Nicht entlasteter 96-Vorstand verweigert Mitgliedern außerordentliche Versammlung

Hannover 96 gab heute bekannt, die durch Vereinsmitglieder geforderte außerordentliche Mitgliederversammlung nach einer einstimmigen Entscheidung des Vorstands um Martin Kind nicht einzuberufen. Dies gibt der Club heute auf seiner Homepage bekannt.

Allerdings nicht aus dem Grund, dass nicht die erforderliche Anzahl von Mitgliedschaftsunterschriften eingereicht worden wäre. Erforderlich wären hier 5 Prozent der gesamten Mitglieder - dieser Wert wurde auch nach einer genauen Prüfung durch den Verein deutlich übertroffen, nämlich um über 10 Prozent.

Vielmehr argumentiert der Club zuallererst damit, dass es ohnehin bald eine reguläre Mitgliederversammlung gibt (Ende März 2019), in deren Rahmen ein neuer Aufsichtsrat bestimmt wird (dessen Abwahl ja das Ziel der außerordentlichen Mitgliederversammlung ist). Unter anderem werden in diesem Zusammenhang auch die Kosten einer solchen Mitgliederversammlung ins Feld geführt (80.000 Euro je Versammlung) sowie die bevorstehende Eröffnung des neuen Vereinssportzentrums an der Stammestraße.

Diese Entscheidung zieht nun viel Kritik der Fans und Mitglieder auf sich - insbesonderer derer, die die außerordentliche Mitgliederversammlung anstrebten und so zum Überschreiten der in der Satzung geforderten 5%-Hürde beitrugen. Denn eigentlich scheint es eine klare Sache, dass die Mitgliederversammlung dann auch durchzuführen ist - ohne Wenn und Aber. In der Satzung sind auch keine "Ausnahmen" dafür vorgesehen, wenn zum Beispiel die nächste reguläre Versammlung innerhalb eines bestimmten Zeitfensters stattfindet. Dem Vorstand wird hier auch kein Prüfungsrecht der "Notwendigkeit" eingeräumt. Daher erscheint diese Entscheidung nicht nachvollziehbar.

Auch wird kritisiert, dass hier letztlich ein Vorstand über die Ablehnung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheidet, dem bei der letzten Mitgliederversammlung die Entlastung verweigert wurde.

Die IG Pro Verein 1896 kündigte auf ihrer Homepage bereits an, gegen dieses Vorgehen zu klagen. Spenden sind auf der Homepage der IG Pro Verein weiterhin möglich. Forum