Änderung durch Martin Kind: Droht Hannover 96 Lizenzentzug?

Hannover 96 ist wieder einmal im Zusammenhang mit der 50+1-Regel in den Schlagzeilen. Wie durch einen überregionalen Pressebericht im Tagesspiegel bekannt wurde, haben die Entscheidungsträger schon im September Neuregelungen bei der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA vorgenommen und auch im Handelsregister eintragen lassen. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Deutsche Fußballliga (DFL), wurde erst durch den Pressebericht auf diesen Vorgang aufmerksam, obwohl diese gemäß ihrer Lizenzierungsordnung durch Hannover 96 von alleine "unverzüglich" hätte informiert werden müssen.

Die Neuregelungen schränken Rechte der Hannover 96 Management GmbH, welche zu einhundert Prozent dem Verein gehört, stark ein. Diese "Vereins-Gesellschaft" benötigt nun laut einem Bild-Bericht für alle Geschäfte (wie zum Beispiel Transfers) mit einem Volumen von über 150.000 Euro die Zustimmung des KGaA-Aufsichtsrates, in der lediglich die Investoren Stimmrecht haben, nicht aber der Verein.

Möglicherweise bereitet Martin Kind damit die Zeit vor, in der er nicht mehr als Vorstandsvorsitzender des Vereins agieren wird und dann über andere Wege seine persönliche Entscheidungshoheit sowie die der anderen Investoren sicherstellen will. Nach Ansicht von Kritikern stellt die Satzungsänderung einen derart großen Eingriff dar, dass nicht nur ein Punktabzug droht, sondern sogar die Lizenz von Hannover 96 in Gefahr ist, da so die 50+1-Regel ausgehebelt wird, für die Martin Kind bei Hannover 96 kürzlich nicht die angestrebte Ausnahmegenehmigung erhalten hat.

Diese Gefahr sieht auch die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896, wie sie auf ihrer Homepage darstellt. Zudem zeige die aktuelle Entwicklung, wie wichtig es ist, die angestrebte außerordentliche Mitgliederversammlung zu erreichen, um möglichen weiteren Aktionen von Martin Kind durch Teilabwahl des Aufsichtsrates schnellstmöglich einen Riegel vorschieben zu können. Forum