Hannover 96 startet mit Stimmungsboykott in die neue Saison

Trotz Aufstieg in die erste Bundesliga will bei Hannover 96 derzeit keine so rechte Euphorie zum Saisonstart aufkommen. Hintergrund ist, dass sich viele 96-Anhänger am Vorgehen Martin Kinds stören, der mit aller Macht schnellstmöglich eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel erreichen will.

Kritisiert wird dabei im Detail vieles. Die aktuellen Kernpunkte sind dabei das Ignorieren eines Mitgliederbeschlusses zur 50+1-Regel, die unbegründete Nicht-Aufnahme von potenziell kritischen Personen in den Verein sowie die Übernahme der für die 50+1-Regel entscheidenden Vereinsanteile zum Preis von 12.750 Euro.

Kein "Weiter so" mehr gewollt
Einer Mehrheit der aktiven und organisierten Anhänger geht das zu weit. Diese Fans sind nicht bereit, so weiter zu machen, als wäre nichts passiert. Bei einem Treffen von über 500 der aktiven Fans der Roten entschieden diese am Freitagabend mehrheitlich, sich angesichts dessen zunächst nicht weiter aktiv an der Stadionatmosphäre zu beteiligen.

Diese stille Form des Protests in Form eines Stimmungsboykotts soll optisch von thematisch passenden Spruchbändern begleitet werden, um so aktiv und konstruktiv auf die Hintergründe aufmerksam zu machen.

Jeder hat es selbst mit in der Hand
Es wird nun spannend zu beobachten sein, wie sich die Atmosphäre im Stadion in der Praxis tatsächlich darstellen wird. Da es auch Anhänger gibt, die einen Stimmungsboykott für das falsche Mittel halten bzw. gar keinen Anlass für irgendeine Art von Protesten sehen, wird dieser Stimmungsboykott sicherlich nicht von allen getragen.

Es bleibt somit abzuwarten, wie stark sich der Stimmungyboykott bemerkbar macht, da letztendlich jeder selber entscheiden kann, wie er sich verhält und (ob bewusst oder unbewusst) zur Atmosphäre im Stadion beiträgt. Jeder, der sich am Stimmungyboykott stört, hat es selbst in der Hand, seinen Teil dagegen beizutragen. Aber mehr auch nicht. Denn einen Anspruch auf "Stimmung durch andere" hat niemand. Forum