Politischer Zoff-Thread oder so

  • Ich bin nicht derjenige der in Sekundenschnelle ein "aber rechts" aus dem Hut zaubert oder User zu irgendwelchen Stellungnahmen auffordert. Ich bin auch nicht derjenige der Extremismus zwanghaft verteidigen oder beschönigen will, wie andere User hier.

    Wenn hier wiederholt Gewalt begrüßt wird solange die Täter vermeintlich dem eigenen Weltbild entsprechen, dann werde ich das ins Verhältnis setzen. Genau das ist passiert. Nicht mehr und nicht weniger. Die Logik von wer Linksextremismus erwähnt findet Rechtsextremismus gut dient doch nur dazu anti-demokratische Verhaltensweisen zu legitimieren.

    Wer einen Fehler zugibt, dem wird dann auch noch unterstellt dass sei eine Masche. Dabei wollte ich etwas die Hitzigkeit aus der Diskussion nehmen. Ich weiß selbst dass ich hier keinen überzeugen werde Gefahren für unsere Demokratie und das Zusammenleben aus verschiedenen Richtungen zu sehen.


    Edit: https://www.stern.de/panorama/…-gegenueber-30576426.html


    Die Studie bzw. der Artikel passt im weitesten Sinne zur aktuellen Debatte, ohne dass ich mich selbst einem der Lager zugehörig fühle, aber es gibt die Grundkonflikte gut wieder.

    Einmal editiert, zuletzt von Kiebitz ()

  • Ich sehe jetzt keine Verbindung von einer (schlechten) Studie über politische Orientierungen zu dieser Debatte um politisch motivierte Gewalt. In jedem Fall keine direkte Verbindung. Wenn diese Studie knapp 1/3 der Bevölkerung in polarisierte Lager steckt, heißt das wohl kaum, dass 1/3 gewaltbereit geschweigde denn aktiv gewalttätig sind.


    Ich denke zudem, dass es offensichtlich ist, dass politisch motivierte Gewalt ein viel spezifischeres Problem ist, sowohl auf der Linken als auch auf der rechten Seite. Das ist genau, warum ich mich z.B. überhaupt nicht angesprochen fühle, wenn immer wieder die Rigaer herangezogen wird. Ja, ich sympathisiere mit Hausbesetzungen. Nein, ich sympathisiere nicht damit, Feuer zu legen und die Rettungskräfte anzugreifen, so überhaupt gar nicht.


    Damit jemand gewalttätig wird, braucht es meinem Eindruck nach offensichtlich einiges mehr, als einem dieser beiden hier konstruierten polarisierten Lager zuzugehören. Ich sehe von daher so erstmal keine Verbindung von der Studie zur Diskussion, vielmehr unterstellt diese Argumentation fälschlicherweise, dass 1/3 der Bevölkerung gewaltbereit wären. Wenn das so ist, würde mich das überraschen. Es bräuchte definitiv eine bessere Studie mit eindeutigerem Bezug zu politischer Gewalt, um mich davon zu überzeugen.

  • Im übrigen muss Gewalt nicht links sein, damit ich sie geil finde. Ein Freund von mir z.B. wurde hier in Linden von zwei Nachwuchsantifa bedrängt, weil diese Zeichen nationalkonservativer Gesinnung an seiner Kleidung identifzierten. Auf offener Straße und nach dem Motto: Reiß' das jetzt ab.


    Mein Freund ist älteres Semester (und übrigens zweifellos Rechts aber genauso zweifellos kein Nazi), aber Handwerker mit schweren Händen sowie Kriegserfahrung und PTSD. Diese beiden Abiturienten hatten also ein wenig mehr abgebissen, als sie kauen konnten. Er hat also den einen umgehauen und der andere ist gelaufen. Finde ich okay.

  • Da hast du recht. Die Studie war auf die Diskussionskultur hier bezogen und nicht auf die Erklärung von politisch-motivierter Gewalt. Habe mich da missverständlich ausgedrückt.


    Dein Beispiel ist Selbstverteidigung im Rahmen unserer Gesetze, auch wenn ich natürlich weiß, dass politisch-motivierte Gewalt sich auch auf "Selbstverteidigung" im weiteren Sinne bezieht.