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Verein: Vorwärts Herrenhausen/96

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Sonntag, 22. Oktober 2006, 21:15

HAZ: Die Abrechnung

Die Abrechnung

96 verärgert den eigenen Trainer. Nach dem 1:2 „auf Schalke“ redet Hecking Klartext.

So läuft das, wenn man unten steht. Dann gibt es manchmal zu den Gegentoren eine Zugabe in Form von Hohn oder Spott. Als Hannover 96 im Fußball-Bundesligaspiel bei Schalke 04 nach 27 Minuten mit 0:2 in Rückstand geraten war, erlaubte sich der Stadionsprecher in der Veltins-Arena einen kleinen Scherz auf Kosten der hannoverschen Gäste. Der Vater des kleinen Philipp möge doch bitte zum Deutschen Roten Kreuz im Stadion kommen, bat er über Lautsprecher, „der Junge hat sich beim Torjubeln verlaufen“.

Dieter Hecking konnte darüber nicht lachen, überhaupt war der 96-Trainer nach dem Schlusspfiff auffallend schlecht gelaunt, das Wörtchen „angefressen“ beschreibt die Gemütslage des 42-Jährigen treffend. Im fünften Spiel als Cheftrainer der „Roten“ gab es für Hecking mit 1:2 die erste Niederlage. Doch es war nicht die persönliche Seite des Misserfolges „auf Schalke“, die ihn ärgerte, dafür ist Hecking zu uneitel und besitzt ausreichend Bodenhaftung. „Dass irgendwann die erste Niederlage kommt, war klar. So realistisch bin ich. Aber die Art und Weise hat mir nicht gefallen“, sagte er.

Hannover 96 hatte die 1. Halbzeit sehr schlecht gespielt und bei beiden Gegentreffern durch Zlatan Bajramovic (17. Minute) und Lewan Kobiaschwili (27.) kräftig mitgeholfen, dass bei den Schalkern nicht nur der Stadionsprecher zu seinem Spaß kam. Nach der Pause lief es besser, 96 gelang sogar durch Jan Rosenthal der schnelle Anschlusstreffer (52.), und viele andere Trainer hätten diesen Verlauf der 90 Minuten wahrscheinlich genutzt, um zu einem milderen Gesamturteil zu kommen.

Die Ausreden-Sätze für solche Fälle kennt jeder: Gegen Schalke kann man verlieren – Wir haben gezeigt, dass wir auch mit einer Spitzenmannschaft mithalten können – Mit ein bisschen Glück wäre der Ausgleich drin gewesen … und, und, und. Hecking benutzte keinen dieser Sätze und sagte: „Wenn man zwischen der 10. und 45. Minute keinen Zweikampf gewinnt und bei den Gegentoren Pate steht, hilft es nichts, wenn man in der 2. Halbzeit ins Spiel zurückkommt.“

Es gab an diesem Nachmittag viele Gründe, sich über Hannover 96 zu ärgern. Zum einen waren die Schalker nicht so gut, dass man bei ihnen unbedingt verlieren muss. „S04“ steht zwar auf dem 2. Platz der Liga, punktgleich mit dem Spitzenreiter aus Bremen. Aber von einer gefestigten Spitzenelf ist der Klub trotz der guten Arbeit von Trainer Mirko Slomka weit entfernt, die Leistung nach der Pause war mehr als bescheiden. Aber das alles spielt eben keine Rolle, wenn man wie die Hannoveraner damit nichts anfangen kann. Also: ärgern! Über die Fehleinschätzung der 96-Profis, Schalke spielerisch beikommen zu können. Über kümmerliche vier Schüsse aufs Tor in 90 Minuten. Über „unsägliche Abspielfehler“ (Hecking) in der 1. Halbzeit. Und über Abwehrpatzer, die es jedem Gegner leicht machen und auch morgen in der Pokalpartie in Dortmund und kommenden Sonnabend in Hamburg Unheil versprechen, wenn das Team nicht bald seine Konzentration auf die gesamte Spielzeit verteilt.

Die Leistung gegen Schalke hat die Befürchtung bestätigt, dass es für 96 eine harte Saison wird, in der es wirklich nur darum geht, nicht abzusteigen. Von mehr zu träumen erscheint verwegen bei einer Mannschaft, der anzusehen ist, dass es bei ihrer Zusammenstellung keinen vernünftigen Plan gegeben hat. Sie im Winter noch einmal gezielt zu verstärken, um das Abstiegsrisiko zu verringern, ist nicht nur vernünftig. Sondern überlebenswichtig.


Von Heiko Rehberg
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