Hannover 96- Borussia Mönchengladbach 2:3

  • Ich stimme Dir vollumfänglich zu, Kai. Sehr gut analysiert. Haken wir es als unnötige Niederlage ab, da wir aber gegen Schalke und Bremen mehr als glückliche Punkte eingefahren haben, gleicht sich das alles etwas aus. Ich finde schon, dass sich das Spiel der Mannschaft insgesamt deutlich verändert hat. Da dauert es etwas, bis das alles 100% greift. Hinzu kommt, dass sich Slomka diesmal mit seinen Wechseln verpokert hat, während Favre das bessere Händchen hatte.


    Jetzt Mittwoch und Samstag gewinnen und dann dranbleiben. In Stuttgart holen wir ja traditionell allerdings eher nur Erfahrungspunkte.

  • Wie kann man nach einer so langen Serie von guten Heimspielen bei der ersten Heimniederlage so hemmungslos auf die Mannschaft und den Trainer losgehen?


    Erstens war es eine Serie von nicht verlorenen Spielen, da waren auch ein paar Unentschieden dabei. Zweitens, waren da seit langer Zeit schon keine wirklich guten Spiele dabei (Ausnahme gegen Dortmund). Ein Großteil der Spieler hat nicht die Form von der letzten Saison.

    Die Mannschaft wird plötzlich zum kommenden Absteiger gestempelt, Zieler aus dem Kader der Nationalmannschaft geschrieben und der Trainer als Volldepp dargestellt. Von Leuten offensichtlich, die sich am letzten Donnerstag noch Freudetrunken in den Armen gelegen haben.

    Am Donnerstag haben sich díe Leute vielleicht wegen der Torfolge und des Siegtores in letzter Minute in den Armen gelegen; bestimmt nicht wegen einer guten Leistung gegen einen hoffnungslos überforderten Gegner.

    Borussia Mönchengladbach wird zudem als Laufkundschaft angesehen, der dem kommenden Europokalsieger nicht das Wasser reichen dürfte. Ein jedes Spiel fängt bei Null an, egal wo man in der Tabelle steht oder stehen sollte, und einen Gegner hat es auch, wenn der Schiedsrichter anpfeift. Wer nicht versteht, dass es in der Bundesliga keinen Verein gibt, den man eben mal so abfiedeln kann, sollte sich am Schachbrett hochziehen oder zum Prellball wechseln. Jeder Spieler kann mal einen schwachen Tag haben, ebenso auch eine Mannschaft. Auf dieser Ebene können nun mal kleinste Irritationen und Unsicherheiten zu einem schlechten Spiel führen. Entscheidend ist, wie man damit umgeht und wie man zurück kommt. Gilt nicht nur für die Slomka-Elf.....


    Es kommt darauf an, was eine Mannschaft kann, und was sie spielt. 96 hatte mehr oder weniger die Spielkontrolle, ohne zu glänzen. Gladbach fand nicht statt und ist keine Laufkundschaft; war aber bisher im Saisonverlauf äußerst mäßig und trat ohne die beiden besten Spieler an. Zwei Aktionen schienen den Sieg einzuleiten: ein Fernschuss von Schlaudraff mit Hilfe des Torwarts und eine gelungen Freistoßvariante. Viel mehr hatte 96 -außer Ballbesitz- auch nicht zu bieten, Gladbach gar nichts. Ein überforderter Sakai hat den Anschluss-, ein schlafmütziger Eggimann den Ausgleichs- und ein nicht aufmerksamer Zieler den Gladbacher Siegtreffer eingeleitet. Das sind für mich mehr als "kleine Irritationen".

  • Kai, ich danke Dir für Deinen Beitrag #116. Mein Fazit zum gestrigen Spiel fällt genau so aus. 15 starke Minuten reichen nicht. Nicht gegen Gladbach, aber auch nicht gegen Fürth, Augsburg oder gar Freiburg.

  • Naja, das stimmt ja so nicht. (Bezog sich auf Managers Beitrag - ich verwende nur die meinem Alter entsprechende Tipgeschwindikeit)
    Zum einen entspringt die verständliche Kritik aus dem Herschenken eines 2-0 Vorsprungs, einem Vorgang, den man ja nicht so häufig erlebt (insbesondere in den letzten Heimspielen von H96).
    Zum anderen zeigen die unterschiedlichen Kritiken doch einduetig den Willen zu verstehen, warum das passiert und was man hätte tun können, um es zu verhindern. Letzteres sicherlich im Hinblick auf mögliche Wiederholungen.
    Das mancher dabei übers Ziel hinausschiesst ist in einem Internetforum sicher kein Novum.


    Zum Spiel selbst - Gladbach hat es in der ersten Halbzeit sehr gut geschafft, uns zu neutralisieren (oder auch wir es nicht, für Gefahr zu sorgen). Mit dem 1-0 kippt das Spiel, denn nun muß sich Gladbach mehr beteiligen. Was ich nicht verstehe, ist warum wir die Konter nicht besser ausspielen. Ich hatte schon am Do in Helsingborg den Eindruck, es in der zweiten Halbzeit mit einer Schülermannschaft zu tun zu haben, weil jeder selbst das nächste Tor schiessen wollte, anstatt die Konter auszuspielen.
    Auch gestern fehlte mir - insbesondere zwischen Minute 55 und 77 - die Präzision im Vortrag des Gegenangriffs. Nach dem 2-3 hatte ich nicht den Eindruck, das wir noch einen Blumentopf würden gewinnen können.

    Einmal editiert, zuletzt von Hesketh ()

  • Ich sitze im Block W 18 und kann nur sagen, dass eine erbärmliche Stimmung von der Nordkurve ausgegangen ist.
    Der Höhepunkt war am Ende erreicht, als die sog. UItras beinahe schon fluchtartig das Stadion verließen.
    Das Spiel war insgesamt gesehen nicht schlecht, es war eine durchschnittliche Bundesligabegegnung.
    Und die Mannschaft hat sich in den letzten Monaten gerade für Zeiten Unterstützung verdient, in denen es nicht so gut läuft.
    Zu den Ultras Hannover fällt mir ein passender Name ein... SWU... Schön-Wetter-Ultras!


    Zwei Faktoren können die Niederlage gegen Gladbach mitverursacht haben:
    1.) erbärmliche Unterstützung nach dem Ausgleich
    2.) Haarmann hat gefehlt :p

  • @ Manager:


    Dass die Kritik - insbesondere direkt nach dem Spiel - teilweise überhart ausfällt, muss man tolerieren und ist der Emotion und der Torfolge geschuldet. Das sollte man jetzt nicht überbewerten.


    Ein anderes Problem hast du leicht gestriffen: Diese "Himmelhoch-Jauchzen" und "zu Tode betrübt". Das gefällt mir auch nicht. Bei den Siegen werden häufiger mal 2-3 Augen zugekniffen und Kritik ist verpönt und bei den Niederlagen fällt es dann plötzlich auf, dass nicht alles Gold ist, was bei den Siegen so schön geglänzt hat. Diese Verhalten ist nicht nur exklusiv bei den Fans, sondern läßt sich auch in den Medien nachvollziehen.


    Kann ich unterstreichen, auch in der von dir dargestellten Deutlichkeit.

  • Und das ist in Hannover ja nun wahrlich kein neues Phänomen. Das kenne ich seit 30 Jahren nicht anders...


  • Der Höhepunkt war am Ende erreicht, als die sog. UItras beinahe schon fluchtartig das Stadion verließen.
    Zu den Ultras Hannover fällt mir ein passender Name ein... SWU... Schön-Wetter-Ultras!


    Das stimmt doch gar nicht.
    Was solche Beiträge sollen, verstehe ich nicht. Ich fand es auch nicht so, das die West und co nicht mitgezogen haben wie manche meinten. Muß jetzt immmer unbedingt was gesucht werden?

  • Nein, Sujo, neu ist das wahrlich nicht. Trotzdem fällt es mir auch nach mehr (!) als 30 Jahren nicht leicht, mich daran zu gewöhnen.

  • Nach einem derartigen Spielverlauf ist klar, dass überall nach Fehlern gesucht wird. Mich stimmt aber positiv, dass wir zwei Tore geschossen haben. Fehler in der Abwehr können passieren, dann aber doch bitte in einem Spiel und nicht in drei aufeinanderfolgenden. Sakai wird auch ohne Auswechslung wissen, dass er bei seinem Startelfdebüt nicht optimal gespielt hat. Zudem habe ich die große Hoffnung, dass das Spiel für die Mannschaft einen großen Lernprozess auslöst (vorallem Zieler, Trainer).


    Ich beneide dennoch jeden, der am Sonntag im Stadion war. Denn ich war mit dem Pro-Gladback-Gesülze bei Sky ab Minute 20 gestraft.

  • Ich sitze im Block W 18 und kann nur sagen, dass eine erbärmliche Stimmung von der Nordkurve ausgegangen ist.


    Ich habe eben meine Dauerkarte dahingehend untersucht, wo der Passus zu finden ist, dass die Nordkurve, in der auch ich stehe, für die Stimmung zuständig ist.
    Erbärmliche Stimmung? Ich gehe davon aus, dass Du das stimmgewaltig ausgeglichen hast, gell?

  • @ prickelpit,
    natürlich habe ich versucht, das auszugleichen!
    Und es war nach dem 2:2 ja so leise, dass Du mich eigentlich gehört haben musst...


    Ich habe mich schon gefragt, ob das ein neuer Stimmungsboykott ist, von dem ich nichts mitbekommen habe.

  • Und es war nach dem 2:2 ja so leise, dass Du mich eigentlich gehört haben musst...


    Ja, überraschenderweise waren die Menschen um mich herum über den Spielverlauf nicht amüsiert und nach dem Ausgleich erstmal stumm.
    Allerdings kam es dann doch doch zu völlig hannover-untypischen Gefühlsausbrüchen mit Anfeuerungen. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah.


    Erst heute weiß ich, dass Du dahinter steckst. Danke für Deinen Einsatz.

  • Meine Kritik ist deswegen so hart, weil ich glaube, dass man sonst nicht aufwacht und der Schlafwagenexpress weiter schön durch die Saison rattert. Wenn man nach 70 Min. 2-0 führt und nach 79 Min. 2-3 zurückliegt, dann kann etwas nicht stimmen. So ein Abwehrverhalten habe ich im Profifussball selten gesehen, da verteidigt ja die F-Jugend vom VfV Hildesheim besser. Es verbietet 96 ja auch keiner, das 3. Tor zu erzielen. Warum die Mannschaft allerdings immer wieder in diese Buchhaltermentaltität verfällt, obwohl sie doch weiß, dass sie in 5 Min. immer für 2 Gegentore gut ist. Man kann ja nicht immer in der 70 Min. 4-0 führen, um ein BL-Spiel zu gewinnen.

  • Mal 2 Worte zur Stimmung, insgesamt ziemlich mies. Nord war nicht gerade doll, aber West hat überhaupt nicht stattgefunden, ganz schwach.

  • Habe gestern auf der Rückfahrt noch ein Interview mit Slomka gehört.


    Er war der Ansicht, dass man plötzlich nicht mehr Fussball gespielt habe und daher das Spiel hergeschenkt habe.


    Im Prinzip schon klar, aber er kann sich selber da nicht rausnehmen.


    Man sollte nicht ganz ausser Acht lassen, dass er der Mannschaft durch den Wechsel unseres besten Knipsers das Signal gegeben hat, einen Gang runter zu schalten.


    Das war vielleicht 10 Minuten zu früh.