Politischer Zoff-Thread oder so

  • Ich halte die Eidesformel erstens als überholt und zweitens den "Gottesbezug" als mögliche Ausrede für nicht angebracht.

    Sowahr mir Gott helfe, ja wenn er nicht hilft, habe ich dann keine Schuld an dem Mist, den ich verzapfe?

  • Ich halte die Eidesformel erstens als überholt und zweitens den "Gottesbezug" als mögliche Ausrede für nicht angebracht.

    Sowahr mir Gott helfe, ja wenn er nicht hilft, habe ich dann keine Schuld an dem Mist, den ich verzapfe?

    Deus lo vult oder willst du hier ein über 2000 Jahre altes, ungeschriebenes Gesetz hinterfragen!?


    Edit: Was passiert eigentlich, wenn einer mit Thors Hammer um den Hals mit "So wahr mir die Götter helfen" antwortet?

  • Der Wortlaut auch des fakultativen Gottesbezugs steht m.W. im Grundgesetz. Ansonsten jeder wie er mag, wie Prickel schon schrieb.

  • prickelpit96: Möge er Dich und das fanmag auch sonst nicht enttäuschen (bei Schröder scheint letzteres bei vielen hier nicht so geklappt zu haben).

    Dank der Cannabis-Legalisierung hat die aktuelle Regierung schon jetzt einen Stein im Brett bei mir. Selten war ich so überzeugt davon, mein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht zu haben :ja:

  • Ich sehe das eher als Ausredemöglichkeit...

    Nein. Dann missverstehst Du das. Das ist ein Eid. Mit dem "Gottesbezug" wird lediglich die Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit betont. Mehr als auf Gott zu schwören geht nicht - das ist eine Verstärkung.
    Wir Atheisten hätten als Pendent vielleicht "bei meinem Leben" oder sowas.

  • Naja, das ganze halte ich, den Eid, für Humbug.

    Eine Strafbare Handlung kann man denen ja nicht nachweisen und der Eid hat wohl vor Gericht auch keine Auswirkungen... war da nicht mal was?

    Ich halte das für ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

    Ein Beamter wird aufgrund seines Eides verknackt, ein Mitglied einer Regierung nicht.

  • Ein Beamter wird aufgrund seines Eides verknackt, ein Mitglied einer Regierung nicht.

    Und was, wenn das Mitglied der Regierung verbeamtet ist?

    Und woher weißt Du das so genau? Also auch beides: Welche Beamte kennst Du, die ihren Eid gebrochen haben und dann verknackt wurden?

  • Eigentlich werden auch Beamt:innen aufgrund ihres (konkreten) Fehlverhaltens „verknackt“ und würden das auch als Angestellte. Beamt:innen und Jurist:innen mögen mich korrigieren aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es im Beamtenrecht keinen Tatbestand „Eidbruch“ gibt. Der Unterschied ist, dass man Beamt:innen bei entsprechend schweren Vergehen aus dem Beamtenstand entfernt.


    Edit: wen der Eid der Beamt:innen interessiert findet ihn in §64 BBG (Gesetze-in-Internet.de)

    Einmal editiert, zuletzt von RoterHesse ()

  • Ich halte die Eidesformel erstens als überholt und zweitens den "Gottesbezug" als mögliche Ausrede für nicht angebracht.

    Sowahr mir Gott helfe, ja wenn er nicht hilft, habe ich dann keine Schuld an dem Mist, den ich verzapfe?

    Ich verstehe das eher als Hoffnung das Gott bei der Aufgabenerfüllung (erster Teil der Eidesformel) behilflich sei.

    Es ist zwar Teil des staatspolitischen Zeremoniells und man könnte sagen, dass die Übergabe der Urkunde ausreichend ist, aber ich finde, dass auch Rituale wichtig und identitätsstiftend sind. Die nüchterne parlamentarische Republik hat sehr wenig davon, die Eidablegung hat jedoch eine sehr schöne Symbolik, jetzt geht es los mit dem großen Aufgaben, die dem ganzen deutschen Volk zugute kommen soll und Gerechtigkeit gegen jedermann üben soll. Was in der Praxis schwer umzusetzen ist, ist trotzdem der Anspruch. Ich persönlich bin beruhigter wenn Politiker sich ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst sind und bewusst gemacht werden. Der Mensch neigt zu Allmschtsphantasien und vergisst die Demut, so ein Ritual kann dabei helfen. Ob mit oder ohne religiöse Formel.

    Übrigens kann es ja durchaus religiöse Gründe geben den Eid insgesamt abzulehnen.

  • Der hier angesprochene Eid ist rein deklaratorisch. Es kommt auf die Übergabe der Ernennungsurkunde an.


    Bei der religiösen Beteuerung ging es mal darum, sich selbst als Konsequenz eine Fehlverhaltens unter die Sanktion der Gottheit zu stellen. Inzwischen dürfte es aber mehr ritualisiert der Verstärkung der Selbstverpflichtung dienen.


    Da der Eid nicht vor einem Richter / einem Gericht abgelegt wird, ist er nicht als Meineid strafbar.Allerdings dürfte es nach meiner Einschätzung bei dem Eid sowieso an einem Inhalt fehlen, der eine Strafbarkeit auslösen könnte.

  • Schöner Pathos, mehr nicht.

    Wenn ich einen Eid leiste, muss ich mich erstens dran halten und zweitens werde ich bestraft, wenn ich diesen Eid breche.

    Beides ist bei Politikern nicht der Fall. Von daher mehr als flüssig, überflüssig.

    Und was hat in einer freiheitlich Demokratischen Republik ein Gottesbezug zu suchen? Wir leben nicht mehr im 14. Jahrhundert. Fehlt nur noch Corps, Gott, Vaterland ....

  • Wenn es einen Zwang gäbe, sich auf Gott zu berufen, wäre ich bei Dir. Das stünde einem offiziell säkularisierten Land nicht zu.

    Aber da es Alternativen gibt, möge doch einfach jeder auf das seinen Eid ablegen, das ihm (ihr) wichtig und wertvoll erscheint.

    Und genau das ist doch der Fall.


    Wo ist denn Dein Problem eigentlich?

  • Ha, ich war gespannt auf Özdemir. Was hätte der denn als Gottesbezug nehmen können? Allah?Dann wären aber den versammelten Herren und Damen der CDU/CSU die Kinnladen heruntergefallen.


    Ich finde, ein Eid hat nur dann Sinn, wenn er auch konsequenzen hat. Wenn nicht, kann mann sich ihn auch sparen.

    Und "Gott" halte ich nach wie vor als Ausrede!