Weblog von Pokalheld

Kommentar: Guter Konter nach Pokalaus

Nach der Sommerpause war die Euphorie wie weggeblasen, das Pokalaus beim Viertligisten Elversberg tat sein übriges, Trainer Slomka stand praktisch kurz vor seinem Rauswurf. Nur eine Siegesserie konnte helfen - und sie kam. Mit einem beherzten, knappen und glücklichen Heimsieg gegen die ambitionierten Frankfurter. Mit einem ebenso knappen Auswärtssieg gegen noch unsortierte Schalker. Mit einem kämpferisch herausragenden Remis in Unterzahl gegen Leverkusen. Und schließlich mit einem phänomenalen 4:1-Erfolg über Werder Bremen, als 96 sogar mit Hacke-Spitze-Einszweidrei ansehnlichen Fußball bot. Zehn Punkte aus fünf Spielen hatte diesem Team kaum jemand zugetraut.

Kommentar: Jährlich grüßt das Murmeltier...

Vor drei Monaten konnten wir einem Fußballwunder beiwohnen und dem sicher geglaubten Abstieg noch einmal entgehen. Spieler, Trainer und Fans lagen sich in den Armen und feierten die ganze Nacht. Freude und Erleichterung machte sich breit und der Wunsch nach einer ruhigen Spielzeit 2010/11.

Es folgte eine lange Sommerpause ohne jedes Pflichtspiel, in der die gute Laune aber kontinuierlich schwand. Die neuen Trikots spalten die Zuschauerschaft, es wird von Unstimmigkeiten in der sportlichen Führung gesprochen und die bisherigen Transferaktivitäten sehen fast aus wie ein Aderlaß. Bei der Spielersuche ging es vor allem darum, preisgünstige Lösungen zu finden. Und dabei könnte es sein, daß der Kardinalfehler der letzten Jahre wiederholt wird: Um weniger Gegentore zu bekommen, holt man einen kantigen Innenverteidiger und um mehr Tore zu schießen, sucht man einen neuen Stürmer. Das Mittelfeld hingegen wird traditionell kaum verstärkt.

Kommentar: (An)Spannung pur am vorletzten Spieltag

In den letzten vier Partien gegen Hamburg (0:0), Schalke (4:2), Bayern (0:7) und Leverkusen (0:3) wurde die Mindestanforderung von vier Zählern erreicht; das war nötig, um die Heimniederlage gegen Köln wettzumachen und die Hoffnung auf den Ligaverbleib aufrecht zu erhalten. Diese vier Partien waren abermals eine Achterbahnfahrt der Gefühle, von einer Abwehrschlacht über einen überzeugenden Sieg und eine derbe Klatsche bis hin zu einer passablen Leistung ohne Fortune war alles dabei. Die Fans, zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, betätigen sich derweil in einer Art von fortgeschrittener Gymnastik, vor allem im Daumendrücken, Applaudieren, Aufstampfen und Hände-über-den-Kopf-Zusammenschlagen. Diese Saison ist nichts für schwache Nerven.

Kommentar: Jetzt geht's um die Wurst

Die vergangenen Wochen haben viele Erkenntnisse gebracht und dennoch viele Fragen unbeantwortet gelassen. Rückblickend kann man die Anfangszeit von Trainer Mirko Slomka wohl als große Reperaturmaßnahme betrachten, bei der die Spiele absichtlich abgeschenkt worden waren. Es wurde aus der Not heraus das Ausdauertraining der Winterpause nachgeholt, und es wurden drei zu spät verpflichtete Neuzugänge in die Mannschaft integriert. Nach zum Teil horrenden Niederlagen schien die Arbeit erste Früchte zu tragen, es folgten passable bis gute Auftritte gegen Wolfsburg (0:1), Freiburg (2:1) und Frankfurt (2:1). Diese zwei Siege waren von enormer Bedeutung, weil sie die Hoffnung auf den Klassenerhalt erhielten. Mehr nicht. Mit einer unglaublichen Pleitenserie von elf Niederlagen in zwölf Spielen war zuvor ganz viel Boden in der Tabelle verloren gegangen.

Kommentar: Im freien Fall

Seit Anfang November hat sich vieles bei Hannover 96 verändert. Der Patient befindet sich nicht mehr in der stabilen Seitenlage, sondern mittlerweile im freien Fall nach unten. Trainer Bergmann konnte im August frischen Wind in die Mannschaft bringen. Es war mehr Bewegung und Leidenschaft auf dem Platz zu sehen und zu spüren. Doch immer wenn er ein Problem behoben hatte, trat ein neues auf. So wurde er unverschuldet binnen weniger Monate vom Hoffnungsträger zum Wackelkandidaten.

Inhalt abgleichen