Du bist nicht angemeldet.

Registrierungsdatum: 30.09.2003

Verein: Hannover 96

Wohnort: East End

  • Private Nachricht senden

701

29.01.2012, 21:29

Och, wenn es weniger Abiturienten gibt und jene sich dann doch eher für das Elektrotechnik-Studium anstatt die Ausbildung zum Bankkaufmann entscheiden, müssen die Betriebe wieder Realschüler einstellen. So wie in der GaZ.
Welche Ausbildungen sollen dass denn sein, die man nur mit Abitur bekommt?
C'est l'histoire d'une société qui tombe et qui, au fur et à mesure de sa chute se répète pour se rassurer: "Jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien." Mais ce qui compte c'est pas la chute. C'est l'atterrissage.

Registrierungsdatum: 10.06.2003

Verein: 96

  • Private Nachricht senden

702

29.01.2012, 21:35

Die Betriebe bzw. die Wirtschaft beklagt sich doch schon jetzt, dass die Abiturienten zu schlecht ausgebildet sind, was sollen die dann mit Realschülern?
Spielabruch. Da raucht jemand.

Oststadt

Registrierungsdatum: 03.09.2002

Wohnort: Vahrenhorst

  • Private Nachricht senden

703

29.01.2012, 22:04

Viel Büffeln und dann schnell wieder vergessen hat ja nichts mit Lern- und Leistungsfähigkeit zu tun.
Man muss die Problemstellungen kapieren. Dazu muss man sie m. E. von verschiedenen Positionen aus betrachten können, anders gesagt, ein Kind sollte im Idealfall lernen, über Fächergrenzen hinaus über den Tellerrand schauen zu können. Und das braucht einfach mal Zeit. Auch Zeit, um Dinge mal sacken lassen zu können.
Selbst die erfahrensten und cleversten 96-Fans haben manchen Transfer erst nach Jahren verstanden.
:high: "Ne Bemme und ´n Schälchen Heeßen."

Registrierungsdatum: 21.07.2010

  • Private Nachricht senden

704

29.01.2012, 22:40

Die Betriebe bzw. die Wirtschaft beklagt sich doch schon jetzt, dass die Abiturienten zu schlecht ausgebildet sind, was sollen die dann mit Realschülern?

Meine Ehefrau wurde mit 15 in eine Bankausbildung genommen, als Realschülerin. Hat sich als einzige Realschülerin und jüngste im Feld durchgesetzt. Gibt dementsprechend auch andere Beispiele.
Edit: (Mit 15 Angenommen, mit 16 begonnen.)

Ich gucke bei meinen Bewerben z.B. nicht, oder kaum nach Schulausbildung, sondern lese einfach das Bewerbungsschreiben. Am Ende muss der Mensch dazu einfach passen, da ist es mir dann auch egal, ob der im Gymnasium, Hauptschule oder Baumschule gelernt hat. Ich kenne den einen oder anderen Personalchef, der das ähnlich sieht.
This is gonna be LEGEN .... wait for it

DARY ! 8)


Diese Werbung wird nur unregistrierten Usern angezeigt. Um Dich im Forum zu registrieren, klicke hier.

Registrierungsdatum: 10.06.2003

Verein: 96

  • Private Nachricht senden

705

29.01.2012, 22:55

Es war nicht meine Absicht, Realschüler schlechtzumachen oder zu diskreditieren. Ich wollte darauf hinweisen, dass nach Aussagen vieler Wirtschaftsverbände Abiturienten in vieler Hinsicht schlecht ausgebildet sind, und zwar in Bezug auf Dinge wie z.B. Deutschkenntnisse, also Dinge, die - im Gegensatz zum wissenschaftlichen Arbeiten - zum Lehrauftrag der Schulen zählen. Vor dem Hintergrund ergibt es wenig Sinn, zu fordern, dass wieder ein größerer Anteil der Jahrgänge zwei Jahre weniger Schule haben soll.
Spielabruch. Da raucht jemand.

Oststadt

Registrierungsdatum: 30.09.2003

Verein: Hannover 96

Wohnort: East End

  • Private Nachricht senden

706

30.01.2012, 09:17

Mein Arbeitgeber (bundesweit 15.000 Mitarbeiter) stellt kaufmännisch Abiturienten nur in der Minderheit für die Ausbildung ein. Gern gesehen sind Absolventen der höheren Handelsschule, guter Realschulabschluss oder Fachabi Wirtschaft (bzw. der schulische Teil des Fachabis). Abi-Quote aus dem Bauch heraus vielleicht 20%. Für Abiturienten bietet sich ein duales Studium im kaufmännischen oder technischen Bereich an.
C'est l'histoire d'une société qui tombe et qui, au fur et à mesure de sa chute se répète pour se rassurer: "Jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien." Mais ce qui compte c'est pas la chute. C'est l'atterrissage.

Registrierungsdatum: 05.08.2005

  • Private Nachricht senden

707

30.01.2012, 12:17

Ich find den oben zitierten Absatz dazu sehr gut. Es gibt genug Leute, die diese Luft auch heute noch haben. (Wenn ich ne Mutter nach einer Zeugniskonferenz zitieren darf: "Wenn ich das so höre, wenn sich andere Mütter über die hohe Arbeitsbelastung am Gymnasium beklagen, dann frag ich mich manchmal, ob mein Sohn auf die gleiche Schule geht." Der hat übrigens mittlerweile ohne Wiederholen den zehnten Jahrgang erreicht). Andererseits kenne ich eben auch Fälle die sagen, dass sie ihr Kind vom Gymnasium abmelden, weil es neben der Schule keine anderen Aktivitäten (Sport, Musik etc.) mehr machen kann und genug, die eben dann diese Aktivitäten streichen.

Langer Rede kurzer Sinn: Natürlich gibt es gung Leute, die das Abi nach 12 Jahren ohne allzu große Belastung schaffen, aber wer meint, es sei keine Erhöhung der Belastung den selben Stoff in fast der selben Stundenzahl, aber dafür eben zwischen sechs statt in sieben Jahren zu machen, der soll mir erklären wie das geht.

Die Landesregierung hat mir ihrer Anti-Gesamtschulhaltung dann das Ganze noch verschärft, um möglichst wenig Schülern diesen "Ausweg" zum Abi nach 13 Jahren zu ermöglichen. Hoffentlich sindse bald weg.
Enke!

Registrierungsdatum: 31.07.2005

Verein: Hannover 96

Wohnort: Empelde (Ronnenberg)

  • Private Nachricht senden

708

30.01.2012, 20:16

Da ich auch gerage mein Abitur auf meinem Gymnasium mache, hätte ich gern auch noch was zum Thema beigetragen. Doch jetzt wurden leider schon fast alle Themenbereiche angesprochen, die ich gern aus meiner Sicht berichtet hätte. :D Also werde ich das Ganze aus meiner Sicht versuchen, möglichst kurz zu schildern:

Was die Stundenzahl in der 11. und 12. (bin derzeit 12.) angeht, kann ich eigentlich mit leben. Ohne Freistunden muss man im Schnitt (11./12.Klasse) auf 34 Wochenstunden kommen. In meinem Beispiel wäre das in der 11. 36 Stunden pro Woche und jetzt in der 12. 32 pro Woche. Das klingt jetzt nach sehr wenig, habe aber trotzdem 3-mal in der Woche Nachmittagsunterricht (also länger als 6 Stunden). Das liegt halt wohl an dem Kurssystem, aber auch an den Freistunden. Hab montags 3./4. frei und mittwochs nach der 4. Trotzdem nervt es etwas, hätte mir eine etwas entspanntere Woche mit seltener Nachmittagsunterricht gewünscht, aber das kann man nun mal nicht ändern. (in der bereits erwähnten 9.Klasse waren es bei mir übrigens 33 Wochenstunden ohne Freistunden, nur mal so als Randaspekt)
Blöd ist jetzt nur, dass aufgrund eines Nachmittagsunterrichtsangebots oder so etwas unsere Pause zwischen der 6. und 7.Stunde zum neuen HJ/Semester von 20 Minuten auf 45 Minuten verlängert wird. Uns als Oberstufenschüler kotzt das alle richtig an, denn eine längere "Mittagspause" hat keiner nötig, ein Mitschüler formulierte es treffend: "Dann gammeln wir da ja nur noch mehrr rum!" Das war natürlich auf die Länge der Pause bezogen, die keiner in dem Maße nötig hat. Aber das ist nur ein kleiner, zusätzlicher Aspekt, der stört. Das führt dann aber dazu, dass wenn man 11./12. hat (ich hoffe, nächstes Semester ist das nicht der Fall), dass man noch bis halb 7 Schule hat. Der ganze Tag ist weg. Gerade wenn das Freitag ist, ist das sehr ärgerlich.

Und was die Freizeit angeht: Ich gebe zu, ich gehöre nicht zu den fleißigen Schülern. Ich mache die Hausaufgaben in den wichtigen Fächern fast immer, in anderen Fächern wird hin und wieder auch mal ganz schleifen gelassen. Versuche das dann durch mündliche Mitarbeit anderer Art zu kompensieren. Doch wenn ich konsequent immer alle Hausaufgaben in allem Umfang erledigen würde, dann hätte ich wirklich so gut wie gar keine Freizeit mehr. Da ich wie gesagt nicht der Fleißigste bin und auch mal Abstand von diesem "theoretischen Krams" (so nenne ich es jetzt mal, da ich wirklich einiges mit großer Sicherheit nie wieder brauchen werde) und etwas Entspannung brauche. Zu Klausurenhochzeiten (für die ich nur das Nötigste lerne, aber trotzdem zeitlich sehr eingeschränkt bin) wird es dann aber wirklich so, dass man kaum noch Freizeit hat und einfach nur froh ist, wenn diese Klausurenwochen vorbei sind.
Am Wochenende, auch wenn man noch viele Hausaufgaben aufs Wochenende verschoben hat, hat man in klausurenfreien Zeiten schon noch recht viel Freizeit. Fußball kann ich fast immer gucken und was mit Freunden unternehmen ist bei Abwesenheit anderer Termine auch öfter möglich. In der Woche gibts dafür aber eher selten Zeit. Die anderen sind auch durch die HAs eingeschränkt und so kann ich eher selten was in der Woche unternehmen. An Tagen ohne Nachmittagsunterricht ist dies schon manchmal möglich. Wenn nicht zu viel Stress ist, kann man sich auch Abendveranstaltungen gönnen, wie zum Beispiel 96-Europaleaguespiele (wobei ich mir das letzte Spiel gegen Poltawa einen Tag vor meiner abiturvorbereitenden Klausur in Geschichte live angeschaut habe :D). Will hier auch nixdramatisieren, doch die 8-Stunden-Tage (und länger) sind oft sehr anstrengend und ich komme oft recht ausgelaugt und müde nach Hause. Auf weitere Theorie in Form von HAs hat man dann erstmal eigentlich keine Lust und lässt sie an solchen Tagen auch mal weg (oder erledigt sie bei Lesaufgaben nochmal schnell im Bus zur Schule ;)).

Und ich denke auch, dass trotz vielen Gegenredens die Zeit nach der Schule nicht so freizeitraubend wird. Wie anstrengend das sein wird, kann ich noch nicht einschätzen, jedoch hat man zumindest keine Hausaufagaben oder Klausuren vor sich. Habe ja eine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik bei VW in Stöcken sicher und habe mir für diese Zeit auch mehr vorgenommen. Hatte zum Beispiel mittlerweile fest vor, nach der Schule E-Bass zu lernen, da im Moment das Geld, aber auch ein wenig die Zeit fehlt. Nur mal so als Beispiel dafür, was ich erst danach als für sinnvoll erachte.

Ich weiß, ich bin kein Paradebeispiel für einen Gymnasiasten, aber ich hoffe, ich konnte einen halbwegs guten Einblick in meine Zeit als Abiturient geben. :) Ist jetzt doch ein wenig lang geworden. :D

Registrierungsdatum: 01.11.2010

Verein: Hannover96

Wohnort: Alaaf-City

  • Private Nachricht senden

709

30.01.2012, 21:13

Es scheint verschiedene G8-Systeme in Deutschland zu geben. In dem von SHG-Chris verlinkten Artikel geht der Stress schon ab der 5. Klasse los.
Eine meiner Nichten war im ersten G8-Jahrgang in Baden-Württemberg. In der Infoveranstaltung für die Eltern hieß es gleich: "Wenn Sie als Eltern nicht mitziehen, dann melden Sie Ihr Kind am besten nicht an."
Panik bei den Alleinerziehenden und den Eltern ohne Abitur. Keine Anpassung des Lehrplans, keine Anpassung innerhalb des Schulgebäudes für einen Ganztagsunterricht d. h. keine Mensa, keine Ruheräume usw. Keine Anpassung der Hausaufgabenmenge mit dem Nachmittagsunterricht. An diesen Tagen saß sie teilweise bis 21.00 Uhr an ihren Aufgaben mit Hilfe von Mutter oder Vater oder Schwester.
Lernen nach Bulimie-Prinzip: alles schnell reinfressen und dann nur noch auskotzen.
Nach 1 1/2 Jahren bekam sie Schlafstörungen und weitere psychische Probleme.
Trotz sehr guter Noten, ging sie dann auf die Realschule. Nach der Mittleren Reife wechselte sie dann auf ein Wirtschaftsgymnasium mit 3jähriger Oberstufe und hat das Abitur nach G9-System, so wie es aussieht mit einer 1 vorm Komma.
„Die Signale sind wohl so, dass ein gewisser Grundoptimismus nicht unberechtigt ist.“

Registrierungsdatum: 23.05.2007

Verein: Hannover 96

Wohnort: Geseke

  • Private Nachricht senden

710

30.01.2012, 23:41

So, auch ich werde hier mal meinen Senf dazu geben, wie ich sehe haben ja die meisten von euch Abitur gemacht. Nun mal die Sichtweise von jemanden der es nicht gemacht hat ;)

Also ich bin nach der Grundschule auf die Real gewechselt und kam dort auch ohne wirklich viel zu tun locker bis zur 10. durch, es war n wirklich angenehme Schulzeit, generell war es n 30-Stunden-Woche, ich konnte immer zu Fuß zur Schule, der Fußweg betrug so 5 Minunten. Dann die Frage was nach der 10. Klasse? - Ich wechselte auf eine Höhere Handelsschule in eine Nachbarstadt, dass erste halbe Jahr bin ich dort auch noch recht locker durchgekommen doch dann wurde unsere Klasse aufgeteilt. Das ABC-Modell fand Anwendung. Für diejenigen, die es nicht kennen:

A-Klasse: Es gab nur eine hiervon und einen Vermerk auf dem Zeugnis "Der Schüler XY besuchte die Leistungsstärkste Klasse". In diesen Klassen waren dann die 20 besten Schüler des Jahrgangs.
B-Klasse: Davon waren drei Stück vertreten, die Schüler eben mit den durchschittlichen Leistungen
C-Klasse: Hier gab es eine Klasse. Der Hammer war, wurde man in diese Klasse versetzt stand schon fest, dass man das Schuljahr nicht schafft. Es wurden keine Klausuren mehr geschrieben. Es wurde das erste Halbjahr noch einmal wiederholt und zusätzlich gab es dort zig Bewerbungstrainings.

Ich kam in eine B-Klasse.
Der Clou an dieser Klasse war, dass sie nur aus Jungs bestand. Ihr könnt euch vorstellen, dass der Ton immer mal n bisschen rauher war, aber es auch immer extrem lustig war :D
Nun, wir waren zu Beginn des 2. Halbjahres noch 22 Schüler am Ende des Jahres waren wir nur noch 12, von diesen 12 schafften drei das Schuljahr. Von diesen dreien am Ende nur einer den Abschluss.
So nun war ich da. Im zweiten Halbjahr im Notenschnitt ca. 1,5 runter...
Aber ich war gewillt die Schule zu schaffen. Es hieß für mich dann natürlich alles oder nichts ;)
Da ich das erste Halbjahr bereits im ersten Jahr ganz gut hinbekommen habe, war es natürlich im wiederholten Jahr noch um einiges einfacher. Nach dem Halbjahr kam ich dann in die A-Klasse, übrigens gegen meinen Wunsch, weil mir klar war, dass ich im zweiten Halbjahr nicht mit den anderen mithalten kann. So das zweite Halbjahr auch noch recht locker geschafft. Dann kam das zweite und entscheidende Jahr. Für mich hieß es dort lernen, Bewerbungen schreiben, Bewerbungen schreiben und Bewerbungen schreiben. Ca. im Januar hatte ich dann auch schon eine Stelle beim Amtsgericht in Paderborn sicher, von dort an wurd nicht mehr viel für die Schule getan, aber geschafft habe ich den Abschlulss am Ende doch noch ohne Probleme ;)

Was ich euch damit nur zeigen wollte, es geht auch ohne Abitur, es kommt halt drauf an was man genau machen möchte. Und ganz ehrlich, ich hätte mir das Abi auch einfach nicht zugetraut.
"Bleiben wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!" - Ernesto Che Guevara

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »X-Rosi-X« (30.01.2012, 23:46)


Registrierungsdatum: 31.07.2005

Verein: Hannover 96

Wohnort: Empelde (Ronnenberg)

  • Private Nachricht senden

711

31.01.2012, 11:40

Da ich meinen Ausbildungsplatz ja bereits sicher habe, könnte ich theoretisch auch schleifen lassen. Doch ich habe bei der Bewerbung angegeben, dass ich einen Abi-Schnitt von ca. 2,7 schaffe und bin bisher auf einem guten Weg dorthin. Ich muss ja nicht mal alle Kurse mit einbringen und habe in den ersten drei Semestern einen Schnitt von 2,7 2,8 und 2,6. Wenn ich jetzt schleifen lasse, dann versaut es mir den Abischnitt und ich muss bedenken, dass die Abiturklausuren insgesamt nochmal einen Drittel meiner Enddurchschnittszensur ausmachen. Ich muss mich also weiterhin ranhalten.

Und was ich auch nochmal los werden wollte in Bezug auf die Thematik, es wäre schwieriger nach 12 Jahren: Letztes Schuljahr gab es an unserer Schule 3 Leute mit Abi-Schnitt 1,0 und noch mehrere weitere mit 1,1 und 1,2. In unserem Jahrgang, wo es auch extrem gute Schüler gibt, wird denke ich keiner diesen Schnitt erreichen. Es ist einfach kaum möglich.
Als Beispiel bei mir Französisch, habs als P3 gewählt (anders ging es bei der extrem eingeschränkten Wahl leider nicht): Es war immer mein bestes Fach spätestens ab der 8.Klasse. Bis zur 10. habe ich durchgängig außer einmal nur 1en bekommen und musste dafür nicht einmal viel machen. Soll heißen, es war kaum Anstrengung nötig, ich brauchte kaum lernen, die 1en zu schreiben war für mich kaum ein Problem und für Vokabelteste reichten meist 5 Minuten lernen, um ihn im 1er-Bereich zurückzuerhalten. Doch seit der 11. ein ganz anderes Bild: Ich muss nun jedes Semester mit allem was ich habe in meinem ursprünglich bestem Fach um meine 10 Punkte, also 2- kämfen. Im 2.Semester meinte meine Lehrerin mir 9 Punkte reinhauen zu müssen, war natürlich extrem sauer. Aber es regt einen allgemein auf. Man muss sich nun so derbe anstrengen, um überhaupt mal irgendwo 10 Punkte zu bekommen. Ich kann selbst nicht erklären, woran das genau liegt. Ich denke aber schon, dass der Schwierigkeitsgrad gestiegen ist. Es gibt natürlich die ganz starken Schüler unter uns, die in vielen Fächern im 1er-Bereich landen. Doch bei denen war das vorher genauso. Und selbst die schaffen es nicht in jedem Fach 13 Punkte oder mehr zu haben. Ich glaube keiner in unserem Jahrgang hat nur 1en, ohne die Noten jetzt von allen zu kennen.
Ich weiß nicht, ob das nur eine persönlicher Eindruck ist und ob das an unserer Schule, oder den Lehrern liegt. Manchmal natürlich bestimmt auch an den dämlichen Themen, die in diesem Kerncurikulum (keine Ahnung wie man das schreibt) vorgeschrieben sind. Natürlich auch an einem selbst. Aber da schaue ich mich um und sehe, dass jeder (natürlich auf jeweils seinem Niveau) ganz schöbn kämpfen muss. Ich weiß nicht, ob wir die einzigen sind. Wenn es so wäre, wäre das ein Armutszeugnis für unsere Schule und auch für manche Lehrer (ich weiß das war hart, aber das musste jetzt sein).

Registrierungsdatum: 05.08.2005

  • Private Nachricht senden

712

31.01.2012, 12:17

Wobei die überfrachteten Kerncurricula (so schreibt man die nämlich ;) )noch mal ein extra Ding sind. Kursstufe war ja schon immer vier Semester und da hat sich durch die Verkürzung nicht viel geändert. Aber selbst zum "alten" Zentralabitur von vor ein paar Jahren sind einige Fächer einfach komplett überladen worden. Hinzu kommt, dass das vierte Semester in einigen Fächern vorgegeben ist, in anderen wiederum frei, was Wiederholungs- und Vertiefungsspielraum schafft. In diesem Jahr haben wir das besondere Vergnügen, dass das Kerncurriculum zum ersten mal voll für das Abi gilt, d.h. es gibt nicht mehr in allen Fächern jahresspezifische Zentralabivorgaben. Für mein hauptsächlich unterrichtetes Fach hat das Kultusministerium gerade noch gemerkt, dass sie die Semester so voll gestopft haben, dass sie jetzt "Schwerpunkte" zur Eingrenzung geben. Wie sehr man sich darauf verlassen kann, dass die anderen Punkte des Kerncurriculums nicht im Abi drankommen, kann aber natürlich noch keine sagen.
Mit Französisch hast Du das besondere Pech, dass das Abschlussniveau ja dort mit Englisch (so weit ich weiß) vergeleichbar sein soll, aber Du eben in der SekI ein Jahr weniger hattest.
All das kann natürlich ein Schüler Mitte der zehnten Klasse bei der Kurswahl nicht wirklich überblicken.

Fazit: Ich bin froh, dass ich mein Abi schon seit dem letzten Jahrtausend habe.
Enke!

Registrierungsdatum: 31.07.2005

Verein: Hannover 96

Wohnort: Empelde (Ronnenberg)

  • Private Nachricht senden

713

31.01.2012, 17:27

Okay, ich hab schon geahnt, dass es völlig falsch geschrieben war. ;)
Wie das da im Kultusministerium alles abgelaufen ist/abläuft, da weiß ich leider nicht ganz so Bescheid, jedenfalls beschweren sich viele auf unserer Scule über die Schulpolitik. Gnädig, wie unsere Schule ist, wird seit dem letzten Jahr eine weniger eingeschränkte Kurswahl angeboten (wobei die Einbringungsverpflichtungen sich natürlich nicht geändert haben). Dass wir somit zu den 2 Jahrgängen gehören, die das leider nicht erleben durften, ist natürlich das Pech im falschen Jahrgang zu sein, nur man fragt sich, warum es diese enge Kursauswahl überhaupt gab. Ich wäre zur 11. fast auf eine Gesamtschule gewechselt, da dort das Angebot viel freier war. Ich weiß nicht, ob das bei Gesamtschulen immer so ist, auf jeden Fall hatte ich das Gefühl, dass unser Gymnasium mit die einzige Schule mit so einer eingeschränkten Kurswahl war. Dementsprechend besteht unser Jahrgang aus gut 80 Schülern, in der derzeitig 10.Klasse sind über 130 Schüler. Ein paar werden sicher auch abgehen, aber was die netteren Wahlmöglichkeiten bringen können, sieht man daran gut.
Und außerdem haben wir natürlich in jedem Fach ein neues Semesterthema, das behandelt werden muss, im Abi drankommen kann und uns kaum Zeit zum Wiederholen gibt. Das Lernen sollte ja allerspätestens in den Osterferien anfangen und da wäre es ganz gut, wenn man vorher durch Wiederholung sich wieder besser an die Themen erinnert, dann geht das Lernen leichter. Gerade ich, der Geschichte als P5 also mündliches Prüfungsfach hat, muss viel für die mündliche Prüfung lernen. Die ganze Faktenmerkerei geht schlecht durch Wiederholung allein zu Hause, man muss sich an alles erinnern usw. Hoffe, wir kommen da in den wichtigen Fächern noch zu genügend Wiederholungsstunden.

Tja und was Französisch als P3 angeht, sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich Englisch als P1 und Deutsch als P2 habe. Wäre es anders möglich gewesen, hätte ich niemals Deutsch als P2 gewählt, wollte ich ja eigentlich auch nicht. Aber aufgrund meiner Fremdsprachenstärke kam nur dieses Profil für mich in Frage. Es ist zwar kaum entscheidend, auf welchem Niveau man Deutsch hat, doch als Oberstufenfach zählt es allgemein zu den Schrecklichsten und Grausamsten. Und die vergleichsweise niedrigere Punktzahl zählt als P2 immer doppelt, das ist ja gerade das Ärgerliche.
Aber zurück zu Französisch: Da ich ja sowohl Englisch und Französisch auf erhöhtem Niveau habe, kann ich es recht gut vergleichen. In Englisch bewege ich mich mit einmal 9 und zweimal 10 Punkten so im Bereich der letzten Jahre. Von daher könnte deine Vermutung stimmen, in Französisch gab es ja einen recht großen Abfall. Hatte im Sek1 Englisch seit der 5. und Französisch seit der 6. Ich kann jetzt aber natürlich schlecht sagen, ob das Niveau in beiden Fächern gleich hoch ist. Da ich zwei extrem kompetente und in ihr Fach verliebte Lehrerinnen in der 11. und 12. in Französisch habe/hatte, kommt mir das Niveau dort ein wenig höher vor. Kann wie gesagt an den Lehrern liegen. Aber ich glaube, da hast du Recht. Es ging vorher so viel einfacher und heute schaffe ich mit großer Mühe 10 Punkte. In der 11. war das noch ein Riesenschock. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, in wirklich jedem Fach, selbst in meinen besten, um den 2er-Bereich kämpfen zu müssen. Wird nächstes Semester nicht anders sein.

Aber was solls, wir sind halt nun mal Opfer der Schulpolitik. Ich bin einfach nur froh, wenn ich endlich mein Abi habe.

714

31.01.2012, 17:59

Darf ich fragen, was du als P5 gewählt hast? Kannst du ein anderes P5-Fach empfehlen? Da ja viele Bereiche vorgegeben sind, habe ich bei den anderen Fächern kaum ein Problem gehabt auszuwählen, nur beim letzten weiß ich nicht so genau. Ich schwanke zwischen Sport (+ Sporttheorie), Chemie, Biologie oder Physik. Zwischen den Naturwissenschaften muss ich auch noch eins auswählen. Wahrscheinlich wird es nicht Chemie.
Alkohol macht gleichgültig, aber das ist mir egal.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MegaHannoverliebt« (31.01.2012, 18:59)


Registrierungsdatum: 10.06.2008

Wohnort: South Central Linden

  • Private Nachricht senden

715

31.01.2012, 18:42

Ich könnte mir vorstellen, daß er Geschichte als P5 hat. ;)

716

31.01.2012, 18:53

Ach scheiße, Beitrag nur überflogen... Jetzt hab ich es auch gesehen.
Alkohol macht gleichgültig, aber das ist mir egal.

Registrierungsdatum: 26.02.2005

  • Private Nachricht senden

717

31.01.2012, 19:40


Und ich denke auch, dass trotz vielen Gegenredens die Zeit nach der Schule nicht so freizeitraubend wird.



Ich denke, dass du auch noch von dem Trichter runterkommen wirst, dass Schule anstrengend und freizeitraubend ist. Spätestens zu Beginn deiner Ausbildung und den Prüfungen, die da anstehen werden.

718

31.01.2012, 20:29

Aber in der Schule macht man ja jedes Fach. Fächer an denen man Spaß hat und Fächer an denen man weniger Spaß hat. Beim Studium/Ausbildung, sollte man im Idealfall Spaß am Beruf haben, oder habe ich da was falsch verstanden ?
Alkohol macht gleichgültig, aber das ist mir egal.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MegaHannoverliebt« (01.02.2012, 19:14)


719

31.01.2012, 23:13

Beim Studium/Ausbildung, sollte man im Idealfall Spaß am Beruf haben, oder habe ich da was falsch verstenden ?


Beim Studium hab ich auch viele Fächer die mir kein Spass machen, Ausbildung auch. Im Rückblick war Oberstufe deutlich die entspannteste Zeit und auch die mit der meisten Freizeit.

Registrierungsdatum: 17.10.2009

Wohnort: Schönste Stadt der Welt und so..

  • Private Nachricht senden

720

31.01.2012, 23:32

Also ich hatte Physik, Mathe und Englisch auf erhöhtem Nieveau, Bio als P4 und Politik als P5.
Ich muss jetzt sagen: Die Schulzeit war eine gute, entspannte Zeit. Jetzt studiere ich Maschinenbau, schreibe dieses Semester 10 Klausuren, weil ich noch 3 wiederholen muss auf vorherigen Semestern. Normal sind immer 6-7 Klausuren pro Semester in der Fachrichtung. Im Moment bin ich nur am lernen, so viel wie noch nie. Selbst für das Abi habe ich maximal ne Woche vorher angefangen und mir die Sachen angeguckt. Gut, Mathe und Physik und Englisch sind jetzt vielleicht auch nicht gerade so die Sachen, wo man so mega viel auswendig lernen muss.

Ein paar von meinen Freunden hatten Physik als mündliches Prüfungsfach. Wenn du jetzt schon ganz gut in Physik bist, wäre das glaube ich was für dich. Es wird eigentlich nicht richtig schwer, man kann sich vieles auf jeden Fall selbst erlesen. Gibt auch viele gute Bücher dazu! Aber wenn du sowieso erstmal 2 Fächer in der engeren Auswahl hast, kannst du bis zur 12. glaube ich immernoch dein P4 und P5 wechseln, also bis ein Jahr vorm Abi?! So war es zumindest bei mir.
Bio muss man halt viel auswendig lernen. Viel Ökologie, viel mit Signalübertragung an Nerven und so. Da muss man die ganzen Vorgänge schon wirklich genau kennen, ich glaube in der Aufregung der mündlichen Prüfung vergisst man da oft sehr viele Sachen und verschenkt so Punkte..

Und Strikers Hinweis, dass man selbst im Studium Fächer hat die einem nicht gefallen, kann ich so bestätigen. Habe ich auch. :sauer:
Jetzt Arsch wieder hochkriegen und siegen!!!! Verdammt



Robert Enke!