die Bayern, wurden gedämpft durch die frühen Bremer Tore.

Auch tat Schalke zunächst selbst zu wenig, um seinen Part zu erfüllen – nämlich in Führung zu gehen. Hannover 96 war in der ersten Viertelstunde noch die dominante Mannschaft und strahlte das Selbstbewusstsein eines seit Wochen ungeschlagenen Teams aus. Unter Trainer Dieter Hecking hatte es in vier Spielen bekanntlich noch keine Niederlage gegeben.

Dann wendete sich das Blatt, und ausgerechnet das Team von Heckings Freund Mirko Slomka brachte ihn bei seinem neuen Klub erstmals auf die Verliererstraße. Die Trainer kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Hannover, wo Hecking auch spielte und Slomka die Jugend betreute. Slomkas Frau ist die Patentante von Heckings jüngster Tochter Charlotte. Die Schalker nahmen keine Rücksicht auf persönliche Bindungen und legten nach 15 Minuten los.

Ein kleiner Geniestreich von Zlatan Bajramovic markierte den ersten Wendepunkt dieser Begegnung, die wie stets auf Schalke vor vollem Haus stattfand. Der Bosnier spielte am rechten Strafraumeck Youngster Jan Rosenthal aus, der den Vorzug vor Bruggink erhalten hatte, und düpierte Torwart Robert Enke mit dem Außenrist (16.). Nicht ganz unhaltbar und deshalb offenbar umso demoralisierender für die Niedersachsen, die danach ihre Linie verloren. Hecking schimpfte: „Zwischen der 10. und 45. Minute haben wir keinen Zweikampf gewonnen, uns unsägliche Abspielfehler erlaubt und bei den Gegentoren auch noch Pate gestanden.“

Umso besser lief es bei den Königsblauen, die immer tiefer in die Trickkiste griffen. Nach einem Einwurf verlängerte Kevin Kuranyi per Hacke auf Lincoln, dieser per Hacke auf Levan Kobiaschwili. Der Georgier schüttelte den bei 96 erstmals von Beginn an aufgestellten Ex-Bremer Frank Fahrenhorst ab und machte es mit links, das 2:0 (26.). Es war sein fünftes Tor im 100. Bundesligaspiel für Schalke 04.

Zur Pause gab es Beifall für die Gelsenkirchener, deren Sportdirektor Andreas Müller dennoch prophetisch warnte: „Das ist ein gefährliches Ergebnis, wir müssen das dritte Tor nachlegen.“ Er kennt seine Mannschaft eben genau, auch nach der bisher letzten 2:0-Pausenführung wurde es noch mal eng: am 4. März gab es ein 2:1 – damals in Hannover. Müllers Skepsis war berechtigt. Kaum ging es wieder los, schlug es hinter Frank Rost ein. Nach einem gewonnenen Kopfballduell von Vahid Hashemian setzte Jan Rosenthal die Vorlage des Iraners von der Strafraumgrenze mit einem strammen Linksschuss unter die Latte (51.). Der Partie tat das Tor nicht gut. Obwohl sie spannender wurde, wurde sie auch schlechter. Hannover dominierte, hatte aber wenig Ideen, wie es die Viererkette knacken sollte. Der verletzte Thomas Brdaric wurde sehr vermisst.

Auf der Gegenseite passierte wenig, und als Kuranyi die große Chance hatte, sich neue Sympathien beim Publikum zu erobern, köpfte er freistehend aus vier Metern vorbei (62.). Er wurde prompt ausgewechselt. Dabei fiel er nicht besonders ab gegenüber seinen Mitstreitern, die das Spiel in wenig souveräner Manier ausklingen ließen.

So bleiben am Ende zwei Trainer zurück, die zumindest in der Kritik an ihren Mannschaften vereint waren. „Aufgrund der ersten Halbzeit sind wir ein verdienter Sieger, aber nicht ganz zufrieden“, sagte Slomka. Und Freund Hecking drohte seinen Spielern eine Strafpredigt an: „Die Gegentore fielen viel zu einfach. Darüber wird zu reden sein.“

Quelle
Mein Blut ist nicht rot,
weil ich ein Mensch bin,
sondern weil ich ein Roter bin.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »andro96« (22. Oktober 2006, 13:47)


Thema bewerten