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Freitag, 27. Juli 2007, 17:18

NP: Huszti macht's mit Auge

Der Ungar will mit seinen Flanken Hanke helfen. Und selber öfter treffen.

Szabolcs Huszti gehört zu den besten Linken der Bundesliga. In der ungarischen Nationalmannschaft darf er trotzdem nicht ran - und leidet darunter.

Mit Bauchschmerzen denkt Huszti an Sonnabendnachmittag. Dann gehts zurück nach Hannover - und der Ungar hat Flugangst. Beim turbulenten Hinflug presste er sich ängstlich in seinen Sitz, jetzt hofft er, dass der Rückflug ruhiger wird. "Auf der Erde fühle ich mich wohler", sagt der 24-Jährige, der mit Tabletten, manchmal auch mit einem Glas Rotwein dem Angstgefühl entgegensteuert.

Auch wenn die Angst nicht so weit führt, Flugzeuge komplett zu meiden - demnächst will er einen Psychologen aufsuchen: "Meine Flugangst ist schließlich Kopfsache. Vielleicht kann mir sowas helfen."

In der Luft ist Huszti ängstlich, auf dem Boden dagegen kennt er keinerlei Furcht. Beim 3:1 gegen Köln überzeugte der linke Mittelfeldspieler, machte das Tor zum 2:1. Die neue Konkurrenz im 96-Kader stört ihn überhaupt nicht: "Man muss halt kämpfen - wie im richtigen Leben. Wer nicht 100 Prozent oder mehr Leistung bringt, ist draußen. Und das ist gut so."

Vor einem Jahr brachte sein Name die Stadionsprecher reihenweise zur Verzweiflung. Heute kennt ihn jeder, nicht nur wegen des Siegtreffers beim sensationellen 1:0 in München. Huszti spielte eine ganz starke erste Saison bei 96, gehört längst zu den besten offensiven Flügelspielern der Bundesliga. Doch zufrieden ist er noch lange nicht: "Ich kann noch besser spielen", verspricht der Linksfuß. Das glaubt auch Trainer Dieter Hecking: "Szabi ist erst 24. Er wird sich weiter steigern."

Vier Tore erzielte Huszti letzte Saison. "Sechs bis acht" sollen es diese Saison werden - mindestens. Und viele Assists dazu. Huszti schießt fast alle Standards, von seinen Flanken dürfte vor allem der neue kopfballstarke 96-Stürmerstar Mike Hanke profitieren. "Ich wil mit meinen Flanken helfen, dass Mike 15 Tore oder mehr erzielt", hofft Huszti. Der Ungar fiebert dem Saisonstart entgegen wie kaum ein anderer: "Im Urlaub habe ich die Jungs hier alle richtig vermisst. Ich will mit ihnen Erfolg haben. Ich glaube, wir sind stärker als letzte Saison."

Dass Huszti (Vertrag bis 2009) inzwischen in ganz Europa aufgefallen ist, lässt in kalt. "Meine Konzentration gilt nur 96." Allerdings macht er kein Hehl daraus, dass ihn die spanische Liga besonders fasziniert. Die Primera Division "ist mein Traum, und natürlich träumt jeder Fußballer von Real Madrid." Dienstag steht er den Madrilenen schonmal als Testgegner gegenüber.

Huszti fühlt sich pudelwohl - einzig die ungarische Nationalmannschaft macht ihm zu schaffen. Anfang Juni eröffnete ihm Nationaltrainer Peter Varhidi, dass für den 96-Star im neuen System mit drei defensiven Mittelfeldspielern kein Platz mehr sei. Weil Huszti daraufhin die Länderspiele gegen Griechenland und Norwegen wegen mentaler Probleme absagte, schmiss ihn Varhidi raus. Der ungarische Fußballverband sperrte Huszti bis Ende des Jahres.

"Das tut sehr weh", sagt er. Und leidet - noch mehr als unter seiner Flugangst.

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