27.1.2012
Kumpeltyp Mirko Slomka ist sichtlich überrascht: in der Festung Niedersachsenstadion kommt es im Duell gegen seinen Spezi Dieter nicht zu der in Tototipper- und Wettmafiakreisen als fix angenommenen freundschaftlichen Punkteteilung - nein, hinten baut Ron-Robert Zieler seinen Ohne-Gegentor-Rekord auf für 96-Verhältnisse schier unglaubliche nunmehr 202 Minuten aus und vorne schlägt Disco-Sto nach den Sticheleien der letzten Wochen erbarmungslos zu, womit er die Treffer 14 und 15 seiner noch jungen Profikarriere erzielt.
Insgesamt baut man mit diesem ungefährdeten Sieg die Tabellenführung im zweiten Tabellendrittel weiter aus und man hat weiterhin die Qualifikation für den Europapokal im Auge … notfalls halt als Titelverteidiger …
31.1.2012
Letzter Tag im Winterschlussverkauf und weiterhin glaubt die Öffentlichkeit, dass nur Bakenga und die B-Team-Besserverdienenden Mame und Patti auf dem Einkaufszettel stehen, bei denen ja der sportliche Vergleich mit dem hannoverschen Stamm-Sturmpersonal hinkt wie Carlitos im Aufbautraining, aber weit gefehlt: Plan B (wie Balkan-Bomber) greift und so verpflichtet man heimlich, still und leise den 2 Meter großen Neffen von Vladan und Goran Milovanovic, der in der Fußballschule von Milos Djelmas das Dribbeln gelernt hat und den Ball nach glaubhaften Belegen am Kopfballpendel auf sagenhafte 96 Stundenkilometer beschleunigen kann – Martin Kind ist von dem 18-jährigen dermaßen begeistert, dass er den Transfer sowie Flug und Unterkunft komplett aus eigener Tasche bezahlt … eine Verhaltensweise, die bei Präsidenten in diesem unserem Lande selten geworden ist …
4.2.2012
Michael Skibbe, die Undercover-Frohnatur aus dem Ruhrgebiet, ist konsterniert – der Niedersachse als solcher fühlt sich inzwischen in der Bundeshauptstadt bereits so heimisch, dass selbst die Roten im Olympiastadion statt wie sonst üblich im Auswärts-Energiesparmodus plötzlich mit allen verfügbaren fußballerischen Kapazitäten auftreten und so eine Dominanz aufbauen, der eine alte Dame naturgemäß nicht viel Physis entgegensetzen kann.
Bei diesen perfekten Rahmenbedingungen korrigiert dann auch das Mittelfeld seine bisherige Torbilanz deutlich nach oben – Pinto, Schmiedebach und Pander hauen Keeper Kraft die Bälle aus der 2. Reihe in einer Art um die Ohren, die er so selbst aus dem Training nicht kennt, während auf der anderen Seite unser Ronny höchstens mal hinter sich greift, um die beschäftigungslose Zeit mit etwas Buchlektüre zu überbrücken – er nähert sich der 5-Stunden-Marke ohne Gegentreffer, eine Bilanz die weiter südlich mit einem ganz und gar bayern-untypischen Neid zur Kenntnis genommen wird.
11.2.2012
Auftritt bei den rheinhessischen Europa League-Totalverweigerern, wo die Vorjahreseuphorie nunmehr in nackte Abstiegsangst umgeschlagen ist und weil Angst ja bekanntlich Seele aufisst, liegen auch die geistigen Vorteile deutlich auf hannöverscher Seite, wovon insbesondere Jan Schlaudraff zu profitieren weiß.
Er harmoniert bestens mit dem serbo-kroatischen Wunder-Neuzugang, der wiederum mannschaftsdienlich genug ist, um auch den norwegischen Knipser vom Dienst in Szene zu setzen – auch Mainz wird so ein Opfer wiederentdeckter Auswärtsstärke. Vielleicht geht doch noch was in Sachen Platz 6, zumal Leverkusen ja im anstehenden Duell mit Messi & Co. befürchten muss, so komplett zerlegt zu werden, dass selbst ein sonst über Selbstzweifel erhabener Ballack an einen sofortigen Abschied vom Leistungssport denkt …. Schaumama, wie Jörg Schmadtke vor sich hinmurmeln würde.
16.2.2012
KO-Phase im Europapokal - erstmalig läuft ein internationales 96-Spiel live und frei empfangbar auch für Leute, die nur einen alten Röhrenfernseher mit 6 Programmplätzen haben; beste Gelegenheit also sich gegen die Belgier von der Schokoladenseite zu zeigen und gleich mal die Weichen Richtung Achtelfinale zu stellen. Was in den 90 Spielminuten dann geschieht, lässt den Brügge-Coach in deutich verwirrtem und bedauernswerten Zustand zurück: ein Offensivspektakel, gegen das die Spielzüge von Borussia Dortmund aussehen wie gemütlicher Seniorensport, auf Raketenstartgeschwindigkeit beschleunigte Stafetten über 3 Stationen von der Mittellinie bis zum Strafraum, atemraubende Flankenläufe und Soli sowie Abschlüsse mit der Präzision eines taiwanesischen Uhrwerks … alles in allem die beste Runde-der-letzten-32-Partie der Fußballweltgeschichte mit einem auch in dieser Höhe nicht unverdienten 4:0.
Als Zeichen der Anerkennung erhält die Geschäftstelle bereits am darauf folgenden Wochenende ein Paket aus Brügge, in dem sich über 5000 Tickets für das Rückspiel befinden, die von desillusionierten Flamen zurückgegeben wurden – ein Kontingent, das rund um den Kröpcke weggeht als wären es Gratisgetränke auf einer Veranstaltung der Landesregierung.