Politischer Zoff-Thread oder so

  • (...) Vielleicht wäre es besser, den Brexit nicht ein halbes Jahr, sondern gleich um fünf Jahre zu verlegen. Dann können die nächsten den Brexit verkacken und erneut verschieben und ...

    Verschieben solange es geht! Die Hardliner , die noch vom Glanz des Empire träumen, sterben darüber zahlreich genug weg. Kommt dann unvermeidlich noch mal ein Referendum, sind die Jüngeren diesmal hoffentlich gewarnt und gehen zur Abstimmung und verpeilen ihr remain-Votum nicht nochmal.

  • Um dann erstens eine wunderbare Dolchstoßlegende und zweitens die Spinner weiter in der EU zu haben. Es ist nicht Aufgabe der EU Großbritannien in der EU zu halten. Das ist ausschließlich eine britische Angelegenheit. Eben diese eine grundlegende Entscheidung: Drin bleiben oder raus gehen. Und davor hat man sich drei Jahre konsequent gedrückt. Und es ist eine vollständige Fehleinschätzung zu glauben, es gäbe in Großbritannien eine klare Mehrheit für die vorbehaltlose Mitgliedschaft in der EU und das Referendum war ein bloßer Unfall. Eine klare Mehrheit gibt es allenfalls für eine Rosinenpickerei-Lösung (z. B. gemeinsamer Markt, aber keine Freizügigkeit).

  • theMenace : Aus der FAZ:

    "Aus dem World Wide Web, das dem Netzpionier Tim Berners-Lee vorschwebte, einem Web, das den Nutzern, also den Bürgern gehört, ist ein datenkapitalistisches Universum geworden, in dem jede Bewegung aufgezeichnet und verwertet wird. Aber weil das unsichtbar bleibt und mit zahllosen Annehmlichkeiten daherkommt, gilt es als die große Freiheit. Dass diese „Freiheit“ Grundrechte tangiert, dass sie einen hohen Preis hat, weil man sein digitales Ich Konzernen übergibt, von denen man nicht weiß, was sie mit den Daten anstellen, dass diese Konzerne mit den Rechten Dritter – wie ebendem Urheberrecht – ihr Geld machen, steht bei der „Gafa“ nicht einmal im Kleingedruckten."


    Du willst alles bei den großen Internetkonzernen belassen mit dem Totschlagargument, dass sich für Kulturschaffende ohnehin nichts ändern wird.


    https://www.faz.net/aktuell/fe…-zugestimmt-16109558.html


    Auf Mr. Mo lohnt es sich nicht mehr einzugehen: Er möchte bestimmen, was diskutiert werden soll und was nicht und nennt das "Diskussionskultur".

  • Um dann erstens eine wunderbare Dolchstoßlegende und zweitens die Spinner weiter in der EU zu haben. Es ist nicht Aufgabe der EU Großbritannien in der EU zu halten. Das ist ausschließlich eine britische Angelegenheit. Eben diese eine grundlegende Entscheidung: Drin bleiben oder raus gehen. Und davor hat man sich drei Jahre konsequent gedrückt. Und es ist eine vollständige Fehleinschätzung zu glauben, es gäbe in Großbritannien eine klare Mehrheit für die vorbehaltlose Mitgliedschaft in der EU und das Referendum war ein bloßer Unfall. Eine klare Mehrheit gibt es allenfalls für eine Rosinenpickerei-Lösung (z. B. gemeinsamer Markt, aber keine Freizügigkeit).

    Spinner manchmal ja, das es ein schwieriges Verhältnis bliebe ist auch klar, und dass Mehrheiten in die eine oder andere Richtung knapp sind, auch.

    Trotzdem: einfach gehen lassen ist mir zu einfach, GB ist - auch wenn die das auf der Insel tw anders sehen - zumindest für mich ein unverzichtbarer Bestandteil von Europa.

  • "Aus dem World Wide Web, das dem Netzpionier Tim Berners-Lee vorschwebte, einem Web, das den Nutzern, also den Bürgern gehört, ist ein datenkapitalistisches Universum geworden, in dem jede Bewegung aufgezeichnet und verwertet wird. Aber weil das unsichtbar bleibt und mit zahllosen Annehmlichkeiten daherkommt, gilt es als die große Freiheit. Dass diese „Freiheit“ Grundrechte tangiert, dass sie einen hohen Preis hat, weil man sein digitales Ich Konzernen übergibt, von denen man nicht weiß, was sie mit den Daten anstellen, dass diese Konzerne mit den Rechten Dritter – wie ebendem Urheberrecht – ihr Geld machen, steht bei der „Gafa“ nicht einmal im Kleingedruckten."

    Nur, weil der FAZ-Redakteur nicht weiß, was sie mit den Daten anstellen, heißt das nicht, dass "man" es nicht weiß. Und natürlich monetarisieren die Unternehmen Daten, weil sie keine Entgelte nehmen. Ich würde ungern alternativ 50 Cent für jede Google-Suche oder 2 Euro für jede Google-Maps-Navigation zahlen. Und das sieht der Rest der Menschen genauso, und zwar auch die, die in Umfragen und Sonntagsreden das Gegenteil behaupten. Entgeltliche Dienste ohne Datenmonetarisierung sind reihenweise einfach pleite gegangen, es gibt fast keine (d.h., keine jenseits kleinster Nischen) erfolgreichen Gegenbeispiele.


    Deine Antwort geht übrigens auch an der Frage vorbei. Du hast gesagt, die Künstler bekommen mehr Geld. Jetzt zitierst Du die FAZ, die sagt, Uploadfilter sind trotzdem richtig, auch wenn die Künstler gar nicht mehr Geld bekommen. Was denn nun?


    Tatsächlich geht es darum gar nicht. Bei Uploadfiltern geht es gar nicht um unerlaubte Werknutzung. Die ist nämlich schon verboten. Es geht um Überregulierung freier Nutzung. Am Ende steigt dadurch nur das Erpressungspotenzial der großen Verwerter gegenüber Google, irgendwelche Pseudo-Lizenzen zu kaufen. Das ist ein bisschen wie die Pornostudios, die eigentlich gar keine Pornos mehr verkaufen, sondern nur noch davon leben, Pseudo-Lizenzgebühren von denen zu kassieren, die sich beim Teilen der Pornos über Torrent-Tracker erwischen lassen.


    Und wer - wie größere Teile der deutschen Tagespresse - das Leistungsschutzrecht für gerecht hält, der hat das Internet nicht verstanden. Natürlich lebt Google davon, dass wir irgendwas dort suchen. Die FAZ lebt aber auch davon, dass wir ihre Inhalte dort finden. Suchmaschinen und Publisher gehen eine Symbiose ein. Problematisch ist dabei zwar Googles Quasi-Monopol, aber das spielt für das Leistungsschutzrecht keine Rolle. Google hat die Lizenzen einfach nicht gekauft und muss das auch nicht. Wer will, dass seine Inhalte gefunden werden, kann Google die Such-Schnipsel kostenlos geben - wer nicht, der nicht. Wer heute von Google Geld dafür haben will, dass seine Inhalte dort gefunden werden, der hat wahrscheinlich vor 30 Jahren auch versucht, Geld von der Bundespost dafür zu bekommen, dass er im Telefonbuch stand.

  • Ich fürchte, Du bist dem Schneppe aufgesessen.

    Es gibt gar keine 'mächtigen Ökolobby im Hintergrund'. Oder ich bin zu doof, Deine Frage zu verstehen.


    Dann klär Du mich bitte auf.

  • Diese frei erfunden Reisegeschichten, die in Wirklichkeit "Münchhausen Tours" heißen? (einfach mal alle Berichte auf Tonband aufnehmen und rückwärts abspielen, dann erfährt man die Wahrheit über diesen Blog und seine Hintermänner!)

  • Es gibt gar keine 'mächtigen Ökolobby im Hintergrund'.

    Nee, mehr im Vordergrund :D

    Bin mir allerdings wirklich nicht so sicher, ob es nocht double standards sind, wenn Menschen sich über Fox News mokieren und gleichzeitig Informationen von Der Anstalt beziehen.

  • Sicher, theMenace, sicher.


    Falls es noch nicht klar geworden ist:

    Das eine ist Realsatire, das andere nur Satire. Du wirst in der Lage sein, die Klassifizierungen passend zuzuordnen.

  • Auf Mr. Mo lohnt es sich nicht mehr einzugehen: Er möchte bestimmen, was diskutiert werden soll und was nicht und nennt das "Diskussionskultur".

    :rofl:


    Dahl, DU hast die spezifische These "KI kann Satire erkennen" auf die Agenda gesetzt. Dass Du Dich vor Nachfragen so konsequent drückst, werte ich jetzt mal als implizites Eingeständnis, dass Du wirklich keine Ahnung hast -- respektive: eine Meinung rausgehauen hast, ohne hinreichend informiert gewesen zu sein. Um das zur Sicherheit dazuzusagen: Bei dem Thema geht es um wissenschaftliche und informationstechnologische Fakten, nicht um Interpretationsspielraum. Sich auf entsprechende Hinweise hinzustellen und anderen Diskussionsdiktat vorzuwerfen, ist extrem schwach. Zumal dann, wenn man selbst immer wieder versucht, Diskussionen einen Spin zu geben, der von eigenen Wissensdefiziten ablenkt.


    Ach ja, als Ergänzung zu dem was TheMenace richtigerweise schrieb: Auch bei der FAZ sind nicht alle Redakteure uneingeschränkt für die jetzt beschlossene Form des Leistungsschutzrechtes. Du kannst ja mal den Namen Hendrik Wieduwilt recherchieren. Nur weil eine renommierte Zeitung etwas druckt, heißt das noch lange nicht, dass der dafür verantwortliche Autor sich nicht irren kann.

  • Du lenkst wieder ab - zu dem Grundproblem, dass Du mit dem nicht verifizierbaren Hinweis, für die "kleinen Kulturschaffenden" würde sich eh nichts ändern, alles beim alten lässt, hast Du Dich bislang nicht überzeugend geäußert. Letztlich trittst Du hier als Lobbyist von Facebook, YouTube und Co. auf.

    Einmal editiert, zuletzt von Dahl () aus folgendem Grund: Edit: Bei den Uploadfiltern gehen auch andere davon aus, dass man technisch Möglichkeiten finden wird, das zu regeln. Zudem kann man Beschwerdemöglichkeiten einbauen - wenn die zügig bearbeitet werden (dafür kann man personelle Ressourcen bereit stellen), kann ein durch einen Uploadfilter blockierter Beitrag nicht sofort, aber möglichst rasch ins Netz gestellt werden. Es gibt eben nicht nur technische Lösungen. Also nicht so eindimensional denken.

  • Zitat

    Bei den Uploadfiltern gehen auch andere davon aus, dass man technisch Möglichkeiten finden wird, das zu regeln.


    Das ist eine Argumentation wie sie ein Christian Lindner oder Dieter Nuhr nicht besser hätten machen können.

    Irgendwann wird irgendwer mal irgendwas finden und dann wird alles besser! Deswegen ist jetzt alles egal und man kann machen wie man will.

    Damit wird man beim Klimawandel auf die Nase fallen und wohl auch bei den Uploadfiltern.


    Und wer sind überhaupt "auch andere"?

    Denn wenn selbst der Oberlobbyist Axel Voss sowas von sich gibt, sagt das doch alles. Aber du weißt natürlich, dass das alles nicht so kommen wird, weil sich was finden lässt:

    "Ich kann nicht dafür garantieren, dass die Maßnahmen, die Plattformen ergreifen um ihrer Haftung gerecht zu werden, hundertprozentig arbeiten und deshalb die Meinungsfreiheit auch mal eingegrenzt wird."


    Und das da irgendeine Firma Personal einstellt, damit der Post von Lieschen Müller, der eigentlich zu unrecht gesperrt wurde, trotzdem hochgeladen wird, sehe ich auch nicht. Sowas fällt dann unter Kollateralschäden.

    Lieber zu viel sperren, als zu wenig, damit man der Haftung gerecht wird.

  • Mr. Mo : Plump ist es, das Urheberrecht zu minimieren und weitgehend zu ignorieren, wie es Deine Beiträge tun. Plump ist es auch zu verschweigen, dass die Urheberrechtsreform nicht nur dahingehend etwas tut, sondern auch Einzeluser vor künftigen Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen schützt, Zudem verbessert sich die Lage für Wissenschaftler, denen künftig das Speichern von Datenbanken für Forschungszwecke erlaubt ist und für Bildungseinrichtungen, die urheberrechtlich geschütztes Material leichter für Präsentationen im Unterricht bzw. in der Lehre verwenden können.


    Zudem sind Memes, Blogs, Start-ups und nicht-kommerzielle Plattformen von der Regelung ausdrücklich ausgenommen. Auch das verschweigst Du - plump und einseitig.