Elf weitere Fans vor Gericht erfolgreich: Hannover 96 muss Karten per Gerichtsvollzieher übergeben

Nachdem bereits vor wenigen Tagen ein 96-Fan gemeinsam mit seinen beiden Kindern wegen der Vergabepraxis für die Braunschweigkarten vor Gericht gegen Hannover 96 erfolgreich war, gab es heute erneut einstweilige Verfügungen zugunsten von Fans von Hannover 96. Dieses Mal gleich elf an der Zahl.

Erneut handelt es sich um Inhaber der Auswärtsdauerkarte von Hannover 96, über deren Abschaffung ja aktuell laut nachgedacht wird. Zur Erinnerung: Hannover 96 verstößt mit der Vergabepraxis der Karten für das Auswärtsspiel in Braunschweig, bei der Tickets nur in Verbindung mit einer Busfahrt angegeben werden, gegen die eigenen AGB zur Auswärtsdauerkarte.

Auch das Gericht sah dies so und gab daher auch den weiteren Anträgen auf einstweilige Verfügungen für die elf 96-Fans statt. Sie erhalten die Auswärtskarten nun auch ohne mit dem Bus anreisen zu müssen und müssen die Fahrt somit auch nicht bezahlen. Laut einem Erlebnisbericht in unserem Forum mussten Hannover 96 die Karten von einem Gerichtsvollzieher abgenommen werden.

Allerdings gelten die einstweiligen Verfügungen mitsamt ihrer Konsequenz nur für die vor Gericht gezogenen 96-Fans. Für alle anderen bleibt es beim alten: Hannover 96 will allen Anhängern, die keine einstweilige Verfügung erwirkt haben, die Karten nicht ohne Busfahrt aushändigen. Man fährt also weiterhin die "harte Tour" - auch im Wissen darum, dass diese Praxis vor Gericht im Zweifelsfall offenbar nicht stand halten dürfte. Ohne einstweilige Verfügung weicht Hannover 96 im Einzelfall nicht von seiner Praxis ab. Noch an diesem Samstag wollen daher weitere betroffene Auswärtsdauerkarteninhaber ebenfalls eine einstweilige Verfügung vor Gericht erwirken. Die Aussichten auf Erfolg stehen laut Fanhilfe Hannover gut, was angesichts der bisherigen Erfolge nicht verwundert. Forum