Hannover 96 verbietet mindestens 40 kritische Spruchbänder

Hannover 96 gießt im ohnehin schon belasteten Verhältnis zur aktiven Fanszene weiteres Öl ins Feuer: Seit dem Heimspiel gegen den FC Augsburg müssen geplante Spruchbänder von den Fans 24 Stunden zuvor per E-Mail an die Fanbeauftragten angemeldet und von Klubseite aus abgesegnet werden.

Bereits zum Heimspiel gegen Augsburg klagten viele 96-Fans darüber, dass dabei sehr restriktiv über die Spruchbänder entschieden wurde. Die Hoffnung, dass dies ein anfänglicher "Überschwang" von Klubseite aus gewesen sein könnte, erwies sich im Rahmen des Heimspiels gegen RB Leipzig nun als Fehlannahme.

Denn sie die Interessengemeinschaft "Rote Kurve" berichtet, liegen allein ihr über 40 Fälle abgelehnter Spruchbänder vor. Vielen davon richteten sich gegen das "Modell Leipzig", wo ja bereits eine Ausnahme von der 50+1-Regelung genutzt wird.

Ein Blick auf die Liste der bekannten abgelehnten Spruchbänder zeigt, dass sich hierunter viel harmloses befindet, wie zum Beispiel "Hopp, Kind und Matteschitz für den Fussball nur ein schlechter Witz", "RB raus aus Liga 1!" oder "Wie war es so in Frankfurt, Martin?".

Dass bereits derart harmlose kritische Spruchbänder abgelehnt werden, hätten wohl selbst nur wenige von den pessimistischen 96-Fans erwartet. So ist es kein Wunder, dass nun Vorwürfe der Zensur laut werden. Auch überregional sorgte dies bereits für Aufsehen, wobei die entsprechende Berichterstattung vor allem zum Aufhänger hat, dass auch ein Spruchband verboten wurde, dass die Rolle von 96-Aufsichtsratsvorsitzendem Gerhard Schröder als Putin-Vertrauer zum Thema hat. Forum