Politischer Zoff-Thread oder so

  • Ja, das ist eine Erklärung, die auch tatsächlich nicht besorgniserregend ist, allerdings steht im Artikel auch, dass einige Experten langfristige Ursachen sehen oder einen stärkeren Anstieg in den nächsten Jahren erwarten, aufgrund der Eingriffe in den Corona-Jahren.

  • Hm. Die Amis sind weit höher verschuldet als die Bundesrepublik, aktuell sogar höher als ihr BiP, wenn ich das richtig erinnere.

    Und dort gibt's die Diskussion nicht, da soll investiert werden.

  • Nun ja, Lars Feld leitet aktuell das Walter-Eucken-Institut der Uni Freiburg, da weiß man doch schon, woher der Wind weht.


    In wesentlichen geht es im Ordoliberalismus darum, dem Markt freie Hand zu lassen und den Staat zurückzudrängen, bzw. ihn darauf zu beschränken, die Rahmenbedingungen für einen funktionierenden freien Markt zu schaffen und zu erhalten. Wie kann man das besser tun, als ihm eine Schuldenbremse aufzuerlegen? Das Knebeln von Staaten hat ja schon bei Griechenland gut funktioniert.

  • Neues Bürgergeld: Mehr Arbeitslose in Essen lehnen Arbeit ab
    Das Jobcenter vermittelt seit Einführung des Bürgergeldes weniger Menschen in einen Job. Schuld seien die laschen Sanktionsmöglichkeiten.
    www.waz.de


    Zitat

    Es gebe aber auch eine größer werdende Gruppe, die das Jobcenter gar nicht mehr erreicht. Erschienen vor der Bürgergeldreform etwa 40 bis 50 Prozent der Kunden nicht zu einem Termin, sind es mittlerweile 55 bis 60 Prozent, die Termine gar nicht erst wahrnehmen. „Etwa zehn bis 15 Prozent der Kunden haben den Kontakt mit dem Jobcenter abgebrochen“, sagte Thomas Mikoteit, Abteilungsleiter im Jobcenter Essen.

    Bei den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist das Bild noch düsterer. Mikoteit berichtet davon, dass nur noch 39 Prozent der Jüngeren den Einladungen ihres Arbeitsvermittlers folgen. „Für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist das zusehends frustrierend“, berichtete er aus dem Arbeitsalltag. (...)

    In diesem Jahr wird die Behörde weniger Arbeitslose in einen Job vermitteln. Die sogenannten Integrationen dürften gegenüber dem Vorjahr um etwa zehn Prozent auf 10.000 sinken. Am Arbeitsmarkt liege das schlechtere Ergebnis nicht, betonte Jobcenter-Chef Dietmar Gutschmidt. Dieser sei stabil, Arbeitskräfte würden gesucht.


    Ist ja merkwürdig, damit konnte natürlich keiner rechnen.

  • 1. Offensichtlich sind die Kapitalisten nicht bereit, attraktive Löhne zu zahlen, wenn Arbeitslose Stellen nicht annehmen.


    2. Beim Jobcenter gibt es keine "Kunden", sondern Bürger, die ein Recht in Anspruch nehmen. Das ist dummdreiste neoliberale Propagandasprache.


    3. Es ist grundsätzlich ein Skandal, dass es überhaupt "Sanktionsmöglichkeiten" für Bürger gibt. Davon ab: Dem Jobcenterheini, dessen eigener Job zu einem großen Teil sinnlos ist, da kaum jemand das Jobcenter zur Arbeitssuche braucht und dieses auch keine gute Leistung diesbezüglich abliefert, steht es nicht zu von zu "laschen Sanktionen" zu reden. Der hat für die Bürger einen Dienst zu leisten, seine Bewertungen interessieren keinen. Er hat als Vertreter der Exekutive Entscheidungen, die eine demokratische Legitimation haben, umzusetzen.


    4. Wenn Bürger irgendwelche "Einladungen" nicht mehr wahrnehmen, ist es erstens ihr gutes Recht und zweitens wohl ein Hinweis darauf, dass die Sachbearbeiter für die entsprechenden Bürger keine den Zeitaufwand rechtfertigende Leistung erbringen.

    Einmal editiert, zuletzt von 96Maniac! ()

  • Wenn ich um mich herum und auch teilweise hier mitbekomme, was z. B. in einem Restaurant als zu teuer gilt, muss ich immer schmunzeln, wenn gleichzeitig höhere Löhne gefordert werden

  • Ich fordere nichts "gleichzeitig". Im übrigen sind höhere Preise keineswegs eine zwangsläufige Folge höherer Löhne, auch wenn sie durchaus eine Folge sein können.

  • Im Artikel wird erwähnt, dass manche offen zugeben mit Schwarzarbeit mehr Geld zu verdienen. Ebenfalls wird eine Beispielrechnung präsentiert, dass ein Alleinstehender durchaus 360€ mehr verdienen kann als ein Bürgergeldbezieher.


    Ich halte den Begriff auch für Unsinn, ein Kund ist ja jemand der eine Ware oder Dienstleistung in Anspruch nimmt. Genau das wollen einige ja offenbar überhaupt nicht, sie wollen lieber Empfänger sein.

    Wie hätte man im Kommunismus oder Realsozialsmus diese Menschen eigentlich bezeichnet, das war doch "Arbeitsscheu"?


    Die gibt es ja leider kaum noch, deswegen anscheinend der Anstieg der Verweigerer.