Hannover 96 (noch?) nicht vor ausländischen Investoren "geschützt"

Obwohl von 96-Geschäftsführer Martin Kind immer wieder als zentraler Bestandteil erwähnt wird, dass Hannover 96 auch nach dem Fall der 50+1-Regel nicht von ausländischen Investoren übernommen werden könne, ist dies in Wahrheit noch gar nicht geregelt. Dies ist zumindest laut einem aktuellen Bild-Interview mit Martin Kind der Fall.

Denn auf die Frage, ob dies vertraglich fixiert sei, antwortet er: "Und das wird auch noch vertraglich fixiert werden. Wir werden die bisherigen Verträge ergänzen und modifizieren."

Gibt es Hinderungsgründe?
Leider fehlt in dem Interview die Nachfrage, aus welchem Grund dies bisher nicht geschehen ist. Insbesondere da dies durch Martin Kind immer wieder als wichtiges Argument genannt wird, um den 96-Anhängern die Sorge vor einem Investor ohne gewachsene Verbundenheit zu Hannover 96 zu nehmen.

Erfolgte die schriftliche Fixierung bislang möglicherweise nicht, weil bei einem solchen Ausschluss von Investoren aufgrund von Herkunft oder Wohnort juristische Probleme gesehen werden, da dies eine Form der Diskriminierung darstellt?

Zudem stellt sich die Frage, wie genau es definiert sein soll, dass neue Investoren aus Hannover oder der Region kommen müssen. Genügt es dazu, hier seit kurzem seinen Wohnsitz gemeldet zu haben? Diese sowie viele weitere Fragen bleiben offen.

Martin Kind will Förderung nicht offenlegen
Und auch in diesem Interview will Martin Kind nicht auf die Frage antworten, wie seine für den Ausnahmeantrag erforderliche erhebliche 20-jährige Förderung konkret aussieht. Dazu wolle er nichts sagen, da dies ein Vertrauensbruch gegenüber der Deutschen Fußballliga sei (DFL).

Warum konkret dies ein Vertrauensbruch darstellen soll, bleibt für den Leser im Verborgenen. Es erweckt vielmehr den Eindruck einer Ausrede.

Was passiert bei Ausscheiden?
Ebenfalls wird im Interview thematisiert, was geschieht, sobald ein Gesellschafter seine Anteile verkaufen will oder muss. Laut Martin Kind gäbe es dann zwei Varianten: Entweder kauft einer der verbliebenen Gesellschafter diese Anteile oder aber der "Aussteiger" erhält sein Geld über drei Jahre hinweg in drei Raten ausgeschüttet.

Doch was bedeutet diese zweite Variante konkret? Erhöhen sich dadurch "gratis" die Anteile der anderen Gesellschafter? Bleiben die Anteile quasi "unbesetzt"? Für den gemeinen Leser wären hier weitere Auskünfte hilfreich. Forum