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Verein: Hannoversche Sportverein (HSV) von 1896

Wohnort: Hannover-Linden

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Donnerstag, 13. Dezember 2007, 17:28

sport1: "Mein Hund hat gesprochen"

Michael Tarnat hat seinen Vertrag bei Hannover 96 um eine weitere Saison verlängert.
Nachdem in den vergangenen Jahren seine Frau und sein Sohn ihm beratend zur Seite standen, soll ihm diesmal sein Hund Rüdiger geholfen haben.
Im Interview der Woche verrät Tarnat das Geheimnis um seinen sprechenden Hund, spricht über das Formhoch bei 96 und die Luxus-Krise beim FC Bayern.

Sport1: Herr Tarnat, Sie haben Ihren Vertrag bei Hannover 96 in dieser Woche um ein weiteres Jahr verlängert. Das Fußballspielen scheint Ihnen ja noch richtig Spaß zu machen, oder?

Michael Tarnat: Es hat sicherlich etwas mit Spaß zu tun, aber ein zweiter Grund ist, dass die Entwicklung der Mannschaft so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Doch der primäre Grund ist wirklich der Spaß am Fußball.

Sport1: Ihr Hund Rüdiger soll Ihnen bei der Entscheidungsfindung geholfen haben…

Tarnat: Als ich Trainer und Manager Bescheid gesagt habe, dass ich noch ein Jahr weiterspiele, habe ich halt gesagt, ein Wunder wäre geschehen. Mein Hund hätte mit mir gesprochen. Das ist der ganze Hintergrund.

Sport1: Ihre Frau soll ja gegen die Verlängerung gewesen sein. Stimmt das?

Tarnat: Nein, nicht ganz. Es ist vielmehr so, dass wir einen Sohn haben, der nun auf die weiterführende Schule kommt. Und da wir wieder nach München gehen, ist es später für ihn vielleicht schwieriger, den Anschluss zu finden. Dass das Niveau in Bayern etwas höher ist, weiß ja jeder. Deshalb hatten wir eigentlich gesagt, dass wenn er in die fünfte Klasse kommt, wir eigentlich zurückgehen wollten.

Sport1: Was gab dann den Ausschlag für den neuen Vertrag?

Tarnat: Wir haben innerhalb der Familie eine Entscheidung gefällt. Mein Sohn hatte mit der Situation keine Probleme. Meine Frau hatte schon größere Bedenken, und da war ein zähes Gespräch nötig. Aber wir haben uns alle zusammen dafür entschlossen, das eine Jahr noch zu machen.

Sport1: Mit 38 Jahren sind Sie der derzeit älteste Feldspieler in der Bundesliga. Haben Sie den Rekord von Klaus Fichtel, der mit 43 Jahren noch für Schalke 04 kickte, schon vor Augen?

Tarnat: Nein, das ist für mich kein Thema.

Sport1: Bei 96 läuft es derzeit richtig gut. Der 4:3-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Werder Bremen, dazu gab es als Zubrot den fünften Tabellenplatz. Wohin geht der Weg von Hannover 96?

Tarnat: Wir spielen momentan sehr erfolgreich, sehr konstant und zeigen auch guten Fußball. Sicherlich wird vielleicht auch mal wieder ein Rückschlag kommen, doch daran werden wir sehen, wie weit wir wirklich sind. Ich denke aber schon, dass wir auf einem guten Weg sind. Das war für mich ja auch ein Grund weiterzumachen, weil ich sehe, dass in Hannover großes Potenzial ist. Wenn wir so weiterspielen, dann können wir noch einiges erreichen.

Sport1: Wird die Verpflichtung von Valerien Ismael Hannover noch ein Stück weiter nach vorne bringen?

Tarnat: Auf jeden Fall. Ismael hat bei Bremen gespielt, bei Bayern München. Er ist Deutscher Meister geworden, Pokalsieger und hat internationale Erfahrung. Auch Mike Hanke hat zum Beispiel das Potenzial in Mannschaft und Verein gesehen - und er hätte auch ganz woanders hingehen können. Doch er hat sich für uns entschieden. Für uns ist es ganz gut, wenn solche Spieler zu 96 kommen, das macht den Verein für weitere Spieler interessant.

Sport1: In dieser Hinsicht hat sich in Hannover einiges getan…

Tarnat: Mit Sicherheit. Vor fünf oder sechs Jahren wären solche Verpflichtungen noch kein Thema gewesen. Aber da sieht man, wir rasant die Entwicklung von Hannover 96 ist. Und wir hoffen, dass es so weitergeht.

Sport1: Für Sie wird es nach Ihrer Profikarriere zurück zum FC Bayern München gehen. Wie sehen Sie die derzeitige Situation beim Rekordmeister und die Sanktion gegen Oliver Kahn?

Tarnat: Ich habe davon nur in der Zeitung gelesen. Deshalb möchte ich mir da gar kein Urteil erlauben, weil ich nicht involviert bin. Das ist für mich uninteressant.

Sport1: Durch diesen Rummel kommt der FC Bayern nach außen natürlich nicht gut weg. Sind die Bayern denn so schlecht, wie sie momentan dargestellt werden?

Tarnat: Bayern München ist immer noch Erster, im Uefa-Cup kommen sie sicherlich eine Runde weiter, im DFB-Pokal sind sie noch dabei. Es ist normal, dass man irgendwann in einer Saison mal eine Phase hat, wo man nicht so spielt, wie man sich das vorstellt und dadurch strauchelt. Trotzdem sind sie weiter oben.

Sport1: Haben die negativen Schlagzeilen also keine Auswirkung?

Tarnat: Im Bayern-Umfeld gibt es immer ein bisschen Theater. Ich habe sechs Jahre dort gespielt und da gab es kaum mal Ruhe. Das ist mittlerweile vollkommen normal für Verein und Spieler. Und wenn es derzeit eine Krise geben sollte, dann ist es eine Luxus-Krise.

Das Gespräch führte Jessica Pulter

http://www.sport1.de/de/sport/artikel_2039224.html
Mein Blut ist nicht rot,
weil ich ein Mensch bin,
sondern weil ich ein Roter bin.


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