• Wie gesagt, Sujo, wie sind sehr nahe zusammen mit unserer Sichtweise.
    Dennoch möchte ich auf diesen Punkt ergänzend eingehen:


    Dieses exakte Passspiel hat leider auch was mit den individuellen technischen Fähigkeiten der Spieler zu tun. Und ich fürchte, Du wirst einen Prib auch mit Guardiola oder "The special one" nicht mehr zu einem Messi machen.


    Natürlich kann keiner aus einem Ackergaul ein Rennpferd machen. Das war auch gar nicht gemeint. Vielmehr geht es mir darum, dass - wenn ich weiß, dass einige meiner Spiler es nicht so haben mit der Paßgenauigkeit - man Lösungen findet, auch solche Spieler erfolgversprechend einzubauen. Nach meinem laienhaften Verständnis kann das z.B. dadurch funktionieren, dass Räume geschaffen werden, so dass ungenaue Pässe oder technische Probleme bei er Ballan- und verarbeitung (ebenfalls bei unseren Kicker des öfteren zu beobachten) kompensiert werden können. Diese Räume können u.a. durch Tempo und durch eine gewisse taktische Strategie geschaffen werden. Ich bin davon überzeugt, dass dieses (auch geistige) Umschalten auch bei unseren Spielern schneller gehen kann. Wenn nämlich erstmal der Gegner geordnet oder sortiert ist, dann haben wir kaum noch eine Chance. Dann bleiben nur noch die Standards, siehe Bielefeld-Spiel.


    Die Kunst liegt nicht in erster Linie darin, einen Prib deutlich zu verbessern, sondern einen Prib so einzusetzen, dass sein Einsatz den Erfolg der Mannschaft fördert. Und wenn das nicht möglich ist, dann muss halt ein Prib auf die Bank und es wird mit einem anderen Spieler probiert, z.B. Albornoz (der ja auch nicht gerade der Messi unter den LVs ist). So dünn ist doch unser Kader nicht, dass man da nicht noch Alternativen hätte, wenn es gar nicht klappt.


    Ich habe halt so ein kleines Problem damit, wenn gesagt wird: Unsere Spieler sind nun mal Graupen (eigentlich fast alles Absteiger-Versager und nur bei 96, weil sie nix besseres gefunden haben ), da kann man nichts machen. Das ist halt so. Nein, es ist nicht so eindeutig: Spieler sind Graupen und da kann ein Trainer nichts daran ändern. Mir fällt dazu Darmstadt ein: Schuster hat es ja auch geschafft aus einer Graupentruppe ein Team zu bilden, dass zwar irgendwie merkwürdig gespielt hat, aber dennoch die Klasse deutlich gehalten hat. Dabei finde ich den Schuster eigentlich total unsympathisch...

  • Kann ich so nicht teilen. Denn wenn wir Räume haben, spielen wir schnell und kommen meist auch zu erfolgsversprechenden Torabschlüssen. Nur leider bieten uns die meisten Gegner eben diese Räume von der ersten Minute an nicht. Also müssen wir uns andere Strategien einfallen lassen, bei denen wir einfach schlechter aussehen, weil wir nicht die Fähigkeiten dafür haben. Strategien dafür entwickelte Stendel schon mehrere (abkippende offensive AV, gechippte Bälle in den Rücken der Abwehr, möglichst schnelles Flügelspiel bis zur Grundlinie, etc.). Zuletzt gegen Bielefeld hat er im Verlaufe des Spiels das spielerische Element stark in den Vordergrund gestellt und mit Fossum, Albornoz und Maier hatten wir endlich mal wieder deutlich mehr Spielkultur. Danach haben "die Medien" aber gleich wieder so tolle Analysen hervorgebracht, in denen gefragt wurde, warum wir das Mittelfeld so verstärken und gegen eine Mannschaft wie Bielefeld nur mit einem Stürmer antreten. Auch da hat man es der "Öffentlichkeit" also nicht recht machen können. Ich bin der Meinung, dass man jetzt Maier zwingend in die Startelf integrieren muss. Auch bei erneut schwächeren Leistungen. Anders wird unser spielerisches Vakuum sich nicht lösen lassen. Geht man dann endlich mal wieder in Führung, kann man auch umstellen und auf schnelles Umschaltspiel ohne Mittelfeldzentrale setzen, vorher aber nicht.


    Edit: Im übrigen ist Albornoz selbstverständlich der Messi unter den LV. Nur leider ist er nicht gleichzeitig der Andi Brehme unter den LV. Ihm fehlt defensiv deutlich mehr als offensiv.

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  • Da bin ich bei sasa. Was nicht heißen soll, dass ich Dir total widerspreche, Kai. Aber ich finde auch, dass mir Stendel zu schlecht wegkommt, was das angeht. Er versucht einiges. Wir sind nunmal zusammen mit Stuttgart auf dem Papier als Absteiger DIE Herausforderung für die meisten Gegner. Also versuchen sie zunächst mal sehr dicht hinten zu stehen (Bielefeld) oder sehr bissig in den Zweikämpfen im Mittelfeld den Schneid abzukaufen (Union). Da ist mit Räume schaffen nicht viel zu machen, außer, Du hast individuelle Klasse im 1 gegen 1. Sané schafft es z.B. manchmal Räume zu schaffen, indem er gleich 2 oder gar 3 Defensive des Gegners austrickst und die damit woanders fehlen.


    Egal... alles in allem sind zumindest wir drei uns ja einig, dass ein Trainerwechsel jetzt wohl kaum was verbessern, eher Unsicherheit reinbringen würde. Und ich denke auch, dass wir alle drei wissen, dass das so wie momentan auch schiefgehen kann mit dem Aufstieg (aber ich denke, das weiß Stendel genauso).

  • Wir sind nunmal zusammen mit Stuttgart auf dem Papier als Absteiger DIE Herausforderung für die meisten Gegner.


    Wenn das stimmen würde, wäre dann immer der erste Schuss drin? Das mit der Herausforderung mag für die ersten 5 - 10 Minuten gelten, danach ist der Respekt abgelegt.


    Wenn man sagt: Jeder Gegner mauert gegen uns, dann kann man Stendel auch gleich die Generalabsolution erteilen. Das erklärt übrigens nicht die erbärmlichen Defensivleistungen, die übrigens nie korrigiert werden. Wenn Stendel nach 10 Min. Dauerfeuer durch eine Truppe wie Bochum nicht mal umstellt und etwas defensiver verteidigen lässt, dann läuft da was falsch.

  • Häh? Bielefeld z.B. hat die kompletten 90 Minuten auf nichts anderes gesetzt als lange Bälle und Konter. Oder willst Du mir erzählen, die haben plötzlich angefangen, das Spiel zu machen und die Räume hinten aufzumachen. Dass 96 dann übrigens die wenigen Kontergelegenheiten liegen lässt, liegt meiner Ansicht nach eben nicht am Trainer, sondern an der Qualität im Mittelfeld. Wenn ich sehe, wie Tschauner das Spiel schnell machen will, aber die Ballannahme schon ein Problem ist und bis der Ball weitergeleitet wird, der Gegner schon wieder hinten drin steht, dann kannste da auch nicht viel erreichen.


    Nochmal, ich bin durchaus der Ansicht, dass Stendel (wie meiner Ansicht nach jeder andere Trainer, der bei 96 unterschreiben würde) auch Fehler macht. Aber jetzt hier die Tatsache, dass sich die meisten unserer Gegner in dieser Saison eher über Mauern oder wenn die Qualität da ist wie bei Union über bissiges Pressing im Mittelfeld gegen uns versuchen, als absurd darzustellen... naja. Dann hab ich mich wohl massiv verguckt. Kann ja auch sein.

  • Also wenn ich sehe wie z.b. Lautern und gerade Bochum (!) hier in Hannover aufgetreten sind, dann kann man kaum von Mauern sprechen.



    96 bietet generell den Gegner einfach viel zu viel an. Und damit ist es dann "Glück" wenn das nicht (genügend) bestraft wird.
    Selbst Bielefeld hatte in der Schlußphase genügend Chancen um das Spiel sogar zu gewinnen. Und das Dresden die Buden nicht macht, lag nicht an vorzüglicher
    Defensivarbeit von 96.

  • Die Defensivleistungen bzw. der dort entstehende Eindruck liegt doch nicht in wirklich schlechter Defensive, sondern in einer dem Spielverhalten der Gegner geschuldeten extrem offensiven Grundausrichtung. Wir stehen oft mit acht Mann rund um den gegnerischen Strafraum. Und, da schließt sich dann der Kreis, leisten uns da durch individuelle Schwächen tödliche Ballverluste. Das daraus entstehende Risiko kann man minimieren, indem man hinten mehr absichert. Hat Stendel phasenweise gemacht. Dann geht uns aber fast jede Torgefahr ab. Wieder eher ein individuelles Problem und keins der Taktik. Und natürlich gibt es Punkte, die auch ich Stendel vorwerfe. Aber das sind einzelne Stellschrauben und das ist keine Pauschalkritik.

  • Wir stehen oft mit acht Mann rund um den gegnerischen Strafraum. Und, da schließt sich dann der Kreis, leisten uns da durch individuelle Schwächen tödliche Ballverluste.


    Die ersten beiden Tore gegen Fürth, das Tor gegen Bochum das erste Tor gegen Bielefeld beispielsweise...das war in Summe jedes Mal einfach sehr unglücklich verteidigt, hätte man lapidar gesagt problemlos anders lösen können. Das lag doch nicht an einem Blackout im Offensivspiel ode daran, dass die Defensive so extrem hoch vorgerückt ist. Hab jetzt keine Lust, mich noch mit den Hinrundenspielen zu beschäftigen...


    Für mich wackelt die Defensive, hat regelmäßig miese Aussetzer und nach vorn läufts jetzt wo Klaus nichts mehr zeigt, auch sehr holperig.

  • Häh? Bielefeld z.B. hat die kompletten 90 Minuten auf nichts anderes gesetzt als lange Bälle und Konter. Oder willst Du mir erzählen, die haben plötzlich angefangen, das Spiel zu machen und die Räume hinten aufzumachen. Dass 96 dann übrigens die wenigen Kontergelegenheiten liegen lässt, liegt meiner Ansicht nach eben nicht am Trainer, sondern an der Qualität im Mittelfeld. Wenn ich sehe, wie Tschauner das Spiel schnell machen will, aber die Ballannahme schon ein Problem ist und bis der Ball weitergeleitet wird, der Gegner schon wieder hinten drin steht, dann kannste da auch nicht viel erreichen.


    Nochmal, ich bin durchaus der Ansicht, dass Stendel (wie meiner Ansicht nach jeder andere Trainer, der bei 96 unterschreiben würde) auch Fehler macht. Aber jetzt hier die Tatsache, dass sich die meisten unserer Gegner in dieser Saison eher über Mauern oder wenn die Qualität da ist wie bei Union über bissiges Pressing im Mittelfeld gegen uns versuchen, als absurd darzustellen... naja. Dann hab ich mich wohl massiv verguckt. Kann ja auch sein.


    Ich bestreite nicht, dass sich Gegner gegen 96 erst einmal hinten reinstellen. Aber nicht, weil sie mauern wollen oder totalen Respekt vor 96 haben, sondern weil das ganz einfach die beste Taktik gegen uns ist. Unsere nominell gefährliche Offensive belauern. Irgendwann kommt eben der Ballverlust, dann geht es schnell, und dann ist man schon vor dem Tor und hat eine Großchance. Es geht sehr einfach bei 96 aktuell.


    Wie gesagt: Defensivtaktik gegen 96 bestreitet wohl keiner. Aber eben nicht aus Angst, sondern einfach, weil man 96 so knackt.


    Ich weigere mich dann auch, nur schwarz und weiß zu sehen. Entweder, das, was da aktuell gespielt wird oder noch weniger Torgefahr. Und das ist ja aktuell nun auch keineswegs gut in der Offensive. Schaut euch unsere letzten Tore an. Bielefeld: Standard, Elfmeter. Dresden: Standard, toller Sonntagsschuss von Karaman. Bochum: Elfmeter und ein herausgespielter Angriff.

  • Natürlich stellen die sich aus Respekt vor uns hinten rein. Weil die wissen, dass es sonst schnell so schief gehen kann wie beim Pokalspiel gegen Düsseldorf. Dieser Respekt schließt dann aber doch nicht aus, dass man sich dennoch gegen uns etwas ausrechnet. Eben weil wir individuell so "schlecht" besetzt sind, dass wir Ballverluste, zu langsame Aktionen oder falsche Rückwärtsbewegungen/Abstände drin haben. Und darauf wir gelauert und dies ausgenutzt. Und fällt dann das Tor gegen uns, steht der Gegner in der Regel erstmal wieder 20 Minuten hinten drin und mauert komplett. Und dann ergibt sich eben die nächste Konterchance.
    Ich bin übrigens auch der Meinung, dass sich eine bessere Defensive und mehr Torgefahr als zuletzt nicht ausschließen. Hat man ja z.B. in der Hinrunde bei den zwar knappen, aber dennoch souveränen Siegen gegen Karlsruhe, 1860 und Pauli gesehen. Da stand die Mannschaft hinten besser und hat geduldig auf die sich bietenden Torchancen gewartet. Aber zum einen werfe ich "der Öffentlichkeit" vor, dass nach diesen Spielen über das fehlende Spektakel gemeckert wurde und zum anderen hat Stendel uns auch dahingehend spielerisch geschwächt, dass er sukzessive Albornoz, Fossum und Maier aus der Mannschaft genommen hat. Die waren in der Saisonphase nämlich alle drei (Maier als Einwechsler) noch dabei.

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  • Naja, Standards, die zu Toren führen, entstehen ja nunmal auch aus dem Spiel heraus. In meinen Augen kein Zeichen für schlechte Offensive. Die durchaus zahlreichen Elfer die wir bekommen, zeigen nämlich auch, dass wir sehr oft den Weg in den 16er des Gegners finden.
    Aber gut... ich will ja gar nicht behaupten, dass alles Gold ist unter Stendel. Ich verstehe beispielsweise nicht, wie man immer wieder zuschauen kann, wie Karaman durch drei Abwehrspieler durch will, statt den Kopf zu heben und den freien Mitspieler anzuspielen. Man kann es ja mal versuchen per Dribbling, doch aber nicht jedes Mal und nicht unbedingt gleich gegen drei. Da kann der Trainer doch recht einfach eine Ansage machen.


    Auch fand ich tatsächlich die Spielweise z.B. gegen 1860 viel angenehmer als dieses offene Scheunentor, dass wir zuletzt wieder gespielt haben, insbesondere in Dresden. Warum er von dieser Spielweise wieder abgerückt ist, ist mir nicht ganz klar.

  • Bitte einen Trainerwechsel. Ich frage mich wirklich, ob der Stendel taktisch auch nur ansatzweise für den Profibereich als Trainer taugt.

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  • Vielleicht ist die Mannschaft eben nicht besser und Stendel hat in der Hinrunde das allerbeste daraus gemacht.


    M.E. war die Kaderplanung einmal mehr schlecht, insbesondere im Mittelfeld.


    Vielleicht kann man das auch Stendel anlasten, keine Ahnung.

  • Völlig egal, wie dieses Spiel am Ende ausgehen wird: Ich biete jedem an, der auch weiterhin daran glaubt, dass aus dieser Hühnerhaufen-Defensive unter Stendel jemals eine vernünftige Defensive werden wird und der zudem auch immer noch daran glaubt, dass einen Aufstieg vorausgesetzt, es in der Bundesliga ja eh komplett anders für uns laufen würde (im positiven Sinn), dass ich ihm kostenlos seine Fanbrille reinige, damit er endlich mal wieder einen klaren Durchblick bekommt.


    Wenn ich nur wieder an dieses ganze vermutlich heute noch aufkommende Schöngerede denke, dann möchte ich ehrlich gesagt einen kompletten Burger King leerfressen, damit ich nachher genug kotzen kann. :-D