Politischer Zoff-Thread oder so

  • um Hartz 4 Empfänger in die Nachbargemeinden abweisen zu können

    Das ist völliger Quark. Kein/e BürgermeisterIn kann Leute "in Nachbargemeinden abweisen".

    Andersrum wird ein Schuh draus: Wer günstige Wohnungen anbieten kann, kann bei der Zahlung von Transferleistungen sparen.

    Natürlich kann kein Bürgermeister Hartz 4 Empfänger abweisen. Man kann Hartz 4er aber dazu bringen, günstigere Wohnungen außerhalb der Ballungsräume zu beziehen. Die Gemeinden die günstigen Wohnraum anbieten erhalten dann automatisch mehr Hartz 4 Bewohner und haben dann mehr Ausgaben. Wenn das völliger Quark wäre, wäre das eine gute Nachricht für mich.

  • Überprüfe doch mal, was die SPD für den sozialen Wohnungsbau tut. Ist es etwa so, dass die vielen SPD Bürgermeister, die an vielen Orten vorhandenen Mittel von Geld und Bauplätzen nicht nutzt, um Hartz 4 Empfänger in die Nachbargemeinden abweisen zu können, weil dort der Wohnraum billiger ist, ist es wahr dass die SPD Bürgermeister in Ihren Gemeinden Hartz 4 Ausgaben sparen wollen?

    Auch sollte man nicht vergessen, dass viele Gemeinde eigene Wohnungen auch von der SPD vor 15 - 20 Jahren an Investoren verkauft wurden. Die Finanzinvestoren provitieren einfach von den Fehlern die SPD Politiker

    machen. Die Solidarität kann man doch in der SPD vergessen, die SPD wird doch von vielen nur noch als Karriere Sprungbrett genutzt. Der Einsatz der Berufspolitiker der SPD gilt meiner Meinung nach nicht mehr vorwiegend der Bevölkerung, sondern mehr der eigenen Geldtasche.

    mustermanns sinnfreies Geschreibsel ist ja nun geklärt.

    Magst Du mir kurz erklären, wieso ich auch für Dich der amtliche Vertreter der SPD hier bin?

    Oder anders: Kommt es so rüber, dass ich die Schuld am Niedergang des Sozialen Wohnungsbaus explizit _nicht_ bei der SPD verorte?


    Nochmal für alle, die sich etwas später eingeschaltet haben:

    Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum für Mittel- und Unterschicht in den Städten. Ursache ist die verfehlte Wohnungsbaupolitik und der flächendeckende Verkauf der seinerzeit in öffentlicher Hand befindlichen Wohnungen, als man davon ausging, der Markt werde es schon richten.

    Verantwortlich dafür sind die jeweils Regierenden von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen.

  • prickelpit96


    Danke für die Klarstellung, ich habe wirklich gedacht, dass Du SPD Mitglied bist und die Verantwortung für die

    Probleme nur außerhalb der SPD siehst.

    Ich mache mir zur Zeit viele Gedanken über den Niedergang der SPD seit 1998 und finde bei den SPD Mitgliedern, die ich kenne zu wenig, Selbstkritik. Es wird zu schnell alles auf die "Große Koalition" geschoben und meiner Meinung

    nach nicht erkannt, dass auf allen Ebenen vom Kreistag bis zum Bund, Fehler passieren und viel Zeit für

    innerparteilichen Konkurrenzkampf verschwendet wird.

  • Gestern habe ich im Zuge der Soliabschaffung erfahren, dass ich mit meinem Popelgehalt zu den oberen 10% der Steuerzahler gehöre. Das Lohnniveau in diesem Land ist offensichtlich sowas von im Arsch, das ist sagenhaft.

    ging mir ähnlich, auch wenn es bei mir nur die oberen ~16% sind.


    Aber ich war auch schon erstaunt, als ich feststellte, dass mein Einkommen über dem Durchschnitt Hamburgs (die einkommenhöchste Stadt Deutschlands) liegt,dass wenn sich nur geringfügig.


    Meine alte Mutter hat Netto immer noch mehr als ich und das ohne zu arbeiten. Und meine Familie war immer besitzlos. Da gibt es keine nennenswerten Kapitaleinkünfte, V+V oder sowas.

    Das Geld war immer für zeitnahes Leben und der Rest geht jetzt an die Kinder und Enkelkinder.

  • Erwähnenswert dabei ist vielleicht, dass in Skandinavien festgestellt wurde, dass die reichsten 0,1% dort im Schnitt 25% ihrer Steuern hinterziehen.

    Nein, nicht moralisch schändlich, aber legal leichtfertig verkürzen sondern kriminell hinterziehen.


    Wird hier sicher nicht weniger sein.

  • Wo wir gerade bei Schere und Vermögen, etc. sind:

    Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland mehr gemietet als besessen wird (im Vergleich zu z.B. den USA oder auch Italien), führt der weltweite Immobilienboom in Deutschland zur weiteren Verarmung des Mittel- und Unterstandes, während derselbe Umstand in Italien und der USA zum gegenteiligen Trend führt.


    Gab's heute morgen auf NDR Info.

  • Und man sieht es an den häufigen Problemen bei Unwettern, weil Häuser oft sehr leicht gebaut sind, da das billiger ist.

  • Das Problem bei Vermögenszuwachs durch Eigenbedarfsimmobilie ist zudem, daß dieser Wertgewinn nicht gut realisierbar ist. Er steht nur auf dem Papier. Aber was ist, wenn man verkaufen will? Dann braucht man ja was anderes. Wohnen will man schließlich weiterhin. Aber das Neue ist ja auch teurer geworden, wenn es eine Immobilie ist.


    Man kann natürlich darauf spekulieren, daß man im Alter sein Häuschen zu einem guten Preis abgibt und dann in eine kleinere Wohnung zieht. Vermögensaufbau fürs Alter. Aber das ist halt Spekulation. Eine Wette auf die Zukunft. Sollte der Preis in dem Jahrzehnt, in dem man alt zu werden gedenkt (sei es Kinder raus, Rente erreicht, Altenwohnheim ruft), zufällig am Boden liegen, hat man Pech gehabt. Wetten kann man gewinnen oder verlieren.


    Absoluter Irrsinn ist es jedenfalls, was in dieser einen ÖR-Doku mal gezeigt wurde. Da lief eine wohlhabende Italienerin durch eine Berliner Wohnung in Innenstadtnähe und war fasziniert davon, wie billig Immobilien in Berlin seien. Verglichen hat sie es mit Mailand. Aber darauf kommt es ja gar nicht an. Das ist der Irrsinn. Die Miethöhe oder die Kaufpreishöhe hat sich nicht am weltweiten Immobilienmarkt zu richten, sondern an der lokalen Kaufkraft. Weil es Berliner sind, die in Berlin leben wollen/müssen oder einfach leben. So wie es Mailänder sind, die in Mailand leben. Oder Sylter auf Sylt (ja, die Sylter sind von ihrer Insel vertrieben worden, deswegen bringe ich das Beispiel). Das sind so Probleme, die mit der Vermögenskonzentration, Kapitalverkehrsfreiheit und völlig privatem Wohnungsbau einhergehen. Aber das war politisch vor 30 Jahren so gewollt. Das war Teil der geistig-moralischen Wende und als einziges Korrektiv fiel ihnen das Wohngeld ein, um die irrsinnig werdenden Mieten aus Steuergeldern mitzubedienen. Wohnsubjekt- statt Wohnobjektförderung.


    Das ist so gewollt. Das ist nicht einfach so passiert. Der Bürger soll seinerseits Kleininvestor werden und sich mehr für Leitzinsen, Baufinanzierung und Aktienkurse interessieren als für die Lohnentwicklung oder die gesetzliche Rente. Solange bis er bei Demonstrationen skandiert "6 Euro pro Stunde sind doch auch genug" (organisiert von privaten Paketdiensten vor zehn Jahren). Solange bis gesagt wird, wer Radwege fördert, fördert auch tote Innenstädte (da macht man sich Sorgen um den Einzelhandel, ohne Teil des Einzelhandels zu sein. Wobei der Einzelhandel von mehr Radverkehr nur profitieren kann - völlig schräg alles). Der Bürger interessiert sich für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die schwarze Null anstatt für die eigenen Belange. Das hat jahrzehntelange Werbebemühungen von INSM, MPS & Co. gekostet und macht ihn nun pflegeleicht.

  • Warum darf der hier eigentlich noch schreiben

    Genau das ist die Haltung derjenigen, deren Positionen und Handeln Du hier immer wieder kleingeredet hast.


    Ich erinnere nur an Deinen Post vom letzten September: AfD eine Bereicherung für die Demokratie. Danach hast Du dann zu diesen Fragen zum Glück geschwiegen - zur Einsicht scheinst Du dennoch nicht gekommen zu sein.

  • Ach Dahl, Du merkst es einfach nicht.


    Deine drei Sätze könnte ich jetzt ziemlich stichhaltig widerlegen, aber mir fehlt längst die Lust darauf. Es ist so sinnlos. Vielleicht nur so viel an Deine Adresse: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

  • Genau das ist die Haltung derjenigen, deren Positionen und Handeln Du hier immer wieder kleingeredet hast.


    Prickel und ich und andere reden darüber, wie Arbeitnehmer im Immobilienmarkt auf unterschiedliche Arten vom Kapital über den Tisch gezogen werden, und Du wirfst was zum Wetter ein.


    Das kommentiere ich mit der gebührenden Achtung, nämlich keiner, und Du reagierst völlig überraschend und wirfst mir Nazi-Relativierung vor.


    Und das soll nicht grober Unfug sein? Wie bräsig muss man eigentlich sein, um jahrelang durchzuziehen, was Du hier durchziehst, ohne irgendwas zu merken?

  • Naja dann müsste aber im Gegenzug auch ein Verkaufsverbot an nicht lokale Interessenten erfolgen, da sonst der "günstige" Wohnraum von Käufern aus finanzstarken Regionen aufgekauft wird.