Was geht Euch auf die Nerven? Der ultimative Beschwerdefaden.....

  • Hätte ich eher Deine Zustimmung gefunden, wenn ich das als "Erziehung zur Selbständigkeit" verkauft hätte?


    Um zu versuchen, Deine Kritik konstruktiv aufzunehmen: Über Ernährung wurde sich bei uns schon sehr viele Gedanken gemacht. Die Mutter ist z.B. eine Komplettverweigerin bei allem, was man grob als "Bonbon" klassifizieren könnte. Sie zählt z.B. auch Tic-Tacs dazu, was mir viel zu radikal ist. Bei mir bekommen sie tatsächlich eine (kleine) Packung Tic-Tac, wenn sie im Alltag gut mitziehen. Die kriegt dann immer ein anderes Kind zum Verwalten und sie müssen die fair aufteilen, sonst gibt's keine mehr. Ich würde sagen, dass sie dadurch schon auch was lernen.


    Zucker in Maßen und bewußt gehört für mich durchaus zum Alltag mit Kindern, wie etwa das Eis im Sommer. Oder Nutella-Toast am Wochenende eben. Relativ wichtig ist, dass die Situationen definiert sind und dass man zusieht, die Bande oft genug vor die Tür zu jagen, dass sie das auch wieder verbrennen.

    Es ging mir nicht um Zucker in Maßen, da bin ich ganz bei dir, gerade auch weil ich die Übersprungshandlungen der Kinder kenne, die zu Hause keinen Zucker bekommen und dann woanders mal Zugriff darauf haben. Ein vernünftiger, möglichst selbstbestimmter Umgang damit ist da sicherlich sinnvoller.

    Mich störten eher die "Wenn..., dann..."-Konditionierung mit Nutella und der vermeintlich unkontrollierte Zugriff darauf am Morgen. Und ja, mit Nutella an sich habe ich dann noch ein grundsätzliches Problem, was Zuckergehalt, Palmöl,etc. angeht.

  • Ey Du, Du darst ruhig ein Problem mit meinen Ansichten haben, ist okay! ;)


    Ich würde dennoch der "Konditionierung" widersprechen.


    Im Kern kann man "Nutella" durchaus weglassen, und es funktioniert trotzdem. Der entscheidende Punkt ist, dass die Kinder dazu erzogen werden, so früh wie möglich morgens selbständig zu werden. _Das_ war mir immer wichtig, unter anderem, weil ich immer wieder Schlafprobleme habe und mein Schlaf, wenn ich ihn denn kriege, mir heilig ist. Und das haben die früher gelernt, als man annehmen könnte: Sich morgens ein vorbereitetes Frühstück nehmen.


    Nutella hat da vielleicht geholfen, dennoch ist es keine Pawlow'sche Methodologie. Und ich habe durchaus den Eindruck, dass viele Eltern da zu mißtrauisch sich selber gegenüber sind und ein wenig zu sehr bestrebt, immer alles richtig zu machen.

  • Ja, frühmorgendliche Selbstständigkeit finde ich super. Und die "Belohnung" wird bei jedem anders aussehen und sicherlich meist so nicht im Erziehungsratgeber stehen. Daher auch gar keine wirkliche Kritik, die finde ich bei Erziehungsfragen ohne echten Einblick in die Abläufe sowieso mehr als heikel. Eigentlich finde ich nur Nutella blöd.

  • Gut. Damit hätten wir unsere Differenz auf den Punkt gebracht. Ich finde Nutella geil, obwohl die neue Rezeptur mit weniger Kakao(butter?) einen echten Verlust darstellt.


    Kakao ist sowieso endgeil. Im nächsten Leben werde ich Chocolatier.

  • Ich war tatsächlich dabei, das auch noch ungefragt zu kommentieren, hatte es mir aber verkniffen.


    Zwei Punkte:


    - Tatsächlich habe ich alle auf dem Markt befindlichen Schoko-Haselnuss-Brotaufstriche systematisch durchprobiert. Da sind einige sehr leckere dabei, aber: Es fehlt was. Die Original-Nutella hatte - muss man leider sagen - ein gewisses Etwas, an das keiner rankam. Was sich dann im besten Fall so auswirkte, dass ich nach ein paar Wochen der anderen Produkte müde war, was mir so mit Nutella nicht passiert ist.


    - Und das leitet fließend zum nächsten Punkt über: Nutella hatte ich zu keinem Zeitpunkt meines Lebens "über". Zwar bin ich auch große Phasen ohne ausgekommen, aber der Geschmack ist irgendwie wie für mich gemacht. (Ja, ich weiß, auch für viele andere.) Soll heißen: Wenn ich welche gegessen habe, hatte ich nie Distanz dazu.


    Vielleicht eine Prägung aus der Kindheit. Und eine prägende Erinnerung ist tatsächlich, wie uns unsere Mutter von Nutella abbringen wollte, um auf Ess-Zett-Essschockolade auszuweichen, Anfang der 80er. Schon alleine von daher war klar, dass ich meinen Kindern sowas nicht antue.


    Es geht mir hier nicht um Produktfetischismus. Scheiß auf Ferrero, oder wer immer das herstellt. Ich bin nur absolut ehrlich und gebe zu, dass ich Nutella verfallen bin. Man mag mir das gerne als Fehler auslegen. Irgendwann wird es Zeit, seine Beschränkungen zu akzeptieren, und dies ist einer meiner Fehler. Von mir aus.

  • @ 1,2,3:

    Lesefähigkeit ist ein ganz großer Schritt nach vorne.

    Taschenlampen/Stirnlampen ans Bett und deren Funktionstüchtigkeit immer überprüfen.

    "Wehe, du liest heimlich unter der Decke!"

    Diese Regel dann in der Woche strenger und am Woe nicht so streng kontrollieren.

    Wirkt Wunder.

    @ Exil: Erweitere deine Sucht. Ich bin Brinkers total verfallen und war vorher ziemlich auf der alten Nutella.

  • Ja nun, über 55% Zucker, ~ 31% Fett (~7,5% fettarmer Kakao, und die guten Haselnüsse)!

    Vielelicht könnte man den Kindern auch irgendwas Spritzen (was weniger schädlich ist) , damit die morgens auch länger schlafen.

    Ich sehe Zucker, langkettige Fette (Palmöl), und Weissmehl allerdings auch als kritischer an, als sich das 'bisher' allgemein durchsetzen konnte.


    Anderen Suchtmitteln kann ich 'leider' selbst nicht absprechen, das ist aber zum Glück nur mangelnde Verantwortung gegenüber mir selbst.


    Ohne Kinder, bin selbst nicht auf Zucker konditioniert, und Frühaufsteher - da komme ich nichtmal auf die Idee mir ein Glas zu kaufen.

  • Ich auch nicht. Ich liebe zwar Nugat über alles, aber aufs Brot/Brötchen brauche ich etwas Herzhaftes. Am liebsten Käse oder meine selbstgemachten Brotaufstriche. Nutella & Co. esse ich zur Not mit dem Löffel aus dem Glas.
    Genau aus dem Grunde habe ich sowas nicht im Haus.

  • mustermann: Respekt. Ohne Kinder zu haben, reproduzierst Du den Kopffilm, den sich viel zu viele Eltern machen.


    Die Dosis macht das Gift. Und das ungestillte Bedürfnis, das Zerwürfnis mit der Welt die Droge. An Nutella oder auch anderen Produkten mit Zucker ist nichts schlechtes, wenn sie in eine vernünftige Ernährung insgesamt und eine artgerechte Kindhaltung integriert sind.


    Alle meine drei haben einen Body-Mass-Index von 23. Das habe ich letztes Jahr sogar nachmessen müssen, weil meiner mittleren in der Schule vermittelt wurde, sie wäre zu dick. Das muss man sich mal vorstellen: Body-Mass-Index von 23, und Grundschul-Mädchen werden trotzdem, wie der Ami sagt, "body-shamed". _Sowas_ macht krank.


    Zudem - und das ist ein weiterer Indikator für mich, ob ich es nach meinen Maßstäben richtig mache - betteln meine Kinder nicht. Wenn ich sage: Es gibt kein Eis, oder mal keine Süßigkeit oder - was ich versuche, zu vermeiden - mal keine Nutella, wissen sie, dass das zu akzeptieren ist. Die wissen im übrigen auch, wo ich die Süßigkeiten lager und gehen nicht ran. (Das ist einmal vorgekommen. Ich habe sie mir vorgeknöpft und erläutert, dass ich keine Versteckspiele mitspielen werde. Wenn sie den Vorrat plündern, werde ich ihn auflösen. Bin selber etwas erstaunt, dass das geklappt hat.)


    Tatsächlich finde ich eine solche Dämonisierung von so etwas wie Nutella, wie Du sie betreibst, ziemlich bestürzend. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, und natürlich ist sowas eine sehr verbreitete Meinung, was diese Haltung für mich nur noch noch mehr problematisch macht.


    Es würde zuweit führen, das jetzt auszuführen, aber: Eine der Hauptursachen, dass Kinder keine Pi-mal-Daumen ausgewogene Ernährung hinkriegen, ist exakt der Ess-Stress, den viele Eltern machen.

  • Ich finde den Konsum von Nutella auch ok, wenn auch mal etwas anderes auf den Tisch kommt. Bei uns und interessanterweise nun auch meiner Tochter (2 gertenschlanke Enkelsöhne) gibt es wie seinerzeit auch in meinem Haushalt (3 Kinder) nur am WE und in den Ferien Nutella.
    ich glaube es ist völlig unrealistisch, wenn man glaubt seine Kinder vor Nutella etc. schützen zu müssen/können. Wenn sie es zu Hause nicht bekommen, bekommen sie es anderswo. Auch so kann eine Sucht entstehen.

  • Alle meine drei haben einen Body-Mass-Index von 23. Das habe ich letztes Jahr sogar nachmessen müssen, weil meiner mittleren in der Schule vermittelt wurde, sie wäre zu dick. Das muss man sich mal vorstellen: Body-Mass-Index von 23, und Grundschul-Mädchen werden trotzdem, wie der Ami sagt, "body-shamed". _Sowas_ macht krank.

    Kotzkotzkotz! Ich bin so froh, dass uns sowas bisher erspart blieb.

    Vielleicht noch etwas früh für deine Mädels, aber meine Mädels haben herzlich gelacht und dazu ein paar Chips gemümmelt.

  • Zucker ist das eine. Aber alleine für den doppelten Fluch von Palmöl verzichte ich gerne auf Nutella (also ich sowieso, das ist mir viel zu süß).

  • Eine Grundschul-Freundin meiner Ältesten bekam _nie_ Süßigkeiten. Weil sie zu dick war. Hat mir das Kind leid getan, war schwer, die und ihre Eltern in der Nähe zu haben, ohne was zu sagen, denn natürlich gehe ich davon aus, dass der Essstress, den die Eltern gemacht haben, ursächlich war für das Übergewicht.


    Aufstrebende Mittelklasse, haben ihr Kind bilingual erzogen (d.h. mit ihm Englisch geredet), aufgeklärte, moderne Grünenwähler, die nur das beste für ihr Kind wollten. Und dabei alles falsch machen.


    Wie sehr ein Kind auf Esstress reagiert, habe ich auch an meiner Ältesten gesehen. Die Mutter ist ja Ökotrophologin und wollte alles perfekt machen. Das Kind hat mitbekommen, dass mit dem Essen von daher was nicht stimmt und hat 2 Jahre ausschließlich Muttermilch zu sich genommen. Nichtmal Wasser hat sie angenommen. Sowas überträgt sich unterschwellig.