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Mittwoch, 28. Februar 2007, 07:03

HAZ: Wechseltrick mit Folgen

Wechseltrick mit Folgen

Nürnbergs Trainer Hans Meyer bringt Torwart Daniel Klewer spät ins Spiel – und landet damit einen Coup

Man weiß gar nicht, wer eher der Teufelskerl ist. Daniel Klewer, der Torwart, der zwei Minuten vor dem Ende der Verlängerung ins Spiel kam und im Elfmeterschießen zum großen Helden wurde? Oder vielleicht doch Hans Meyer, der Nürnberger Trainer, der den Mut hatte, diesen ungewöhnlichen Wechsel vorzunehmen?

Meyer jedenfalls wusste, welches Risiko er einging. „Wenn der Klewer gar keinen Elfmeter gehalten hätte, dann wäre es ein gefundenes Fressen für die Medien gewesen“, berichtete Meyer zu später Stunde. Und fügte halb scherzhaft hinzu: „Den Gefallen wollte ich den Reportern natürlich nicht tun.“
Natürlich war es die Geschichte dieses Viertelfinalspiels, das von der Taktik bestimmt war, was selten unterhaltsam ist. Aber spannend war es, mit dem Elfmeterschießen als Höhepunkt. Und mit einem Helden, der sich, wie Meyer berichtete, „gar nicht richtig freuen konnte“. Denn Klewer hatte – so lautete die Absprache mit Stammtorwart Raphael Schäfer – bisher alle drei Nürnberger Pokalspiele bestritten und natürlich damit gerechnet, auch gegen 96 im Tor zu stehen. Zumal er gegen Unterhaching im Elfmeterschießen zuletzt gleich viermal pariert hatte. Doch als sich mit Andreas Wolf am Vormittag des Spieltags ein Verteidiger krank meldete, änderte Meyer seinen Plan – und überbrachte Klewer die schlechte Nachricht: „Du stehst doch nicht im Tor, ich will nicht auf noch einer Position etwas ändern.“

Aber Klewers große Stunde kam am späten Abend. Gleich den ersten, nicht einmal schlecht geschossenen Elfmeter von Silvio Schröter hielt er. Gegen Vinicius und Steve Cherundolo konnte auch Spezialist Klewer nichts machen, doch sein nächstes hannoversches „Opfer“ wartete schon: Jiri Stajner versuchte es etwas zu lässig, Klewer reagierte großartig und ging Sekunden später in einer Jubeltraube von Nürnberger Spielern unter.

Ärgerlich für die „Roten“: Eigentlich haben sie mit Robert Enke auch einen echten Elfmeterspezialisten im Tor, für die Schützen in der Liga war er zuletzt ein Schreckgespenst. Doch in Nürnberg war Enke nicht an einem einzigen Elfmeter dran und wurde viermal verladen. Den Nürnberger Wechseltrick fand Enke übrigens nicht besonders amüsant. „Eigentlich“, sagte er, „hätten wir die dafür bestrafen müssen.“

Heiko Rehberg

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