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Mittwoch, 12. Dezember 2007, 22:06

HAZ: Der Routinier dreht noch eine Runde

Der Familienrat hat getagt: Der 38-jährige Michael Tarnat hängt bei den „Roten“ ein Jahr dran

Von Norbert Fettback
Hannover. Die vorweggenommene Feier gab es schon auf dem Trainingsplatz und lange vor der offiziellen Bekanntgabe der Nachricht knapp zwei Stunden später. Eine Spielertraube hatte sich um Michael Tarnat gebildet, sechs Fußballer von Hannover 96 tanzten ausgelassen im Kreis um ihn herum. Der Verteidiger genoss das frohe Treiben sichtlich, dessen wahrer Grund da noch nicht offenkundig war. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, dass Tarnat sich wohlfühlt bei den „Roten“: Bitte schön, hier war er. Es bedeutete insofern keine allzu große Überraschung mehr, dass der 38-Jährige seinen Vertrag mit 96 über den 30. Juni 2008 hinaus um ein weiteres Jahr verlängert hat, wie gestern mitgeteilt wurde.
Mit 38 und damit als ältester Feldspieler im bezahlten deutschen Fußball noch eine Saison dranhängen bei einem ambitionieren Bundesligisten? Allein dieser Umstand macht die gegenseitige Wertschätzung deutlich. 96-Sportdirektor Christian Hochstätter, der sich nach eigenen Angaben „bereits vor drei, vier Wochen“ mit Tarnat grundsätzlich über dessen Zukunft in Hannover verständigt hatte, bezeichnete den erfahrenen Profi als „absolut konkurrenzfähig“. Für den hannoverschen Klub sei dies „eine sehr gute Lösung“. Trainer Dieter Hecking meinte: „Es ist doch ein tolles Signal, wenn Michael Tarnat sagt, er wolle die Entwicklung bei 96 weiter mit vorantreiben.“
Der nächste Schritt soll morgen Abend in Cottbus getan werden, wohin 96 mit dem festen Vorsatz fährt zu punkten. Und wo die „Roten“ erneut auf Tarnat bauen können, der erst vor wenigen Tagen beim 4:3 gegen Werder Bremen so richtig aufgetrumpft hat. Wohl niemand, dem das Alter von Tarnat nicht bekannt gewesen wäre, wäre es in den Sinn gekommen zu meinen, da spiele einer, der bereits auf die 40 zugeht. Das hat auch mit Heckings Erklärung dieses fußballerischen „Jungbrunnens“ zu tun: „Es ist professionell, wie Michael mit seinem Körper umgeht.“
Eine kleine Zeitreise macht deutlich, was es eigentlich bedeutet, mit 38 noch auf so hohem Niveau in der Bundesliga zu spielen. Im ersten seiner inzwischen 352 Bundesligaspiele am 2. August 1991 stand Tarnat beim MSV Duisburg mit Dirk Bremser (jetzt 96-Kotrainer) und Ewald Lienen (er lotste ihn 2004 von Manchester City nach Hannover) den Stuttgartern Eike Immel und Fritz Walter gegenüber. Blickt man genau zehn Jahre zurück, dann besiegte Tarnat damals an der Seite von Lothar Matthäus und Giovane Elber im Bayern-Trikot die Gladbacher Stefan Effenberg und Uwe Kamps. Namen, die mit Blick auf den Bundesligaalltag längst Nostalgie verbreiten – Tarnat indes spielt immer noch.
„Ich fühle mich noch fit für ein weiteres Jahr“, sagte der 19-malige frühere Nationalspieler. Vor dem Jawort hat er auch die Zustimmung seiner Frau Nicole und seines Sohnes Niklas eingeholt, wie es auch in den Jahren zuvor der Fall war. München, wo die Tarnats ein Haus haben, muss weiter warten – und damit auch der FC Bayern, wo er im Sommer 2008 eigentlich als Talentespäher anfangen wollte. Manager Uli Hoeneß ist deshalb nicht böse, wie er Tarnat wissen ließ. Und bei 96 und im Umfeld sind sie es erst recht nicht.
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