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Dahl

96er

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37 141

Samstag, 21. April 2018, 22:29

Exil schrieb:

"Ich habe ferner, auf das Problem der Rechten oder neuen Rechten hin, gesagt, dass man die Äußerungen nicht diskutieren sollte, sondern die
zugrunde liegenden Ursachen. So ungefähr."

Dazwischen: "(Und aus den Ursachen sollte man keine Entschuldigungen machen. Wie gesagt: Gewisse Äußerungen sind nicht hinzunehmen.)"

Dann aber wieder: "Es wäre aber absurd, deswegen den Sprechern in toto Legitimität abzusprechen.)"

Zum ersten Satz: Er schreibt, dass man die Äußerungen der Neuen Rechten nicht diskutieren (also auch nicht hinterfragen) soll, sondern lediglich die Ursachen, die dem zugrunde liegen.

Dazwischen folgt dann eine gewisse Erläuterung und leichte Einschränkung des zuvor Gesagten ("gewisse Äußerungen sind nicht hinzunehmen"), danach dann aber wieder die relativierende Äußerung, dass die Vertreter solcher Positionen und damit auch diese eine zumindest partielle Legitimität besitzen. Worin besteht sie? Das lässt er offen.

Und Mr. Mo: Dass er sich damit nur gegen Empörungsrhetorik wendet, schreibt er nicht - oder würdest Du sämtliche Kritik an Positionen der Neuen Rechten als Empörungsrhetorik bezeichnen? (Das würde mich sehr interessieren). Nein, es geht ihm um jegliche Diskussion - lies bitte nicht Dinge in einen Text hinein, die dort nicht stehen.

Und zu Deiner Aussage: "Denn Letztere [Empörungsrhetorik] zeigt zwar die eigene Position und grenzt von den Provokationsthesen ab, klar, damit ändert man aber in den Köpfen der Provokateure nichts. Das sollte nun hinlänglich zum Erfahrungsschatz der Menschheitsgeschichte gehören."

Es geht nicht nur darum, dass Kritik die Provokateure trifft (was sie auch sollte, wenn sie bundesweit bei 15 Prozent stehen - das ist eine andere Sitiation als in den 1970ern oder 80ern mit der NPD), sondern auch, dass sie den Opfern ihrer Äußerungen, die zum Zeil eben auch reine Hetze sind, zeigt, dass es Menschen gibt, die sich dadurch mit ihnen solidarisieren.

Heute las ich auf zeit-online die Aussage der Vorsitzenden eines jüdischen Studentenverbandes:

"Das Problem ist, dass der Antisemitismus salonfähig geworden ist. Zum Beispiel auch durch die AfD, durch die Aussage: Das wird man ja noch sagen dürfen. Man braucht aber eine Instanz, die sagt: Nein, man darf nicht einfach mit Antisemitismus um sich werfen. Es muss viel mehr Stimmen geben, die sagen: So geht das nicht. Egal ob in der Uni oder bei einer politischen Diskussion. Da brauchen wir Leute, die sagen: Geht’s noch?"

http://www.zeit.de/campus/2018-04/antisemitismus-judentum-leben-berlin-interview/seite-3

Es geht darum zu widersprechen, eben auch um der Opfer menschenverachtender und rassistischer Äußerungen willen. Da kann man nicht rein von Empörungsrhetorik sprechen, ohne zwischen den kritischen Positionen zu differenzieren - war die vielbeachtete Rede von Özdemir für Dich auch nur Empörungsrhetorik?

Das ist die eine Seite, die andere Seite ist eben zu verhindern, dass eine Normalisierung der Gedanken und der Sprache der Neuen Rechten erfolgt (die es mittlerweile schon gibt). Auch deshalb ist nicht nur Ursachenforschung, sondern Widerspruch notwendig - auch um zu verhindern, dass immer mehr Mernschen solche Gedanken für politikfähig erachten (ein Beleg dafür ist die Erklärung 2018) und ihre Wahlentscheidung entsprechend ausrichten. Das ist übrigens auch eine Erfahrung der Menschheitsgeschichte, und zwar eine zumindest ebenso klare.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dahl« (21. April 2018, 22:36)


37 142

Sonntag, 22. April 2018, 10:30

Eine Sache: "Abholen, wo sie sind" habe ich nicht gesagt. Ich habe sowas gesagt, wie übertragen auf dieses Thema:


Also ehrlich gesagt ist für mich "abholen, wo sie sind" eine grobe Kurzfassung dessen, was Du nach dem Doppelpunkt schreibst.

@Dahl
Deine Reaktionen sind einfach komplett unpassend. Unter den "heavy usern" dieses Forums ist niemand, wirklich gar niemand, der hinsichtlich Antisemitismus (oder auch Rechtsextremismus) grundlegend falsch tickt. Es gibt im Detail unterschiedliche Wahrnehmungen, es gibt (nicht nur im Detail) unterschiedliche Meinungen über Lösungsansätze und in dem Zusammenhang wohl auch über Ursachen. Darüber kann man diskutieren, und gern auch leidenschaftlich. Dabei schießt Du aber immer wieder deutlich übers Ziel hinaus, indem Du mit mutwilligem Missverstehen, Verdrehereien und Wortklauberei zu Unterstellungen gelangst und darauf eine völlig übertriebene Empörungsrhetorik aufbaust. Das ist für alle anderen müßig und anstrengend, und es ist respektlos.

Und sowas in der Art sagen Dir hier seit geraumer Zeit ganz viele Leute, auch solche, die sonst selten einer Meinung sind. Du solltest vielleicht wenigstens einmal in Erwägung ziehen und darüber nachdenken, ob da nicht doch was dran ist.
"It is easier to fool people than to convince them they have been fooled" - Mark Twain

Dahl

96er

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37 143

Sonntag, 22. April 2018, 11:36

Mit dem, was ich schrieb, dass eine Aufforderung, sich nicht mit den Positionen der Neuen Rechten auseinanderzusetzen (auf Empörungsrhetorilk war das in Exils Text nicht beschränkt), zu deren Relativierung beiträgt (und die Opfer dieser Rhetorik negiert und auch negiert, dass verbale zu physischer Gewalt führen kann und zum Teil führt), habe ich eine ganze Reihe von Politik- und Sozialwissenschaftlern auf meiner Seite.

37 144

Sonntag, 22. April 2018, 11:42

Auf alles antworten müssen, was Exil schreibt, sich dabei regelmäßig verrennen und immer das letzte Wort haben. Schon mehrfach von vielen sogar recht freundlich darauf hingewiesen worden. Ohne Erfolg. Das ist besessen. Da hilft nur die Ignore-Funktion. Dann kannst Du weiterhin schreiben, was Du schreiben willst, gehst aber zumindest mir nicht mehr auf den Zeiger damit. Win-win.
"Wenn dieser Prozeß nicht abgeschlossen wird, wird 96 in fünf Jahren in der fünften Liga spielen."


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37 145

Sonntag, 22. April 2018, 19:55

Nach dem Schulz-Zug kommt jetzt die Nahles-Kutsche. Satte 66%.

#Arbeiterführerindieniegearbeitethat
Gott hat einen Torwart gebraucht - er hat den Besten bekommen. (Andy)

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37 146

Sonntag, 22. April 2018, 20:01

Hatte ich auch gedacht ... 66%, so bekommt die SPD den arsch nicht hoch
...sie sind ein selten dämlicher Hund. Wer? Ich? Ja, sie! Nehmen sie das eventuell zurück?Nee! Na dann ist die Sache für mich erledigt. (Forever Loriot)

4no1

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37 147

Sonntag, 22. April 2018, 20:03

Wahlen werden nicht auf dem Parteitag entschieden, sonst hätte Schulz im Bund eine dicke absolute Mehrheit errungen.
Dass Leuten wie locke solche 66 % gefallen - :schlafen: .
"Er (Eisenhower)...vergötterte seine Frau und seine Aberdeen Angus aus Gettysburg." (R.Cartier)

37 148

Sonntag, 22. April 2018, 20:40

:kichern:
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37 149

Montag, 23. April 2018, 08:27

Seit locke im Midlife-Chill-Modus vor sich hin dengelt, sind seine Kommentare zu den Sozen irgendwie noch vorhersagbarer. :D
Wobei ich die Frau Nahles auch furchtbar finde, u.a. weil sie eben [für mich] den Prototypen der Berufspolitikerin ohne Bezug zum wahren Leben darstellt.


@Dahl:
Wie kannst Du mit Deinem so hohen Anspruch an wisssenschaftliche Denke so unfassbar oft so gründlich daneben liegen?
Es wird von Mal zu Mal uneträglicher, Deine wirren Auslegungen anderer Userpostings zu lesen. Und ich verstehe wirklich nicht, wie man sich so verrennen kann.
Kommst Du denn wirklich nie auf den Gedanken, dass Du unrecht haben könntest, und die anderen, die Dich auf die Fehlinterpretationen ansprechen, richtig liegen?

Zitat von »Dahl«

habe ich eine ganze Reihe von Politik- und Sozialwissenschaftlern auf meiner Seite.

WTF? Darum geht's doch im konkreten Kontext dieses Forums doch nun wirklich nicht? :schraube:
»Always code as if the guy who ends up maintaining your code will be a violent psychopath who knows where you live«
kalsarikännit!
Augen wie Kekse

Dahl

96er

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37 150

Montag, 23. April 2018, 09:10

Noch einmal, eine Weigerung, die Äußerungen von Rechtspopulisten zu diskutieren, bedeutet, dass man sie stehen lässt. Damit verweigert man denjenigen die Solidarität, die davon betroffen sind, und trägt zudem zu einer Normalisierung rechtspopulistischer Positionen bei. Beides wird hier in der Debatte nicht genügend reflektiert - und ja, es gibt außerhalb dieses Threads genügend Menschen, die das ebenso sehen wie ich.




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37 151

Montag, 23. April 2018, 09:32

Cool, habt ihr auch einen mit Empathie? Dann lad den mal hier ins Forum ein.
C'est l'histoire d'une société qui tombe et qui, au fur et à mesure de sa chute se répète pour se rassurer: "Jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien." Mais ce qui compte c'est pas la chute. C'est l'atterrissage.

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37 152

Montag, 23. April 2018, 10:14

Noch einmal

Hurra.
bewegungsorientierte Verabredungskultur

37 153

Montag, 23. April 2018, 12:28

Reaktionen auf die Recherche von Netzwerk AfD

Zitat

(…) Diese vollbaertigen aufständischen Typen in Syrien, Libyen und in der Ukraine kämpften also in Wahrheit NIEMALS für Freiheit, Demokratie oder Menschenrechte, deren absolut EINZIGE Aufgabe war es bereits von Anfang an, eine größtmögliche Migrationswelle Richtung Deutschland zu erzeugen (…) Der einzige Grund weshalb diese drei Bürgerkriege überhaupt vorsätzlich ausgelöst worden sind, ist der, das aussereuropäische Menschen genannt Flüchtlinge nach Deutschland fliehen SOLLEN, (…)


Ich möchte von Ironie ausgehen, leider ist dem nicht so :(

Schön, dass ich jetzt weiß, warum die Welt gerad so ist, wie sie ist. Und das alles nur, weil Deutsche keine Kinder wollen. Dabei ist interessant, dass ich gerad lernen durfte, dass von einem weltweiten Zurückgehen der Reproduktionsrate gesprochen wird und Afrika explizit dazu gezählt wird, was Aussagen während meines letzten Aufenthalts im Senegal bestätigen (Hormonspirale/-stäbchen sind voll im Trend).

Demnächst dann noch mehr Flüchtlinge aus Libyen (Machtkämpfe der Warlords, jetzt wo Khalifa Haftar "inaktiv" ist).
Oder Mali, das Afghanistan Afrikas, wo jetzt auch der Süden unsicher wird (derzeit wird dorthin abgeschoben, da als Fluchtgebiet für Normale dort ja keine Gefahr herrscht (laut Aussage der UNHCR sind seit Jahresbeginn ca. 10.000 in die Nachbarländer geflohen bei ca. 0 Rückkehrern).
„Die Welt-Landwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“
Jean Ziegler

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37 154

Montag, 23. April 2018, 16:10

Sorry für die späte Antwort.

Auf Dahl gehe ich mal lieber nicht ein.

theMenace, ich sehe da einen Unterschied. Der Unterschied zu "abholen, da, wo sie sind" ist eben schon, dass man ein Gespräch führt, aber nicht unbedingt ihre Thesen ernst nimmt. Man kann diskutieren, ohne jeden Scheiß zu diskutieren. Neulich habe ich mich z.B. mit zwei Syrern unterhalten. (Keine Flüchtlinge, sondern schon lange hier.) Wir kamen auf Israel und darüber auf die jüdische Weltverschwörung. (tm.) In so einem Fall diskutiere ich das nicht durch, sondern sage, dass das eine Verschwörungstheorie ist, ich mich nicht damit auseinandersetze und thematisiere, was sie verdeckt, nämlich die realen globalen Herrschaftsverhältnisse. So ungefähr. Im Ergebnis führt das dazu, dass man keine Zugeständnisse z.B. an eine Flüchtlingsdebatte macht, den Leuten aber Recht gibt, wo sie tatsächlich realen Druck erfahren.

Sasa, was für Daten würden Dir denn helfen? Ich bin der Meinung, es gibt keine "no go"-areas und begründe das wie folgt:

Gefährliche Gegenden hat es schon immer gegeben. "No go-Areas" wäre für mich aber deutlich enger definiert, nämlich als Zonen, in denen das Gewaltmonopol des Staates offen und erfolgreich in Frage gestellt wird, sprich: Wo im öffentlichen Raum polizeiliche Funktionen nicht mehr wahrgenommen werden. (Merkel hat neulich auch den Begriff nach dieser Definition falsch verwendet, aber das wäre eine andere Geschichte.)

Solche Räume sehe ich in Deutschland nicht. Nehmen wir Hamburg, G20, Schanzenviertel. Das waren nur wenige Stunden, dass die Polizei da nicht rein ist. Und dass das so lange gedauert hat, hat auch nur daran gelegen, dass die bayrische Hundertschaft, die eingesetzt werden sollte, schon viel zu lange im Einsatz war und deswegen rebelliert hatte. Andere Argumente, die man öfter hört, wie etwa das gewisse Gegenden unsicher seien, dass die Polizei beschimpft wird oder angegriffen wird, ziehen meiner Meinung nach nicht. Solche Gegenden bzw. Vorfälle hat es schon immer gegeben.

In der Diskussion stehen "no go-areas" aber für eine bestimmte Art von - angeblich - gefährlichen Gebieten: Nämlich welche, die entweder von Islamisten ("Scharia-Polizei") und/oder von Kriminellen mit Migrationshintergrund kontrolliert werden. Das ist mE ein Produkt rechter Propaganda, in gewissem Sinn die Fortsetzung und Steigerung des alten konservativen Topos von der "Parallelgesellschaft". Gefährliche Gegenden sind mE sozioökonomisch begründet, nicht religiös oder ethnisch. Diese Propaganda arbeitet mit dem Sicherheitsgefühl der Bürger, welches immer ein wichtiges Thema für die Politik war, sich auch explizit auf das Gefühl, d.h. die inviduelle Wahrnehmung bezieht, und entwirft, von Ängsten ausgehend, Horrorszenarien, die nicht real sind.

Wie wirksam sowas "am Boden", also in Gegenden, die nach rechts tendieren, sind, habe ich selber in Magdeburg mitbekommen. Dort wurde kontinuierlich und gezielt die lokale Gerüchteküche von den Rechten befeuert. Da wurden Massenhaft Falschmeldungen per Facebook und Mund-zu-Mund eingespielt, die genau die Ängste ansprachen und dazu den Eindruck erweckten, dass der Staat das vertuscht. Aus diesem Winkel kommt mE das Gerede von "no go-zonen", und darüber hinaus messe ich ihm keinerlei Substanz zu.

Weitere Elemente rechter Propaganda sind z.B., dass es nicht nur solche Zonen gibt, sondern das diese auch toleriert oder sogar erwünscht sind. Das ist natürlich Quatsch. Wenn es aber einen Wahrheitskern gibt, liegt der nicht in einer Existenz oder Nicht-Existenz von solchen Zonen, sondern dass solche natürlich nicht toleriert werden dürfen. Hier, sozusagen, stimme ich den rechten zu: Es darf keine Toleranz geben für ethnische, religiöse oder sonstige Zonen, in denen das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr vorhanden ist. Es darf auch nicht akzeptiert werden, dass Straßen, egal welche, etwa für Kippaträger unsicher sind. Deswegen finde ich es absolut fatal, wie das in obig von mir angesprochenem Beitrag irgendwie akzeptiert wird. (Und auch in der Aussage Augsteins, dass Kippatragen eine Provokation darstellen kann.)

37 155

Montag, 23. April 2018, 16:17

@Exil: Danke, ich sehe das grundsätzlich wie du, hätte mich aber über echte Fakten in dieser Hinsicht gefreut, um denen besser zu begegnen, die mir "No-Go-Areas" immer als Fakten verkaufen wollen. Ok, das sind auch die, die behaupten, man könne den Hbf in Hannover nicht mehr betreten, aber das ist ein anderes Thema. So mit "ich glaube nicht, dass es solche Gebiete gibt" komme ich da nicht weit. Gerade weil man ja zumindest über Duisburg-Marxloh immer mal wieder lesen darf, dass dort die öffentliche Ordnung nicht aufrecht zu erhalten sei.
Und jetzt wird gekackt !

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37 156

Montag, 23. April 2018, 16:32

You can't prove a negative. ;) Diejenigen, die meinen, es gibt solche Zonen in Deutschland, wären da meiner Meinung nach in der Beweispflicht. Und zwar mit mehr als "mein Freund kennt jemand bei der Polizei, der erzählt..."

37 157

Montag, 23. April 2018, 16:39

Ach wenn es immerhin Bekannte von Bekannten wären, die sowas mal erzählt hätten... Es sind aber nur irgendwelche Fernsehreportagen als Grundlage, die zu Sätzen wie "Dass es in Deutschland No-Go-Areas gibt, ist nunmal Fakt." führen und mich an diesen eigentlich gebildeten Menschen verzweifeln lassen. :(
Und jetzt wird gekackt !

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37 158

Montag, 23. April 2018, 16:55

Das passiert halt, wenn die Qualitätsmedien - und neulich halt z.B. auch Merkel - versuchen, mit solchen Themen Schlagzeilen zu machen (auch durch die "Qualitätsmedien") oder die Wähler "zurückzugewinnen". Da man den Diskurs vorher nicht geführt hat, lässt man sich die Begriffe von den Rechten vorgeben.

Der Forderung, dass es sowas nicht geben darf, kann ich zustimmen, ich übernehme da quasi rechte Positionen.

Der Diagnose, dass es sie gibt, aber nicht.

Über das Sicherheitsgefühl der Bürger kann und sollte man diskutieren. Hier ist allerdings das Problem, dass deren Wahrnehmung eben auch von anderen Ängsten, z.B. der Angst vor dem Fremden, geprägt ist. Aber in keinem Fall sollte man das nicht ernst nehmen, sondern sich möglichst konkret damit auseinandersetzen, wo sie sich wirklich unsicher fühlen.

Juk96

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37 159

Montag, 23. April 2018, 17:46

Ich würde vllt. erst einmal klären was unter "No-Go-Area" verstanden wird. Nimmt man die Definition: "Rechtsfreier Raum", dann gibt es bestimmt keine No-Go-Areas in Deutschland ... zur Not fahren halt die Polizisten direkt mit einer Hundertschaft los (vgl. die Berichterstattung Duisburg Marxloh vor ein paar Jahren). Eine Kapitulation der Exekutive in bestimmten Stadtteilen ist mir nicht bekannt. Hier zu Duisburg Marxloh z.B.:

Zitat

"Es gibt keine Gegend, wo wir nicht mehr reinfahren als Polizei, aber es gibt Gegenden, die wir als No-Go Area bezeichnen. Die anderen sagen Angsträume, also Stadtteile, wo unsere Kolleginnen und Kollegen ungerne mit einem Streifenwagen reinfahren."

Arnold Plickert ist Polizist und er ist Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Vor etwa einem Jahr hat er eine Diskussion um sogenannte No-Go-Areas in NRW losgetreten. Er sagte damals, ganze Stadtteile im Ruhrgebiet drohten abzurutschen. Jetzt sitzt er in seinem Düsseldorfer Büro und erzählt, wie es aussieht, auf den Straßen im Ruhrgebiet.

"Das Bild spielt sich so ab, auch bei kleinsten Verkehrsunfällen oder Personalfeststellungen werden unsere Kolleginnen und Kollegen relativ schnell von größeren Gruppen meistens junger Männer mit Migrationshintergrund umstellt. Es kommt zu einer Distanzunterschreitung, Beleidigungen. Angriffe sind dann schnell an der Tagesordnung."

In Essen, Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund gibt es Straßenzüge, in die Polizisten deshalb nur noch mit mehreren Streifenwagen reinfahren. Zur Sicherheit.

http://www.deutschlandfunkkultur.de/duis…ticle_id=358452

Hier sieht man auch schön, dass die Definition nicht einheitlich ist. Auch Wikipedia liefert eigentlich zwei Unterschiedliche Definitionen:

Zitat

Heute wird der Begriff in der gesellschaftlichen Diskussion im deutschsprachigen Raum allgemein für Örtlichkeiten mit angeblich rechtsfreien Räumen oder zum Teil gefühlt erhöhter Kriminalität (vgl. Angstraum) verwendet


Daher:


Ach wenn es immerhin Bekannte von Bekannten wären, die sowas mal erzählt hätten... Es sind aber nur irgendwelche Fernsehreportagen als Grundlage, die zu Sätzen wie "Dass es in Deutschland No-Go-Areas gibt, ist nunmal Fakt." führen und mich an diesen eigentlich gebildeten Menschen verzweifeln lassen. :(

Vielleicht hilft es wenn man in einer Diskussion versucht erst einmal eine gemeinsame Definition zu finden oder versucht das Wort No-Go-Area durch "Rechtsfreier Raum" und "Angstraum" zu ersetzen?

37 160

Montag, 23. April 2018, 20:26

@Exil
Interessanter Ansatz, wirklich.

@Juk96
Berlin ist teilweise - und das kann ich als Teilzeitbewohner dort sagen - in der Nähe zum Staatsversagen, was "alltägliche" Polizeiarbeit und in Teilen auch die allgemeine öffentliche Verwaltung angeht - zumindest in manchen Bezirken. Ursachen dafür gibt es sicherlich mehrere, und meines Erachtens ist Migration durchaus eine davon. Wobei das nicht nur Flüchtlinge und sonst Zugezogene aus dem Nahen Osten betrifft, sondern auch Einwanderer aus westlichen Ländern haben (wie alle Expats überall) erstmal eine geringere Bindung an den Rechtsstaat. Jedenfalls gibt es in Berlin schon ein latentes Gefühl eines rechtsfreien (oder zumindest rechtsreduzierten) Raumes. Edit: Meine wesentliche Anekdote dazu ist, dass in dem Unternehmen, in dem ich war, Mitarbeiter einen Dieb, der am hellichten Tag Computer aus dem Büro gestohlen hat, auf frischer Tat ertappt und gestellt hatten. Der Polizei-Notruf war indes nicht erreichbar, es ist einfach keiner ans Telefon gegangen, länger als eine Viertelstunde lang nicht (dann konnte der Typ fliehen). Und diese Anekdote ist leider kein Einzelfall.

@Dahl
Das ist doch gar nicht der Punkt. Diese Diskussion ist im Grunde uralt und die groben Positionen (von allen möglichen Nuancen abgesehen) klar: Manche sagen, man muss Rechtsextremismus immer schärfstmöglich bekämpfen, mit viel Empörung und auch schon im Vorfeld (z.B. Rechtskonservative). Andere sagen, man muss mit Rechtsextremen ins Gespräch kommen und die Ausgrenzung befördere die Interessantheit der Positionen und Organisationen. Für beide Positionen gibt es unterstützende Stimmen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, und für beide Positionen lassen sich empirische Anhaltspunkte finden.

Nun ist es so, dass bei überhaupt jedem Problem, für das es zwei sich widersprechende bzw. ausschließende Lösungsansätze gibt, aus der Sicht jedes der beiden Lösungsansätze der jeweils andere so aussieht, als würde er das Problem zumindest dadurch verschärfen, dass er es nicht (richtig) bekämpft. Das ist platte Logik.

Dein Problem ist, dass Du aus diesem Ergebnis eines logischen Denkgesetzes persönliche Vorwürfe konstruierst. Dabei ist völlig klar, dass die Anhänger beider Lösungsansätze es nicht billigend in Kauf nehmen (und es schon gar nicht darauf abgesehen haben), das Problem zu verharmlosen oder gar zu verschärfen.

Es ist deswegen kompletter Unfug und anstrengende Zeitverschwendung, jemandem, der für ein Problem einen dem eigenen Lösungsansatz widersprechenden anderen Lösungsansatz verfolgt, einen persönlichen Vorwurf in der Hinsicht zu machen, dass er das Problem verharmlose (oder schlimmeres).
"It is easier to fool people than to convince them they have been fooled" - Mark Twain

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »theMenace« (23. April 2018, 20:29)