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Freitag, 13. November 2009, 14:30

N-TV: Größte Trauerfeier seit Adenauers Tod

Abschied von Robert Enke
Die unfassbare Selbsttötung des beliebten Torhüters von Hannover 96 und der Nationalmannschaft hat eine fast beispiellose Anteilnahme in der Bevölkerung ausgelöst. Die Trauer um den Fußball-Profi, der unter Depressionen und Versagensängsten litt, ist allenfalls mit dem Tod von Konrad Adenauer zu vergleichen. Als der erste Bundeskanzler im April 1967 starb, defilierten fast 300.000 Menschen in einem Trauerzug am Sarg des Politikers vorbei.

Wahrscheinlich reichen die 45.000 Plätze im Stadion von Hannover nicht aus. "Wir wollen vor der AWD-Arena Leinwände und Lautsprecher aufbauen. So können die Fans die Trauerfeier auch auf dem Vorplatz verfolgen", berichtete 96-Pressechef Andreas Kuhnt. Erwartet werden die deutsche Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff, der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann, Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler und ehemalige Nationalspieler wie Jens Lehmann oder Christoph Metzelder. Fast alle Bundesligaklubs haben ihr Erscheinen angekündigt. Auch Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière steht auf der Gästeliste.

Sarg wird im Stadion aufgebahrt
Der Sarg von Robert Enke wird auf dem Rasen im Stadion aufgebahrt. Nach der Trauerfeier, auf der DFB-Präsident Theo Zwanziger, 96-Clubchef Martin Kind, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil als Redner vorgesehen sind, soll der Sarg auf den Friedhof im Neustädter Ortsteil Empede gebracht werden. Enke wird dort im privaten Kreis neben seiner Tochter Lara beigesetzt. Sie war 2006 im Alter von zwei Jahren gestorben. Im Mai diesen Jahres hatte die Familie die kleine Leila adoptiert.

Enkes Witwe Teresa gedachte in einer Traueranzeige in Hannovers Tageszeitungen mit einem Zitat des tschechischen Schriftstellers Václav Havel ihres gestorbenen Mannes: "Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht." Unter dem Spruch des früheren Staatspräsidenten stand: "In ewiger Liebe - Teresa, Leila und Dein kleiner Engel".

Seit dem Tod des Publikumslieblings am Dienstagabend steht die Zeit in Hannover fast still. Das Schicksal von Sympathieträger Enke und der bemerkenswerte Auftritt seiner Witwe Teresa, die auf einer Pressekonferenz am Tag danach mit Enkes Arzt Valentin Markser offen über die Krankheit ihres Mannes sprach, sind das alles andere überlagernde Gesprächsthema. 35 000 Menschen beteiligten sich bereits am Mittwochabend an einem Trauermarsch durch die Innenstadt zum Stadion.

Diskussionen um die Konsequenzen
Derweil gehen die Diskussionen um die Konsequenzen aus dem Selbstmord des Spielers von Hannover 96 weiter. DFB-Präsident Theo Zwanziger ist überzeugt, dass das Unglück den deutschen Fußball verändert. "Nach dieser Tragödie müssen wir alle im Fußball nachdenken, wie wir bestehende Tabus brechen", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der "Bild"-Zeitung (Freitag-Ausgabe). Enke hatte jahrelang an Depressionen gelitten und große Angst gehabt, dass seine Krankheit bekanntwerden könnte. Künftig dürfe es nur noch ein Tabu geben: "Und das ist die Würde des Menschen."

Der renommierte Sportsoziologe Gunter Gebauer bezweifelte indes, dass sich der Mikrokosmos Profifußball nach Enkes Tod öffnen wird. In einem Interview erklärte der Philosophie-Professor an der FU in Berlin, der Profifußball habe sich zu einer unerbittlichen Welt entwickelt und fordere von seinen Helden den Sieg über alle Gegner. Das mache einen Teil seiner Faszination aus. "Der Profisport träumt vom unfehlbaren Athleten", meinte Gebauer, aber dieser Mythos des Sports sei nicht nur naiv, sondern auch äußerst gefährlich.

Quelle: dpa

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