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36 501

Donnerstag, 25. Januar 2018, 15:37

:bussi:
Gott hat einen Torwart gebraucht - er hat den Besten bekommen. (Andy)

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Verein: Fangfrage !?

Wohnort: zu nah am Wolf

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36 502

Donnerstag, 25. Januar 2018, 15:41

Geh und knutsch Deine Ausbeuterfreunde. :D
»Always code as if the guy who ends up maintaining your code will be a violent psychopath who knows where you live«
kalsarikännit!
Augen wie Kekse
Jede Theke träumt von einem Bier, warum, Du Nutte, träumst Du nicht von mir?

36 503

Donnerstag, 25. Januar 2018, 15:55

Die treffe ich erst später in den geheimen Zirkeln, von denen ich hier aber nicht schreiben darf. :lookaround:
Gott hat einen Torwart gebraucht - er hat den Besten bekommen. (Andy)

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36 504

Donnerstag, 25. Januar 2018, 17:26

Und warum meine Nachkommen nicht davon profitieren sollten, dass ich oder von mir aus meine Vorfahren die Möglichkeiten genutzt haben, die sich geboten haben, das wird mir in diesem Leben von Euch Möchtegernsozialisten niemand jemals erklären können.

Was mich wundert ist, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, allen Babys auf den Neugeborenstationen der Republik die Festplatte im Kopf zu löschen und auf "Null" zu setzen, damit wir ja alle schön die gleichen Startbedingungen haben. :kichern:


Schön, dass du es wieder so süffisant ins Lächerliche ziehst.

Die Diskussion fing damit an, dass mustermann es als ungerecht empfindet, dass die Startbedingungen von Menschen höchst unterschiedlich sind. Irgendwer hat dann in diese Aussage hineinterpretiert, dass Erbmasse Wohlhabender zwangsverteilt werden solle, was bis dahin überhaupt niemand behauptet hat, am wenigsten mustermann selbst. Also gehen wir einfach mal den Schritt zurück zu mustermanns Empfindungen der ungleichen Startbedingungen.

Dass es Nachkommen wohlhabender Familien, wie auch immer man "wohlhabend" definieren mag, leichter haben als Kinder aus sozial schwachen Familien, dürfte wohl unbestritten sein. Das gilt sowohl für das Materielle als auch für Bildung. In keinem anderen Industrieland ist der eigene Bildungserfolg so sehr abhängig vom Elternhaus wie in Deutschland. Ohne Bildung hat man es aber ungleich schwerer, Vermögen anzuhäufen, so dass eine Familie aus ihrer schwachen sozialen Stellung mal herausbrechen und den Weg "nach oben" bestreiten kann. So kommt es, dass Akademikerkinder eher ein Studium beginnen als Arbeiterkinder, das Vermögen reicher Familien wächst, während arme Familien über Generationen arm bleiben. Das ist weniger eine Schere, die weiter auseinander geht, sondern eine Spirale, die sich aufwärts und abwärts immer schneller dreht.

Das Leben ist kein Monopoly, wo alle mit den gleichen Startbedingungen anfangen und der Erfolg dann von Geschick, Cleverness und Glück abhängt. Die einen starten mit fünf Hotels auf der Schlossallee, andere besitzen lediglich die Badstraße - mit einer Hypothek belastet. Dann zu sagen "Streng dich an, dann wird auch was aus dir" ist blanker Hohn.

Es gibt Menschen, die haben quasi seit ihrer Geburt verschissen. Wachsen in prekären Situationen auf, in Familien, die vielleicht ihre Kinder lieben und das beste für sie wollen, es aber einfach nicht können, weil die Mittel fehlen. Nachhilfe für die Sprösslinge, damit sie in der Schule mithalten können, vielleicht mal einen Urlaub, und wenn es nur auf einen Campingplatz auf Fehmarn ist, Essensgeld für die Schule, mal ein tolles Spielzeug, neue Anziehklamotten, damit sie nicht immer mit geflickten und aufgetragenen Klamotten auffallen usw. usf. Wer kümmert sich um solche Familien und vor allem um die Kinder? Was zum Teufel können Kinder für das vermeintlich verkackte Leben ihrer Eltern und wieso kann man als Gesellschaft nicht für ein bisschen Chancengleichheit sorgen?

Ich als Möchtegernsozialist kann dir, locke, nicht erklären, wieso dein Nachwuchs nicht von deinen genutzten Möglichkeiten profitieren sollen, weil ich nicht finde, dass sie es nicht sollten. Es ist keine Schande, wenn es einem besser geht, wenn man seinen Kindern Sachen bieten kann, die andere Eltern ihren Kindern nicht bieten können. Niemand muss sich dafür rechtfertigen, dass es einem gut geht, aber kann man nicht hin und wieder mal darauf hinweisen, dass es eine Menge Menschen am unteren Rand der Gesellschaft gibt, die nie auch nur die Chance hatten, aus ihrem Elend herauszukommen, ohne dass du mit deiner Polemik um die Ecke kommst? Erkläre du Möchtegernliberaler mir Möchtegernsozialisten doch mal, wieso es nicht ein klein wenig Chancengleichheit, meinetwegen auch durch den Staat regulierte, geben sollte.


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36 505

Donnerstag, 25. Januar 2018, 17:29

Chapeau!
MILF - Je reifer die Frucht, desto süßer der Saft

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Verein: Fangfrage !?

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36 506

Donnerstag, 25. Januar 2018, 17:32

Ach, Chris. So schön, so wahr. :herz:
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kalsarikännit!
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36 507

Donnerstag, 25. Januar 2018, 17:53

Ich bin gespannt auf die Antworten.
"Allez, hier kommt die BSG"
CSE

"... Und:... Torwarttor zählt doppelt!"

36 508

Donnerstag, 25. Januar 2018, 18:18

Sauber, Chris!
Time flies like an arrow, fruit flies like a banana.

Dahl

96er

Registrierungsdatum: 22. Dezember 2013

Wohnort: Dresden

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36 509

Donnerstag, 25. Januar 2018, 18:21

Die Ost-West-Schere geht durch ungleich verteilte Erbschaften auch noch weiter auseinander. Das führt bei vielen Menschen hier zu Frustration und Wut - da kann man dann auch nicht mehr von "Folgen von Leistung" reden, wenn ein großer Teil der Menschen in der DDR gar nicht die Chance hatte, Vermögen wie im Westen anzusparen bzw. sich eigene ökonomische Existenzen aufzubauen.

Insgesamt geht es darum, mehr zum Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen und ihn zu fördern, gerade auch angesichts der Gefahren, die der Demokratie durch Rechtspopulisten und -extremisten drohen.

36 510

Donnerstag, 25. Januar 2018, 18:41

Klasse Beitrag Chris, und das meine ich ehrlich, dafür kennst Du mich gut genug.

Da Du die Debatte so akribisch verfolgt hast wirst Du gesehen haben, ab wann ich, zugegeben extrem polemisch, hineingegrätscht bin. Ich bin ein großer Freund von Chancengleichheit, bis zu einem gewissen Grad sogar von Umverteilung. Ich bin aber eben auch der Meinung, dass es (und jetzt rede ich nicht von asozialer Steuerhinterzieherei oder obszönen Managergehältern) bei uns durchaus Mechanismen gibt, den vermeintlich stärkeren Schultern etwas mehr zu nehmen und dies umzuverteilen.

Ich persönlich habe gar keine Mühe, den Höchstsatz zu entrichten. Ebenso wenig habe ich Mühe, die Johanniter, die Tafel oder andere Organisationen finanziell zu unterstützen, die Gutes tun. Dazu zählt auch die Bürgerstiftung, der Förderverein der Schule meiner Tochter und noch ein paar andere. Darüber hinaus habe ich in meinem Leben diverse Ehrenämter innegehabt, unter anderem war ich 5 Jahre Richter am Sozialgericht und habe dort Dinge gesehen, die in jeder Hinsicht unfassbar waren.

Was ich auf den Tod nicht ausstehen kann ist die sinnfreie Radikalität der Diskussion, die hier regelmäßig vorgetragen wird. Da wird Unternehmertum verteufelt, Menschen, die vielen anderen Lohn und Brot bieten einfach abgesprochen, dass sie mit den selbst erwirtschafteten Möglichkeiten ein vielleicht angenehmeres Leben führen, als es die Hartz IV Familie vom Mühlenberg kann. Der Hartz IV Familie ist übrigens mitnichten geholfen, wenn anderen alles unter dem Arsch (so der Tonlage) weggeputzt wird.

Steuern sollten mMn nur auf Arbeit, Leistung und Konsum erhoben werden. Damit Steuern fließen können und der ganze Laden (Schulen, Medizin, Ordnung und Sicherheit, Infrastruktur) hier irgendwie finanziert werden kann braucht es a. Anreize und b. Persepektiven für diejenigen, die unternehmerisches Risiko eingehen und somit einen Beitrag leisten.

Polemik à la "nur weil Du bereit bist 80 Stunden zu arbeiten, soll es Dir besser gehen als einem, der dazu keinen Bock hat", kotzt mich an. Ja, ich bin Unternehmer, ich habe mein ganzes Berufsleben dafür gekämpft Firmen zu retten, Arbeitsplätze zu erhalten und Menschen somit eine Perspektive zu ermöglichen. Und ja, ich habe auch immer darauf geachtet, dass ich auch meinen eigenen Vorteil nicht aus den Augen verliere.

Dass unser Staat mit den Einnahmen zu wenig vernünftiges anzustellen weiß, dass kann man nicht denjenigen ankreiden, die die Steuereinnahmen erwirtschaftet haben. Und ich werde niemals müde darauf hinzuweisen.

Die sozialistischen Parolen, die hier durch das Forum geistern kannst Du gepflegt auf gleichen Müllhaufen werfen, auf dem die DDR und der gesamte ehem. Ostblock gelandet sind. Ich habe neulich das Beispiel Venezuela angesprochen, einer der 10 reichsten Staaten auf diesem Planeten. Da kann man wunderbar sehen, was Sozialismus kann.

Nichts.

Gäbe es die Anreize und Perspektiven nicht, die der "Kapitalismus" bietet, wäre hier ganz schnell Ende im Gelände. Und dann möchte ich diejenigen sehen, die dann in die Bütt steigen, sich über beide Ohren verschulden, eine Firma gründen und Beschäftigung schaffen. Meine Prognose? Untergang.

Und der Staat, der kann nur so stark sein wie seine Einnahmequellen. Oder wie die DDR nach 40 Jahren komplett abgewirtschaftet haben. Aber ein paar Romantiker werden sich schon finden, die mir das jetzt widerlegen werden.
Gott hat einen Torwart gebraucht - er hat den Besten bekommen. (Andy)

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36 511

Donnerstag, 25. Januar 2018, 19:48

ich zieh meinen hut vor den beiträgen von chris und locke. beide mit großem interesse gelesen und durch die hervorragene ausdrucksweisen verstanden. das gelingt mir nicht immer in diesem faden.
Das Leben ist zu kurz für Uli Potofski.

36 512

Donnerstag, 25. Januar 2018, 19:53

In keinem anderen Industrieland ist der eigene Bildungserfolg so sehr abhängig vom Elternhaus wie in Deutschland.


Die Behauptung fällt durch den Faktencheck:
https://www.stimmtdas.org/2017/08/01/gys…ziale-stellung/

Die Situation ist unbefriedigend, das habe ich ja selbst schon gesagt, aber der apokalyptische "hier ist es am schlimmsten und wie wer'n alle ster'm" Unterton passt halt nicht. Ebenso wenig die Behauptung, dass man hierzulande in die totale Perspektivlosigkeit geboren werde, aus der man trotz Mut, Geschick und etwas Glück nicht entfliehen könne. Je weiter man (abhängig vom Startpunkt) aufsteigen will/muss, um sein Ziel zu erreichen, desto mehr braucht man davon, und das ist Ungleichheit, aber eben auch irgendwie das Ergebnis eines quasi mathematischen Zusammenhangs, den man zwar verkleinern kann (und soll), aber der eben irgendwie "natürlich" ist und deswegen nicht vollends beseitigt werden kann.
NIEMALS ALLEIN - Das gilt auch für die Macht im Verein!

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36 513

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:15

warum ist eigentlich immer die einzige alternative zum ungezügelten kapitalismus die ddr? das ist ziemlich langweilig.

du als freund der chancengleichheit, welche ansätze wären denn für dich vertretbar um diese herzustellen? was müsste sich ändern.

wie man vorher auch schon rauslesen konnte ist mein hauptproblem, dass dieses system des ewigen wachstums und gewinnmaximierung zu einer verrohung der gesellschaft führt, und die menschen die die gewinne anhäufen scheinen auch wenig interesse daran zu haben verantwortung für die gesellschaft zu übernehmen. und da geht es dann um die menschen, die diese gewinne mit ihrer arbeitskraft generiert haben oder in dem system ganz auf der strecke geblieben sind. und weil hier ja das beispiel mit dem abgeschnittenen finger kam: ich glaube es gibt viele die in den sozialen systemen drinhängen, die sich lieber den finger abschneiden lassen würden, als sich weiterhin von ämtern schikanieren zu lassen und gesellschaftlich geächtet zu sein. ganz im ernst, die gesellschaft könnte sich auch die menschen leisten, die wirklich zu faul zum arbeiten sind und das mit einem grundeinkommen, welches auch menschen, die unfreiwillig in diesem system gelandet sind, die möglichkeit gibt ein menschenwürdiges leben zu führen. und das kann man bestimmt nicht mit 850€. aber die schmarotzer nehmen uns hart arbeitenden menschen ja noch was weg. so wird uns das ja auch eingetrichtert. kein wunder, dass viele von denen psychisch krank sind

wie können aktiengesellschaften milliarden gewinne machen und gleichzeitig tausende entlassen? oder ihren betrieb mit leiharbeitern auffüllen, die nie eine ehrliche chance haben werden übernommen zu werden und einen bruchteil für die gleiche arbeit bekommen werden. sind das diese verantwortungsbewussten unternehmer die lohn und brot geben? wie würdelos müssen manche rentner leben oder wie werden die in zukunft in altersheimen vor sich hin verrotten, weil altersheime dem markt ausgeliefert sind und alles wegrationalisiert wird. und und und. klar, wer zu lebzeiten ausgesorgt hat, muss sich da auch keine gedanken drüber machen.

nene, das ist kein system, was gut ist und nur hier und da optimiert werden muss und im grunde alternativlos ist. das krankt an allen ecken und enden und ich mache damit nicht meinen frieden.
“To the world I seem, by intention on my part, a dilettante and dandy merely – it is not wise to show one’s heart to the world – and as seriousness of manner is the disguise of the fool, folly in its exquisite modes of triviality and indifference and lack of care is the robe of the wise man. In so vulgar an age as this we all need masks.”

36 514

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:19

Schulden hat der Staat gemacht, weil er unfähig ist mit den Einnahmen umzugehen. Es gibt in diesem Land kein Einnahmenproblem (also originär) sondern ausschließlich ein Ausgabenproblem.

Interessant. Wie kommst Du darauf, haste 'ne Statistik oder ähnliches, in der man das nachlesen kann?
"Wenn dieser Prozeß nicht abgeschlossen wird, wird 96 in fünf Jahren in der fünften Liga spielen."
unverständlich und offensichtlich rechtsirrig

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36 515

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:41

Es gibt Menschen, die haben quasi seit ihrer Geburt verschissen. Wachsen in prekären Situationen auf, in Familien, die vielleicht ihre Kinder lieben und das beste für sie wollen, es aber einfach nicht können, weil die Mittel fehlen. Nachhilfe für die Sprösslinge, damit sie in der Schule mithalten können, vielleicht mal einen Urlaub, und wenn es nur auf einen Campingplatz auf Fehmarn ist, Essensgeld für die Schule, mal ein tolles Spielzeug, neue Anziehklamotten, damit sie nicht immer mit geflickten und aufgetragenen Klamotten auffallen usw. usf. Wer kümmert sich um solche Familien und vor allem um die Kinder? Was zum Teufel können Kinder für das vermeintlich verkackte Leben ihrer Eltern und wieso kann man als Gesellschaft nicht für ein bisschen Chancengleichheit sorgen?

Völlige Zustimmung. Aber wäre es da nicht fairer, die armen Kinder zu unterstützen und denen etwas zu geben, anstatt anderen etwas wegzunehmen?

Um mal dabei zu bleiben: Wenn manche Kinder bei 10 starten und manche bei 0 oder 1 - wäre es da nicht besser, zumindest für alle Kinder einen Start bei 5 zu ermöglichen, damit kein Kind bei 1 oder 0 starten muss, anstatt alle zwanghaft bei 0 starten zu lassen?

Vielleicht ist so etwas, also die Ermöglichung eines gleichen Zugangs zu Bildung im Sinne eines Mindeststandards, um so für jedes Kind einen Aufstieg zu ermöglichen, eine sehr dringende Frage.

Dazu kann man dann auch noch einmal die Zahl von 20% der deutschen Grundschüler, die nach vier Jahren nicht lesen und schreiben kann. So etwas ist für eine reiche Gesellschaft ein absolutes Armutszeugnis. Jeder fünfte 10-jährige hierzulande ist Analphabet! Und natürlich korreliert das hier mit dem Bildungsstandard der Eltern. In Familien, in denen es Bücher gibt und in denen die Eltern Berufe mit höhere Qualifikation ausüben, können Kinder besser lesen.

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36 516

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:47

Die Behauptung fällt durch den Faktencheck:
https://www.stimmtdas.org/2017/08/01/gys?ziale-stellung/


So einfach ist das nicht. 1. Fällt Deutschland auch bei diesem Vergleich konstant durch schlechte Ergebnisse auf, anders als die anderen Länder, die da als noch schlechter klassifiziert werden. (Und Malta und Nordirland sind eh nicht wirklich ein Alibi, würde ich mal sagen.)

2. Wird da spezifischer Lernerfolg in Abhängigkeit vom Elternhaus in der Grundschule diskutiert. "Bildungserfolg" - und von dem sprechen Gysi und Chris - ist aber erstmal der letztlich erzielte Bildungsabschluss.

EDIT: Gysi bezieht sich wahrscheinlich auf diese Studie, und die misst, wovon geredet wird (im Gegensatz zu IGLU) und nach der hat er einfach Recht.
Should the sun rain fire/Should Hell on Earth freeze over
And our inner beast wake hungry/See our better nature feed and calm them
Find a way through, around, or over!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »ExilRoter« (25. Januar 2018, 20:50)


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36 517

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20:48

@secondprize
ausser einer person hat doch niemand was anderes behauptet.

weil die leute, die ihre kinder bei 10 starten lassen können bereit sind das alle bei 5 starten? das klappt ja nicht einmal in diesem thread.
“To the world I seem, by intention on my part, a dilettante and dandy merely – it is not wise to show one’s heart to the world – and as seriousness of manner is the disguise of the fool, folly in its exquisite modes of triviality and indifference and lack of care is the robe of the wise man. In so vulgar an age as this we all need masks.”

Juk96

96er

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36 518

Donnerstag, 25. Januar 2018, 21:03

Und wenn alle bei fünf starten und einer hat einfach nicht die Veranlagung ? Später arbeitet er sich (vielleicht in einem handwerklichen Beruf) den Arsch ab und schuftet 50 Stunden die Woche plus Überstunden. Soll seine (Lebens-!)Zeit dann wirklich mehr als 34 mal weniger wert sein, als die von seinem Chef?

Registrierungsdatum: 3. September 2002

Wohnort: Vahrenhorst

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36 519

Donnerstag, 25. Januar 2018, 21:32

Ich bin froh, nicht die Gelegenheit gehabt zu haben, sofort zu antworten. Ich fürchte, dann wäre ich ausfallend geworden.

Im einzelnen:
Ich sprach von einem nicht uninteressanten Grundgedanken. Nicht mehr, und nicht weniger, und zwar unter dem Aspekt, dass dann ggf. ein geringerer Druck auf vielen Menschen lasten könnte:
Es sollte also jeder bei Null starten, wenn man in die Welt losgelassen wird?
Ich finde den Grundgedanken zunächst mal nicht uninteressant.

Und was passiert dann mit dem Geld, was sich das Elternteil erarbeitet hat? Wird zwangsverteilt?
Darüber kann man ja diskutieren. Wenn Du aber weißt, dass die Kohle nach Deinem Ableben keinem mehr was nützt - zumindest nicht nach Deinen Wünschen -, dann gehst Du ja vielleicht auch zeitlebens mit einem etwas geringeren Druck durchs Leben.

Wie gesagt: Auf den ersten Blick nicht uninteressant, der Gedanke, wie auch in diesem Zusammenhang dann vielleicht das bedingungslose Grundeinkommen.



Dann kommst Du, locke, und das erste, was Du verlautbaren lässt, ist Deine - in Deinen Augen sicherlich enorme (sonst wäre es ja kaum der Erwähnung wert gewesen) - Arbeitszeit. Das weckte meine Aufmerksamkeit, und ich formulierte eine Frage, die Du immer noch nicht wirklich beantwortet hast:
Ich arbeite also 60 - 80 Stunden in der Woche, baue z.B. ein Unternehmen auf, gebe x Menschen Arbeit = Lohn & Brot, und nach meinem Ableben wird das entweder a.) unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt (weil der Staat ja so ein erfolgreicher Unternehmer ist) oder noch besser b.) wird das alles zerschlagen, weil es nicht sein darf, dass ggf. einer meiner Nachkommen das Unternehmen mit den gleichen Grundsätzen und Prinzipien fortsetzt?

Locke,
weil Du gern 60-80 Stunden arbeitest, soll es Dir besser gehen, als einem, der das nicht mag?


Hier Deine Reaktion:
Polemik à la "nur weil Du bereit bist 80 Stunden zu arbeiten, soll es Dir besser gehen als einem, der dazu keinen Bock hat", kotzt mich an.

Aber bitte, was an meiner Frage ist denn polemisch? Mich interessiert das wirklich, denn:
Niemand, wirklich niemand auf der ganzen weiten Welt zwingt Dich, 60-80 Stunden zu arbeiten. Das bedeutet konsequenterweise, dass dieser Arbeitsumfang zunächst einmal ausschließlich Deine Entscheidung ist, Du damit also ausschließlich Deine eigenen Bedürfnisse befriedigst. Das beinhaltet natürlich auch die Versorgung Deiner Familie etc. pp., nichts desto trotz ist es Deine autonome Entscheidung.
Nun meine Frage: Der eine entscheidet sich, 40 Stunden zu arbeiten, der andere arbeitet 50 Stunden, der nächste schließlich 70 Stunden im Schnitt. Wieso rechtfertigen diese Entscheidungen einen höheren/ besseren Lebensstandard desjenigen, der freiwillig mehr arbeitet? Mir schien sich dies aus dem Duktus Deines postings zu ergeben, denn Du hast schon sehr Deinen Arbeitszeitaufwand betont.
Dass meine Frage von Dir sofort als polemisch betrachtet wird, und nicht nur das, sondern Dich das "ankotzt", das wiederum nehme ich Dir übel. Denn mein Ausgangsstatement wurde von Dir zunächst einmal sinnentfremdet, und meine anschließende Frage war keineswegs polemisch. Ich finde nicht, dass ich eine solche Reaktion verdient habe.


Ja, ich bin Unternehmer, ich habe mein ganzes Berufsleben dafür gekämpft Firmen zu retten, Arbeitsplätze zu erhalten und Menschen somit eine Perspektive zu ermöglichen. Und ja, ich habe auch immer darauf geachtet, dass ich auch meinen eigenen Vorteil nicht aus den Augen verliere.
Hier nun so etwas wie eine Antwort auf meine Frage. Ich will es mir nicht zu einfach machen, und einfach mal erwidern, dass ich Dir Deinen Altruismus so nicht ganz abkaufe. Dann hätte ich Dich nicht fragen müssen.
Aber ich denke, man darf hier einwenden: Du bist aus freien Stücken Unternehmer oder arbeitest viel oder beides. Das machst Du doch nicht in erster Linie, um anderen Menschen eine Perspektve zu bieten, sondern um selbst einen Vorteil für Dich und Deine Familie zu ziehen. Denn diese soll ja - ggf. posthum - der Nutznießer des von Dir Erwirtschafteten sein, und gerade nicht die Gesellschaft, also nicht die Arbeitnehmer und die Menschen, denen Du eine Perspektive bieten willst.

Ich spreche Dir das auch nicht ab, und ich kritisiere auch eine solche Einstellung nicht per se.
Aber komm doch bitte nicht an und fordere von der Gesellschaft, dass sie Dir dafür auf die Schulter klopft, weil Du soviel arbeitest und dadurch ggf. viel verdienst. Denn das tust Du für Dich ganz allein. Auch das Vermögen an die Familie zu verschenken oder zu vererben, ist DEINE ganz alleinige Entscheidung. Das müsstest Du alles nämlich nicht tun, und deshalb sehe ich im Moment noch nicht ein, was an der Frage polemisch ist, warum es Dir besser gehen sollte als einem, der "nur" 40 Stunden pro Woche arbeitet. (Damit habe ich bewusst noch nicht die Fragen berührt, inwiefern ggf. bessere Startvoraussetzungen und individuelle, aber zufällige Umstände - z. B. Intelligenz und Gesundheit - Deine Chancen im Vergleich zu anderen Personen verbessern, Unternehmer zu sein und anderen Menschen einen Arbeitsplatz und eine Perspektive zu bieten.)



Und warum meine Nachkommen nicht davon profitieren sollten, dass ich oder von mir aus meine Vorfahren die Möglichkeiten genutzt haben, die sich geboten haben, das wird mir in diesem Leben von Euch Möchtegernsozialisten niemand jemals erklären können.
Sag´ doch erst einmal, warum die das sollen. Womit haben es Deine Nachkommen individuell verdient, unter günstigeren Voraussetzungen ins Leben zu starten als andere Menschen?
Die Beleidigung en passant kannst Du Dir natürlich auch gern sparen.
:high: "Ne Bemme und ´n Schälchen Heeßen."
Den Fussboden mit Bienenwachs versiegeln

Registrierungsdatum: 30. Dezember 2007

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36 520

Donnerstag, 25. Januar 2018, 22:27

warum es Dir besser gehen sollte als einem, der "nur" 40 Stunden pro Woche arbeitet.


Weißt du ja gar nicht. Er hat nur, vielleicht, mehr Geld.