Rechtliche Fragen

  • Ich bin mir nicht sicher, ob hier, oder im Ebay-Faden der richtige Platz ist...

    Die Situation:

    Ich habe über Ebay eine Drohne gekauft, von einem User der in Österreich als OG eingetragen ist, das Ding im Kundenauftrag verkauft, daher keine Rückname....


    Das Ding kommt defekt bei mir an, ich überlege sie zu dem Experten in Deutschland zu schicken, der Verkäufer verlangt aber, dass ich sie zu ihm zurückschicke, er habe eine eigene Werkstatt...


    Nach der Reparatur kommt die Drohne wieder zu mir, funktioniert erst tadellos, zeigt dann aber spontane Fehler.


    Um eine externe Meinung zu haben, schicke ich die Drohne dem Experten, zahle die Inspektionskosten von €29 und erhalte auf Fotos und in Textform die bittere Tatsache, dass die Drohne kaputt-repariert wurde, spätere Reparaturen sind aufgrund großer grober Verklebungen ausgeschlossen. Der Experte spricht von "Pfusch" und deklariert die Drohne als "defekt".


    Ich bekomme die Drohne zurück und kontaktiere den Verkäufer mit der Forderung die entstandenen Kosten (Kaufpreis, entstandene Versandkosten zu ihm) zu erstatten.


    Die Reaktion:

    Der Verkäufer lehnt die Rücknahme ab, die Drohne sei in seinem Haus sachgemäß repariert worden, woher die Verklebungen stammen sei ihm unklar, wenn Dritte an der Drohne herumschrauben sei eine Rücknahme grundsätzlich ausgeschlossen.


    Wenn nicht der Postbote das Ding aufgeschraubt hat und Klebstoff eingefüllt hat, wüsste ich nicht wer da noch drangewesen sein sollte...



    Hat jemand eine zielführende Idee, wie ich evtl. doch an mein Geld kommen könnte?

    Rückgabe hat er abgelehnt, einen Fall bei Ebay habe ich eröffnet, wenn er da nicht reagiert läuft der aber erstmal bis Ende September...


    Ich hatte das Ding per PayPal bezahlt, aber das mit dem Käuferschutz liefert bei mir immer nur Fehlermeldungen...

  • was heißt bei "Paypal Fehlermeldungen"? Kann eventuell sein, daß Du bei Paypal keinen Fall mehr öffnen kannst, wenn Du den schon bei Ebay geöffnet hast. Wirf mal google an, mir schwirrt irgendwie sowas im Hinterkopf rum ...

  • Sollte dann aber nicht irgendwas mit "Bestehender Fall bei Ebay" oder so auftauchen? Momentan kommt immer nur "Es ist ein Fehler aufgetreten, bitte versuchen sie es noch einmal"...

  • Da die Drohne sicher auch nicht günstig war, ggf. da anrufen oder eine Mail an den Support schreiben? Mit einem Fachhandel, der Dir ein "Gutachten" ausgestellt hat, dürftest Du da ja gut was in der Hand haben?

  • Ja, aber ich habe nix in der Hand um nachzuweisen, dass dazwischen niemand an der Drohne geschraubt hat.

    Ich hab die extra nicht selbst aufgeschraubt, um nicht in Beweisnotstand zu geraten - deshalb habe ich den Parrot -Experten in D bemüht. Das ist zwar ein anerkannter Fachmann (in den Internetforen wird er als "Mr.Parrot" bezeichnet) - ein Fachhandel ist das allerdings nicht.


    Ich kann nicht beweisen, dass da sonst niemand dran war - die Frage ist, ob ich das muss?

    Da sich das Ganze für mich ziemlich dreckig anfühlt, habe ich auch überlegt das als Betrugsfall zu melden. Ist die Keule zu groß?

    Einmal editiert, zuletzt von WILL(y) ()

  • Ja, das hat er, um im mich im gleichen Atemzug vor einer weiteren Reparatur zu warnen, da die feinen SMD-Bauteile unter der Verklebung dabei leicht beschädigt werden könnten.


    Dann hat er Fotos von der Platine gemacht und das Ding wieder zusammengeschraubt.

  • wenn Dritte an der Drohne herumschrauben sei eine Rücknahme grundsätzlich ausgeschlossen.

    Tja, ob das rechtens ist, weiß ich nicht. Aber immerhin hat er erst mal recht damit, dass da rumgeschraubt wurde. Ob richtig oder falsch ist ja nicht die Frage aktuell. Ähnlich bei Gewährleistung und Reperaturen im Bereich der KFZ.

  • Mal sehen, wann sich meine Versicherung bei mir meldet (Schadensmeldung Online abgegeben)

    Moin Liebe Gemeinde, gestern hat meine Versicherung bei mir angerufen und ist mit mir die Schadensmeldung durch gegangen. Sollte derjenige, dem das Metallteil gehört, nicht gefunden werden, zahlt meine KFZ-Haftpflicht.
    Bzw. ich soll mich nochmal melden, wenn ich etwas von der Polizei Peine-Ost gehört habe.

    Ich vermute hingegen, der rote W. zahlt alles

    Also hat Hedemann wohl doch recht.

  • Sollte derjenige, dem das Metallteil gehört, nicht gefunden werden, zahlt meine KFZ-Haftpflicht.

    Ich werde das deutsche Recht wahrscheinlich nie verstehen. Meiner Meinung nach ist entweder derjenige Schuld, der das Metallteil verloren hat oder du, oder vielleicht jeder von euch zu einem gewissen Anteil. Dann kann man deinen Schuldanteil doch nicht davon abhängig machen, ob der andere gefunden wird oder nicht.


    Falls jemand das plausibel erklären kann warum das so ist, wäre mein Verständnis sehr dankbar für eine neue Existenzgrundlage.

  • Ich stelle mir das als eine Art Kaskadenmodell vor. Der Scheibengeschädigte mit einem Anspruch auf Ersatz seines Scheibenschadens gegen den Wehrstedter und der Wehrstedter mit einem Anspruch auf Ersatz seines Schadens aus der Forderung des Scheibengeschädigten gegen den Teileverlierer. Und wird der Teileverlierer gefunden, wird der Anspruch quasi durchgereicht.

  • Rick Linger
    nehmen wir mal an, Du machst eine Vollbremsung, Deine Bremsen versagen aber komplett und Du ballerst deshalb jemandem hinten drauf. Dann kannst Du absolut nichts dafür und Deine Haftpflichtversicherung bezahlt trotzdem an den Unfallgegner.

    Stellt sich aber raus, daß Deine Werkstatt ein paar Stunden vorher bei der Bremsenreparatur Mist gebaut hat, zahlt Deine Werkstatt den Schaden.

    Aber solange sich kein Verantwortlicher für einen Schaden findet, welchen Dein Auto verursacht, zahlt die Haftpflichtversicherung des Autos. Auch wenn Du den Schaden nicht selbst verursacht hast.

    Edith konstruiert noch einen abstruseren Fall: Jemand unbekanntes schraubt an Deinem Auto die Ölablaßschraube auf und es gibt einen katastrophalen Umweltschaden mit Wasserverseuchung, Erdreich ausbaggern und so weiter. Mal eben 100.000 Euro Schaden. Solange man den Unbekannten nicht findet, zahlt die Haftpflichtversicherung des Autos.


    ... wobei ich das mal so annehme. Ich beherrsche allerdings nur Logik und keine Jurisprudenz.

    2 Mal editiert, zuletzt von 96Weizen ()

  • Edith konstruiert noch einen abstruseren Fall: Jemand unbekanntes schraubt an Deinem Auto die Ölablaßschraube auf und es gibt einen katastrophalen Umweltschaden mit Wasserverseuchung, Erdreich ausbaggern und so weiter. Mal eben 100.000 Euro Schaden. Solange man den Unbekannten nicht findet, zahlt die Haftpflichtversicherung des Autos.


    Vorab: Ich habe von Versicherungsrecht und KFZ-Haftpflichtversicherung nicht gerade sehr viel Ahnung. Ich frage mich aber, ob das überhaupt ein KFZ-Haftpflichtfall wäre, denn nach § 1 PflVG dient diese ja der "Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten" Schäden. Und selbst wenn der beschriebene Schaden noch nicht deshalb (oder z.B. einem Ausschluss manipulationsbedingter Schäden, falls es einen solchen geben sollte) ausgeschlossen wäre, wäre es nach meinem Verständnis - ebenfalls nach § 1 PflVG kein KFZ-Haftpflichtfall mehr, wenn all das auf einem Privatgrundstück passiert wäre.


    In einem solchen Privatgrundstücksfall haftet auch der Grundstückseigentümer für die Bodensanierung (§ 4 BBodSchG) und es gilt auch als vertretbar, ihn mit den entsprechenden Kosten zu belasten (wobei m.W. spätestens der Grundstückswert eine Obergrenze darstellt). Nach meiner Erinnerung wird dies letztendlich aus Art. 14 Abs. 2 GG hergeleitet, "Eigentum verpflichtet". Und selbst wenn der Aufschrauber gefunden wird, gilt es zumindest dann als vertretbar, den Grundstückseigentümer zu belasten, wenn jener nicht gleichermaßen zahlungsfähig ist.