Groundhopping

  • PAOK Saloniki - Levadiakos 5:0

    Toumba Stadion 26.000 Zuschauer (0 Gäste) ausverkauft.


    Das Osterwochenende war schon länger geplant und so kam es tatsächlich zum entscheidenden Spiel für PAOK um die erste Meisterschaft nach 1985 an diesem Datum! Seit 1988 (AE Larissa) gewann kein griechischer Verein ausserhalb Athens mehr eine Meisterschaft.

    So war es dann auch nicht verwunderlich, dass die ganze Stadt schon Tage zuvor im Ausnahmezustand war.

    Unter anderem wurde an jenem Wochenende noch der 93.Geburtstag des Vereins gefeiert und die Hafenpromenade mit unzähligen Bengalos erleuchtet.

    (Video: https://www.youtube.com/watch?v=EevI-SiWZqY)


    Man versuchte zwar ohne grosse Hoffnung, über den offiziellen Online-Verkauf Tickets zu sichern, war aber aussichtslos. Auch am Tag des Spiels war keinerlei Schwarzmarkt zu erkennen. Laut Aussagen einiger Leute hätte man für das Spiel locker 100.000 Karten verkaufen können.


    Somit lungerte man dennoch vorm völlig zerrockten Stadion im Wohnviertel Toumba bei ein paar Mythos-Dosenbieren ab und genoss bei 24 grad die Feststimmung. Rund um das Stadion hing eine dichte Rauchwolke, einerseits durch vereinzelte Pyro-Einlagen aber auch durch die Unmengen an Grill-Ständen. Man fühlte sich in frühere Zeiten versetzt.


    Anfangs noch mit einem mulmigen Gefühl sich das Treiben der hauptsächlich in schwarz gekleideten Fans angeguckt, merkte man schnell, dass hier heute alle nur auf Feiern aus sind.

    Man begab sich nun in die nächste Eckkneipe mit Blick auf das Stadion. Anpfiff. Böller, Raketen, Rauchbomben wurden im Stadion gezündet. Die Gesänge und Rauchschwaden zogen durch die angrenzenden Strassen und eine leicht Enttäuschung machte sich breit, nicht dort drin sein zu können. Aber ganz ehrlich: Man hätte wohl auch irgendwie ein schlechtes Gefühl gehabt, als Tourist dem einen oder anderen PAOK Fan für dieses Spiel eine Karte weggeschnappt zu haben.


    Somit verfolgte man das ungleiche Duell des Meisterschaftsfavoriten gegen den abstiegsbedrohten Verein aus Livadia in der Kneipe. Schnell wurde klar, dass hier heute der Sack endgültig zugemacht wird. Halbzeitstand 2:0


    Zur Halbzeit-Pause machte man sich nochmals die paar Meter zum Stadion auf. Per Seilwinde wurden Unmengen an Tüten voller Bierdosen in die Gate4-Kurve gezogen. Vor den Toren waren immer noch einige hundert Hoffnungsvolle, die irgendwie noch ins Stadion wollten. Der ein oder andere versuchte über ein Vordach das Stadion zu entern. Ob mit Erfolg, man weiss es nicht.

    Anzumerken ist hier auch, dass weit und breit keine Polizei zu sehen war. Es erweckte den Eindruck, als wenn der Fanszene hier eine Art rechtsfreier Raum überlassen wird.


    Zur zweiten Halbzeit hin machten Gerüchte die Runde, Gate4 würde ab und zu durch die Metalltore Leute reinlassen.

    Nach etwas Überwindung stellte man sich nun zu den anderen wartenden Gestalten und tatsächlich wurden ab und zu hier und da mal eines der verrosteten, vollgesprühten Metalltore geöffnet und einige reingelassen.

    Zur 65.Minute erwischten wir dann ungläubigerweise dann auch eine Traube von Menschen, die das Glück hatten, reingelassen zu werden.

    Wir waren also wirklich drin in diesem Tempel der Emotionen! Eine unfassbare Energie in diesem Stadion, hunderte Bengalos im gesamten Stadion, kaum Sicht aufs Spielfeld, pures Gedränge, völlig überfüllt. Aber das war es dann wert. Zum Abpfiff kochte die Betonschüssel dann so richtig über und nochmal wurde das komplette Stadion mit bengalischen Feuern erleuchtet.

    Nach der Pokalübergabe begaben sich abertausende Menschen in Richtung der Hafenpromenade und am Wahrzeichen der Stadt, dem Weissen Turm wurde dann spät in der Nacht die Mannschaft von 100.000 frenetischen Griechen empfangen.


    Ich habe schon wirklich einige atmosphärisch fette Spiele in Argentinien oder Italien gesehen. Das hier in Thessaloniki setzte allem nochmal die Krone auf.


    Das war nicht unser letztes Mal in Saloniki, in diesem Sinne:

    Oh Paokara exo trela!


    Einige Bilder, die das Ausmaß des ganzen ansatzweise wiedergeben -> http://ultras-tifo.net/photo-n…evadiakos-21-04-2019.html

    2 Mal editiert, zuletzt von Befton ()

  • Seit 1988 (AE Larissa) gewann kein griechischer Verein ausserhalb Athens mehr eine Meisterschaft.

    Lediglich abgesehen von den 19 Meisterschaften von Piräus seit 1988, oder?

  • Keinen Presseausweis? Ach je. Den hat doch fast jeder. Na. Nächstes Mal.

    Piräus ist Groß Athen.

  • Du musst/sollst schreiben! Reisen! Saufen! Recherchieren! Schlemmen! Fußball und andere Emotionen beschreiben. Wieder nach Hause kommen. Schreiben. Usw.

  • Wenn ich wieder in Deutschland bin, juckt es bestimmt in den Fingern.

    Aber jetzt ist erstmal noch Schlemmen, Natur, Kultur und Fußball angesagt.

  • Damit ich nicht erstmals seit einem Vierteljahrhundert eine Saison ohne einen Besuch bei einem 96-Pflichtspiel beende, nutzte ich die letzte sich dafür bietende Gelegenheit und schob auf dem Weg zur ausgedehnten Balkantour noch einen Zwischenstopp in Düsseldorf ein. Ein Altstadtbummel durfte dabei natürlich auch nicht fehlen, ehe die schmucklose Düsseldorfer Arena rief.


    https://schneppetours.com/2019/05/29/duesseldorf-05-2019/

  • Du hast diese Saison kein Heimspiel kein Auswärtsspiel davor live im Stadion gesehen??? Respekt.

  • :kichern::kichern: Schneppe kann einfach machen was er will,er wird dafür gelobt. Das gibt meinen Respekt.

    Werde ich eventuell auch gelobt, weil ich dieses Jahr nur sehr wenige Auswärtsspiele gesehen habe?

  • Ich finde es eher traurig, dass man so eine großartige Serie durch das Spiel in Düsseldorf kaputt gemacht hat.

  • :kichern::kichern: Schneppe kann einfach machen was er will,er wird dafür gelobt. Das gibt meinen Respekt.

    Werde ich eventuell auch gelobt, weil ich dieses Jahr nur sehr wenige Auswärtsspiele gesehen habe?

    Vor dieser Leistung kann man wirklich nur den Hut ziehen. Respekt!

  • Am 19.Mai war letzter Spieltag in Serbien und Roter Stern durfte seinen 30.Meistertitel feiern. Außerdem sollte beim Saisonfinale der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 30.Geburtstag der Fandachgruppe "Delije" stattfinden. Choreographisch und pyrotechnisch war also einiges zu erwarten und die Vorfreude entpuppte sich als völlig berechtigt.

    Zum Runterkommen ging es am Tag nach dem Spektakel schließlich noch nach Vršac, wo historisch, touristisch und kulinarisch alle Bedürfnisse gestillt wurden.


    https://schneppetours.com/2019…-vrsac-werschetz-05-2019/

  • Der zweite Teil der Balkanreise zum Saisonfinale führte in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Am vorletzten Spieltag trafen hier die Rivalen Levski und CSKA zum "Ewigen Derby" aufeinander.

    Hintergründe zu den Vereinen und zur bulgarischen Fankultur werden natürlich nicht ausgespart. Ebenso kommt die Geschichte Sofias bzw. Bulgariens nicht zu kurz.


    https://schneppetours.com/2019/06/03/sofia-05-2019/