Martin Kind kommt Ablehnung seines 50+1-Antrags zuvor

Nachdem eine Entscheidung mehrfach vertagt wurde, bekam 96-Chef Martin Kind von der DFL auch heute nicht die beantragte Ausnahme von der 50+1-Regelung bewilligt. Bereits seit langem wird infrage gestellt, ob die Höhe seines finanzielles Engagements dafür überhaupt ausreicht und schon vor dem heutigen Tag der erwarteten Entscheidung gab es aus verschiedenen Quellen Hinweise darauf, dass die DFL den Antrag von Martin Kind ablehnen würde.

Doch einer solchen Ablehnung kam Martin Kind heute unmittelbar vor der Entscheidung DFL zuvor: Er stellte seinen Antrag auf "ruhend", sodass eine Entscheidung nicht mehr erforderlich wurde. Damit vermied er die absehbare Niederlage.

Denn eines scheint klar: Der entscheidende Auslöser für das "Ruhenlassen" des Antrages dürfte gewesen sein, dass er abgelehnt worden wäre, da er die Kriterien nicht erfüllt. Andernfalls wäre der Antrag sicherlich aufrecht erhalten worden.

Gibt es eine 50+1-Reform?
Die DFL kündigte unterdessen an, die Angelegenheit zum Anlass zu nehmen, eine Grundsatzdebatte über die 50+1-Regelung zu führen, an deren Ende möglicherweise Modifikation derselben stehen können.

Allerdings wird dies ein langwieriger Prozess sein, da hier Vertreter aller 36 deutschen Proficlubs mitwirken werden und Änderungen eine 2/3-Mehrheit benötigen. Zudem ist mehr als fraglich, ob Martin Kind selbst deutlich gelockerte Bedingungen mit seinem bisherigen Engagement erfüllen würde.

Finanzielles Engagement Kinds offenbar deutlich zu gering
Denn zwischendurch machte auch die Meldung die Runde, dass sich die Förderung Martin Kinds im Laufe der vergangenen 20 Jahre lediglich auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen würde, was im Vergleich einen geradezu lächerlichen Betrag darstellt, um die Entscheidungs-Mehrheit eines Vereins am Profifußball übernehmen.

Dies ist auch nach den Vorstellungen der DFL deutlich zu wenig, um als "erheblich" zu gelten und so die Mehrheit des Vereins am Einfluss auf den Profifußball bei Hannover 96 zu übernehmen. Über das geringe Ausmaß waren die Entscheider bei der DFL offenbar ernsthaft überrascht.

Darüber hinaus ist fraglich, ob es sich bei dem einstelligen Millionenbetrag überhaupt um eine Förderung (ohne Gegenleistung) oder eher um eine Investition handelt. Details nennt Martin Kind diesbezüglich weiterhin nicht, sodass die interessierte Öffentlichkeit darüber nur spekulieren kann.

Wichtiger (Teil-)Erfolg für 50+1-Befürworter
Unter anderem für die Interessengemeinschaft ProVerein 1896 stellen diese jüngsten Entwicklungen einen großen Erfolg dar. Die Interessengemeinschaft nimmt dies zum Anlass, Martin Kind dazu aufzufordern, sein Ansinnen nicht weiter zu verfolgen und so der Mehrheitsmeinung der letzten Mitgliederversammlung zu entsprechen. Nur so könne wieder Ruhe bei Hannover 96 einkehren.

Letztendlich ist der heutige Tag für die Befürworter von 50+1 bei Hannover 96 aber nicht mehr und nicht weniger als ein (wichtiger) Etappensieg. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten bzw. auf den kommenden Mitgliederversammlungen des Vereins mitzugestalten, zum Beispiel durch die Wahl eines neuen Vorstandes. Forum