Politischer Zoff-Thread oder so

  • Wir haben doch mindestens zwei selbsternannte Anarchisten die ihm zur Hilfe eilen könnten und das ganze Problem mit einem Wort lösen werden: Solidarität.

    In einem anderen Thread habe ich die Strategie der Wortumdeutungen beschrieben.

    Das Problem liegt aus meiner Sicht in der strategischen Vorgehensweise der Rechten. An argumentativem Austausch sind sie nicht interessiert. Was zählt ist das rechte Weltbild, alles andere wird bekämpft.


    Die Instrumente sind unter anderem Wortumdeutungen. Aus dem sich gegen Diskriminierung richtenden „woke up“ wird „woke-Nazi“, aus Gutmensch wird ein Schimpfwort, das naive Trottel bezeichnet.

    Das Wort Solidarität gehört wohl auch zu den Opfern.

    Alles immer perfide Strategie. Du bist ganz schön paranoid.

    Anarcho-Kapitalismus will den Staat durch den Markt ersetzen, Anarchismus durch Solidarität. Beides funktioniert nicht. Wir brauchen den Nationalstaat und er funktioniert überwiegend gut. Über die Stärke und Grad der Einmischung des Staates kann man sich dann streiten.

    Steuern sind ein notwendiges Übel welches weitmöglichst eingehegt gehört. Wie weit, ist dann wieder Streitfrage.

  • Gestern im Interview wurde Lindner nach seiner Position zum Thema Übergewinnsteuer gefragt.


    Sinngemäß brachte er das Argument vor, dass er eine derartige Steuer ablehne, weil sie das Steuersystem durcheinander bringe :erstaunt:.


    Mal sortiert: Das die Krise unsere Gesellschaft durcheinander bringt ist schon schlimm genug, da müssen wir aufpassen, dass nicht auch noch das Steuersystem Veränderung erfährt.


    Übersetzt: Wir alle sind gleich und müssen uns in der nächsten Zeit ziemlich einschränken. Gleicher sind allerdings die Krisengewinnler, die sollten nicht weiter behelligt werden.


    Mir fehlen die Worte.

  • Gut, dass ich überhaupt keine Erwartungen an Lindner hatte. Ich wurde bisher nicht enttäuscht oder überrascht von diesem Klappstuhl.

  • Ich hatte keine Erwartungen und sogar massive Befürchtungen - die werden aber täglich um ein Vielfaches übertroffen.


    Wer er nur eine suboptimal performende Platzpatrone wäre, dann ginge es ja irgendwie noch. Aber die Politik des Typs ist richtig gefährlich für Staat und Gesellschaft.


    :kotzen:

  • Vor allem spannend, weil da auch so Länder wie Rumänien, Ungarn, Griechenland und Großbritannien dabei sind. Weil so ne Abgabe nur den wilden Linken in den Sinn kommt :engel:

  • Ist Olaf Scholz eigentlich schon zurück getreten und wir haben es nur nicht bemerkt? Denn ansonsten bemerkt man bei ihm ja auch nur, dass er nichts tut bzw. sich nicht zu relevanten Themen äußert.

  • Konsequente Imitation des Stils der Vorgängerin ... warum erwarten "wir" hier von Scholz etwas, das "wir" bei "die macht das schon irgendwie gut" Merkel nicht erwartet haben ;)

  • In meiner Empfindung ist der Stil komplett unterschiedlich, auch wenn die Symptome ähnlich sind. Und das soll kein Persilschein für Merkels Handeln sein. Aber bei ihr hatte ich schon den Eindruck, dass sie öffentliche starke Worte nur extrem dosiert und in Einzelfällen eingesetzt hat, während sie intern deutlich geworden ist. Bei Scholz kann ich mir weder das eine noch das andere vorstellen.

  • Warum kannst Du Dir das nicht bei Scholz vorstellen, aber bei Merkel?


    Merkel wurde lange Zeit nie mit den Problemen Ihres Kabinetts und Ihrer eigenen Regierung in Verbindung gebracht, sie schwebte da immer irgendwie drüber. Von Scholz erwarten wir jetzt aber, dass er Hosen anhabend, mitten in alldem sitzend, mal auf den Tisch haut und nach außen und innen Machtwörter spricht bzw. das Außen- und Innenwirkung irgendwie "passen"?