96-Mitglied gewinnt gegen Hannover 96 vor Gericht

Hannover 96 muss vor Gericht erneut eine Schlappe einstecken. Dieses Mal geht es um die Abstimmung zur Satzungsänderung auf der vergangenen Mitgliederversammlung, für die der Verein viel Kritik kassierte. Der Antragssteller David W. wollte mit dieser Satzungsänderung erreichen, dass die 50+1-Regelung in der Satzung von Hannover 96 fest verankert wird und scheiterte damit knapp an der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

Das Zünglein an der Waage war damals möglicherweise der Umstand, dass keine geheime Abstimmung stattfand. Und dies war nicht korrekt, wie das Amtsgericht Hannover nun feststellte. Der Versammlungsleiter Valentin Schmidt hatte seinerzeit kurzerhand in Eigenregie darüber entschieden, nicht geheim abstimmen zu lassen. Stattdessen - so das Gericht - hätte er dazu die Mitglieder abstimmen lassen sollen.

Zudem wurde zur Stimmauszählung das so genannte "Substraktionsverfahren" angewandt - allerdings nicht korrekt. Denn Mitglieder hatten nicht die Möglichkeit, sich zu enthalten, sondern wer dies tat, dessen Stimme wurde stattdessen als "Nein" gewertet. Hannover 96 will gegen dieses Urteil nicht in Berufung gehen.

Im Vorfeld einer möglichen außerordentlichen Mitgliederversammlung kann dieses Urteil ein wichtiges Signal in Richtung Vereinsführung und Versammlungsleitung sein: So wie bisher darf es nicht weitergehen. Forum