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38 781

Montag, 10. Dezember 2018, 22:00

Naja, ich fühle mich eigentlich ganz wohl, wenn ich die meisten Kriesen einfach so verschlafe.
Ich mach das ja recht bewusst, und mit dem Wissen um meine Ohnmacht überhaupt Einfluss nehmen zu können.

Wer weiss, wie man das alles in 30 Jahren beurteilt, was heute vor sich geht. Vieles wird wohl keinen Einzug in die Geschichtsschreibung finden.
Es kommt der Tag, da will die Säge sägen.

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38 782

Montag, 10. Dezember 2018, 22:12

Blue, ich will nichts stellen, Gott bewahre.

Geh doch mal in dich ? Warum stellt sich dir keiner in den Weg ? Ich mein ja nur; evtl. weil es bei Dir nur schwarz und weiss gibt (und da meine ich nicht ein kleines bisschen die Hautfarbe); evtl. dass Du keine Beratungen/Hinweise/Bedenken/andere Gedanken annimmst oder akzeptierst.

Ich hab es mal versucht....vor einiger (1 oder 2/3 Jahre ist das her) Zeit. Ich habe mehr oder weniger aufgegeben; (da du meistens mit irgendwelchen links argumentierst) und das passiert mir nicht oft.

Apropos Frankreich, haben die Gelbwesten ja ein bisschen was erreicht.
Jetzt bin ich gespannt wie die Gegenfinanzierung aussieht; die selbstauferlegten Maastricht- Regeln werden bestimmt gerissen (egal macht Italien ja regelmäßig).

Ach, jetzt habe ich mich wieder hinreißen lassen; wollte ich "eigentlich" nicht mehr im poli. Faden
Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Also: Je mehr Käse, desto weniger Käse.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »wuerfel1896« (10. Dezember 2018, 22:30)


38 783

Dienstag, 11. Dezember 2018, 06:44

Mir ging es nicht um die Frage wieviele reagieren, sondern wie reagiert wird.


Ja schauen wir was daraus wird. Sie haben wie schön 1871 wieder nicht an die Banken gedacht und sind sinngemäß auch wieder nicht nach Versailles gegangen.

Was den Rest betrifft, wird sich also wohl nicht viel ändern. Erstmal!
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018

38 784

Dienstag, 11. Dezember 2018, 15:13

Also bei den Schülern hat seine Farce von gestern offensichtlich nicht gewirkt.

In Montpellier haben sie den "schwarzen Dienstag" ausgerufen und demonstrieren weiter.

Was hat Macron geboten?

Diese (erstmal ausgesetzte) Steuer hatte entgegen seiner Aussage nichts mit Klimaschutz zu tun sondern sollte die Geschenke an die Reichen finanzieren.

Nun geht es weiter. Die Geschenke bleiben bei den Reichen. Die gestrigen Geschenke gehen an die Mitte und die unten dürfen alles bezahlen bzw. leiden weiter unter ihrer Armut.. Beispiel Steuerfreiheit bei Überstunden. Die unten machen keine Überstunden. Beispiel Sozialzuschlag bei Mindestlohn, so ein Sozialgeld gibt es seit 2000, auf Antrag mit Extremprüfung, sagte man mir, was dazu führen wird, dass nur geringe Anzahl von Leuten in den Genuss kommen (vergleichbar mit unseren Hilfen für arme Kinder - BuT).
Und als er am Ende dann noch in Richtung "National" ging, er möchte den gesellschaftlichen Diskurs wieder weiter nach rechts schieben und fordert eine Debatte über die Nationale Identität um in die Migrationsproblematik zu Lösungen zu kommen. das hat viele sehr verärgert. Die Rede erinnere an Sarkozy, ist häufige Reaktion. Auch das heute in Montpellier zu erkennen. Rassismus ist dort ein wichtiges Thema, wenn man die Slogans der Schüler hört.

Macron versucht zu spalten, dass ist ganz deutlich zu erkennen. Und die Länder drumrum unterstützen ihn nicht wenig.

Bestimmte Bilder haben nicht in dem Maße Einzug in die bekannten Medien bekommen, so dass sogar in der TAZ klare Dinge unklar transportiert werden (Gummigeschossen auf einen Journalisten, der klar gesagt hat, dass es die Polizei war, werden so dargestellt, dass es durchaus im Möglichen liegt, dass das von Protestierenden kam), angeblich ist ja alles von Russland gesteuert, außerdem ist es hauptsächlich die Rechte,.....

In der Welt meint jemand, dass Macron ist wohl der letzte Präsident dieser französischen Republik sein wird. Mich würde durchaus interessieren, was seiner Meinung nach der Grund ist und was dann kommt. Leider kann ich mich nicht überwinden, der Welt mein Geld zu geben. Aber ich denke, irgendwann wird ich es erfahren.

Ich kann natürlich nicht wissen, was andere hier so meinen, Aber die beiden bisherigen Äußerungen bestätigen wieder meine Meinung, dass hier eine Menge Verdrängungsnaivität vertreten ist. Ich sehe die Menschheit / Welt an einem hochbedeutsamen Punkt angekommen. Ich kann an nichts Gutes glauben solang ich den Eindruck hab, dass Augen zu, es wird schon weitergehen wie bisher, vielleicht mit kleineren Abstriche, das Überwiegende ist, was ich erkennen kann.

Ich will hier überhaupt niemanden anscheißen, ich bringe nur mein Erschrecken über die Angewohnheit normaler Menschen, sich Dinge schön oder klein zu reden zum Ausdruck, wo doch eigentlich hier jeder weiß, wohin das führen kann.

Dass ich nicht normal bin und Dinge in meinem Kopf zulasse die andere unbewusst blockieren können (Konditionierung), ist mir schon lange klar. Ich will die nun mal sehen, wollte ich immer, auch wenn es sehr schmerzhaft ist. Ich kann mich einfach nicht belügen. Mein Gehirn funktioniert so und Manipulation dessen macht mich krank, dass musste ich erkennen.

Ja wir leben gerad in revolutionären Zeiten. Alle haben Angst und die Regierungen wissen genau, warum und vor wem sie Angst haben müssen.
Ägypten hat erstmal den Verkauf von diesen speziellen gelben Westen verboten.

Ich schrieb es am Anfang der "Flüchtlingskrise", dass es Zeit ist, Stellung zu beziehen, sich Gedanken zu machen, welche Welt man will und welche Möglichkeiten man sieht.

Diese Diskussion ist in Europa wohl am ehesten in Frankreich geführt worden (im Volk auf der Straße), aber im Großen blieb es beim "weiter so".
Weiter so heißt für mich allerdings nichts anderes als zerstören und Vergehen. Viel Zeit ist schon verloren und jeder hier weiß wohl, dass wir von all den Werten dieser Welt davon mittlerweile am wenigsten haben.


Nein, der Protest in Frankreich ist, bei den jungen Menschen zumindest, noch nicht beendet, überall sind sie auf der Straße. Und der Schwerpunkt der Demos liegt bei der Polizeigewalt.
Zu Recht, denn die Bilder, die ich sehen konnte zeigten Krieg gegen Bürger (was ich vom G20 in Hamburg sah, war ein Witz dagegen), besonders die Anti-Gang-Brigade (BAC)


"C'est la Revolution!" rufen Studenten und Schüler heut gemeinsam in Marseille auf ihrer Demo.

"Macron nous a endormi hier et n'a rien proposer pour nous, on continue!" begleitet die Leute in Valenciennes.
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018


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38 785

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 07:15

Punkt 5 des Manifestes der Gelben Westen sagt sie haben die Banken nicht vergessen

Und auch der Franc CFA findet Einzug im Block Geopolitik. Erste Demo dazu in Zentralafrika
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018

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38 786

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 07:46

Schreib doch dazu, dass das französisch ist.
Es kommt der Tag, da will die Säge sägen.

Dahl

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38 787

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 09:10

Schon paradox: Macht hier lange Ausfährungen zu einer Bewegung, deren einer Angriffspunkt die elitäre Haltung des französischen Präsidenten ist, hält es dann aber nicht für nötig, französischsprachige Links zu übersetzen oder zumindest zu erklären. Und dass die Gelbwesten (deren soziale Anliegen ich durchaus für berechtigt halte) sich nicht daran stören, mit Rechtsradikalen gemeinsame Sache zu machen, ist ihr auch keine Erwähnung wert.

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38 788

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 09:33

Heute muss sich Frau May doch schon einem Mißtrauensvotum stellen. Angeblich sind die 48 Anträge innerhalb der eigenen Fraktion, die dafür notwendig sind, komplett.
Jetzt braucht sie eine einfache Mehrheit der 315 Abgeordneten, um im Amt zu bleiben. Gelingt dies, darf die eigene Fraktion ein Jahr lang kein weiteres Misstrauensvotum stellen.
C'est l'histoire d'une société qui tombe et qui, au fur et à mesure de sa chute se répète pour se rassurer: "Jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien, jusqu'ici tout va bien." Mais ce qui compte c'est pas la chute. C'est l'atterrissage.

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38 789

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 09:34

Also, mindestens 3-Sprachigkeit kann man in einen Fussball-Fan Forum, welches gleichzeitig kritisch sein soll, ja mindestens verlangen. ;)
Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Also: Je mehr Käse, desto weniger Käse.

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38 790

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 09:41

Ich fand das schon bemerkenswert, dass ein Abgeordneter den königlicher Zeremonie-/Regierungsstab vom Tisch entfernt hat, auch wenn das nur ein Demonstrationsakt war.
Das zeigt, dass auch England tief zerrüttet ist.

Achtung: Quelle ist die krone.at
https://kurier.at/politik/ausland/brexit…nstab/400351201

Ich glaube für May sind die Tage auch mehr oder weniger gezählt. Da sägen einige am Stuhl, von verschiedenen Seiten.
Je mehr Käse, desto mehr Löcher. Je mehr Löcher, desto weniger Käse. Also: Je mehr Käse, desto weniger Käse.

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38 791

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 09:59

Die aktuelle Folge Die Anstalt mit Bezug zur SPD, und generell den Parteien in D ist übrigens wie immer grandios!

@Dahl
Jede große Bewegung in allen möglichen Ländern wird von Rechten unterwandert. Da muss blue valentine überhaupt nicht zu Stellung nehmen. Oder willst du ihr jetzt irgendwas unterstellen? Mach dich bitte nicht lächerlich!

Von FB:

Zitat von »"Sebastian Chwala"«


Erste Ergebnisse einer interessante Studie unter der Leitung des Centre Emile-Durkheim aus Bordeaux wurden gestern veröffentlicht. Zahlreiche Soziolog_innen haben im November das Gespräch mit den französischen "Gelbwesten" gesucht und dabei auch versucht mit Fragebögen Daten zu erheben.

Die Zahlen brechen mit einigen Vorurteilen, besonders die politische Verortung der Menschen betreffend. So lehnt zwar ein Großteil Gewerkschaften ab (64 Prozent) und möchte keine politischen Parteien als Teil der eigegen Bewegung haben (81 Prozent). Allerdings verorten sich nur knapp 5 Prozent als "extrem rechts". Dagegen bezeichnen sich 40 Prozent als "links" und 15 Prozent als "linksextrem". 33 Prozent der Befragten bezeichnen sich als "weder rechts, noch links".

Immerhin 45 Prozent der Aktivist_innen sind Frauen. Die "Gelbwesten" verfügen mehrheitlich über eine eher unterdurchschmittliche Formalbildung (Ausbildung) und verfügen über ein Medianeinkommen von 1700 Euro Netto. Es engagieren sich mehr Angestellte (33 Prozent) als Arbeiter (14 Prozent). Fast die Hälfte der "Gelbwesten" (47 Prozent) engagiert sich zum ersten Mal in ihrem Leben in einer sozialen Bewegung.

So vorsichtig man mit diesen Zahlen auch umgehen muss (die Zahl der Befragten scheint eher klein zu sein), scheint sich doch eine These zu bestätigen. Die "Gelbwesten" in Frankreich sind kein in erster Linie rechtes Unternehmen. Woraus sich auch erklären lässt, dass die sozialen Themen in ihren Reihen dominieren.
KMW.

Zitat von »Jones«

Fußball so hässlich wie die Verschmutzung der Weltmeere

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »96Indianer« (12. Dezember 2018, 11:42)


Stephan535

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38 792

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 10:10

deren einer Angriffspunkt die elitäre Haltung des französischen Präsidenten ist, hält es dann aber nicht für nötig, französischsprachige Links zu übersetzen oder zumindest zu erklären.

Also bitte! Das ist ja nun wirklich sehr sehr albern!

Also - das auch, meine ich.


Das andere hat ja 96Indianer schon vollkommen richtig geschrieben.
OpSR: 104,0
Uncool since 1970

Dahl

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38 793

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 10:21

Mit irgendeiner nicht näher spezifizierten Facebook-Quelle. Von wem sie stammt, verschweigt er - das ist absolut unseriös.

edit: tagesschau.de: "Spätestens seit vergangenem Samstag ist deutlich, welches
Gewaltpotenzial in der Bewegung steckt. Die meisten der Randalierer, die
Teile von Paris verwüsteten, kommen aus dem links- und dem
rechtsextremen Spektrum oder sind gewohnheitsmäßige Plünderer. Aber
viele "Gelbwesten" zollten Beifall. Und viele von ihnen halten Gewalt
für legitim."
https://www.tagesschau.de/ausland/gelbwesten-faq-101.html

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dahl« (12. Dezember 2018, 10:27)


Dahl

96er

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38 794

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 10:33


@Dahl
Jede große Bewegung in allen möglichen Ländern wird von Rechten unterwandert.



Das stimmt übrigens nicht.
Meine Meinung teilt auch der Linken-Chef Riexinger: "In Frankreich wehren sich Menschen gegen die Verachtung ihrer Klasse, sie fordern soziale Gerechtigkeit und Aufmerksamkeit
für ihre Interessen. Besorgniserregend ist dabei das Potenzial
Ultrarechter in den Reihen der Bewegung. In Deutschland wäre eine solche
Verbrüderung linker und rechter Gesinnung nicht denkbar. Das Programm
der politischen Rechten ist zutiefst neoliberal."

https://www.tagesspiegel.de/politik/fran…n/23719250.html

Es ist doch immer wieder merkwürdig, wie manche Zeitgenossen hinsichtlich rechtspopulistischer und rechtsextremer Strategien nicht wach genug sind bzw. sie verharmlosen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dahl« (12. Dezember 2018, 10:40)


Juk96

96er

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38 795

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 10:38

Und an allem ist Facebook schuld. Die haben einen Algorithmus geändert, so dass lokale Quellen für Nachrichten bevorzugt werden und kurz darauf gab es die Protestbewegung. Böses Facebook...beim arabischen Frühling fanden "wir" das noch "geil". ;)

https://www.sueddeutsche.de/kultur/frank…ebook-1.4246746

38 796

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 11:28

Dem User Dahl wird -zurecht oder zu Unrecht- immer wieder nachgesagt, dass er hinter jeder Milchkanne und jedem Pflasterstein rechtsradikale Unterwanderung wittert. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht mal mehr und mal weniger Recht hat, wenn er seinen Zeigefinger hebt. Löblich finde ich, dass er stets Quellen angibt bei seinen Aussagen. Dann kann man darüber diskutieren, ob die Meldungen von z.B. dem Tagesspiegel oder der Tagesschau unwahr oder tendenziös sind.

Zu dem Thema "Links in fremden Sprachen": Ich finde, dass man dadurch den Kreis der Leute, die an der Diskussion aktiv oder passiv durch lesen teilnehmen, einschränkt. Denn zum einen beherrschen viele die entsprechenden Fremdsprachen nicht und wollen/können sich nicht die Mühe machen, diese Links zu übersetzen/übersetzen zu lassen. Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass hier jeder (viele) die französische Sprache beherrscht und daher bin ich der Meinung, dass der Absender sich für den Fall, dass er eine breite Leserschaft erreichen will, selbst eine Übersetzung/Erklärung oder eine Quelle in deutscher Sprache bemüht. Natürlich nur, wenn es mir wichtig ist, dass ich viele Leute erreichen möchte.

Für mich, der die französische Sprache nicht beherrscht, war bei dem französischem Link Ende des Mitlesen.

38 797

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 12:36

Zu dem Sprachproblem, Prickel hat hier mal das Tool Deepl in den Raum geschmissen, wir befinden uns im Internet, Da ist der Weg nicht weit, Ich bediene mich da auch. Französisch kann ich zwar lesen, mit dem Verstehen ist es nicht so weit her.
Auch die meisten englischen Texte lese ich mittlerweile so, geht einfach schneller. Unklarheiten guck ich mir dann separat genauer an.

Zu Sebastian Chwala, die Zahlen hat er hier her.
Deppl Übersetzt:

Zitat

Kollektiv von 70 Wissenschaftlern zu antworten. AFP / NICOLAS TUCAT

Seit Ende November hat ein Kollektiv von Akademikern eine Felduntersuchung gestartet. Die Idee ist, die Bewegung "Gelbe Weste" zu verstehen, die zunächst am 21. Oktober in sozialen Netzwerken und dann bei der ersten Demonstration am 17. November offiziell gestartet wurde. Nach dem 17. November haben Forscher des Emile Durkheim Centre in Bordeaux eine Ausschreibung für politikwissenschaftliche Forscher gestartet. Ihre Idee ist es, diese Bewegung zu verstehen.

Forschungslehrer, Forscher des CNRS, INRA, Ärzte, Studenten, Soziologen, Politiker und Geographen beginnen auf freiwilliger Basis mit der Arbeit an dieser Umfrage. 70 von ihnen gehen ins Feld zur Beobachtung, zur Analyse sozialer Netzwerke oder zum Aufbau einer Karte, um soziologisch zu verstehen, worum es bei dieser "gelben Weste" geht.

Zwischen dem 24. November und dem 1. Dezember wurden 166 Fragebögen mit 28 Fragen verteilt und analysiert. Hier sind die ersten Ergebnisse der Tageszeitung Le Monde.

Das erste von den Forschern beobachtete Element ist die Überrepräsentation der Mitarbeiter (33%) und die Tatsache, dass es sehr wenige Führungskräfte (5%) in dieser Bewegung gibt. Arbeiter machen 14% der Teilnehmer aus und Handwerker, Händler und Unternehmensleiter sind mit 10% vertreten.

Bezogen auf ihr Alter nannten die Forscher für die Befragten durchschnittlich 45 Jahre, wobei die am stärksten mobilisierten 35-49 Jahre alt waren.

Eine gemischte Bewegung mit 54% Männern und 45% Frauen, darunter ein hoher Anteil von Menschen aus den Arbeiterklassen.

Darüber hinaus stellen die Forscher eine Überrepräsentation der Inhaber von Abiturienten sowie von CAPs und BEPs fest. Nur 5% der Teilnehmer haben ein Abitur +4 oder höher.

Gelbe Westen" sind für 55% von ihnen steuerpflichtig und 85% besitzen ein Auto. Das Medianeinkommen ihres Haushalts beträgt 1.700 Euro pro Monat, 30% weniger als das Median-Durchschnittseinkommen in Frankreich.

47% von ihnen nehmen an ihrer ersten Mobilisierung teil und 44% haben bereits an einem Streik teil.

Viele, 64%, lehnen Gewerkschaftsorganisationen ab und 81% glauben, dass politische Parteien keinen Platz in der Bewegung haben. 33% erklären sich weder links noch rechts.

Sie befinden sich hauptsächlich auf der linken Seite.

Unter denjenigen, die sich positionieren, befinden sich 15% ganz links, 5,4% ganz rechts, 42% links, 12% rechts und 6% in der Mitte. Ihre Motivation ist weniger überraschend, da sie behaupten, für die Kaufkraft und gegen eine Politik zugunsten der Reichen zu kämpfen. Diese Vielfalt der politischen Zugehörigkeit verleiht der Bewegung eine noch größere Singularität mit Formen, die in der Geschichte der Mobilisierung selten zu finden sind.


Dahls Annahme deckt sich mit der von Jan Feddersen (TAZ, schreckliche Artikel). Er vertritt Cohn-Bendits Meinung und Cohn-Bendit ist einer von denen, die Graeber (Occupy-Kopf) meint, wenn er schreibt

Zitat

Es fällt mir auf, dass die tiefe Verwirrung, ja sogar Ungläubigkeit, die das französische Kommissariat - und vor allem das Weltkommentar - angesichts jeder einzelnen "Acte" des Dramas von Gilets Jaunes, das sich seinem aufständischen Höhepunkt nun rasch nähert, das Ergebnis einer nahezu völligen Unfähigkeit ist, die Art und Weise zu berücksichtigen, wie sich Macht, Arbeit und die Bewegungen gegen die Macht in den letzten 50 Jahren und insbesondere seit 2008 verändert haben. Intellektuelle haben es größtenteils extrem schwer gemacht, diese Veränderungen zu verstehen.
...

Die einzige Klasse von Menschen, die diese neue Realität nicht zu erfassen scheint, sind Intellektuelle. Genau wie bei Nuit Debout schien ein Großteil der selbsternannten "Führung" der Bewegung nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, die Vorstellung zu akzeptieren, dass horizontale Organisationsformen tatsächlich eine Form der Organisation sind (sie konnten den Unterschied zwischen einer Ablehnung von Top-down-Strukturen und einem totalen Chaos einfach nicht verstehen), so bestehen Intellektuelle von links und rechts nun darauf, dass die Gilets Jaunes "antiideologisch" sind, unfähig zu verstehen, dass für horizontale soziale Bewegungen die Einheit von Theorie und Praxis (die für vergangene radikale soziale Bewegungen in der Theorie viel mehr existierte als in der Praxis) in der Praxis tatsächlich existiert. Diese neuen Bewegungen brauchen keine intellektuelle Avantgarde, um ihnen eine Ideologie zu liefern, denn sie haben bereits eine: die Ablehnung der intellektuellen Avantgarde und die Umarmung der Vielfalt und der horizontalen Demokratie selbst. Es gibt sicherlich eine Rolle für Intellektuelle in diesen neuen Bewegungen, aber es muss etwas weniger reden und viel mehr zuhören sein. Keine dieser neuen Realitäten, sei es in Bezug auf die Beziehungen von Geld und Macht oder das neue Verständnis von Demokratie, wird in absehbarer Zeit verschwinden, egal was im nächsten Akt des Dramas geschieht. Der Boden hat sich unter unseren Füßen verschoben, und wir könnten gut daran tun, darüber nachzudenken, wo unsere Loyalität tatsächlich liegt: mit dem bleichen Universalismus der Finanzmacht oder denen, deren tägliche Pflege die Gesellschaft ermöglicht.


Sobald ich mehr Zeit habe, werde ich mich an die Übersetzung des Manifests aus dem französischen machen (jpg hab ich nicht in Deepl reingekriegt :nein: , musste ich doch feststellen, dass die wenigen Seiten, die es benennen, es nicht komplett so bringen, wie es da steht. So habe ich z.B. die Begrifflichkeiten Banken oder Franc CFA auf keiner der Seiten finden können und bin gespannt, was ich noch für Unterschiede finde.
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »blue valentine« (12. Dezember 2018, 12:41)


38 798

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 13:08

Dahl, hast du eigentlich noch gar keine Bilder aus Frankreich gesehen, wo mitten in Demozügen auf einmal Prügeleien losgehen, gelbe Westen gegen gelbe Westen, weil die extreme Rechte aus dem Zug geprügelt wird.?

Regelmäßige Antifa-Rufe oder Gesänge gegen Rassismus, entsprechende Transparente.
das Manifest enthält, soweit ich es bisher verstehe, nichts nationalistisches, es sei den, die Forderung, Auslagerung von Arbeitsplätzen zu verbieten (womit Unternehmen ja immer gern drohen, um ihren Willen zu kriegen) Wird als nationalistisches eingeordnet.
Auch bezüglich Flüchtlingen und Ausländern generell finde ich außer der Forderung zu schnelleren Abschiebungen bei nicht Anerkennung des Asylbegehrens eigentlich nur Forderungen, die der Gerechtigkeit dienen.
Von Rechts sprechen die Elite und deutsche Medien. England spricht von Russland und SPON schreibt den Protest heut schon als sozusagen tot.

Das dient in meinen Augen erstmal nichts anderem, als der Manipulation der Menschen. Sie haben Angst vor einem Flächenbrand. So sehe ich das zumindest.
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018

38 799

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 13:22

Trotz Totschreiben, trotz Terroranschlag, die Proteste gehen weiter. Ca. 300 Anwälte protestieren in Montpellier gegen die geplante Justizreform.
"Und wenn die Lösungen in diesem System so unmöglich zu finden sind, dann müssen wir vielleicht das System ändern.

Greta Thunberg, fünfzehn, Dezember 2018

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Verein: Fangfrage !?

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38 800

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 13:35

Wo wir bei Protestbewegungen sind:
Ich hatte bis gestern noch nie vom Jugendwiderstand (Link zum Tagesspiegel) gehört oder gelesen.
Die sind völlig irre. Und sie sind bekennend antisemitisch (also nicht antizionistisch, wie Teile der Linken sonst).
Ganz besonders schrullig (aber auch irgendwie konsequent in der Geschichte der linken Bewegungen im Kampf gegen sich selbst) finde ich den Bruch mit der Hamburger Version, die sich 'Sozialistische LInke' (SoL) nennt und seine Ursache im Streit hat, ob neben den klassischen 3 kommunistischen 'Wegen' Marxismus, Leninismus und Maoismus eine 4. Ideologiestufe in Form der Ausrichtung des Leuchtenden Pfad aus Peru als höchste Stufe gelten soll:

Zitat von »aus dem verlinkten Artikel«

Es ist die theoretische Frage, ob der Maoismus nach Marxismus und Leninismus die „dritte, höchste und letzte Stufe der Ideologie des Proletariats“ darstellt oder ob man das sogenannte Gonzalodenken – also die Theorie der peruanischen Terrorgruppe „Leuchtender Pfad“ – womöglich als vierte Ideologiestufe ansehen könnte. Auf gar keinen Fall, sagt der Jugendwiderstand, die SoL ist sich in dieser Frage nicht ganz sicher.


Alter..... :lookaround:
Durchgeschepperte Bürgersöhne im Klassenkampf? Oder rechte Unterwanderung zum Zwecke der Diskreditierung der Linken?
»Always code as if the guy who ends up maintaining your code will be a violent psychopath who knows where you live«
kalsarikännit!
Augen wie Kekse
Jede Theke träumt von einem Bier, warum, Du Nutte, träumst Du nicht von mir?