Verliert Hannover 96 den Überblick über sein Konstrukt?

Dass das Konstrukt aus mehreren Firmen und einem Verein rund um Hannover 96 schwer durchschaubar ist, wird wohl kaum jemand abstreiten. Zumindest die Verantwortlichen müssten dabei aber den Überblick bewahren; sollte man meinen. Offensichtlich ist dies jedoch nicht immer der Fall. Zwar reagierte Hannover 96 schnell auf die kritische Presseberichterstattung rund ums vergangene Wochenende, allerdings taten sich dabei neue Flanken auf.

Wer stellt sich hinter Martin Kind?
So stellte sich "Hannover 96" in einer Pressemitteilung hinter Martin Kind. Allerdings ist diese nicht unterschrieben, sodass man gar nicht weiß, wer sich hier konkret hinter Martin Kind stellt. Ist es am Ende Martin Kind selber, der schließlich in allen 96-Gesellschaften sowie dem Verein der Hauptverantwortliche ist?

Als Briefpapier jedenfalls wurde hier das der Hannover 96 GmbH & CO. KGaA verwendet, also nicht das des Vereins. Somit haben Aussagen darin, die beschreiben, dass der Verein nicht benachteiligt worden sei, nur begrenzten Wert.

96-Anwalt in Doppelfunktion?
Noch kritischer wurde es aber in einem anderen durchaus ähnlichen Punkt: Hannover 96 bzw. Martin Kind nahm in dieser Angelegenheit wiederholt die Dienste des bekannten Anwalts Christoph Schickhardt in Anspruch. Wie die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896 auf ihrer Homepage aufdeckt würde er hierbei unerlaubt eine Doppelfunktion wahrnehmen und legt dazu kurze Zeit später auch konkrete Dokumente vor.

Denn er vertrat in der Vergangenheit demnach rund um die 50+1-Thematik nicht nur Martin Kind sowie die Hannover 96 & Co. KGaA, sondern auch den Verein. Pro Verein 1896 fasst zusammen: Er hat somit sowohl Käufer als auch Verkäuferseite vertreten.

Ähnliches wird ja bereits seit längeren im Bezug auf Martin Kind kritisiert. Auch er besitzt sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite (Verein) die obersten Posten.

Hannover 96 und sein Briefpapier...
Außerdem bot Hannover 96 in Bezug auf die Vermischung von Rollen dann noch einen weiteren Angriffspunkt: In einer Pressemitteilung stellt Hannover 96 auf Briefpapier der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA dem vor Gericht klagenden Vereins-Aufsichtsratsmitglied Ralf Nestler juristische Konsequenzen in Aussicht.

Dies ist nach Interpretation von Pro Verein 1896 ein Verstoß gegen den Grundlagenvertrag von Hannover 96. Denn nach diesem dürfe sich die KGaA nicht in Vereinsangelegenheiten einmischen, was sie hiermit aber getan habe. Forum