Politischer Zoff-Thread oder so

  • Wenn ich lese, dass Präsident Ghani sich mit so viel Geld aus dem Staub gemacht hat, dass er gar nicht genug Platz für alles hatte und somit nicht alles mitnehmen konnte, dann könnte ich nur noch :kotzen:

  • andro96 Ähm, ja genau. Das ist dann aber schon komplett naiv, oder?


    Vielleicht kannst du ja mal erklären was es dort kapitalistisch auszubeuten galt, was sich jetzt nicht mehr lohnt?

  • Afghanistan – ein Problem für das kapitalistische Lager!


    Pressenza


    Naiv ist zu glauben, ein Krieg würde niemandem nützen


    Ergänzend:


    Von Krieg, Kapitalismus und Ungleichheit

    Von Emran Feroz aus Kabul

    Einmal editiert, zuletzt von andro96 ()

  • Abgesehen davon sehe ich nicht, wieso andremd hier als besonders kapitalistisch gelten sollte.

    Und ganz spannend die Frage, wie man den Kapitalismus, also eine Wirtschaftsform, in einen Genpool, also eine Gruppe genetischer Informationen, bekommt.

  • Wer über das Elend der afghanischen Ortskräfte lesen will, der suche bei FB Marcus Grotian. Aber man sollte starke Nerven haben....

  • Menschenrechte ist so ein scheiß linkes Ding, das interessiert den Kapitalisten nicht.

    Du glaubst das wahrscheinlich sogar wirklich oder? Irgendwie toll wenn man für alles einen Sündenbock hat.

  • Kiebitz

    Tatsächlich halte auch ich die Utopie der Wahrung der Menschenrechte für eine linksversiffte Ansicht - und ich bin froh darüber.


    Tatsächlich zählt für mich nämlich das Leben eines afghanischen Mädchens genau so viel wie das Wohlergehen eines Herrn Paul Ziemiak, der derzeit offensichtlich einzig und allein getrieben ist von der Sorge vor einer neuen Flüchtlingsbewegung nach Europa - die wahrscheinlich unser Wirtschaftswachstum gefährden könnte. Allerdings könnte sie das Leben des afghanischen Mädchens retten.


    In diesem Sinne!

  • Menschenrechte sind selbstverständlich keine linksversiffte Ansicht. Sie sollten für alle demokratischen Lager ein Grundanliegen sein. Und wenn man feststellt, dass sie das für bestimmte dieser Lager doch nicht sind, dann hat es doch wenig Sinn, das Gesamtanliegen für sich zu pachten, um sich gleichzeitig auf die Schulter zu klopfen und mit diesem "Thema" Abgrenzung zu betreiben, sondern man sollte darauf drängen, dass es eben in allen Lagern in verstärktem Maße ankommt.


    Versagt haben da nämlich eine erkleckliche Anzahl an politischen Lagern. US-amerikanische Demokraten wie Trumpisten, die SPD nicht minder als die CDU, die spanische Linke, die französischen Liberalisten, die staatskapitalistischen Chinesen ... die Staatengemeinschaft halt.


    Kapitalismus und Menschrechte in a nutshell: Auf merkur.de läuft als Werbung vor dem Bericht über die "schrecklichen Szenen" ein Clip von einem Entertain-me-Anbieter, heute: Bungee-Jumping-Juhuu. Ja, so was denkt sich keiner aus. Da dreht einfach nur ein Algo frei. Der aber ist da, weil er so schön billig, passgenau und unkompliziert ist. Wtf, aber auch...

  • Zitat

    [...]

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach im CDU-Vorstand nach Angaben von Teilnehmern von insgesamt etwa 10.000 Menschen – Familien und Angehörige inklusive – die Deutschland aus Afghanistan ausfliegen wolle.

    [...]

    Für eine Rückschau auf das deutsche Engagement in Afghanistan sei es indes der falsche Zeitpunkt, sagte Seibert. "Es wird einen Zeitpunkt geben, zu dem man den gesamten Einsatz bewertet", aber "heute ist nicht der Tag dafür". Es gehe jetzt darum, sich auf die aktuellen Aufgaben zu konzentrieren, nämlich so viele wie möglich der afghanischen Ortskräfte und "anderer Menschen, mit denen wir zusammengearbeitet haben" in Sicherheit zu bringen.

    https://www.zeit.de/politik/au…rungssprecher-ortskraefte


    Dazu auf Twitter gefunden:


    "Mama Merkel is late to the party.."


    https://twitter.com/CaptAKJ/status/1427266339572391938?s=19

  • Ich kann hier leider keine Photos einstellen, daher der Link:


    https://twitter.com/captaincap…27263465878609921/photo/1


    Am 23.06.2021 wurde ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, ein Gruppenverfahren zur "großzügigen Aufnahme afghanischer Ortskräfte einzuführen, die für deutsche Behörden und Organisationen arbeiten oder gearbeitet haben."


    Abgelehnt wurde er von


    - CDU/CSU

    - SPD

    - AfD


    Die FDP enthielt sich.


    Für das United States Marine Corps gibt es zwei Regeln - "Semper fidelis" (Immer treu) und "Niemand wird zurückgelassen".


    Ein solches Ehrgefühl wünscht man sich auch von deutschen PolitikerInnen... für die es ja noch nicht einmal ein persönliches Risiko wäre, sie hätten nur vor Ort diese Entscheidung verteidigen und dabei ihre Wohlfühlzone verlassen müssen.


    Auch wenn das schon vorher so war, spätestens ab heute sind bestimmte Parteien und ihre PolitikerInnen auf Bundesebene für mich NICHT mehr wählbar.

  • Es gibt jetzt wichtigeres als eine Rückschau des Afghanistaneinsatzes oder das Eingeständnis der Verantwortung für eine humanitäre Katastrophe.

    Jetzt gilt es, dass sich 2015 nicht wiederholt. Die ehemaligen afghanischen Ortskräfte der Bundesrepublik dürfen sich dann, sollten sie auf dem Landweg noch flüchten können, auf illegale Pushbacks an den EU-Außengrenzen und andere Frontex-Schweinereien freuen.


    Denn eine neue große Flüchtlingswelle können wir unserem Staat (bzw. der EU) und seinen Bürgern natürlich nicht zumuten.


    Gut, ein paar Ortskräfte hätten wir schon noch ausgeflogen und hier aufgenommen. Als große, aber uns auch gerade so zumutbare humanitäre Geste. Aber natürlich frühestens in ein paar Wochen. Dass das jetzt nichts mehr wird, liegt dann in erster Linie am Tempo der Taliban. Den schwarzen Peter sollte man der Bundesregierung wirklich nicht zuschieben. Schon gar nicht, bevor die Zeit für eine Analyse und Rückschau hatte.